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Biographischer Fragebogen (PSYNDEX Tests Review)

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9003960
 

BIFA - Biographischer Fragebogen (PSYNDEX Tests Review)

 

Biographic Questionnaire/zpid

 Bühler, K.E., Bardeleben, H. & Kollmannsperger, E.
 (1999). BIFA. Biographischer Fragebogen (PSYNDEX Tests-Nr. 9003960) [ausführliche Verfahrensbeschreibung mit Fragebogen]. In Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) (Hrsg.), Elektronisches Testarchiv. Online im Internet, URL: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=testarchiveintro (Stand: 8.12.2005).

Online im Internet: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=testarchiveintro

 Bezugsquelle: Das Verfahren ist im "Elektronischen Testarchiv" des ZPID enthalten und steht unter der "Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported (CC BY-NC-ND 3.0)"-Lizenz (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de); es kann für nichtkommerzielle Forschungs- und Unterrichtszwecke kostenlos eingesetzt werden. ; URL: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=userlog ; Stand: 1.5.2016.
 Adresse(n): o Prof. Dr. med. habil. Dr. med. Dipl.-Psych. Karl-Ernst Bühler, Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Haafstraße 12, D-97082 Würzburg ; E-Mail: karlernstbuehler@gmx.de ; Stand: 5.9.2014
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Der Fragebogen gibt dem Diagnostiker ein Inventar zur Hand, mit dem sich die zentralen Strukturen einer Lebensgeschichte schnell und praxisnah ermitteln lassen. Dies ermöglicht neben der Anwendung in differentialdiagnostischen und -therapeutischen Bereichen im Rahmen von typologischen Ansätzen auch die Anwendung zu Forschungszwecken.


Aufbau:
Der BIFA besteht aus 40 Feststellungen, die insgesamt vier Auswertungsskalen zugeordnet sind. Jedes Statement enthält vier Beantwortungsmöglichkeiten "trifft gar nicht auf mich zu" bis "trifft ganz genau auf mich zu". Die Skalen sind: (1) Günstige versus ungünstige Primärsozialisation, (2) Selbstbewusstsein versus Selbstunsicherheit, (3) Schulisches Engagement und (4) Kindliches Kontaktverhalten. Der Test kann durch Addition der symptomatischen Items zu Skalen ausgewertet werden.


