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Krankheitskonzeptskala

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9002318
 

KK-SKALA - Krankheitskonzeptskala (PSYNDEX Tests Review)

 

Illness Concept Scale/author
Synonym(e): Linden-Skala

 Linden, M., Nather, J. & Wilms, H.U.
 (1988). Zur Definition, Bedeutung und Messung der Krankheitskonzepte von Patienten. Die Krankheitskonzeptskala (KK-Skala) für schizophrene Patienten. Fortschritte der Neurologie, Psychiatrie, 56, 35-48.

Online im Internet: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=testarchiveintro

 Bezugsquelle: Das Verfahren ist im "Elektronischen Testarchiv" des ZPID enthalten und steht unter der "Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Unported (CC BY-NC-ND 3.0)"-Lizenz (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de); es kann für nichtkommerzielle Forschungs- und Unterrichtszwecke kostenlos eingesetzt werden. ; URL: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=userlog ; Stand: 1.11.2017.
Anmerkung: Die Items sind auch vollständig abgedruckt bei Linden, Nather und Wilms (1988, S. 39).
 Adresse(n): o Prof. Dr. Michael Linden, Leiter der Forschungsgruppe Psychosomatische Rehabilitation, Rehabilitationszentrum Seehof der Deutschen Rentenversicherung, Lichterfelder Allee 55, D-14513 Teltow ; E-Mail: michael.linden@charite.de ; URL: http://fpr.charite.de/kontakt/ ; Stand: 12.7.2017
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Die Krankheitskonzeptskala als Forschungsinstrument erfasst die kognitiven Annahmen und Überzeugungen von schizophrenen Patienten im Laufe langanhaltender Störungen ihres Gesundheitszustandes.


Aufbau:
Die Krankheitskonzeptskala für schizophrene Patienten besteht aus 29 Items, die sich auf folgende sieben Subskalen verteilen: (1) Medikamentenvertrauen, (2) Arztvertrauen, (3) Negativerwartung, (4) Schuld, (5) Zufallskontrolle, (6) Anfälligkeit, (7) Idiosynkratische Annahmen.


