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Fragebogen zur Erfassung von Selbstwirksamkeit (PSYNDEX Tests Review)

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9001003
 

WIRK - Fragebogen zur Erfassung von Selbstwirksamkeit (PSYNDEX Tests Review)

 

Self-Efficacy Scale/author
Synonym(e): A-SWK (Allgemeine Selbstwirksamkeitsüberzeugung); Generalized Self-Efficacy Scale (GSES); Generelle Selbswirksamkeitserwartung (GSE); K-SWK (Kollektive Selbstwirksamkeitsüberzeugung); L-SWK (Lehrerberufsspezifische Selbstwirksamkeitsüberzeugung); Skala zur Allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartung (SWE); SWE-Skala; SWS-Skala

 Jerusalem, M. & Schwarzer, R.
 (1981). "Selbstwirksamkeit". WIRK. In R. Schwarzer (Hrsg.) (1986), Skalen zur Befindlichkeit und Persönlichkeit (Forschungsbericht 5. S. 15-28). Berlin: Freie Universität, Institut für Psychologie.

Online im Internet: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=testarchiveintro

 Bezugsquelle: Die Items der drei bereichsspezifischen Skalenversionen WIRKSCHUL, WIRKALL und WIRKSTUD sind vollständig abgedruckt bei Jerusalem und Schwarzer (1981, S. 24-28). Die Skala WIRKALL findet sich bei Schwarzer und Jerusalem (1989, S. 132; 1999, S. 13).
Anmerkung: Die SWE-Skala, früher als Allgemeine Selbstwirksamkeit WIRKALL-K bezeichnet, ist in 30 Sprachen im Internet (http://userpage.fu-berlin.de/~health/selfscal.htm) sowie in Deutsch über das Elektronische Testarchiv des ZPID ( https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=userlog ) verfügbar. Die Skala ist über 20 Jahre hinweg in leicht veränderten Versionen und unter verschiedenen Namen eingesetzt worden.
 Adresse(n): o Prof. Dr. Matthias Jerusalem, Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät IV, Institut für Erziehungswissenschaften, Pädagogische Psychologie und Gesundheitspsychologie, Unter den Linden 6, D-10099 Berlin ; E-Mail: jerusalem@hu-berlin.de ; URL: http://www.erziehungswissenschaften.hu-berlin.de/institut/mitarbeiter/2716 ; Stand: 3.5.2016
o Prof. Dr. Ralf Schwarzer, Freie Universität Berlin, Arbeitsbereich Gesundheitspsychologie, Psychologie, Raum JK 25/115, Habelschwerdter Allee 45, D-14195 Berlin ; E-Mail: ralf.schwarzer@fu-berlin.de ; URL: http://www.ralfschwarzer.de/ ; Stand: 25.1.2011
 WWW-Informationen:
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Mit den Skalen lassen sich Überzeugungen subjektiver Kontrollierbarkeit bzw. Kompetenzerwartungen in verschiedenen Anforderungssituationen erfassen, nämlich für die Schule, das Studium und das allgemeine Leben. Das Verfahren soll vor allem im Bereich der wissenschaftlichen Forschung Anwendung finden.


Aufbau:
Das Verfahren liegt in drei bereichsspezifischen Versionen vor: (1) Schulspezifische Selbstwirksamkeit (WIRKSCHUL; 13 Items); (2) Allgemeine Selbstwirksamkeit (WIRKALL; 20 Items); von dieser Skala liegt eine Kurzform mit 10 Items vor (WIRKALL-K; modifizierte Nachfolgeversion: Skala zur Allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartung SWE); (3) Studiumspezifische Selbstwirksamkeit (WIRKSTUD; 7 Items). Als Antwortmodus ist jeweils eine vierstufige Ratingskala vorgesehen ("Trifft gar nicht zu", "Trifft kaum zu", "Trifft zu", "Trifft ganz zu").


