Navigation

Service-Menü

Hauptmenü



Bereichsmenü

WGL Logo

Manipulation von »Impact-Faktoren«

Mit dem »Impact-Faktor« (IF) hat das »Institute for Scientific Information« (ISI) in den sechziger Jahren eine Kennzahl eingeführt, die angibt, wie oft Aufsätze aus einer spezifischen Zeitschrift in den beiden Folgejahren zitiert werden, und zwar relativ zur Gesamtzahl der in dieser Zeitschrift publizierten Aufsätze.

Cover Science Covernachweis: aaas.org

Der IF ist in vielen Wissenschaftsdisziplinen zu einem zentralen Beurteilungskriterium geworden, z.B. bei Beförderungen und Berufungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, aber auch bei der Auswahl anzuschaffender Zeitschriften für wissenschaftliche Bibliotheken.

Es ist eine der Schwächen dieses Wertes, dass er manipuliert werden kann. Dass er auch tatsächlich in erheblichem Ausmaß manipuliert wird, ergab nun eine in Science veröffentlichte Studie von Prof. Allen Wilhite und Prof. Eric Fong. Die Autoren haben Wissenschaftler aus den Fächern Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Soziologie und Psychologie u.a. danach gefragt, ob sie in den letzten fünf Jahren von Herausgebern einer Zeitschrift gebeten worden sind, in einem eingereichten Manuskript Publikationen aus dieser Zeitschrift zu zitieren, ohne dass dies inhaltlich begründet wurde und ohne dass diese Publikationen spezifiziert wurden. Von den 6644 Befragten gab fast jeder Fünfte an, dass dies einmal oder bis zu zehnmal und häufiger vorgekommen sei. Mehr als 40 Prozent der Befragten war bekannt, dass einige Zeitschriftenherausgeber zu diesem Mittel zur Erhöhung des »Impact-Faktors« ihrer Zeitschriften greifen.

Die identifizierten englischsprachigen Zeitschriften (unter den 175 auch mehr als 20 psychologische) sowie viele weitere Ergebnisse, etwa zur Akzeptanz dieser Praktik durch die Autoren oder zu Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, um solche inhaltlich überflüssigen Zitierungen gebeten zu werden, finden Sie in der Publikation »Coercive Citation in Academic Publishing«1 bzw. im Online-Supplement2 (PDF).

Sollten Sie keinen kostenfreien Online-Zugriff auf Science haben, gelangen Sie über die Homepage von Prof. Wilhite () zum Abstract der Publikation3.

Quelle: Wilhite, A. W. &. Fong, E. A. (2012). Coercive Citation in Academic Publishing. Science, 335 (6068): 542-543.

News erstellt am: 19.4.2012

URLs der Links auf dieser Seite:

  1. http://www.sciencemag.org/content/335/6068/542.full?sid=8e0680d7-aa05-45ff-b222-cb6176031d4d
  2. http://www.sciencemag.org/content/suppl/2012/02/01/335.6068.542.DC1/1212540.Wilhite.SOM.pdf
  3. http://www.uah.edu/cba/1257-coercive-citation


weiterführende Informationen

Weitere Informationen

Dipl.-Psych. Ute Wahner
Telefon: +49 (0)651 201-2860

Für das PDF-Format benötigen Sie den ADOBE © Acrobat Reader, um diese Dateien lesen, drucken bzw. speichern zu können. Sofern Sie über keinen Reader verfügen, können Sie die Software von ADOBE Systems kostenfrei downloaden.

Folgen Sie uns auf Twitter

Kontakt und Funktionen

SeitenURL: http://www.zpid.de/index.php?wahl=news&uwahl=news353