Grundlagen und Konstruktion:
Die Fragestellungen, für die ein biographischer Fragebogen eingesetzt wird, sowie die Zielpopulation sind bei den bisher veröffentlichten Inventaren sehr eingeengt. Aus diesem Grund wurde angestrebt, einen allgemeinen, breit angelegten Fragebogen zu entwickeln, der bei vielen Populationen eingesetzt werden kann. Ausgangspunkt für die Konstruktion war eine systematisch zusammengestellte Fragensammlung aus Anamneseschemata psychosomatischer, psychotherapeutischer und psychiatrischer Kliniken in Deutschland. Ein Primärfragebogen mit 425 Items aus 11 Inhaltsbereichen (Frühe Kindheit, Schulalter, Beruf, Privatleben, Familie, Erziehung und Sozialisation, Sexuelle Entwicklung und Verhalten, Partnerschaft, Eigene Kinder, Psychophysische Konstitution, Selbsteinschätzung/ Primärpersönlichkeit) wurde einer repräsentativen Stichprobe mit 517 Personen aus einer nicht-klinischen Population vorgegeben und mittels faktorenanalytischer bzw. itemanalytischer Untersuchungen und iterativer Analysen auf die 40 Items der Endfassung verkürzt. Die Eindimensionalität der Skalen wurde durch eigene Faktorenanalysen für jede einzelne Skala bestimmt.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Mit Ausnahme der Skalen "Schulisches Engagement" und "Kindliches Kontaktverhalten", deren Test-Retestreliabilität mit .76 bzw. .77 geringfügig niedriger als die Schätzungen mit Cronbachs Alpha ausfielen, lagen die hierbei berechneten Reliabilitäten zwischen .86 und .91.
Validität: Die inhaltliche Validität konnte durch einen Vergleich mit bisher vorliegenden biographischen Fragebögen bestätigt werden, bei dem sich zeigte, dass fünf von den sechs ermittelten zentralen Dimensionen der Biographie (Familie, Soziale Aktivität, Schule, Beruf, Persönlichkeit, Gesundheit) auch im BIFA vorhanden sind.
Normen: Es liegt eine Transformationstabelle der Skalenrohwerte in Prozentrang- und T-Werte vor, berechnet auf Grundlage der Eichstichprobe mit 517 Personen.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Im klinischen Bereich, d.h. hauptsächlich in der Psychiatrie, der Psychotherapie und der Psychosomatik, werden häufig Anamnesen, also Untersuchungen der Krankheits- sowie der Lebensgeschichte von Patienten durchgeführt. Dies erfolgt meist auf Basis der klinischen Erfahrung des Untersucher bzw. der Untersucherin und nicht auf Grund einer ausformulierten Theorie. Möglicherweise ist eine solche in Einzelheiten ausformulierte Theorie des Lebensgeschehens und damit auch eine systematische Biographik nicht zu verwirklichen, weil das Lebensgeschehen aus einem mehr oder weniger zufälligen Eintreten von Ereignissen entsteht. Dennoch scheinen Clusterbildungen von Lebensereignissen für einzelne Personen- oder Persönlichkeitstypen oder von Typen sozialer Interaktionen denkbar. Es erscheint daher sinnvoll, die grundlegenden Determinanten menschlicher Biographien genauer zu untersuchen. Dies erfolgt mittels systematisch entwickelter biographischer Fragebögen. Solche biographischen Fragebögen, die der standardisierten Erfassung von biographischen Merkmalen dienen, erfassen relevante Daten in der zeitlichen Spanne von Vergangenheit, Gegenwart und/oder Zukunft (Jäger & Nord-Rüdiger, 1983).
Die gesamte Lebensgeschichte eines Menschen lässt sich natürlich nur relativ unzureichend durch einen biographischen Fragebogen zusammenfassen. Es kann aber sehr praktisch und sinnvoll sein, wenn sich mit Hilfe eines solchen Fragebogens Lebensereignisse eines Menschen vereinfacht darstellen lassen. Klinische Untersucher erhalten damit ein Instrument, das in kurzer Zeit einen allgemeinen Überblick über die Biographie eines Patienten ermöglicht und eine gewisse Orientierung für das weitere Vorgehen erlaubt. Auch machen standardisierte biographische Fragebögen Lebensentwicklungen eines Individuums vergleichbar mit denen anderer. Sie erfassen die Biographie und die Lebenswelt des Einzelnen vor dem Hintergrund von Biographien einer Vielzahl anderer Individuen (Fisseni, 1987). Zu diesem Zwecke müssen komplexe Abläufe oder Vorkommnisse zusammengefasst und vereinfacht werden. Daher erfasst ein biographischer Fragebogen lebensgeschichtliche Ereignisse aus einer übergeordneten, abstrakten Perspektive. Ansätze zur Standardisierung eines individuellen Lebensgeschehens finden sich in der Literatur ziemlich selten. Aus diesem Grund wurde ein sehr umfassender, ein weites Spektrum des Lebensgeschehens erfassender biographischer Fragebogen entwickelt.
Die Entwicklung des "Biographischen Fragebogens" (BIFA) ist auf folgenden Vorstudien beziehungsweise Untersuchungen gegründet:
Bühler, K.-E., Bühler, H. & Mörschel, O. (1981). Lebensgeschichtliche Bedingungen des Alkoholismus. Suchtgefahren, 27, 12-22.
Charis, C. (1992). Reduktion biographischer Daten. Unveröffentlichte medizinische Dissertation, Universität Würzburg.
Choi, W.Y. (1992). Konstruktion eines biographischen Fragebogens. Parallelitätsüberprüfung und Vergleich der Lebensereignisse einer Stichprobe aus der Durchschnittsbevölkerung und depressiver Patienten. Unveröffentlichte Diplomarbeit, Universität Marburg, Fachbereich Psychologie.
Preuss, W. (1984). Zur Biographik in Psychologie und Medizin mit einem empirischen Teil über biographische Faktoren des Alkoholismus. Unveröffentlichte medizinische Dissertation, Universität Würzburg.
Schmitt, J. (1999). Die Bedeutung der biographischen Anamnese in psychiatrischen, psychosomatischen und psychotherapeutischen Einrichtungen. Unveröffentlichte medizinische Dissertation, Universität Würzburg.
Schmitt, J., Bühler, K.-E. & Haltenhof, H. (2001). Bedeutung der Biographie und Erhebung der biografischen Anamnese in der Psychiatrie. Psycho, 27, 157-160.
 

