0001info@zpid.de | © 1996-2016 ZPID

 

 



 Vollansicht des PSYNDEX Tests-Dokuments:
Self-Perception Profile for Children - deutsche Fassung (PSYNDEX Tests Review)

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9002599
 

SPPC-D - Self-Perception Profile for Children - deutsche Fassung (PSYNDEX Tests Review)

 

Self-Perception Profile for Children (SPPC; Harter, S., 1985) - German version/author
Synonym(e): Deutschsprachige Versionen der Harter-Skalen

 Asendorpf, J.B. & Aken, M.A.G.v.
 (1993). Self-Perception Profile for Children - deutsche Fassung (SPPC-D). Berlin: Humboldt-Universität, Institut für Psychologie.

Online im Internet: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=testarchiveintro
Bibliotheksstandort: Testsammlung Psychologie Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek: PT 663 (Originalmanual; Harter, 1985).

 Bezugsquelle: Das Verfahren ist im "Elektronischen Testarchiv" des ZPID enthalten und steht unter der "Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported (CC BY-NC-ND 3.0)"-Lizenz (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de); es kann für nichtkommerzielle Forschungs- und Unterrichtszwecke kostenlos eingesetzt werden. ; URL: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=userlog ; Stand: 1.5.2016.
 Adresse(n): o Prof. i.R. Dr. Jens B. Asendorpf bei PsychAuthors: https://www.zpid.de/psychauthors/index.php?wahl=forschung&uwahl=psychauthors&uuwahl=p00087JA
o Susan Harter, Ph.D., Department of Psychology, University of Denver, Frontier Hall, 2155 S. Race St., Denver CO 80208, USA ; E-Mail: sharter@du.edu ; URL: https://portfolio.du.edu/SusanHarter/page/44199 ; Stand: 25.10.2016
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Das SPPC-D soll das Selbstbild von Kindern in den vier Bereichen Kognitive Kompetenz, Sportkompetenz, Peerakzeptanz und Aussehen sowie das bereichsunspezifische Globale Selbstwertgefühl durch verbale Items für Forschung, Individualdiagnostik und Differentialdiagnostik erfassen.


Aufbau:
Das SPPC-D enthält 30 geschlechtsneutral formulierte Items (6 pro Subskala), die in einem zweistufigen Beantwortungsmodus auf einer vierstufigen Zustimmungsskala beantwortet werden. Die Items sind folgenden Subskalen zugeordnet: (1) Kognitive Kompetenz ("Scholastic Competence"), (2) Sportkompetenz ("Athletic Competence"), (3) Peerakzeptanz ("Social Acceptance"), (4) Aussehen ("Physical Appearance"), (5) Selbstwertgefühl ("Global Self-Worth").


Grundlagen und Konstruktion:
Der Skala liegt die Annahme zugrunde, dass das Selbstkonzept bei Kindern dieses Alters bereichsspezifisch organisiert ist, wobei sich bereits ein bereichsübergreifendes globales Selbstwertgefühl herausgebildet hat. Die deutsche Version beruht auf dem Self-Perception Profile for Children (SPPC) von Harter (1985). Die SPPC-Skala "Behavioral Conduct" wurde wegen der starken Konfundierung der Items mit sozialer Erwünschtheit nicht in die SPPC-D aufgenommen. Die Übertragung aus dem Englischen erfolgte im Rahmen der Münchner Longitudinalstudie zur Genese individueller Kompetenzen (LOGIK).