Grundlagen und Konstruktion:
Die Testkonstruktion orientierte sich an den Kriterien der Klassischen Testtheorie. Ein erster Itempool bestehend aus 57 Items wurde auf der Grundlage mehrerer Theoriekonzepte (Internalität, Externalität/Zufallskontrolle, Externalität/soziale Kontrolle, dysfunktionale Kognitionen, Wertigkeit der Gesundheit, biologische vs. psychologische Orientierung) gebildet. Eine Hauptkomponentenanalyse mit Equimax-Rotation mit den Daten von n = 174 schizophrenen Patienten (durchschnittliche Gesamtbehandlungsdauer: 63 Monate) erbrachte sieben interpretierbare Faktoren, die zwischen 26.7% und 4.2% der Gesamtvarianz aufklären. Die Itemreduktion auf 29 Items erfolgte anhand der Ergebnisse der Faktorenanalyse. Für einige Subskalen ergibt sich eine deutliche Alters- und Geschlechtsabhängigkeit.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Zum Nachweis der Zuverlässigkeit wurden die Interne Konsistenz, die Split-half- sowie die Retestreliabilität berechnet. Die Interne Konsistenz bewegt sich für die Skalen zwischen Cronbachs Alpha = .59 und .88. Die Split-half-Reliabilität variiert zwischen rtt = .73 und .86 und die Retestreliabilität zwischen rtt = .52 und .86.
Validität: Mit dem Verfahren werden die wesentlichen, in der Literatur bis dato verfügbaren Forschungsergebnisse abgedeckt. Zwischen den Krankheitskonzeptdimensionen und einem Compliance-Score aus Arzturteil, Schwesternurteil und Patientenurteil konnten signifikante Zusammenhänge gezeigt werden. Die Compliance ist demnach umso größer, je höher das Medikamentenvertrauen (r = .28), das Arztvertrauen (r = .26) und die Erwartung der persönlichen Krankheitsanfälligkeit (r = .16) ausfallen. Umgekehrt ergeben sich mit den Skalen Schuld und Negativerwartung negative Zusammenhänge (r = -.23 und r = -.17). Mit den beiden Skalen Zufallskontrolle und Idiosynkratische Annahmen konnte keine signifikanten Zusammenhänge gefunden werden. Mit dem Gesamtwert ergibt sich ein Korrelationskoeffizient von r = .27. Signifikante Unterschiede konnten auch zwischen stationär behandelten Patienten, Katamnesepatienten und ambulant behandelten Patienten aus Nervenarztpraxen festgestellt werden. Die einzelnen Ergebnisse erwiesen sich als konsistent.
Normen: Es liegen lediglich Mittelwerte und Standardabweichungen für verschiedene Altersstufen und Behandlungssituationen, unterschiedliche Schulbildung sowie für Männer und Frauen vor.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Unter Krankheitskonzept verstehen Linden, Nather und Wilms (1988, S. 35) "die Summe aller Meinungen, Deutungen, Erklärungen und Vorhersagen eines Menschen hinsichtlich Störungen seines Gesundheitszustandes". Es ist jeweils abhängig vom kulturellen Hintergrund, der Weltanschauung, dem Wertesystem und dem Lebensstil eines Patienten. Für medizinische Behandlungen oder für den Arzt ist das Krankheitskonzept insofern bedeutsam, als dadurch die Behandlungseinwilligung des Patienten, seine Compliance sowie seine Behandlungszufriedenheit bestimmt werden. Es gibt phänomenologisch-deskriptive, formale, psychologisch-funktionale, motivationspsychologische und kognitive Ansätze zur Analyse und Beschreibung von Krankheitskonzepten vor (Ahrens & Elsner, 1981; Becker & Maiman, 1975; Böker, 1980; Fisher & Farina, 1979; Linden, 1980, 1982, 1985; Wallston, Wallston & Devellis, 1978; Weinstein, 1972). Linden et al. (1988) entwickelten ein Instrument, das zentrale Elemente dieser verschiedenen Beschreibungsansätze umfasst, wobei sie initial auf schizophrene Patienten abstellten, da sich bei der hierbei notwendigen Langzeitbehandlung das Problem der Mitarbeit des Patienten besonders deutlich stellt (Linden & Godemann, 2007). Die Skala wurde in der Folge aber auch bei anderen Störungen eingesetzt.
 

Testaufbau

Die Krankheitskonzeptskala setzt sich aus insgesamt 29 Items zusammen, die faktorenanalytisch folgenden Subskalen zugeordnet wurden:
(1) Medikamentenvertrauen (5 Items): positive Erwartungen an eine medikamentöse Behandlung;
(2) Arztvertrauen (4 Items): externale positive Attribuierung von Kontrolle über Gesundheit und Krankheit auf den Arzt;
(3) Negativerwartung (5 Items): Sensitizerorientierung auf erwartete Probleme mit der Behandlung;
(4) Schuld (3 Items): internale Attribuierung auf schuldhafte Eigenverantwortlichkeit im bisherigen Gesundheitsverhalten;
(5) Zufallskontrolle (5 Items): externale Attribuierung von Gesundheit auf Glück;
(6) Anfälligkeit (3 Items): Ausmaß der persönlichen Bedrohtheit durch Krankheit auf dem Hintergrund persönlicher Vorerfahrungen;
(7) Idiosynkratische Annahmen (4 Items): dysfunktionale Einstellungen zu medikamentöser Behandlung.
 

Auswertungsmodus

Für die Auswertung werden die den Antworten zugeordneten Punkte separat für jede Skala aufaddiert. Für jede Antwort gilt eine fünfstufige Ratingskala: "Der folgenden Aussage stimme ich ...gar nicht zu" (0 Punkte) bis "...voll zu" (4 Punkte). Nur bei begründeten Hypothesen über das Zusammenwirken der einzelnen Dimensionen sollte ein Gesamtwert gebildet werden. Anhand eines regressionsanalytisch ermittelten Grenzwertes können Patienten identifiziert werden, deren Compliance "fraglich" ist.
 

Auswertungshilfen

Schablonen zur raschen Auswertung können leicht selbst angefertigt werden.
 