Testaufbau

Es handelt sich um einen "Papier-und-Bleistift"-Test. Um mögliche Zweifel bei der Beantwortung zu verringern, enthält jede Feststellung vier Antwortmöglichkeiten, wobei zwei Pole vorgegeben werden, die durch die Zeichen (++) bzw. (--) symbolisiert sind. Dazwischen befinden sich jeweils die Abschwächungen (+) bzw. (-). Die Symbole haben folgende Bedeutung:
(--) = trifft gar nicht auf mich zu   (Punktwert 0); 
(-) = trifft eher nicht auf mich zu (Punktwert 0);
(+) = trifft eher auf mich zu (Punktwert 1);
(++) = trifft ganz genau auf mich zu (Punktwert 1).

Die Auswertung erfolgt dichotom: (--) und (-) erhalten den Punktwert = 0, (+) und (++) den Punktwert = 1.

Die insgesamt 40 Items sind vier Auswertungsskalen zugeordnet:
(1) Günstige versus ungünstige Primärsozialisation (12 Items);
(2) Selbstbewusstsein versus Selbstunsicherheit (15 Items);
(3) Schulisches Engagement (7 Items);
(4) Kontaktverhalten (6 Items).
 

Auswertungsmodus

Die Auswertung des Tests erfolgt durch Aufaddieren der Itemrohwerte. Dabei ist die Antwortkategorie "trifft gar nicht auf mich zu" und die Antwortkategorie "trifft eher nicht auf mich zu" mit dem Rohwert 0, die Kategorie "trifft ganz genau auf mich zu" und die Antwortkategorie "trifft eher auf mich zu" mit 1 zu bewerten. Bei den Items mit einem * erhalten die Antwortkategorie "trifft gar nicht auf mich zu" und die Antwortkategorie "trifft eher nicht auf mich zu" den Punktwert 1.
Anschließend werden die für jede Skala symptomatisch beantworteten Items, also die "Kreuze", aufaddiert. Die auf diese Weise ermittelten Skalenwerte lassen sich anhand der "Transformationstabelle der Skalenrohwerte in T-Werte und Prozentrangwerte" umrechnen.
 

Auswertungshilfen

Schablonen zur raschen Auswertung können leicht selbst angefertigt werden.
 

Auswertungszeit

Die Auswertung beansprucht pro Fragebogen ca. 15 Minuten.
 

Itembeispiele

1. Ich selbst hatte immer das Gefühl, von meiner Mutter bzw. von meinem Vater bzw. von meinen engsten Bezugspersonen innerlich abgelehnt zu sein. (--) (-) (+) (++) (Günstige versus ungünstige Primärsozialisation)
2. In meiner Kindheit und Jugend hatte es viele Situationen gegeben, in denen ich mich nicht wohl fühlte. (--) (-) (+)(++) (Selbstbewusstsein versus Selbstunsicherheit)
3. Wenn ich nach der Schule nachhause kam, erledigte ich als erstes meine Hausaufgaben (--) (-) (+)(++) (Schulisches Engagement)
4. Seit meiner frühesten Kindheit spielte ich häufig mit anderen Kindern. (--) (-) (+)(++) (Kontaktverhalten)
 

Alle Items

Anmerkung: Aus der nachfolgenden Aufstellung sind die zugehörigen Itemkennwerte (rit = Trennschärfe, a = Faktorladung) ersichtlich (* = negative Beantwortung erhält den Punktwert).

