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Lehrerverhaltensinventar (PSYNDEX Tests Review)

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9000324
 

LVI - Lehrerverhaltensinventar (PSYNDEX Tests Review)

 

Teacher Behavior Inventory/zpid

 Lukesch, H., Haenisch, H., Kischkel, K.H. & Fend, H.
 (1984). Lehrerverhaltensinventar. LVI (Bericht Nr. 10). Regensburg: Institut für Psychologie.

Online im Internet: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=testarchiveintro
Bibliotheksstandort: Testsammlung Psychologie Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek: PT 307

 Bezugsquelle: Das Verfahren ist im "Elektronischen Testarchiv" des ZPID enthalten und steht unter der "Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported (CC BY-NC-ND 3.0)"-Lizenz (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de); es kann für nichtkommerzielle Forschungs- und Unterrichtszwecke kostenlos eingesetzt werden. ; URL: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=userlog ; Stand: 1.5.2016.
Anmerkung: Das Verfahren ist zudem unter "Items" aufgeführt.
 Adresse(n): o Prof. Dr. Helmut Fend, Emeritus, Pädagogisches Institut, Universität Zürich, Gloriastrasse 18a, CH-8006 Zürich ; E-Mail: Helmut.Fend@t-online.de ; URL: http://www.ife.uzh.ch/research/teb/emertius.html ; Stand: 27.11.2015
o Prof. Dr. Helmut Lukesch, Emeritus, bei PsychAuthors: https://www.zpid.de/psychauthors/index.php?wahl=forschung&uwahl=psychauthors&uuwahl=p06944HL
o Dr. Karl-Heinz Kischkel (1945-2015), Medizinische Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz, Bezirksklinikum Regensburg, Regensburg ; Stand: 26.8.2015
 WWW-Informationen:
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Mit Hilfe des LVI kann der Lehrer von seinen Schülern Rückmeldungen zu seinem Unterrichtsverhalten bekommen und auf diese Weise Aufschluss über eventuell änderungsbedürftige Gewohnheiten, aber auch Bestätigungen für als richtig und erstrebenswert eingeschätzte Verhaltensweisen erhalten. Der Vorteil des LVI gegenüber Rückmeldungen anderer Art besteht in der objektiven Auswertung und im Vergleich der auf die eigene Person bezogenen Daten mit denen anderer Lehrer.


Aufbau:
Die vier Subskalen zu je 10 Items sollen wichtige Aspekte des Lehrerverhaltens (aus der Schülerperspektive) erfassen. Als Antwortmodus zu den meist bipolar formulierten Items ist jeweils eine fünfstufige Likert-Skala vorgegeben. Es werden die folgenden Verhaltensdimensionen angesprochen: Skala 1: Strukturiertheit vs. Unstrukturiertheit, Skala 2: Strenge vs. Schülerorientierung, Skala 3: hoher Überblick (Monitoring) vs. geringer Überblick über das Klassengeschehen, Skala 4: Zeitverschwendung vs. Zeitnutzung.


