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Depression

Ein offener Umgang ist wichtig

Depression (aus dem Lateinischen: deprimere "niederdrücken") über einen längeren Zeitraum krankhaft gedrückte Stimmung mit Freud- und Interessenlosigkeit, Genussunfähigkeit, Grübelneigung, innerer Unruhe oder psychomotorischer Verarmung und/oder Antriebsminderung. Insbesondere bei manisch-depressiven Erkrankungen, aber auch anderen psychischen Leiden sowie hirnorganischen und anderen körperlichen Erkrankungen. (Definition nach Zetkin/Schaldach 2005)

Eine Krankheit wie jede andere auch:

Der Suizid des damaligen Fußball-Nationaltorhüters Robert Enke im Jahr 2009 hat die bundesdeutsche Öffentlichkeit aufgeschreckt und entsetzt. Die damit verbundene Reaktion hat gezeigt, dass der Umgang mit Depressionen immer noch tabuisiert wird. Wenngleich sie für viele ein vermeintliches Zeichen der Schwäche darstellt, handelt es sich vielmehr um eine ernste Krankheit. Dementsprechend ist das Gefühl von Scham, das viele Betroffene empfinden, an dieser Stelle unangebracht. Ein offener Umgang hingegen kann dazu beitragen Vorurteile abzubauen.

Die Situation in Deutschland:

Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit 121 Millionen Menschen erkrankt, Schätzungen zufolge sollen davon allein 4 Millionen in Deutschland leben. Statistisch gesehen leidet mindestens jeder zehnte Deutsche einmal oder mehrmals in seinem Leben an einer Depression. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geht von 300000 jährlichen Erkrankungen aus, die zu durchschnittlich elf Tagen Arbeitsunfähigkeit führen. Dies verdeutlicht auch die wirtschaftliche Bedeutsamkeit der Krankheit. Im Jahre 2006 betrugen allein die direkten Kosten mehr als 4,6 Mrd. Euro. Nicht eingerechnet sind Arbeitsausfälle, Krankengeldzahlungen und Frühverrentungen.

Depression ist nicht gleich Depression:

Es gibt eine Vielzahl von Depressionsarten, die mitunter gegensätzliche Symptome aufweisen. So stehen bspw. die Symptome der nur saisonal auftretenden Winter-/Herbstdepression (z.B. Heißhunger, erhöhtes Schlafbedürfnis und Gewichtszunahme) den typischen Symptomen etwa einer Major Depression (u.a. Appetitlosigkeit und Schlafmangel) genau entgegen.

Problematik:

Die Erkrankung an einer Depression stellt nicht nur eine Belastung für den Betroffenen, sondern auch eine Herausforderung für dessen Umfeld und Familie dar. In Deutschland gibt es jährlich ca. 9000 Suizide, wovon 90% auf psychische Erkrankungen zurückzuführen sind. Sowohl ein verständnisvoller und offener Umgang zwischen Erkranktem und Angehörigen als auch der rechtzeitige Gang zum Hausarzt können eine solche Eskalation verhindern. Immerhin ist die Prognose bei entsprechender Behandlung sehr günstig: Über 80% der depressiven Störungen können erfolgreich behandelt werden.

Aktuelle therapeutische Erkenntnisse – bessere Hemmervorhersage:

Depressionen werden im Regelfall u.a. mit Antidepressiva behandelt. Am häufigsten sind solche, die die Serotoninkonzentration in der Gewebeflüssigkeit des Gehirns erhöhen, sogenannte "Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer(SSRI)". Die Wirksamkeit dieser SSRIs ist besonders bei schweren Depressionen hoch – so spüren zwischen 50% und 75% der Betroffenen eine Verbesserung ihrer Beschwerden.