---------------------------------------------------------------------- 
Skala/Itemformulierung rit a
----------------------------------------------------------------------
(I) Skala ungünstige versus günstige Primärsozialisation
(1) Ich selbst hatte immer das Gefühl, von meinem Vater,
meiner Mutter oder anderen Erziehungspersonen innerlich
abgelehnt zu sein. .68 .73
(2) Gelegentlich hatte ich das Empfinden, dass ich nicht
so recht in meine Familie hineingehoeren wuerde. .65 .37
(3) Ich wurde daheim oft wegen Dingen bestraft, die ich nicht
getan hatte. .57 .68
(*4) Ich hatte selten Streit mit meinen Familienangehoerigen. .49 .67
(5) Oft hatte ich das Gefühl, als wäre zwischen mir und
meinem Vater, meiner Mutter oder anderen
Erziehungspersonen gleichsam eine Wand. .69 .60
(6) Mein Vater, meine Mutter oder andere Erziehungspersonen
hatten dauernd an mir etwas auszusetzen. .54 .58
(*7) Mein Vater, meine Mutter oder andere Erziehungspersonen
waren für mich da, wenn ich Probleme hatte. .61 .63
(8) Es kam häufig vor, dass mich mein Vater, meine Mutter
oder andere Erziehungspersonen vor anderen Kindern und
Jugendlichen blossstellten. .58 .43
(9) Zuhause fühlte ich mich nicht richtig wohl, weil wir kein
gutes Familienleben hatten. .66 .45
(*10) Zu meinem Vater, meiner Mutter oder anderen
Erziehungspersonen hatte ich eine ziemlich
vertrauensvolle Beziehung. .65 .44
(11) Mein Vater, meine Mutter oder andere Erziehungspersonen
konnten mir nur schwer verzeihen, wenn es wegen mir
Unannehmlichkeiten gab. .47 .60
(12) Mein Vater, meine Mutter oder andere Erziehungspersonen
stritten sich mehr als andere Leute. .53 .62
----------------------------------------------------------------------
(II) Skala Selbstsicherheit versus Selbstunsicherheit
(*1) Als Kind oder Jugendliche(r) konnte ich meine Leistung
steigern oder beibehalten, wenn ich mit anderen in
Konkurrenz stand. .28 -.37
(2) In der Schule hatte ich Schwierigkeiten, eigene Ideen
in Worte zu fassen. .43 .57
(3) In meiner Kindheit und Jugend hatte es viele Situationen
gegeben, in denen ich mich nicht wohl fuehlte. .34 .45
(4) Ich würde mich als Pechvogel in meiner Kindheit und
Jugend bezeichnen. .34 .45
(5) In meiner Kindheit und Jugend wurde ich häufig von
Schuldgefuehlen geplagt. .39 .51
(6) Als Kind und Jugendliche(r) habe ich oft unter Gedanken
gelitten, die ich nur muehsam wieder abstellen konnte. .33 .44
(*7) Als Kind und Jugendlicher hat es mir Spaß gemacht, für
ein Problem neue Loesungswege zu suchen. .30 -.41
(*8) In meiner Kindheit und Jugend ist es mir leicht gefallen,
anderen meine Ideen zu unterbreiten und ihre
Verwirklichung durchzusetzen. .50 -.65
(*9) In meiner Kindheit und Jugend kam es häufig vor,
dass sich andere an meiner Meinung orientierten. .50 -.64
(*10) In meiner Kindheit und Jugend habe ich oft
Verbesserungsvorschlaege gemacht. .40 -.54
(*11) In meiner Kindheit und Jugend ist es mir leicht gefallen,
Menschen schnell für mich zu gewinnen. .32 -.45
(*12) Wenn ich als Kind oder Jugendliche(r) Situationen
abschätzen sollte, die nicht ganz überschaubar waren,
traf mein Urteil meistens zu. .31 -.40
(*13) In meiner Kindheit oder Jugend habe ich das Wesentliche
einer Sache sofort erkannt. .33 -.43
(14) In meiner Kindheit und Jugend habe ich häufig sehr
schnell aufgegeben. .34 .44
(15) In meiner Kindheit und Jugend habe ich mich im Vergleich
zu anderen haeufig geaergert. .28 .38
----------------------------------------------------------------------
(III) Skala schulisches Engagement
(*1) In schulischen Dingen war ich immer sehr faul. .66 -.77
(2) In der Schule war ich immer sehr ehrgeizig. .62 .75
(*3) Eigentlich sass ich in der Schule nur meine Zeit ab. .60 -.66
(*4) Ich machte meine Hausaufgaben eigentlich nur selten. .55 -.59
(5) Ich ging immer sehr gerne zur Schule. .53 .57
(6) Für gewöhnlich beteiligte ich mich mit Interesse am
Unterricht. .49 .51
(7) Wenn ich nach der Schule nachhause kam, erledigte ich als
erstes meine Hausaufgaben. .46 .49
----------------------------------------------------------------------
(IV) Skala Kindliches Kontaktverhalten
(1) Seit meiner frühesten Kindheit spielte ich häufig mit
anderen Kindern. .55 .67
(2) In der Schulzeit war ich eigentlich immer in den
so genannten "Klassenclan" integriert. .59 .59
(3) Mit meinen Schulkameraden habe ich mich auch ausserhalb
der Schule haeufig getroffen. .54 .59
(4) In der Schule war ich bei meinen Mitschülern eigentlich
immer anerkannt. .56 .55
(5) Im frühen Kindesalter habe ich meine Zeit fast nur mit
gleichaltrigen Kindern verbracht. .43 .54
(6) Innerhalb unserer Schulklasse hielten wir zusammen wie
"Pech und Schwefel". .40 .41
----------------------------------------------------------------------
 

Durchführung

 

Testformen

Es gibt nur eine Testform für Einzel- und Gruppentests.
 