Grundlagen und Konstruktion:
Von ursprünglich 97 für viele empirische Befunde effektiven Lehrerverhaltens formulierten Items, die sich durch inhaltliche Vorstrukturierung neun Bereichen zuordnen ließen, wurden auf der Grundlage differentieller Itemanalysen zunächst sechs und dann vier Skalen mit insgesamt 40 Items herausgelöst. Die Auswahl der Items erfolgte nach dem Prinzip, dass alle die Items ausgeschieden wurden, die hinsichtlich des inhaltlichen Bereiches nicht trennscharf waren, die hohe Trennschärfen zu mehreren inhaltlichen Bereichen aufwiesen und die zu Skalen gehörten, die sehr hoch mit den vier Skalen korreliert waren.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Die Analyse- und Eichstichprobe (Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien in Nordrhein-Westfalen, Gesamtschulen in Hessen und Nordrhein-Westfalen) umfasste ca. 5000 Schüler des 6. und 9. Schuljahres aus insgesamt 168 Klassen. Für alle vier Skalen erreichen die Trennschärfekoeffizienten Werte zwischen .43 und .70 und sind dabei über die einzelnen Substichproben hinweg sehr konsistent.
Reliabilität: Die Reliabilitäten der vier Skalen (nach Hoyt) sind über die verschiedenen Substichproben hinweg sehr konsistent. Mit Ausnahme der Skala "Monitoring" (rtt = .84 bis .80) bewegen sich die Koeffizienten zwischen rtt = .84 und .88.
Validität: Zum Bereich der empirischen Validität liegen zahlreiche Befunde vor, die eine gute Einordnung der Skalen ermöglichen. Als weitere Validitätsbelege sind zu nennen: Korrelationen mit den Skalen Unterstützung und Strenge von Heinrich (1974) zu nennen, die Sensitivität des LVI in der Erfassung von Schulformunterschieden, Zusammenhänge mit affektiven Merkmalen der individuellen Schülersituation (Wohlfühlen beim Lehrer, Angebotsnutzung, Fachbeliebtheit, Fachschwierigkeit, kumulative Defizite, Angst bei mündlichen Prüfungen, Angst bei Klassenarbeiten), zahlreiche signifikante Zusammenhänge mit den Schulleistungen, die darauf hindeuten, dass die zwischen Schülern und Schulklassen nachweisbaren Leistungsunterschiede auch durch den Faktor "Lehrer" determiniert sind.
Normen: Es liegen eine itemspezifische Normierung (25. und 75. Prozentrang) und eine skalenspezifische Normierung (Prozentrangnormen, T-Werte und Staninewerte) vor. Die Untersuchung erfolgte 1978.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Das LVI ermöglicht es, Lehrerverhalten (affektive Bezüge und Unterrichtsqualität) über die Einschätzung durch die Schüler zu erfassen. Es wird mit dem Verfahren der Versuch unternommen, die wichtigsten Ergebnisse aus der Lehrereffektivitätsforschung in wenigen überschaubaren Dimensionen abzubilden. Das Verfahren ist im Rahmen der Konstanzer Untersuchungen zum Vergleich von Gesamtschule und gegliedertem Schulsystem entwickelt worden und erfüllte dabei den Zweck, den Variablenpool zur Erklärung von Schulleistungsunterschieden anzureichern.
 

Testaufbau

Die vier Subskalen zu je 10 Items sollen wichtige Aspekte des Lehrerverhaltens (aus der Schülerperspektive) erfassen. Als Antwortmodus zu den meist bipolar formulierten Items ist jeweils eine fünfstufige Likert-Skala (zum Ankreuzen) vorgegeben (Antwortmöglichkeiten: 1 = "Der Satz trifft genau zu" bis 5 = "Der Satz ist völlig falsch"). Es werden die folgenden Verhaltensdimensionen angesprochen:
Skala 1: Strukturiertheit vs. Unstrukturiertheit.
Beispielitem: 22 Unser Lehrer/Unsere Lehrerin ..... fasst häufig noch einmal den Stoff zusammen, damit wir ihn uns gut merken können 2 1 0 1 2 ..... fasst nur sehr selten den Stoff zusammen
Skala 2: Strenge vs. Schülerorientierung.
Beispielitem: 24 Unser Lehrer/Unsere Lehrerin ..... schimpft häufig mit uns, wenn wir falsche Antworten geben 2 1 0 1 2 ..... schimpft nicht mit uns, wenn wir falsche Antworten geben
Skala 3: hoher Überblick (Monitoring) vs. geringer Überblick über das Klassengeschehen.
Beispielitem: 1 Unser Lehrer/Unsere Lehrerin ..... merkt sofort, wenn ein Schüler im Unterricht nicht aufpasst 2 1 0 1 2 ..... merkt selten, wenn ein Schüler im Unterricht nicht aufpasst
Skala 4: Zeitverschwendung vs. Zeitnutzung.
Beispielitem: 35 Ich habe das Gefühl, dass wir im Unterricht häufig Zeit vertrödeln 1 2 3 4 5
 

Auswertungsmodus

Auf dem Auswertungsblatt werden für jedes Item die Schülerangaben für die einzelnen Itemkategorien abgestrichelt, damit Itemmittelwerte und Skalenrohwerte bestimmt werden können.
 

Auswertungshilfen

Ein Auswertungsbeispiel dient zur Veranschaulichung der vorzunehmenden Prozeduren. Außerdem wird anhand von vier ausführlich dargestellten Beispielen die Interpretation von LVI-Ergebnissen illustriert.
 

