Covernachweis: aaas.org
Der IF ist in vielen Wissenschaftsdisziplinen zu einem zentralen Beurteilungskriterium geworden,
z.B. bei Beförderungen und Berufungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, aber
auch bei der Auswahl anzuschaffender Zeitschriften für wissenschaftliche Bibliotheken.
Es ist eine der Schwächen dieses Wertes, dass er manipuliert werden kann. Dass er auch tatsächlich in erheblichem Ausmaß
manipuliert wird, ergab nun eine in Science veröffentlichte Studie von Prof. Allen Wilhite und Prof. Eric Fong. Die Autoren
haben Wissenschaftler aus den Fächern Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Soziologie und Psychologie
u.a. danach gefragt, ob sie in den letzten fünf Jahren von Herausgebern einer Zeitschrift
gebeten worden sind, in einem eingereichten Manuskript Publikationen aus dieser Zeitschrift zu zitieren, ohne dass dies
inhaltlich begründet wurde und ohne dass diese Publikationen spezifiziert wurden.
Von den 6644 Befragten gab fast jeder Fünfte an, dass dies einmal oder bis zu zehnmal und häufiger vorgekommen sei.
Mehr als 40 Prozent der Befragten war bekannt, dass einige Zeitschriftenherausgeber zu diesem Mittel zur Erhöhung des
»Impact-Faktors« ihrer Zeitschriften greifen.
Die identifizierten englischsprachigen Zeitschriften (unter den 175 auch mehr als 20 psychologische) sowie viele weitere
Ergebnisse, etwa zur Akzeptanz dieser Praktik durch die Autoren oder zu Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen,
um solche inhaltlich überflüssigen Zitierungen gebeten zu werden, finden Sie in der Publikation
»Coercive Citation
in Academic Publishing«1 bzw. im
Online-Supplement2 (PDF).
Sollten Sie keinen kostenfreien Online-Zugriff auf Science haben, gelangen Sie über die Homepage von Prof. Wilhite
(Allen.Wilhite@uah.edu) zum
Abstract der Publikation3.
Quelle: Wilhite, A. W. &. Fong, E. A. (2012). Coercive Citation in Academic Publishing.
Science, 335 (6068): 542-543.