Die Ergebnisse einer 2013 publizierten Studie6 (Hongjie 2013) deuten darauf hin, dass die Zusammensetzung des Blutes individuell Auskunft darüber geben kann, ob die Wirksamkeit eines SSRIs zu erwarten ist. Gegenwärtig muss der behandelnde Arzt dies durch Beobachtung testen. Da die Medikamente ihre Wirkung jedoch meist verzögert entfalten, bedeutet dies oftmals eine hohe Belastung für den Betroffenen. Unter Anwendung des beschriebenen Verfahrens jedoch könnten ggf. alternative Therapiemaßnahmen frühzeitig eingeleitet werden.

Weitere Informationen für Betroffene und Angehörige:

Seriöse und vielfältige Informationen zu allen Aspekten depressiver Erkrankungen mit Hinweisen auf regionale Anlaufstellen für Betroffene und Angehörige bieten die Internetseiten der Stiftung Deutsche Depressionshilfe9. Das Deutsche Bündnis gegen Depression8 wiederum ist ein Transferprojekt des ehemals vom BMBF geförderten Kompetenznetzes Depression, einem bundesweiten Netzwerk zur Optimierung von Forschung und Versorgung im Bereich depressiver Erkrankungen.

Eine informative Publikation des BMBF zum Thema Depression steht direkt zum Download zur Verfügung. Stiftung Warentest bietet seriöse und – auch für Laien – verständliche und hilfreiche Informationen.

Das ZPID bietet Ihnen eine Reihe von Angeboten, die Ihnen einen vertieften Umgang mit der Thematik ermöglichen.

PSYNDEX Lit & AV

In der Literaturdatenbank PSYNDEX finden Sie zu dem Thema Depression mehr als 10000 Nachweise. Neben Veröffentlichungen zu empirischen Studien, Büchern zu unterschiedlichsten Aspekten der Depression, Kongressbeiträgen und Artikeln in Fachzeitschriften sind unter anderem auch Beiträge zur Behandlung von Depression dokumentiert. Exemplarisch sind einige wenige Nachweise hier aufgeführt:

  • - Bronisch, Th. (2011). Depression und Suizidalität. Psychotherapie in Psychiatrie, Psychotherapeutischer Medizin und Klinischer Psychologie, 16(2), 347-362.Datensatz 0246824
  • - Rink, K. (2015). Wahrnehmen, Urteilen und Entscheiden bei depressiver Bewusstseinslage. Münster: Waxmann.Datensatz 0286975
  • - Burger, P.H.M., Tektas, O.Y., Paulsen, F., & Scholz, M. (2014). Vom Studienstart bis zum ersten Staatsexamen - Zunahme von Depressivität bei gleichzeitigem Verlust des Kohärenzgefühls und der psychischen Lebensqualität in höheren Semestern Humanmedizin. Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie, 64(8), 322-327.Datensatz 0282829
  • - Flückiger, C., Del Re, A.C., Munder, T., Heer, S., & Wampold, B.E. (2014). Enduring effects of evidence-based psychotherapies in acute depression and anxiety disorders versus treatment as usual at follow-up. Clinical Psychology Review, 34(5), 367-375.Datensatz 0283765
  • - DGPPN: Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde et al. (Eds.) (2010). Nationale Versorgungsleitlinie Unipolare Depression. S 3 Praxisleitlinien in Psychiatrie und Psychotherapie (2010). Berlin: Springer. (siehe auch aktualisierte Version von 2011, basierend auf der Fassung von 2009, frei verfügbar)Datensatz 0229077
  • - Egli-Alge, M. (2010). Außen hart und innen traurig – Depression im Jugendalter. Familiendynamik, 35(4), 368-371.Datensatz 0232451
  • - Jäger, A.-M., & Brakemeier, E.-L. (2014). Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) als schulenübergreifende Psychotherapie der chronischen Depression. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 43(4), 259-269.Datensatz 0290932
  • - Möller, H.-J., Schmauss, M., & Müller, W.E. (2014). Neue Konzepte von der Prävention bis zur Therapie. Expertenkonferenz " Patientenorientierte Behandlung der Depression ". Nervenheilkunde, 33, 1-11.Datensatz 0289451

Was ist eigentlich PSYNDEX?