Auswertungszeit

Die Auswertung für einen Klassensatz (30 Schüler) beträgt etwa eine Stunde.
 

Itembeispiele

Siehe unter "Testaufbau".
 

Alle Items

Unser Lehrer/Unsere Lehrerin
1 ..... merkt sofort, wenn ein Schüler im Unterricht nicht aufpasst
2 1 0 1 2
..... merkt selten, wenn ein Schüler im Unterricht nicht aufpasst
2 ..... sagt uns häufig, dass wir es nie schaffen werden
2 1 0 1 2
..... sagt uns häufig, dass wir es schon schaffen werden
3 ..... sagt uns ausführlich, wie die Hausaufgaben zu machen sind
2 1 0 1 2
..... gibt die Hausaufgaben immer rasch am Schluss der Stunde
4 ..... erklärt es uns zusätzlich noch einmal an der Tafel, wenn wir etwas nicht verstanden haben
2 1 0 1 2
..... geht meist mit dem Stoff weiter, auch wenn wir ihn noch nicht ganz verstanden haben
5 ..... macht einzelne Schüler vor der Klasse lächerlich
2 1 0 1 2
..... macht nie jemanden lächerlich
6 ..... unterbricht häufig sofort den Unterricht, wenn er/sie sieht, dass auf dem Boden Papier herumliegt
2 1 0 1 2
..... lässt sich nicht stören, wenn einmal auf dem Boden Papier herumliegt
7 ..... wartet bei einer Frage, bis sich viele Schüler gemeldet haben
2 1 0 1 2
..... nimmt sofort einen Schüler dran, der sich meldet
8 ..... nörgelt oft an uns herum
2 1 0 1 2
..... nörgelt nie an uns herum
9 ..... geht im Stoff immer genau Schritt für Schritt vor
2 1 0 1 2
..... erklärt häufig alles auf einmal und erwartet, dass wir alles sofort können
10 ..... weiß immer genau, was in der Klasse vor sich geht
2 1 0 1 2
..... merkt nicht, was in der Klasse vor sich geht
11 ..... geht häufig sofort mit dem Unterricht weiter, ohne sich um Kinder zu kümmern, die sich gerade noch melden wollten
2 1 0 1 2
..... wartet so lange, bis keine Fragen mehr kommen
12 ..... führt angekündigte Maßnahmen stets konsequent durch
2 1 0 1 2
..... hält selten, was er/sie verspricht
13 ..... wiederholt einen Stoff, wenn wir ihn nicht verstanden haben
2 1 0 1 2
..... geht mit dem Stoff weiter, auch wenn wir ihn nicht verstanden haben
14 ..... drückt sich immer verständlich aus
2 1 0 1 2
..... drückt sich meist unverständlich aus
15 ..... sagt immer, was in der nächsten Zeit im Unterricht gelernt wird
2 1 0 1 2
..... sagt nie, was als nächstes im Unterricht gelernt wird
16 ..... achtet sehr darauf, dass wir immer aufpassen
2 1 0 1 2
..... achtet kaum darauf, ob wir aufpassen
17 ..... lässt uns genügend Zeit bei den Aufgaben
2 1 0 1 2
..... lässt uns wenig Zeit bei den Aufgaben
18 ..... weiß genau, was er/sie will
2 1 0 1 2
..... weiß selbst nicht, was er/sie will
19 ..... merkt sofort, wenn ein Schüler im Unterricht nicht mitkommt
2 1 0 1 2
..... merkt selten, wenn ein Schüler im Unterricht Schwierigkeiten hat
20 ..... erklärt uns immer ganz genau, was wir tun müssen
2 1 0 1 2
..... erklärt uns selten genau, was wir tun müssen
21 ..... weiß sofort genau, bei welchen Aufgaben wir Schwierigkeiten haben
2 1 0 1 2
..... merkt erst später, bei welchen Aufgaben wir Schwierigkeiten haben
22 ..... fasst häufig noch einmal den Stoff zusammen, damit wir ihn uns gut merken können
2 1 0 1 2
..... fasst nur sehr selten den Stoff zusammen
23 ..... merkt sofort, wenn wir vergessen haben, etwas zu lernen
2 1 0 1 2
..... merkt selten, wenn wir vergessen haben, etwas zu lernen
24 ..... schimpft häufig mit uns, wenn wir falsche Antworten geben
2 1 0 1 2
..... schimpft nicht mit uns, wenn wir falsche Antworten geben
25 ..... wiederholt am Anfang der Stunde häufig noch einmal, was wir in der letzten Stunde durchgenommen haben
2 1 0 1 2
..... wiederholt selten den Stoff der letzten Stunde
26 ..... weist Schüler zurecht, ohne den Unterricht zu unterbrechen
2 1 0 1 2
..... unterbricht häufig den Unterricht, wenn er/sie einen Schüler zurechtweist
27 ..... gibt uns häufig zu schwere Aufgaben, die wir noch nicht durchgenommen haben und noch nicht können
2 1 0 1 2
..... weiß vorher genau, ob ein Stoff zu schwierig für uns ist
28 ..... verteilt viele Strafen
2 1 0 1 2
..... versucht es mit uns ohne große Strenge
29 ..... schreit häufig mit uns herum
2 1 0 1 2
..... schimpft nie mit uns
30 ..... droht uns häufig
2 1 0 1 2
..... droht uns nie