Auswertungszeit

Da die Auswertung nur im Addieren von Punktwerten für die einzelnen Antworten besteht, kann sie sehr rasch durchgeführt werden.
 

Itembeispiele

Anmerkung: Im Folgenden wird für jede Skala ein Item vorgestellt.

2. Medikamente unterstützen meine Gesundheit (Medikamentenvertrauen).

6. Wenn ich krank bin, hilft mir gute medizinische Betreuung besser als alles andere, um wieder gesund zu werden (Arztvertrauen).

10. Medikamente behindern mich im Alltag (Negativerwartung).

13. Wenn in meinem Körper eine Krankheit steckt, werde ich auch krank unabhängig davon, was ich dagegen unternehme (Zufallskontrolle).

15. Wenn ich krank werde, liegt es häufig an meiner eigenen Nachlässigkeit (Schuld).

26. Ich muss sehr auf meine Gesundheit aufpassen (Anfälligkeit).

29. Natürliche Heilung ist Medikamenten überlegen (Idiosynkratische Annahmen).
 

Alle Items

"Der folgenden Aussage stimme ich ..."
gar nicht zu - kaum zu - teilweise zu - überwiegend zu - voll zu.

1. Wenn ich krank werde, ist es meist sehr ernsthaft (Anfälligkeit).
2. Medikamente unterstützen meine Gesundheit (Medikamentenvertrauen).
3. Wenn ich zu einem Arzt gehe, weiß ich, dass mir dort geholfen wird (Arztvertrauen).
4. Gesund zu sein, ist zu einem großen Teil Glückssache (Zufallskontrolle).
5. Medikamente nehmen heißt, dass ich zu schwach bin, um meine Probleme selbst zu lösen (Idiosynkratische Annahmen).
6. Wenn ich krank bin, hilft mir gute medizinische Betreuung besser als alles andere, um wieder gesund zu werden (Arztvertrauen).
7. Bei psychischen Erkrankungen muss man auf die Wirksamkeit von Medikamenten vertrauen (Medikamentenvertrauen).
8. Ob ich gesund werde oder nicht, hängt vom Zufall ab (Zufallskontrolle).
9. Vor Krankheiten muss ich mich sehr in Acht nehmen (Anfälligkeit).
10. Medikamente behindern mich im Alltag (Negativerwartung).
11. Es gibt so viele Krankheiten, dass es ein Wunder ist, gesund zu sein (Zufallskontrolle).
12. Seelische Leiden kann man nicht chemischen Mitteln behandeln (Idiosynkratische Annahmen).
13. Wenn in meinem Körper eine Krankheit steckt, werde ich auch krank, unabhängig davon, was ich dagegen unternehme (Zufallskontrolle).
14. Ich habe die Befürchtung, dass Medikamente meine Persönlichkeit verändern können (Negativerwartung).
15. Wenn ich krank werde, liegt es häufig an meiner eigenen Nachlässigkeit (Schuld).
16. Bei mir helfen Medikamente (Medikamentenvertrauen).
17. Das Beste ist, den Anweisungen des Arztes zu folgen (Arztvertrauen).
18. Ich befürchte, dass meine Mitmenschen mich für schwach halten, wenn ich Medikamente nehme (Negativerwartung).
19. Bei psychischen Erkrankungen sind Medikamente eine große Hilfe (Medikamentenvertrauen).
20. Regelmäßige Besuche beim Arzt sind der beste Weg, um gesund zu bleiben (Arztvertrauen).
21. Unter Einfluss von Medikamenten verliert man den Blick für die Wirklichkeit (Negativerwartung).
22. Wenn ich krank werde, habe ich meist etwas falsch gemacht (Schuld).
23. Medikamente müssen irgendwann einmal abgesetzt werden (Idiosynkratische Annahmen).
24. Wenn ich krank bin, weiß ich, dass ich mich nicht genug körperlich betätigt oder nicht vernünftig ernährt habe (Schuld).
25. Wenn ich die richtigen Medikamente nehme, dann helfen sie (Medikamentenvertrauen).
26. Ich muss sehr auf meine Gesundheit aufpassen (Anfälligkeit).
27. Menschen, die nicht krank werden, haben ganz einfach Glück (Zufallskontrolle).
28. Medikamente zu schlucken, ist für mich ganz einfach lästig (Negativerwartung).
29. Natürliche Heilung ist Medikamenten überlegen (Idiosynkratische Annahmen).
 