Grundlagen und Konstruktion:
Die Konzeption der Skalen erfolgte in Anlehnung an die sozial-kognitive Lerntheorie von Bandura (1977) und dem darin enthaltenen Konzept positiver Situations-Handlungs-Erwartungen. Danach ist die Wahrnehmung der eigenen Leistungseffizienz oder Selbstwirksamkeit ausschlaggebend für die aktive Auseinandersetzung mit situativen Anforderungen. Die Skalen wurden ursprünglich erstellt, um im Rahmen schulischer Sozialisationsforschung Veränderungen der Schülerpersönlichkeit zu beschreiben und zu erklären. Die Testkonstruktion orientierte sich an den Kriterien der Klassischen Testtheorie. Die Itemselektion erfolgte nach den Kriterien Eindimensionalität und Trennschärfe. Entwickelt wurde die Skala WIRKSCHUL an 2 000 Schülern in einem Schulforschungsprojekt in Nordrhein-Westfalen, eingesetzt bislang bei zwei Schülerstichproben von n = 622 und n = 820 Probanden (10 bis 13 Jahre; nur zweistufiger Antwortmodus); die Skala WIRKALL bei fünf Stichproben (jugendliche Auszubildende, Studenten und Berliner Bürger; 45 < = n < = 450); die Skala WIRKSTUD bei n = 70 Medizinstudenten. Die Langform WIRKALL und die Kurzform WIRKALL-K korrelieren zu r = .92 miteinander (n = 208 Berliner Bürger).


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Zum Nachweis der Zuverlässigkeit wurde für verschiedene Stichproben die Retestreliabilität bzw. Cronbachs Alpha ermittelt (.71 bis .89). Von 264 Auszubildenden liegen Retestwerte nach einem Jahr für die Skalen WIRKALL (rtt = .57) und WIRKALL-K vor (rtt = .54).
Validität: Das Verfahren besitzt inhaltlich-logische Gültigkeit. Zur internen Validierung wurden zu einer Reihe von anderen Eigenschaftskonstrukten Korrelationen berechnet. Aus den Zusammenhängen lässt sich eine Reihe von Validitätshinweisen gewinnen.
Normen: Normen liegen nicht vor, es sind lediglich Verteilungskennwerte (Mittelwerte, Standardabweichungen) für verschiedene Stichproben angegeben.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Mit den Skalen zur Selbstwirksamkeit sollen Überzeugungen subjektiver Kontrollierbarkeit bzw. Kompetenzerwartungen in verschiedenen Anforderungssituationen erfasst werden. Die Skalen wurden ursprünglich erstellt, um im Rahmen schulischer Sozialisationsforschung Veränderungen der Schülerpersönlichkeit zu beschreiben und zu erklären (Jerusalem, 1984; Schwarzer, 1984). Die Konzeption der Skalen erfolgte in Anlehnung an die sozial-kognitive Lerntheorie von Bandura (1977) und dem darin enthaltenen Konzept positiver Situations-Handlungs-Erwartungen. Danach ist die Wahrnehmung der eigenen Leistungseffizienz oder Selbstwirksamkeit ausschlaggebend für die aktive Auseinandersetzung mit situativen Anforderungen. Schwarzer und Jerusalem (1989, S. 127 ff.) ordnen die Konzepte "Selbstwirksamkeitserwartung" und "gelernte Hilflosigkeit" in ein handlungstheoretisches Erwartungswertmodell ein, dessen Ausgangsbasis durch die Ereigniskette Situation-Handlung-Ergebnis-Folgen gebildet wird.
 