Im folgenden findest Du eine Reihe von Sätzen, die sich auf die Einschätzung des gerade beurteilten Lehrers beziehen.
Du sollst jeden Satz durchlesen und kurz überlegen, ob die Feststellung zutrifft oder ob sie nicht zutrifft. Dann sollst Du bei jedem Satz die danebenstehende Zahl ankreuzen, die Deiner eigenen Meinung am ehesten entspricht.
Die Zahlen bedeuten:
Der Satz trifft genau zu .................. 1
Der Satz ist eher richtig als falsch ...... 2
Ich bin unentschieden, bzw. ich weiss nicht 3
Der Satz ist eher falsch als richtig ...... 4
Der Satz ist voellig falsch ............... 5

31 Bei uns wird der Unterricht häufig durch Lärm und Unordnung gestört 1 2 3 4 5
32 Bei uns fehlt meistens bei irgendjemandem etwas, wenn wir anfangen sollen zu arbeiten 1 2 3 4 5
33 Es dauert bei uns meist sehr lange, bis alle Schüler zur Arbeit bereit sind 1 2 3 4 5
34 In den meisten Schulstunden schleppt sich der Unterricht langsam und mühsam dahin 1 2 3 4 5
35 Ich habe das Gefühl, dass wir im Unterricht häufig Zeit vertrödeln 1 2 3 4 5
36 Der Unterricht beginnt bei uns häufig unpünktlich 1 2 3 4 5
37 Bei uns arbeiten meist nur wenige Schüler im Unterricht mit 1 2 3 4 5
38 Bei uns reitet der Lehrer zu lange auf demselben Lehrstoff herum 1 2 3 4 5
39 Bei uns dauert es zu Beginn der Stunde lang, bis die Schüler ruhig werden und zu arbeiten beginnen 1 2 3 4 5
40 Bei uns wird von den Schülern oft Unsinn getrieben 1 2 3 4 5

Bitte überprüfe noch einmal, ob Du alle Fragen beantwortet hast!
 

Durchführung

 

Testformen

Es liegt nur eine Testform vor, die im Gruppentest angewendet wird.
 

Altersbereiche

Das LVI kann in den Klassenstufen 5 bis 10 eingesetzt werden, aber auch über diese Schuljahre hinaus ist ein Einsatz denkbar.
 

Durchführungszeit

Als Durchführungszeit müssen etwa 20 Minuten veranschlagt werden.
 

Material

Neben den Testbögen sind keine besonderen Materialien erforderlich.
 

Instruktion

Im Hinblick auf die Durchführungsanweisungen, insbesondere was das Verhalten des Lehrers sowie die Instruktion betrifft, liegen detaillierte Hinweise vor, die möglichst genau eingehalten werden sollten. Außerdem werden an einem Übungsbeispiel den Schülern die Ankreuzmodalitäten erläutert.
 

Durchführungsvoraussetzungen

Das Verfahren kann vom Lehrer selbst durchgeführt werden. Eine intensive Einarbeitung ist nicht erforderlich.
 