Durchführung

 

Testformen

Das Verfahren kann als Einzel- oder Gruppentest durchgeführt werden. Parallelformen liegen nicht vor.
 

Altersbereiche

Das Verfahren wurde für Erwachsene konzipiert.
 

Durchführungszeit

Die Beantwortung der Items dürfte nicht mehr als ca. 10-15 Minuten in Anspruch nehmen.
 

Material

Für die Testung wird der Fragebogen und ein Schreibgerät benötigt.
 

Instruktion

Dem Fragebogen ist eine kurze schriftliche Instruktion mit einem Beispiel vorangestellt.
 

Durchführungsvoraussetzungen

Für die Durchführung des Verfahrens werden keine besonderen Qualifikationen vorausgesetzt.
 

Testkonstruktion

Die Testkonstruktion orientierte sich an den Kriterien der Klassischen Testtheorie. Ein erster Itempool wurde gebildet anhand verschiedener Skalen zum Krankheitskonzept, die auf dem Hintergrund unterschiedlicher Theorien entstanden ist, wobei ähnliche Items zusammengefasst wurden. Folgende theoretische Konzepte waren in diesen ersten 57 Items vertreten:
- Internalität,
- Externalität/Zufallskontrolle,
- Externalität/soziale Kontrolle,
- dysfunktionale Kognitionen,
- Wertigkeit der Gesundheit,
- biologische versus psychologische Orientierung.
Eine Hauptkomponentenanalyse mit Equimax-Rotation mit den Daten von n = 174 schizophrenen Patienten mit einer durchschnittlichen Gesamtbehandlungsdauer von 63 Monaten erbrachte sieben interpretierbare Faktoren, die zwischen 26.7% und 4.2% der Gesamtvarianz aufklären. Die Itemreduktion auf 29 Items erfolgte anhand der Ergebnisse der Faktorenanalyse. Für einige Subskalen ergibt sich eine deutliche Alters- und Geschlechtsabhängigkeit, jedoch kein Zusammenhang mit der ebenfalls überprüften Schulbildung.
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Aufgrund der Fragebogenform mit gebundener Beantwortung können Durchführung und Auswertung als objektiv gelten.
 

Reliabilität

Zum Nachweis der Zuverlässigkeit wurden verschiedene Werte berechnet (siehe Tabelle 1).

Tabelle 1
Reliabilitätsmaße für die Subskalen der Krankheitskonzeptskala für schizophrene Patienten (Linden, Nather & Wilms, 1988, S. 41)
---------------------------------------- 
(Alpha) rtt 1) rtt 2)
----------------------------------------
Medikamentenvertr. .88 .80 .86
Arztvertrauen .76 .79 .76
Negativerwartungen .76 .81 .79
Schuld .70 .73 .70
Zufallskontrolle .66 .78 .72
Anfaelligkeit .61 .78 .52
Idiosynkr. Annahmen .59 .86 .56
----------------------------------------
Anmerkungen. Alpha = innere Konsistenz (n = 174), rtt 1) = Retest-Reliabilität (n = 56; Messwiederholung nach durchschnittlich 66 Tagen), rtt 2) = Split-half-Reliabilität (n = 174).
 

Validität

Mit dem Verfahren werden die wesentlichen, in der Literatur bis dato verfügbaren Forschungsergebnisse abgedeckt.
Zwischen den Krankheitskonzeptdimensionen und einem Compliance-Score aus Arzturteil, Schwesternurteil und Patientenurteil konnten signifikante Zusammenhänge gezeigt werden (siehe Tabelle 2). Die Compliance ist demnach umso größer, je höher das Medikamentenvertrauen, das Arztvertrauen und die Erwartung der persönlichen Krankheitsanfälligkeit ausfallen. Auch im Rahmen eines auf zwei Jahre angelegten Behandlungsprogramms für schizophrene Patienten (n = 122) konnte nachgewiesen werden, dass Patienten mit einer hohen Compliance signifikant höhere KK-Skalenwerte haben als dropout-Patienten (Godemann et al., 2003; Linden et al., 2001). In einer weiteren Studie von Lenz und Kollegen (2016) wurde in einem Prä-Post-Vergleich (12 Monate) eine signifikante Zunahme des Vertrauens in Medikamente und Ärzte (Skala 1 & 2) sowie eine signifikante Abnahme von idiosynkratischen Annahmen (Skala 7) festgestellt.

