IuK2001 The 7th Annual Meeting of the IuK Initiative
Information and Communication of the Learned Societies in Germany
»Cooperative Systems«
Trier, March 11 - 14, 2001
 


Virtuelle Fachbibliothek und Informationsverbund Sozialwissenschaften

J. Krause, J. Marx, M. Müller

In den Sozialwissenschaften steigt die Anzahl der für Wissenschaftler relevanten digitalen Informationen und ihre Verwendung mit enormen Zuwachsraten. Die sozialwissenschaftlichen Institute der Universitäten sind fast flächendeckend mit WWW-Angeboten in Internet vertreten, die Spezial- und Sondersammelgebietsbibliotheken streben mit ihren Angeboten ins WWW und Infrastruktureinrichtungen wie das InformationsZentrum Sozialwissenschaften (IZ) bieten eine breite Palette von Dienstleistungen elektronisch an.

Gleichzeitig starten eine Reihe von Kooperationsprojekten, die die Integration textueller Dokumente zum Ziel haben (ViBSoz, CARMEN, u.a.).

Damit sind die Grundlagen gegeben, zielgerichtet konkrete elektronische Dienstleistungen anzustreben, die eine neue Qualität des Zugriffs auf digitale sozialwissenschaftliche Informationen über das WWW erlauben. Um einen hohen Grad an Nutzbarkeit und Akzeptanz zu erreichen, muss der zu schaffende virtuelle Verbund - möglichst aller bestehenden Institutionen - die Dokumente und Dienstleistungen der Beteiligten dem Benutzer handhabbar, d.h. nicht nur technologisch, sondern auch inhaltlich integriert, zur Verfügung stellen.

Für den Bereich sozialwissenschaftlicher Printmedien findet sich eine solche Integration bereits in der Virtuellen Fachbibliothek Sozialwissenschaften (ViBSoz), einem Gemeinschaftsprojekt des InformationsZentrums Sozialwissenschaften, Bonn und des Instituts für Soziologie der TU Darmstadt (http://vibsoz.bonn.iz-soz.de).

Ziel des von der DFG geförderten Projekts ist die Integration der Literaturinformation aus den Beständen des SSG Sozialwissenschaften, des Darmstädter Virtuellen Katalogs, den Beständen der Friedrich-Ebert-Stiftung und den Datenbanken SOLIS und FORIS. Im Projektkontext werden dabei in erster Linie die Probleme des inhaltlichen Zugriffs auf solch verteilte und unterschiedlich erschlossene Dokumentenbestände gelöst. Die durch unterschiedliche Sacherschließungssysteme der Beteiligten entstehende Heterogenität wird mit Hilfe von intellektuell erstellten Crosskonkordanzen und statistischen, aus einem Parallelkorpus berechneten Transferbeziehungen überwunden. Es wird dem Benutzer somit ermöglicht, mit seinem gewohnten Sacherschließungssystem auch sinnvoll in anders erschlossenen Datenbeständen zu recherchieren. Das System setzt dazu die vom Benutzer verwendeten Terme der Anfrage in Terme anderer Sacherschließungssysteme um. Die anschließende Integration der Suchergebnisse aus den einzelnen, verteilten Datenbanken versetzt den Benutzer in die Lage, mit nur einer Suchanfrage einen Grossteil der sozialwissenschaftlichen Printmedien auf einmal zu erfassen.

Das Projekt CARMEN (Mathematik, Physik, Sozialwissenschaften) erweitert die in ViBSoz durchgeführte Integration von Bibliothekskatalogen und Fachdatenbanken um Internetquellen und methodisch um die automatische Generierung vom Metadaten. Zusammen genommen sind somit die Haupttypen heutiger textueller Informationen für den Benutzer integriert zur Verfügung gestellt - nicht nur technologisch, sondern konzeptuell in Bezug auf verschiedene Arten der Inhaltserschließung.

Was noch fehlt ist die Integration von Recherche und der Möglichkeit für den Benutzer, die gefundene relevante Literatur direkt am Bildschirm zu lesen. Im Gegensatz zu anderen Projekten von Zeitschriftenservern verfolgt der sozialwissenschaftliche Informationsverbund das Konzept eines "dummen" Volltextservers, der nur über die URL angesteuert wird, aber nicht über eine eigene Rechercheschnittstelle verfügt. Gesucht wird mittels oben beschriebener Rechercheschnittstellen zu den Fachdatenbanken, ViBSoz und Carmen, womit auch hier die Heterogenitätsbehandlung unterschiedlicher Inhaltserschließungssysteme zur Verfügung steht.

 

The IuK 2001 is organized by the German Psychological Association (DGPs) and the Institute for Psychology Information (ZPID).

Last updated: February 7, 2001 · info@zpid.de · URL: http://www.zpid.de/iuk2001/