Testaufbau

Das Verfahren liegt in drei bereichsspezifischen Versionen vor:
(1) Schulspezifische Selbstwirksamkeit (WIRKSCHUL; 13 Items);
(2) Allgemeine Selbstwirksamkeit (WIRKALL; 20 Items); von dieser Skala liegt eine Kurzform mit 10 Items vor (WIRKALL-K; modifizierte Nachfolgeversion: Skala zur Allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartung SWE);
(3) Studiumspezifische Selbstwirksamkeit (WIRKSTUD; 7 Items).
Als Antwortmodus ist jeweils eine vierstufige Ratingskala vorgesehen ("Trifft gar nicht zu", "Trifft kaum zu", "Trifft zu", "Trifft ganz zu").
 

Auswertungsmodus

Für die Auswertung werden die den Items zugeordneten Antwortscores aufaddiert, wobei gegebenenfalls Items umzupolen sind.
 

Auswertungshilfen

Schablonen zur raschen Auswertung können leicht selbst angefertigt werden.
 

Auswertungszeit

Da die Auswertung nur im Addieren von Punktwerten für die einzelnen Antworten besteht, kann sie sehr rasch durchgeführt werden.
 

Itembeispiele

Anmerkung: Angegeben ist jeweils das trennschärfste Item.
- Mir fällt meistens etwas ein, wenn ich in der Klemme bin. (WIRKSCHUL; rit = .42; n = 622 Schüler von 10 bis 13 Jahren)
- Es bereitet mir keine Schwierigkeiten, meine Absichten und Ziele zu verwirklichen. (WIRKALL; rit = .66; n = 208 Berliner Bürger)
- Prüfungssituationen sehe ich gelassen entgegen, da ich mich auf meine Intelligenz verlassen kann. (WIRKSTUD; rit = . 73; n = 70 Berliner Medizinstudenten)
 

Alle Items

Schulspezifische Selbstwirksamkeit WIRKSCHUL
1. Wenn ich mich in der Schule anstrenge, erziele ich auch gute Leistungen. (+)
2. Ich kann mir meistens selbst helfen, wenn ein Problem für mich auftaucht. (+)
3. Mir fällt meistens etwas ein, wenn ich in der Klemme bin. (+)
4. Wenn ich mich angestrengt habe, kann ich zufriedenstellende Leistungen erbringen. (+)
5. Auch wenn wir eine unangekündigte Arbeit schreiben, gelingt es mir immer, gut abzuschneiden. (+)
6. Wenn ich mich in der Schule anstrenge, läuft bei mir alles wie am Schnürchen. (+)
7. Anstrengung lohnt sich bei mir immer, auch wenn der Erfolg nicht sofort eintritt. (+)
8. Ich habe in der Schule die Erfahrung gemacht, dass hoher Einsatz auch hohe Gewinne bringt. (+)
9. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine gründliche Vorbereitung auf eine Klassenarbeit das beste Mittel ist, um die gewünschte Zensur zu erhalten. (+)
10. Wenn ich genügend übe, gelingt es mir immer, eine gute Arbeit zu schreiben. (+)
11. Es fällt mir nicht schwer, bei unerwartet schwierigen schulischen Problemen eine Lösung zu finden. (+)
12. Egal was auch kommen mag, ich werde es schon in den Griff bekommen. (+)
13. Ich weiß genau, was ich machen muss, um gute Noten zu bekommen. (+)