Testkonstruktion

Von ursprünglich 97 für viele empirische Befunde effektiven Lehrerverhaltens formulierten Items, die sich durch inhaltliche Vorstrukturierung neun Bereichen zuordnen ließen, wurden auf der Grundlage differentieller Itemanalysen zunächst sechs und dann vier Skalen mit insgesamt 40 Items herausgelöst. Im letzten Schritt wurden die Skalen "Erklärungen" und "demokratisches Verhalten" wegen der hohen Korreliertheit und damit Redundanz zur Skala "Strukturiertheit" eliminiert. Die Auswahl der Items erfolgte nach dem Prinzip, dass alle die Items ausgeschieden wurden, die hinsichtlich des inhaltlichen Bereiches nicht trennscharf waren, die hohe Trennschärfen zu mehreren inhaltlichen Bereichen aufwiesen und die zu Skalen gehörten, die sehr hoch mit den vier Skalen korreliert waren.
Die Analyse- und Eichstichprobe (Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien in Nordrhein-Westfalen, Gesamtschulen in Hessen und Nordrhein-Westfalen) umfasste ca. N = 5000 Schüler des 6. und 9. Schuljahres aus insgesamt 168 Klassen. Analyseergebnisse (Mittelwerte, Standardabweichungen, standardisierte Mittelwerte, Trennschärfekoeffizienten) liegen für jedes der 40 Items getrennt für das 6. und 9. Schuljahr sowie getrennt für die Einschätzung von Mathematik- und Englischlehrern vor. Für alle vier Skalen sind die Trennschärfekoeffizienten als sehr zufriedenstellend zu bezeichnen; je nach Skala liegen sie zwischen rit = .43 und .70 und sind dabei über die einzelnen Substichproben hinweg sehr konsistent. Skaleninterkorrelationen liegen getrennt für die beiden Schuljahre sowie untergliedert nach verschiedenen Schulformen vor.
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Durchführung und Auswertung des Verfahrens sind weitgehend standardisiert und ermöglichen eine objektive Anwendung des Fragebogens.
 

Reliabilität

Die Reliabilitäten der vier Skalen (nach Hoyt) sind über die verschiedenen Substichproben hinweg sehr konsistent. Mit Ausnahme der Skala "Monitoring" (rtt = .84 bis .80) bewegen sich die Koeffizienten zwischen rtt = .84 und .88.
 

Validität

Zum Bereich der empirischen Validität liegen zahlreiche Befunde vor, die eine gute Einordnung der Skalen ermöglichen. Hinsichtlich der Übereinstimmungsvalidität sind hier die Korrelationen mit den Skalen Unterstützung und Strenge von Heinrich (1974) zu nennen, die durchweg auf substantielle Zusammenhänge hinweisen (für die beiden korrespondierenden Strengeskalen ergibt sich beispielsweise ein durchschnittlicher Zusammenhang von r = .50). Da die Skalen von Heinrich ausschließlich affektive Aspekte beinhalten, kann aufgrund der Zusammenhänge davon ausgegangen werden, dass affektive Aspekte sehr eng mit der didaktischen Qualität des Unterrichts verbunden sind. Als weitere Validitätsbelege sind zu nennen:
- die Sensitivität des LVI in der Erfassung von Schulformunterschieden;
- die Zusammenhänge mit affektiven Merkmalen der individuellen Schülersituation (Wohlfühlen beim Lehrer, Angebotsnutzung, Fachbeliebtheit, Fachschwierigkeit, kumulative Defizite, Angst bei mündlichen Prüfungen, Angst bei Klassenarbeiten), die sowohl mit der Analyseeinheit "Schüler" als auch mit der Analyseeinheit "Schulklasse" substantiell und plausibel sind.
- die vielen signifikanten Zusammenhänge mit den Schulleistungen (Schulleistungstests und Noten in Englisch und Mathematik), die teilweise stark wechselnde, teilweise auch erstaunlich hohe Werte aufweisen (sowohl auf Schüler- als auch auf Klassenebene) und die damit darauf hindeuten, dass die zwischen Schülern und Schulklassen nachweisbaren Leistungsunterschiede auch durch den Faktor "Lehrer" determiniert sind.
 