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Das SPPC wurde in verschiedenen US-Stichproben von insgesamt über 1500 Dritt- bis Achtklässlern durch exploratorische Faktorenanalyse mit forcierter obliquer Lösung in ihrer Bereichsspezifität überprüft. Die deutschen Daten beruhen auf einer unausgelesenen Stichprobe von 81 Jungen und 81 Mädchen der 3. Klasse, die im Alter von 9.0 - 9.9 Jahren und dann noch einmal 9 Monate später in der 4. Klasse im Einzeltest getestet wurden.
Reliabilität: In der deutschen Stichprobe lagen die internen Konsistenzen für alle Subskalen bei Drittklässlern zwischen .74 (Sportkompetenz) und .81 (Aussehen); bei Viertklässlern waren sie meist noch etwas höher.
Validität: In der deutschen Stichprobe variierten die Subskaleninterkorrelationen zwischen .25 und .50 mit Ausnahme der in beiden Altersgruppen sehr hohen Korrelationen zwischen Globalem Selbstwertgefühl und Aussehen (.70 bzw. .59). Konfirmatorische Faktorenanalysen mit LISREL VI bestätigten eine gerade noch ausreichende Passung für ein hierarchisches Strukturmodell mit dem Globalen Selbstwertgefühl als übergeordnetem Faktor und den vier bereichsspezifischen Subskalen als untergeordneten Faktoren. Korrelationen mit externen Kriterien wie fachspezifisches Selbstkonzept, Schulnoten, IQ, motorische Koordination, Lehrerurteil Beliebtheit in der Klasse und Einsamkeit bestätigten die Bereichsspezifität der Subskalen.
Normen: Angegeben werden Mittelwerte und Standardabweichungen für die Subskalen und den Gesamtwert der untersuchten Stichprobe.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Das SPPC-D soll das Selbstbild von Kindern in den vier Bereichen Kognitive Kompetenz, Sportkompetenz, Peerakzeptanz und Aussehen sowie das bereichsunspezifische Globale Selbstwertgefühl durch verbale Items erfassen. Der Skala liegt die Annahme zugrunde, dass das Selbstkonzept bei Kindern dieses Alters bereichsspezifisch organisiert ist, wobei sich bereits ein bereichsübergreifendes globales Selbstwertgefühl herausgebildet hat. Die deutsche Version beruht auf dem Self-Perception Profile for Children (SPPC) von Harter (1985), das wiederum auf eine ältere Version von Harter (1982) zurückgeht; die SPPC-Skala "Behavioral Conduct" wurde wegen der starken Konfundierung der Items mit sozialer Erwünschtheit nicht in die SPPC-D aufgenommen. Die Übertragung aus dem Englischen erfolgte im Rahmen der Münchner Longitudinalstudie zur Genese individueller Kompetenzen (LOGIK).
 

Testaufbau

Das SPPC-D enthält 30 geschlechtsneutral formulierte Items (6 pro Subskala), die in einem zweistufigen Beantwortungsmodus auf einer vierstufigen Zustimmungsskala beantwortet werden. Die Items sind hinsichtlich hoher Kompetenz gegenbalanciert, die Antworten werden in Richtung hoher Kompetenz auf der Skala 1-4 verkodet und über alle Items pro Subskala gemittelt. Als deutsche Bezeichnungen für die Subskalen wurden gewählt:
(1) Kognitive Kompetenz ("Scholastic Competence");
(2) Sportkompetenz ("Athletic Competence");
(3) Peerakzeptanz ("Social Acceptance");
(4) Aussehen ("Physical Appearance");
(5) Selbstwertgefühl ("Global Self-Worth").
 

Auswertungsmodus

Die Antworten werden mit 1-4 (von links nach rechts) kodiert.

Übersicht Item-Skalen-Zuordnung:
Kognitive Kompetenz-Items 1(-), 6(-), 11, 16, 21(-), 26 Peerakzeptanz-Items 2, 7(-), 12, 17(-), 22, 27(-) Sportkompezenz-Items 3(-), 8, 13(-), 18(-), 23, 28 Aussehen-Items 4(-), 9(-), 14, 19, 24, 29(-) Selbstwertgefuehl-Items 5, 10, 15(-), 20(-), 25(-), 30 Zum Teil sind die Items umzupolen (mit "-" gekennzeichnet; Transformation y=5-x). Abschließend werden die Punktwerte der einzelnen Items skalenweise addiert und durch 6 dividiert. Der Gesamtwert ist der Mittelwert aus allen Items (bzw. Skalen).
 