Tabelle 2
Korrelationen der Subskalen mit dem Compliance-Rating (Linden, Nather & Wilms, 1988, S. 42)
---------------------------------------- 
Subskala r
----------------------------------------
Medikamentenvertrauen .28***
Arztvertrauen .26***
Schuld -.23**
Negativerwartung -.17*
Anfaelligkeit .16*
Zufallskontrolle ns
Idiosynkratische Annahmen ns
Gesamt-Krankheitskonzept-Skala .27***
----------------------------------------
Anmerkungen. * p < = .05, ** p < = .01, *** p < = .001, ns = nicht signifikant. Schuld, Negativerwartungen und Idiosynkratische Annahmen wurden im Gesamtwert negativ gezählt; n = 167.

Signifikante Unterschiede konnten auch zwischen stationär behandelten Patienten, Katamnesepatienten und ambulant behandelten Patienten aus Nervenarztpraxen festgestellt werden. Die einzelnen Ergebnisse erwiesen sich als konsistent (Linden et al., 1988, S. 42 ff.).
 

Normierung

Eine Normierung wurde nicht durchgeführt. Mitgeteilt werden lediglich Mittelwerte und Standardabweichungen (siehe Tabelle 3) für verschiedene Altersstufen und Behandlungssituationen, unterschiedliche Schulbildung sowie für Männer und Frauen (Linden et al., 1988, S. 41 ff.).


Tabelle 3
Mittelwerte (M) und Standardabweichungen (SD) der Subskalen (modifiziert nach Linden, Nather & Wilms, 1988, S. 41, Tab. 4)
---------------------------------------- 
Subskala M SD
----------------------------------------
Medikamentenvertrauen 14.44 4.82
Arztvertrauen 12.11 3.35
Schuld 8.49 5.15
Negativerwartung 4.64 3.19
Anfaelligkeit 9.77 4.58
Zufallskontrolle 6.94 3.12
Idiosynkratische Annahmen 9.17 3.71
----------------------------------------
 

Anwendungsmöglichkeiten

Bei der Krankheitskonzeptskala für schizophrene Patienten handelt es sich in erster Linie um ein Forschungsinstrument. Daneben kann mit der entsprechenden Vorsicht eventuell auch die individuelle Compliance von Patienten eingeschätzt werden.
 

Bewertung

Während das Verfahren testtheoretische Mindestanforderungen für den Forschungsbereich ohne Probleme erfüllt, sollte die Angemessenheit des Instruments für individualdiagnostische Fragestellungen, wie sie sich aus den angegebenen Compliance-Grenzwerten ergeben, besser abgesichert werden.
 