Allgemeine Selbstwirksamkeit WIRKALL und WIRKALL-K (K für Kurzform)
1. Wenn ich etwas noch nicht kann, dann übe ich mit Geduld und Ausdauer. (+)
2. Wenn mein Leben in eine Krise gerät, reiße ich mich zusammen, um da wieder herauszukommen. (+)
3. Wenn von allen Seiten Probleme auf mich zukommen, dann kann ich mich nicht mehr konzentrieren (-).
4. Wenn eine Sache kompliziert wird, gebe ich auf (-).
5. Wenn sich mir etwas in den Weg stellt, gebe ich mir die größte Mühe, es zu überwinden. (+)
6. Wenn mir jemand Widerstand leistet, finde ich Mittel und Wege mich durchzusetzen. (+; K)
7. Die Lösung schwieriger Probleme gelingt mir immer, wenn ich mich darum bemühe. (+; K)
8. Es bereitet mir keine Schwierigkeiten, meine Absichten und Ziele zu verwirklichen. (+; K)
9. In unerwarteten Situationen weiß ich immer, wie ich mich verhalten soll. (+; K)
10. Auch bei überraschenden Ereignissen glaube ich, dass ich gut damit zurechtkommen werde. (+; K)
11. Schwierigkeiten sehe ich gelassen entgegen, weil ich mich immer auf meine Intelligenz verlassen kann. (+; K)
12. Wenn ich eine Arbeit verrichte, kann ich mich immer gut darauf konzentrieren. (+)
13. Was auch immer passiert, ich werde schon klarkommen. (+; K)
14. Wenn es einmal Probleme gibt, dann werde ich sie schon irgendwie bewältigen. (+)
15. Auch schwierige Aufgaben stellen für mich keine unüberwindbaren Hindernisse dar. (+)
16. Für jedes Problem habe ich eine Lösung. (+; K)
17. Wenn ich mit einer neuen Sache konfrontiert werde, weiß ich, wie ich damit umgehe. (+; K)
18. Wenn andere in Schwierigkeiten sind, kann ich denen meist helfen. (+)
19. In Konfliktsituationen weiß ich mir meistens zu helfen. (+)
20. Wenn ich mit einem Problem konfrontiert werde, habe ich meist mehrere Ideen, wie ich damit fertig werde. (+; K)

Studiumspezifische Selbstwirksamkeit (WIRKSTUD)
1. Im Studium bin ich jederzeit in der Lage, die erforderlichen Leistungen zu erbringen. (+)
2. Wenn ich mich genügend vorbereite, gelingt es mir immer, gute Prüfungsleistungen zu erzielen. (+)
3. Ich weiß genau, was ich machen muss, um gute Noten zu bekommen. (+)
4. Auch wenn eine Klausur sehr schwierig ist, weiß ich, dass ich sie schaffen werde. (+)
5. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich in einer Prüfung versagen werde. (+)
6. Prüfungssituationen sehe ich gelassen entgegen, da ich mich auf meine Intelligenz verlassen kann. (+)
7. Wenn ich mich auf Prüfungen vorbereiten muss, weiß ich oft nicht, wie ich den Lernstoff bewältigen soll. (-)
 

Durchführung

 

Testformen

Das Verfahren kann als Einzel- oder als Gruppentest angewendet werden. Zur Skala WIRKALL liegt eine Kurzform vor, WIRKSCHUL existiert auch in einer englischen Übersetzung.
 

Altersbereiche

Kinder ab ca. 10 Jahren, Jugendliche und Erwachsene.
 

Durchführungszeit

Die Beantwortung der Items beansprucht nur wenige Minuten.
 

Material

Das Verfahren ist ein Papier- und Bleistifttest.
 

Instruktion

Keine Angaben.
 

Durchführungsvoraussetzungen

Das Verfahren kann von jeder Fachkraft, die mit den Prinzipien der Durchführung und Auswertung von Tests vertraut ist, angewendet werden. In den Untersuchungen von Jerusalem und Schwarzer (1981) wurden die Items immer in zufallsmäßiger Anordnung und gemischt mit den Items anderer Verfahren vorgegeben.
 

Testkonstruktion

Die Testkonstruktion orientierte sich an den Kriterien der Klassischen Testtheorie. Die Itemselektion erfolgte nach den Kriterien Eindimensionalität und Trennschärfe. Entwickelt wurde die Skala WIRKSCHUL an 2 000 Schülern in einem Schulforschungsprojekt in Nordrhein-Westfalen, eingesetzt bislang bei zwei Schülerstichproben von n = 622 und n = 820 Probanden (10 bis 13 Jahre; nur zweistufiger Antwortmodus); die Skala WIRKALL bei fünf Stichproben (jugendliche Auszubildende, Studenten und Berliner Bürger; 45 < = n < = 450); die Skala WIRKSTUD bei n = 70 Medizinstudenten. Die Langform WIRKALL und die Kurzform WIRKALL-K korrelieren zu r = .92 miteinander (n = 208 Berliner Bürger). Verteilungskennwerte und Trennschärfekennwerte sind bei Jerusalem und Schwarzer (1981, S. 18 ff.) für verschiedene Stichproben dokumentiert (siehe Tabelle 1).