Normierung

Itemspezifische Normierung: Für jedes der 40 Items sind für den 25. und 75. Prozentrang die Mittelwerte (bezogen auf die fünfstufige Skala) aufgeführt. Diese Einteilung ermöglicht es dem Lehrer, nach der itembezogenen Mittelung der Schülerangaben seiner Klasse abzuschätzen, bei welchen Items er von der normalen Bandbreite seiner Kollegen abweicht. Die Normierung wurde getrennt für das 6. und 9. Schuljahr vorgenommen (das 5. und 7. Schuljahr wird wie das 6., das 8. und 10. wie das 9. bewertet).
Skalenspezifische Normierung: Für jede der vier Skalen liegen getrennt für das 6. und 9. Schuljahr (die Schuljahre 5, 7, 8 und 10 werden wie oben gehandhabt) Prozentrangnormen, T-Werte und Staninewerte vor. Die Eichung beruht auf den genannten Stichproben, deren Untersuchung 1978 erfolgte.
 

Anwendungsmöglichkeiten

Mit Hilfe des LVI kann der Lehrer von seinen Schülern Rückmeldungen zu seinem Unterrichtsverhalten bekommen und auf diese Weise Aufschluss über eventuell änderungsbedürftige Gewohnheiten, aber auch Bestätigungen für als richtig und erstrebenswert eingeschätzte Verhaltensweisen erhalten. Der Vorteil des LVI gegenüber Rückmeldungen anderer Art besteht in der objektiven Auswertung und im Vergleich der auf die eigene Person bezogenen Daten mit denen anderer Lehrer. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind bspw. angezeigt bei
- der Überprüfung von Trainingsprogrammen zur Schulung von Lehrern;
- Beratungsanlässen, um das Lehrerbild eines individuellen Schülers zu erfassen;
- Forschungsunternehmen zur Erfassung des Lehrerfaktors und der Unterrichtsqualität.
Gegenüber dem Verfahren von Masendorf, Tücke, Kretschmann und Bartram (1976), das auf einen ähnlichen Anwendungsbereich zielt, hat das LVI den Vorteil, dass es außer den affektiven Bezügen bzw. den diesen zugrunde liegenden Bekräftigungssystemen, vor allem die unterrichtsmethodische Qualität des Lehrerverhaltens erfasst.
 

Bewertung

Die Normierung des Verfahrens könnte durch den expliziten Einbezug von weiteren Klassenstufen verbessert werden. Eine Überprüfung der Effektivität von Trainingskursen für Lehrer anhand des LVI steht noch aus.
 

Literatur

  • Haenisch, H., Lukesch, H., Klaghofer, R. & Krüger-Haenisch, E.M. (1979). Gesamtschule und dreigliedriges Schulsystem in Nordrhein-Westfalen - Schulleistunsvergleiche in Deutsch, Mathematik, Englisch und Physik. Paderborn: Schöningh.
  • Heinrich, H.C. (1974). Skalen zur Erfassung von Formen der Bekräftigung in der Erziehung durch Lehrer. Zeitschrift für experimentelle und angewandte Psychologie, 21, 530-545.
  • Masendorf, F., Tücke, M., Kretschmann, R. & Bartram, M. (1976). Dortmunder Skala zum Lehrerverhalten. DSL. Braunschweig: Westermann.
 
 Autorenbeschreibung: Hans Haenisch (13.01.1983)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Questionnaires; Rating Scales; Test Norms; Elementary School Students; High School Students; Teachers; Teacher Characteristics; Teacher Effectiveness Evaluation

Klassische Testtheorie; Fragebögen; Rating-Skalen; Testnormen; Grundschüler; Schüler der Sekundarstufe; Lehrer; Lehrermerkmale; Lehrereffizienzbeurteilung

 weitere Schlagworte:

1982; Open Access; Lehrerverhalten; Unterricht; ab 5. Schuljahr; bis 10. Schuljahr; 40 Items; Subskalen: 1 Strukturiertheit vs. Unstrukturiertheit, 2 Strenge vs. Schülerorientierung, 3 Überblick über das Klassengeschehen, 4 Zeitverschwendung vs. Zeitnutzung; Normierungsjahr: 1978
 Klassifikation:

Pädagogische Messung und Beurteilung; Bildungsorganisation und pädagogisches Personal; Interaktion, Anpassung und Einstellungen
Lehrerbeurteilungsverfahren; Verfahren zur Beurteilung der Lehreffizienz
7.5.6; 7.5.7
 Anwendungstyp: Research (Tests)
 Art der Publikation: Test; Electronic Resources (90; 94)
 Sprache: German
 Land: Germany
 Publikationsjahr: 1984
 Änderungsdatum: 201111
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