IuK2001 The 7th Annual Meeting of the IuK Initiative
Information and Communication of the Learned Societies in Germany
»Cooperative Systems«
Trier, March 11 - 14, 2001
 


Vergleichsstudie kooperativer Lernsysteme im Rahmen der "Virtuellen Fachhochschule"

Prof. Dr. G. Blakowski, Dipl.päd. Udo Hinze 

Fachhochschule Stralsund 
Zur Schwedenschanze 15
18435 Stralsund 
Telefon: 03831/456697
Telefax: 03831/456604
Gerold.Blakowski@fh-stralsund.de
Udo.Hinze@fh-stralsund.de

Im Rahmen des Bundesleitprojektes "Virtuelle Fachhochschule" (VFH) nimmt kooperatives Lernen als innovative Lernform einen wichtigen Teil im didaktischen Gesamtkonzept ein. Daher wurden bereits verschiedene Konzepte erarbeitet und in Pilotphasen umgesetzt.

Analysiert man die vorliegenden Ergebnisse zum kooperativen Lernen, so bleiben bei den unterschiedlichen Formen Optimierungsreserven z.B. hinsichtlich Akzeptanz, Motivation oder Lernerfolg.

Die  Evaluationsergebnisse weisen darauf hin, daß ein maßgeblicher Grund dafür die suboptimale Unterstützung von Kommunikation, Kooperation und Koordination sowie insgesamt der Awareness durch den verwendeten Lernraum (Blackboard) ist.

Die Optimierung der kooperativen Lernprozesse innerhalb des Lernraumes, z.B. durch didaktisch-methodische Änderungen etwa bei der Aufgabenstellung sollte deshalb durch  komplementäre Möglichkeiten ergänzt werden.  Zusätzlich zu dem Lernraum, der primär Verwaltungsfunktionen bereitstellt, sind Lernsysteme einsetzbar, die dediziert kooperative bzw. kollaborative Prozesse unterstützen.

Es wurde deshalb eine Vergleichsstudie kooperativer Lernsysteme durchgeführt. Dabei stellten sich drei zentrale Fragen.

  1. Welche allgemeinen und speziellen Anforderungen sind unter Berücksichtigung des vorhandenen Lernraumes (Blackboard) an kooperative Lernsysteme zu stellen?
    • Allgemeine Anforderungen an die kooperative Systeme sind Kriterien wie Intuitivität und Stabilität. Da es nicht das Ziel war, ein alternatives, sondern ein komplementäres System zu finden, waren Funktionalitäten des Lernraumes wie etwa Dokumentenverwaltung für die Vergleichsstudie von nur geringer Relevanz.
    • Nach den Erfahrungen der Pilotphase ist unter anderem eine Förderung der Gruppenkohäsion notwendig. Ein grundsätzlich zu lösendes Problem (nicht nur im Rahmen der VFH) ist dabei die Unterstützung der Awareness auf allen Ebenen.

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  2. Welche kooperativen Systeme werden den Anforderungen gerecht?
    • Beschränkt wurde sich auf Systeme, die bereits ausreichend elaboriert im Praxiseinsatz waren. Prototypen und Pilotprojekte wurden ebensowenig berücksichtigt wie etwa Systeme, deren Fokus auf hier irrelevanten Funktionalitäten (z.B. auf Dokumentenverwaltung wie bei BSCW) liegt. Da die Schwerpunktsetzung der Systeme jeweils sehr unterschiedlich ist, mussten vergleichbare Tools gefunden werden.
    • Ausgewählt und untersucht wurden:
      • Collaborative Virtual Workspace (CVW)
      • Teamwave
      • Web4M

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  3. Nach welchen Kriterien hat die Bewertung zu erfolgen?
    • Als wesentliches Entscheidungskriterium  wurde neben der Benutzerfreundlichkeit und Akzeptanz v.a. die Förderung der verschiedenen Aspekte der Awareness identifiziert und in der Studie angewendet.
    • Außerdem wurde die adäquate Unterstützung der Kommunikation, Kooperation und Koordination als wesentliches Moment in den Entscheidungsprozess miteinbezogen.

Insgesamt handelt es sich damit um eine Vergleichsstudie verschiedener kooperativer Lernsysteme vor dem Hintergrund eines bereits vorhandenen Lernraumes. Ziel war die Identifikation eines komplementären Systems, das vorhandene Defizite in kooperativen Lernprozessen vermindern hilft.

 

The IuK 2001 is organized by the German Psychological Association (DGPs) and the Institute for Psychology Information (ZPID).

Last updated: February 7, 2001 · info@zpid.de · URL: http://www.zpid.de/iuk2001/