Tabelle 1
Psychometrische Kennwerte der WIRK-Skalen (Jerusalem & Schwarzer, 1981, S. 18 ff.)
---------------------------------------- 
Skala Trennschaerfe Schwierigkeit
min max min max
----------------------------------------
WIRKSCHUL .27 .50 .46 .94
WIRKALL .24 .66 - -
WIRKALL-K .42 .64 - -
WIRKSTUD .53 .73 - -
----------------------------------------
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Aufgrund der standardisierten Durchführungs- und Auswertungsrichtlinien sowie der ausgesprochen einfachen Handhabung kann das Verfahren als weitgehend objektiv gelten. Eine quantitative Überprüfung der Objektivität liegt nicht vor.
 

Reliabilität

Zum Nachweis der Zuverlässigkeit wurde für verschiedene Stichproben die Retestreliabilität bzw. Cronbachs Alpha ermittelt (siehe Tabelle 2). Von 264 Auszubildenden liegen Retestwerte nach einem Jahr für die Skalen WIRKALL (rtt = .57) und WIRKALL-K vor (rtt = .54; Schwarzer & Jerusalem, 1989, S. 131).

Tabelle 2
Reliabilitätskennwerte (Cronbachs Alpha) für die WIRK-Skalen (Jerusalem & Schwarzer, 1981, S. 18 ff.)
---------------------------------------- 
Skala Retest bzw. Cronbachs Alpha
----------------------------------------
WIRKSCHUL 1)
n=622 Schueler .71 .74 .77 .76 .76
n=820 Schueler .73 .71 - - -
----------------------------------------
WIRKALL
n=95 Auszubildende (17-20 Jahre) .85
n=450 Auszubildende (17-22 Jahre) .84
n=45 Berliner Studenten .89
n=208 Berliner Buerger .86
----------------------------------------
WIRKALL-K
n=67 Medizinstudenten .86
n=208 Berliner Buerger .82
----------------------------------------
WIRKSTUD
n=68 Medizinstudenten .87
----------------------------------------
Anmerkungen. 1) insgesamt fünf Messzeitpunkte im fünften und sechsten Schuljahr bzw. Messwiederholung nach 6 Monaten.
 

Validität

Das Verfahren besitzt inhaltlich-logische Gültigkeit. Zur internen Validierung wurden zu einer Reihe von anderen Eigenschaftskonstrukten Korrelationen berechnet (ohne Literaturangaben bei Jerusalem & Schwarzer, 1981). Aus den Zusammenhängen lassen sich eine Reihe von Validitätshinweisen gewinnen (siehe Tabellen 3-6).

Tabelle 3
Schulspezifische Selbstwirksamkeit (WIRKSCHUL) in Zusammenhang mit anderen Variablen (Jerusalem & Schwarzer, 1981, S. 20)
------------------------------------------------------------ 
Variable Stichprobe 1 Stichprobe 2
------------------------------------------------------------
Selbstkonzept der Begabung (SKB) .58 -
Selbstwertgefuehl (self-esteem) .38 -
Leistungsaengstlichkeit (TAI) -.33 -.39
Schulspezifische Hilflosigkeit -.39 -.45
Perzipierte Anonymitaet -.35 -.34
Schulunlust -.37 -.38
------------------------------------------------------------
Anmerkungen. Stichprobe 1: n = 502, Stichprobe 2: n = 792 Schüler im Alter von 10-13 Jahren.

