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Lernumgebung LEA - Funktionalität und Implementierung XML-basierter
Lerninhalte
Simon G. Wiest
Dem stark steigenden Bedarf nach online distribuierbaren Lerninhalten
steht eine wachsende Anzahl an Lernplattfformen gegenüber (kommerzielle
wie frei verfügbare). Will der Lehrende aber über rudimentäre Funk
tionen hinaus (z.B. Darstellung von textueller Information oder simpler Dokumentenabruf) interaktive Funktionen anbieten (wie Tests, Übungen, Kommunikation zwischen den Lernenden etc.), muß er seine digitalen Dokumente immer mehr an plattform-spezifische Charakteristika anpassen und bindet sich somit an proprietäre Datenformate und Applikationen. Eine Wiederverwendung der Inhalte in anderen Lernumgebungen wird dadurch erschwert, wenn nicht sogar unmöglich gemacht.
Im Rahmen des Teilvorhabens 1 "Evolutionäre Algorithmen" des Projektes "Bioinform@tik" werden an der Universität Tübingen (Lehrstuhl Rechnerarchitektur, Prof. Zell) XML-basierte Datenformate für Lernmedien entwickelt und in der selbstentwickelten Lernumgebung für Evolutionäre Algorithmen (LEA) erprobt. Dabei wird Wert darauf gelegt, die neu erstellten Inhalte so "zukunftssicher", d.h. offen und portabel, wie möglich zu gestalten.
Der Autor entwirft dabei seine Inhalte in einem XML-Editor (zum Einsatz kommt dabei FrameMaker+SGML). Zur Speicherung der Inhalte kommt eine eigens entwickelte Document Type Definition zum Einsatz, die eine Variante der DocBook-DTD darstellt, die um Elemente für interaktive Medien, Didaktik und Hypertextfunktionen erweitert wurde. Diese Dokumente werden zusammen mit Graphiken, Animationen und Java Applets auf einen Web-Server übertragen und können dort von Nutzern abgerufen werden. Dabei werden die zurückgelieferten HTML-Dokumente on-the-fly generiert aus den XML-Daten unter Nutzung der XSLT-Stylesheets und einer Benutzerdatenbank mit Nutzerpräferenzen. So lassen sich verschiedene Nutzungsmodi (Selbststudium/Lexikon), Ansichten (Bildschirm/Druck), Varianten der Benutzeroberfläche (mit/ohne Navigationsleiste) und Distributionen (WWW/CD-ROM) erzeugen und deren Verwendung in eine Nutzungsdatenbank protokollieren. Die so gewonnenen Daten sind detaillierter als die eines herkömmlichen Web-Server-Logs und werden genutzt, um die Online-Angebote für zukünftige Veranstaltungen zu verbessern.
Darüber hinaus bietet die strukturierte Auszeichnung der Lerninhalte auch die Möglichkeit, typisierte feingranulare Annotationen mit einzelnen Kurselementen zu vernüpfen und wie die Lerninhalte selbst in anderen Kontexten wiederzuverwenden.
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