PSYNDEX ist eine Literaturdatenbank (keine Volltexte) der psychologischen Literatur2 und Testverfahren3, sowie der für die Psychologie relevanten audiovisuellen Medien4 und Interventionsprogramme5. Es werden die für das Fach Psychologie wichtigen Publikationen aus dem deutschen Sprachraum dokumentiert.

PubPsych

Mit PubPsych22 können Sie selbständig nach weiteren Dokumenten rund um das Thema Depression recherchieren.

Im psychologischen Thesaurus (in gedruckter Form als PSYNDEX Terms erhältlich) finden Sie zu dem Begriff Depression zum einen Depression (Emotion) als depressive Stimmung und zum anderen Major Depression als eigentliche depressive Erkrankung. Zudem finden Sie die zugehörigen Oberbegriffe, Unterbegriffe und verwandten Begriffe, die Ihnen helfen Ihre Anfrage genauer zu spezifizieren.

PubPsych ist ein kostenloses Suchportal für Psychologie-Publikationen. Es bietet eine umfassende und ausgewogene Auswahl von Ressourcen von einer wachsenden Anzahl von internationalen Datenbanken mit europäischer Ausrichtung, angepasst an die Bedürfnisse von Psychologen.

PubPsych ist ein Gemeinschaftsprojekt des Leibniz-Zentrums für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID), Institut de l'Information Scientifique et Technique (INIST-CNRS), Centro de Ciencias Humanas y Sociales (CCHS-CSIC), National Library of Norway (NB). Zusätzliche Datensegmente sind lizensiert von: U.S. National Library of Medicine (NLM), Education Resources Information Center (ERIC), Data Archiving and Networked Services (DANS).

PSYNDEX Tests

Das Datenbanksegment PSYNDEX Tests liefert die relevantesten Testverfahren, die unter anderem sowohl eine Feststellung der Krankheit im Frühstadium als auch des Schweregrades ermöglichen. Sie können diese Verfahren sehr einfach mit den Suchbegriff 'Klinische Tests zu Depressivität' finden (Suchsyntax SH="Klinische Tests zu Depressivität" in PubPsych), da für diese Tests die Klassifikation 11.5 Klinische Tests zu Depressivität eingeführt wurde.

a) Testverfahren zur Erfassung von Depression (Screening):

  • FAG – Fragebogen positiver und negativer automatischer Gedanken (Automatic Thought Questionnaire)
  • DID – Diagnostisches Interview für die Depressive Persönlichkeit
  • DEQ/D – Depressive Experience Questionnaire – deutsche Fassung
  • STDS – State-Trait Depression Scales – deutsche Fassung
  • und weitere Tests

b) Testverfahren zur Erfassung des Depressionsschweregrades:

  • BDI-II – Beck-Depressions-Inventar (2. Auflage)
  • MDI – Major Depression Inventory – deutsche Fassung
  • DPSI – Depressive-Persönlichkeitsstörungs-Inventar
  • DIKJ – Depressions-Inventar für Kinder und Jugendliche
  • HAMD – Hamilton-Depressions-Skala – deutsche Fassung
  • BRMS – Bech-Rafaelsen Melancholie-Skala (BRMES; MES)
  • und weitere Tests

c) Screeningverfahren für Depression und andere psychische Erkrankungen:

  • ISR – ICD-10-Symptom-Rating
  • DAS – Skala Dysfunktionaler Einstellungen
  • ASF-E – Attributionsstilfragebogen für Erwachsene
  • und mehr ...

d) Testverfahren für Depression für spezielle Patientengruppen:

  • DASS – Depression-Angst-Stress-Skala für die Peripartalzeit
  • TFDD – Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung (Demenzscreening)
  • CDSS-GCalgary Depression Rating Scale for Schizophrenia – deutsche Fassung
  • und mehr ...