Tabelle 4
Zusammenhänge der Allgemeinen Selbstwirksamkeit (WIRKALL) mit psychologischen Variablen (Jerusalem & Schwarzer, 1981, S. 20)
------------------------------------------------------------ 
Variable Stichproben 1 2 3
------------------------------------------------------------
Selbstwertgefuehl (self-esteem) .55 .49 .55
Allgemeine Hilflosigkeit (HILFALL) -.39 -.45 -.75
Schuechternheit (SHY) -.47 -.48 -.56
Leistungsaengstlichkeit (TAI) -.30 - -
Leistungsaengstlichkeit (RTT) - -.33 -.30
Allgemeine Aengstlichkeit (STAI) - -.37 -
Oeffentliche Selbstaufmerksamkeit (PUB) - - -.32
Aerger (TANGER) - - -.46
Neugier (TCURIOUS) - - .37
------------------------------------------------------------
Anmerkungen. Stichprobe 1: n = 89, Stichprobe 2: n = 398 jugendliche Auszubildende von 17-20 Jahren, Stichprobe 3: n = 45 Berliner Studenten ohne das Fach Psychologie.

Tabelle 5
Korrelationen psychologischer Variablen mit der studiumspezifischen Selbstwirksamkeit (WIRKSTUD; Jerusalem & Schwarzer, 1981, S. 20)
---------------------------------------- 
Variable r
----------------------------------------
Selbstwertgefuehl (self-esteem) .37
Leistungsaengstlichkeit (RTT) -.49
----------------------------------------

Die faktorielle Eindimensionalität konnte für die Skalen WIRKSTUD und WIRKSCHUL befriedigend nachgewiesen werden.
Im Rahmen von zwei Experimenten mit 45 Studenten bzw. 210 Berliner Bürgern, in denen eine Serie fiktiver Erfolge bzw. Misserfolge zurückgemeldet wurde, zeigte sich der Einfluss der allgemeinen Kompetenzerwartung auf die in einer späteren Leistungssituation auftretenden Erfolgserwartungen (Schwarzer & Jerusalem, 1989, S. 132 f.).
 

Normierung

Normen liegen nicht vor, es sind lediglich Verteilungskennwerte (Mittelwerte, Standardabweichungen) für verschiedene Stichproben angegeben (Jerusalem & Schwarzer, 1981, S. 18 ff.).
 

Anwendungsmöglichkeiten

Mit den Skalen lassen sich Überzeugungen subjektiver Kontrollierbarkeit bzw. Kompetenzerwartungen in verschiedenen Anforderungssituationen erfassen, nämlich für die Schule, das Studium und das allgemeine Leben. Das Verfahren soll vor allem im Bereich der wissenschaftlichen Forschung Anwendung finden.
 

Bewertung

Für das Verfahren wird nicht der Anspruch eines normierten Testinstruments erhoben. Die vorliegenden Untersuchungsergebnisse sprechen aber für die Anwendbarkeit der Skalen im Rahmen wissenschaftlicher Forschung, zumal zu diesem Bereich ("Selbstwirksamkeit") kaum entsprechende Verfahren vorliegen.
 

Literatur

  • Bandura, A. (1977). Self-efficacy: Toward a unifying theory of behavioral change. Psychological Review, 84, 191-215.
  • Jerusalem, M. (1984). Selbstbezogene Kognitionen in schulischen Bezugsgruppen. Eine Längsschnittstudie. Berlin: Freie Universität Berlin, Institut für Psychologie.
  • Jerusalem, M. & Schwarzer, R. (1981). Fragebogen zur Erfassung von "Selbstwirksamkeit". In R. Schwarzer (Hrsg.) (1986), Skalen zur Befindlichkeit und Persönlichkeit (Forschungsbericht 5). Berlin: Freie Universität, Institut für Psychologie.
  • Schwarzer, R. (1984). The self in anxiety, stress, and depression. Amsterdam: North-Holland.
  • Schwarzer, R. & Jerusalem, M. (1989). Erfassung leistungsbezogener und allgemeiner Kontroll- und Kompetenzerwartungen. In G. Krampen (Hrsg.), Diagnostik von Attributionen und Kontrollüberzeugungen (S. 128-133). Göttingen: Hogrefe.
 