Auswertungshilfen

Die Antworten des Kindes werden in ein Auswertungsblatt eingetragen und von dort EDV-mäßig verarbeitet.
 

Auswertungszeit

Die Auswertungszeit beträgt manuell etwa 1 Minute.
 

Itembeispiele

Einige Kinder haben viele Freunde ABER andere Kinder haben nicht sehr viele Freunde.
 

Durchführung

 

Testformen

Der Test kann als Einzeltest oder als Gruppentest durchgeführt werden. Parallelformen liegen nicht vor.
 

Altersbereiche

Das Verfahren ist für Kinder ab 9 Jahren geeignet (ab 3. Klasse).
 

Durchführungszeit

Die Durchführungszeit beträgt 10-15 Minuten.
 

Material

Erforderlich sind ein Instruktionsblatt, ein Fragebogen mit 30 Items und ein Auswertungsblatt.
 

Instruktion

Die schriftliche Instruktion wird im Einzelversuch vom Versuchsleiter vorgelesen, sonst von den Probanden gelesen.
 

Durchführungsvoraussetzungen

Nach kurzem Training können Hilfskräfte den Test durchführen.
 

Testkonstruktion

Das SPPC wurde in verschiedenen US-Stichproben von insgesamt über 1500 Dritt- bis Achtklässlern durch exploratorische Faktorenanalyse mit forcierter obliquer Lösung in ihrer Bereichsspezifität überprüft.
Die deutschen Daten beruhen auf einer unausgelesenen Stichprobe von 81 Jungen und 81 Mädchen der 3. Klasse, die im Alter von 9.0 - 9.9 Jahren (Mittelwert 9.4 Jahre) und dann noch einmal 9 Monate später in der 4. Klasse im Einzeltest getestet wurden (Asendorpf & Aken, 1993).
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Die Objektivität des Verfahrens ist bei Verwendung der schriftlichen Instruktion und sorgfältiger Beachtung des zweistufigen Antwortmodus auch bei Einzeltestung hoch.
 

Reliabilität

In der deutschen Stichprobe waren die internen Konsistenzen für alle Subskalen bereits bei Drittklässlern ausreichend (Alphas waren für Kognitive Kompetenz .76, für Sportkompetenz .74, für Peerakzeptanz .79, für Aussehen .81 und für das Globale Selbstwertgefühl .76); bei Viertklässlern lagen sie meist noch etwas höher.
 

Validität

In der deutschen Stichprobe variierten die Subskalen-Interkorrelationen bei Dritt- und Viertklässlern zwischen .25 und .50 mit Ausnahme der in beiden Altersgruppen sehr hohen Korrelationen zwischen Globalem Selbstwertgefühl und Aussehen (.70 bzw. .59). Konfirmatorische Faktorenanalysen mit LISREL VI bestätigten eine gerade noch ausreichende Passung für ein hierarchisches Strukturmodell mit dem Globalen Selbstwertgefühl als übergeordnetem Faktor und den vier bereichsspezifischen Subskalen als untergeordneten Faktoren (für beide Altersgruppen Chi-Quadrat/df < 1.82). Dies bestätigt Harters theoretisches Konzept. Korrelationen mit externen Kriterien wie fachspezifisches Selbstkonzept, Schulnoten, IQ, motorische Koordination, Lehrerurteil Beliebtheit in der Klasse und Einsamkeit bestätigten die Bereichsspezifität der Subskalen.
 

Normierung

Angegeben werden Mittelwerte und Standardabweichungen für die Subskalen und den Gesamtwert der untersuchten Stichprobe (Asendorpf & Aken, 1993, S. 74).
 