Literatur

  • Ahrens, S. & Elsner, H. (1981). Empirische Untersuchungen zum Krankheitskonzept neurotischer, psychosomatischer und somatisch kranker Patienten. Medizinische Psychologie, 7, 95-109.
  • Becker, M. A. & Maiman, L. A. (1975). Sociobehavioral determinants of compliance with health and medical care recommendations. Medical Care, 13, 10-24.
  • Böker, W. (1980). Der Arzt als Dolmetscher. Psycho, 6, 381-382.
  • Fisher, J. D. & Farina, A. (1979). Consequences of beliefs about the nature of mental illnes. Journal of Abnormal Psychology, 88, 320-327.
  • Godemann, F., Linden, M., Gaebel, W., Köpke, W., Müller, P., Müller-Spahn, F., Tegeler, J. & Pietzcker, A. (2002). Is interval medication a successful treatment regimen for schizophrenic patients with critical attitude towards treatment? European Psychiatry, 18, 82-84.
  • Lenz, G., Berg, A., Breit-Gabauer, B., Lorenz-Demelbauer, S., Stampfer, I., Aigner, M., Freidl, M., Ossege, M. & Schaffer, M. (2016). Kognitiv-psychoedukative Therapie im Vergleich zu Bibliotherapie bei bipolarer Störung: Eine kontrollierte Gruppentherapiestudie. Verhaltenstherapie, 26, 92-98.
  • Linden, M. (1980). Compliance und Compliance-Modifikation. In J. C. Brengelmann (Hrsg.), Entwicklung der Verhaltenstherapie in der Praxis (S. 281-306). München: Röttger.
  • Linden, M. (1982). Die Veränderung von Krankheitsmodellen und Compliance bei schizophrenen Patienten. In H. Helmchen, M. Linden & U. Rüger (Hrsg.), Psychotherapie in der Psychiatrie. Berlin: Springer.
  • Linden, M. (1985). Krankheitskonzepte von Patienten. Psychiatrische Praxis, 12, 8-12.
  • Linden, M. & Godemann, F. (2007). The Differentiation between "lack of insight" and "dysfunctional health beliefs" in schizophrenia. Psychopathology, 40, 236-241.
  • Linden, M., Godemann, F., Gaebel, W., Köpke, W., Müller, P., Müller-Spahn, F., Pietzcker, A. & Tegeler, J. (2001). A prospective study of factors influencing adherence to a continuous neuroleptic treatment program in schizophrenia patients during 2 years. Schizophrenia Bulletin, 27 (4), 585-596.
  • Linden, M., Nather, J. & Wilms, H. U. (1988). Zur Definition, Bedeutung und Messung der Krankheitskonzepte von Patienten. Die Krankheitskonzeptskala (KK-Skala) für schizophrene Patienten. Fortschritte der Neurologie Psychiatrie, 56, 35-48.
  • Morgen, L.-F. (2016). A review of illness and treatment expectations and their relationship to outcome in schizophrenia. Unpublished Masterthesis, University of Hamburg.
  • Wallston, K. A., Wallston, B. S. & Devellis, R. (1978). Development of the Multidimensional Health Locus of Control (MHLC) Scales. Health Education Monographs, 6, 160-171.
  • Weinstein, R. M. (1972). Patients' perceptions of mental illnes: Paradigms for analysis. Journal of Health and Social Behavior, 13, 38-47.
 
 Manfred Eberwein (11.12.1990)
Gülay Karadere (09.11.2017)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Questionnaires; Psychiatric Patients; Clinical Psychology; Internal External Locus of Control; Chance (Fortune); Health Attitudes; Illness Behavior; Schizophrenia; Health Behavior; Treatment Compliance; Drug Therapy; Medical Treatment (General)

Klassische Testtheorie; Fragebögen; Psychiatrische Patienten; Klinische Psychologie; Kontrollüberzeugungen; Zufall; Gesundheitseinstellungen; Krankenverhalten; Schizophrenie; Gesundheitsverhalten; Compliance (Behandlung); Medikamentöse Therapie; Medizinische Behandlung

 weitere Schlagworte:

1988; Open Access; Krankheitsüberzeugungen; 29 Items; Subskalen: 1 Medikamentenvertrauen, 2 Arztvertrauen, 3 Negativerwartung, 4 Schuld, 5 Zufallskontrolle, 6 Anfälligkeit, 7 Idiosynkratische Annahmen; Normstichprobe: 174
 Klassifikation:

Klinische Psychodiagnostik; Gesundheitspsychologische Tests; Gesundheitsförderung und Vorsorge; Persönlichkeitseigenschaften und Persönlichkeitsprozesse
Tests für gesundheitsbezogene Einstellungen und Verhaltensweisen; Tests zur Erfassung des "Locus of Control"
7.6.2; 9.6
 Anwendungstyp: Research (Tests)
 Art der Publikation: Test; Electronic Resources (90; 94)
 Sprache: German
 Land: Germany
 Publikationsjahr: 1988
 Änderungsdatum: 200710
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