Wichtige neuere Publikationen

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  • Hecht, P. (2013). Selbstwirksamkeitsüberzeugungen im Berufseinstieg von Lehrpersonen. Unterrichtswissenschaft, 41 (2),108-124.
  • Hilfiker, R. (2009). Selbstwirksamkeit (Self-Efficacy): Generelle Selbswirksamkeitserwartung (GSE). In G. Büsching, R. Hilfiker, F. Mangold, G. Messmer, E. van Oort, S. Schädler, M. Schefer, M. Schenker, M. Wettstein & P. Van Wittenberge, Assessments in der Rehabilitation, Band 3: Kardiologie und Pneumologie (S. 201-204). Bern: Huber.
  • Hilfiker, J. (2011). Allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung (SWE). In P. Oesch, R. Hilfiker, S. Keller, J. Kool, H. Luomajoki, S. Schädler, A. Tal-Akabi, M. Verra & C. Widmer Leu (Hrsg.), Assessments in der Rehabilitation. Band 2: Bewegungsapparat (2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage; S. 311-315). Bern: Huber. [German version appended p. 315]
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  • Kröninger-Jungaberle, H. & Grevenstein, D. (2013). Development of salutogenetic factors in mental health - Antonovsky's sense of coherence and Bandura's self-efficacy related to Derogatis' symptom check list (SCL-90-R). Health and Quality of Life Outcomes, (11), No. 80 (online journal). Online im Internet, URL: http://www.hqlo.com/content/pdf/1477-7525-11-80.pdf (Stand: 11.11.2013) -PSYNDEX-Lit Dok.-Nr. 0267455
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  • Schwarzer, R., Mueller, J. & Greenglass, E. (1999). Assessment of perceived general self-efficacy on the internet: Data collection in cyberspace. Anxiety, Stress und Coping, 12, 145-161.
 

Bibliographien im Internet

 
 Gerhard Prökel (12.03.1987)
Manfred Eberwein (16.03.1995)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Questionnaires; Test Norms; Rating Scales; Personality Measures; Students; Self-Efficacy; Competence

Klassische Testtheorie; Fragebögen; Testnormen; Rating-Skalen; Persönlichkeitstests; Schüler und Studierende; Selbstwirksamkeit; Kompetenz

 weitere Schlagworte:

1981; Open Access; Kurzform; ab 10 Jahre; Bereichsspezifische Versionen: 1 Schulspezifische Selbstwirksamkeit: 13 Items, 2 Allgemeine Selbstwirksamkeit: 20 Items, Kurzform mit 10 Items, 3 Studiumspezifische Selbstwirksamkeit: 7 Items; Normierungsjahr: 2001
 Klassifikation:

Persönlichkeitstests; Persönlichkeitseigenschaften und Persönlichkeitsprozesse
Sonstige Persönlichkeitsverfahren
9.99
 Anwendungstyp: Research (Tests)
 Art der Publikation: Test; Other Publication (90; 922)
 Sprache: German
 Übersetzungen: Arabic, Armenian, Bulgarian, Chinese, Czech, Danish, Dutch, English, French, Greek, Hebrew, Hindi, Hungarian, Indonesian, Italian, Japanese, Korean, Norwegian, Persian, Polish, Portuguese, Romanian, Russian, Slovakian, Slovenian, Spanish, Swedish, Turkish, Urdu
 Land: Germany
 Publikationsjahr: 1981
 Änderungsdatum: 201402
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