PsychSpider

Mit PsychSpider, der Psychologie Suchmaschine des ZPID, können Sie im Datenbestand von PSYNDEX, PubMed/Medline, E-Journals, ERIC, Hochschulschriftenservern und des Sondersammelgebietes Psychologie der Saarländischen Hochschulbibliothek zum Thema Depression recherchieren.

Suchen in PSYNDEX, Medline, E-Journals etc.

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PsychLinker

Der PsychLinker bietet in Form annotierter Links Informationen zum gesamten Spektrum psychologischer Themengebiete. Hier finden Sie auch vielfältige Informationen zum Thema Depression, u.a. zur Diagnostik (inkl. Online-Tests), zu Behandlungsleitlinien und zur Selbsthilfe.

Blogs

Das ZPID unterhält mehrere Blogs, die zum Thema Depression unterschiedliche Einträge aufweisen:

Was ist eigentlich PSYNDEX?

PSYNDEX ist eine Literaturdatenbank (keine Volltexte) der psychologischen Literatur1 und Testverfahren2, sowie der für die Psychologie relevanten audiovisuellen Medien3 und Interventionsprogramme4. Es werden die für das Fach Psychologie wichtigen Publikationen aus dem deutschen Sprachraum dokumentiert.

Durch sein breites Auswertungsspektrum und die hohe dokumentarische Qualität unterstützt PSYNDEX interdisziplinär fundierte Problemlösungen und evidenzbasierte Praxis in allen Bereichen des Gesundheitswesens.

PSYNDEX wird vom Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) hergestellt. Das ZPID ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft5 und wird gemeinschaftlich gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit und den Bundesländern.

Quellen:

  • Hongjie Z., u.a. (2013). Pharmacometabolomics of Response to Sertraline and to Placebo in Major Depressive Disorder – Possible Role for Methoxyindole Pathway. PLoS ONE. doi:10.1371/journal.pone.0068283
    Online abrufbar unter: https://doi.org/10.1371/journal.pone.00682836.
  • Schaldach, H., et al. (2005). Lexikon der Medizin, 16. Auflage, Köln.

URLs der Links auf dieser Seite:

  1. www.zpid.de/index.php?wahl=PSYNDEX&uwahl=Lit
  2. www.zpid.de/index.php?wahl=PSYNDEX&uwahl=AV
  3. www.zpid.de/index.php?wahl=PSYNDEX&uwahl=Interventionsprogramme
  4. www.zpid.de/index.php?wahl=PSYNDEX&uwahl=Tests
  5. http://www.leibniz-gemeinschaft.de/
  6. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0068283
  7. www.buendnis-depression.de/
  8. www.deutsche-depressionshilfe.de
  9. http://www.dlr.de/pt/PortalData/45/Resources/a_dokumente/gesundheitsforschung/Depression_2007.pdf
  10. www.test.de/themen/gesundheit-kosmetik/special/Depressionen-Erkennen-behandeln-vorbeugen-1132481-2132481/
  11. https://www.test.de/Depressionen-Erkennen-behandeln-vorbeugen-1132481-1142183/
  12. https://www.test.de/Depressionen-Erkennen-behandeln-vorbeugen-1132481-1142227/
  13. http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/nvl-005.html
  14. https://www.zpid.de/redact/category.php?cat=196
  15. https://www.zpid.de/redact/category.php?cat=555
  16. https://www.zpid.de/redact/category.php?cat=74
  17. http://newtests.zpid.de/?s=depression
  18. http://estudy.zpid.de/index.php?s=depression&sentence=AND&submit=Suche
  19. http://newmedia.zpid.de/2010/07/06/infovideo-wege-aus-der-depression/
  20. http://newmedia.zpid.de/
  21. https://www.pubpsych.eu/


weiterführende Informationen

Weitere Informationen

Das ZPID verfügt mit seinen vielfältigen Produkten, über Möglichkeiten, sowohl in den Bereichen der Diagnostik und Therapie als auch den Umgang der Angehörigen mit der Krankheit Depression, zu informieren.

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