Anwendungsmöglichkeiten

Das SPPC-D ist ein ökonomisches, altersangemessenes Verfahren, das einen groben Überblick über die wichtigsten Bereiche des Selbstkonzepts von Schülern gibt (Forschung, Individualdiagnostik, Differentialdiagnostik). Unabhängig vom SPPC-D wurde eine andere deutsche Version des SPPC, das FSK-K, von Wünsche und Schneewind (1989) entwickelt. Alternativ gibt es im englischen Sprachraum das SDQ-I (Marsh, Barnes, Cairns & Tidman, 1984), das 8x8 Items enthält und bei entsprechend größerem Testaufwand eine etwas differenziertere Selbstbild-Diagnose leistet.
 

Bewertung

Kritisch ist anzumerken, dass der Selbstbildfaktor Aussehen bei Grundschülern noch nicht klar vom Globalen Selbstwertgefühl getrennt ist und dass für diesen Faktor keine Daten zur externen Validität vorhanden sind.
 

Literatur

  • Asendorpf, J.B. & Aken, M.A.G.v. (1993). Deutsche Versionen der Selbstkonzeptskalen von Harter. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 25, 64-86.
  • Harter, S. (1982). The Perceived Competence Scale for Children. Child Development, 53, 87-97.
  • Harter, S. (1985). Manual for the Self-Perception Profile for Children (Technical Report). Denver, CO: University of Denver.
  • Marsh, H.W., Barnes, J., Cairns, L. & Tidman, M. (1984). Self-Description Questionnaire: Age and sex effects in the structure and level of self-concept for preadolescent children. Journal of Educational Psychology, 80, 366-380.
  • Wünsche, P. & Schneewind, K.A. (1989). Entwicklung eines Fragebogens zur Erfassung von Selbst- und Kompetenzeinschätzungen bei Kindern (FSK-K). Diagnostica, 35, 217-235.
 

Wichtige neuere Publikationen

  • Boot, D. & Vermeer, A. (1998). Het meten van zelf-waargenomen competentie bij kinderen en jeugdigen met cerebrale parese door middel van een vragenlijst. Bewegen & Hulpverlening (submitted).
  • Theiss, D., Vermeer, A. & Stoll, O. (2004). Selbst wahrgenommene Kompetenz bei Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung. Stand der Forschung. Integrative Therapie, 30 (4), 376-394.
  • Van Dongen-Melman, J.E.W.M., Koot, H.M. & Verhulst, F.C. (1993). Cross-cultural validation of Harter's Self-Perception Profile for Children in a Dutch sample. Educational and Psychological Measurements, 53, 739-753.
 

Originalfassung/Anderssprachige Fassungen

  • Harter, S. (1982). The Perceived Competence Scale for Children. Child Development, 53, 87-97.
  • Harter, S. (1985). Manual for the Self-Perception Profile for Children (Technical Report). Denver, CO: University of Denver.
 
 Autorenbeschreibung: Jens Asendorpf (20.12.1993)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Questionnaires; Rating Scales; Personality Measures; Self-Esteem; Self-Perception; Competence; Social Acceptance

Klassische Testtheorie; Fragebögen; Rating-Skalen; Persönlichkeitstests; Selbstwertgefühl; Selbstwahrnehmung; Kompetenz; Soziale Akzeptanz

 weitere Schlagworte:

1993; Open Access; ab 9 Jahre; ab 3. Schuljahr; 30 Items; Subskalen: 1 Kognitive Kompetenz, 2 Sportkompetenz, 3 Peerakzeptanz, 4 Aussehen, 5 Selbstwertgefühl; Normierungsjahr: 1990
 Klassifikation:

Persönlichkeitstests; Persönlichkeitseigenschaften und Persönlichkeitsprozesse; Psychosoziale Entwicklung und Persönlichkeitsentwicklung
Selbstkonzept- und Selbstbildskalen
9.9
 Anwendungstyp: Research (Tests)
 Art der Publikation: Test; Electronic Resources (90; 94)
 Sprache: German
 Übersetzungen: Dutch, English
 Land: United States
 Publikationsjahr: 1993
 Änderungsdatum: 200707
 info@zpid.de | © 1996-2016 ZPID