Altersbereiche

Erwachsene ab 18 Jahren.
 

Durchführungszeit

Ca. 15-30 Minuten.
 

Material

Fragebogen und Schreibgerät.
 

Instruktion

Es liegt eine standardisierte schriftliche Instruktion vor.

Anleitung
Im folgenden finden Sie einige Aussagen, die Ihre Meinungen und Interessen betreffen, sowie persönliche Angaben über Ihre Befindlichkeit und Person.
Jeder Mensch hat seine eigenen Ansichten und Auffassungen über sich und sein Leben, es gibt hier also keine richtigen und falschen Antworten.
Sie können sich frei und unbefangen äußern, Ihre Angaben werden streng vertraulich behandelt. Die Beantwortung der Fragen ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn Sie nach bestem Wissen antworten. Überlegen Sie also bitte nicht erst, welche Antwort wohl den besten Eindruck macht, sondern antworten Sie so, wie es Ihrer Meinung nach zutrifft.
Sie sollten sich nicht an den einzelnen Fragen "festbeißen", sondern die Antwort geben, welche Ihnen zuerst in den Sinn kommt.
Durch mehrere Antwortmöglichkeiten haben wir versucht, die Beantwortung möglichst individuell zu gestalten. Aber auch das hat Grenzen. Es wird daher wohl einige Fragen geben, deren Beantwortung für Sie nicht ganz einfach sein wird. Kreuzen Sie trotzdem immer eine Antwort an, die am ehesten bei Ihnen zutrifft.
Es sind zwei Pole vorgegeben, die Zeichen (--) und (++), dazwischen finden sich jeweils die Abschwächungen (-) bzw. (+). Sie sollen entscheiden, wie stark die jeweilige Aussage auf Sie zutrifft und das entsprechende Symbol ankreuzen.

Dabei haben die Symbole folgende Bedeutungen:
(--) = trifft gar nicht auf mich zu
(- ) = trifft eher nicht auf mich zu
(+ ) = trifft eher auf mich zu
(++) = trifft ganz genau auf mich zu.

Beispiel: Häufig könnte ich die Welt umarmen. (--) (-) (+) (++)
Im Beispiel sei "(-)" angekreuzt, das heißt in Worten: "Es kommt selten vor, dass ich die ganze Welt umarmen könnte." Falls Sie sich beim Ankreuzen geirrt haben, machen Sie bitte einen Kreis um die nicht gültige Antwort, und kreuzen Sie dann die zutreffende Antwort in der üblichen Weise an, wie im obigen Beispiel. Bitte setzen Sie Ihre Markierungen auf die Symbole und nicht in die Zwischenräume. Bevor Sie nun beginnen, die folgende Auskunft:

"Ich habe die Anweisung verstanden und bin entschlossen, offen zu antworten."
Ja o --- Nein o
 

Durchführungsvoraussetzungen

Das Verfahren kann von Hilfskräften durchgeführt und ausgewertet werden.
 

Testkonstruktion

Ausgangspunkt für die Konstruktion des BIFA war eine systematisch zusammengestellte Fragensammlung aus Anamneseschemata psychosomatischer, psychotherapeutischer und psychiatrischer Kliniken in Deutschland (Schmitt, 1999). Die Daten dieses Primärfragebogens, der 425 Items aus 11 Inhaltsbereichen umfasste, wurden bei einer repräsentativen Stichprobe von 517 Personen aus der Normalbevölkerung erhoben. Die Items des Primärfragebogens entstammen aus den folgenden 11 Inhaltsbereichen:
(1) Frühe Kindheit;
(2) Schulalter;
(3) Beruf;
(4) Privatleben;
(5) Familie;
(6) Erziehung und Sozialisation;
(7) Sexuelle Entwicklung und Verhalten;
(8) Partnerschaft;
(9) Eigene Kinder;
(10) Psychophysische Konstitution;
(11) Selbsteinschätzung/Primärpersönlichkeit.
In einem ersten Schritt wurde dieser Primärfragebogen einer Faktorenanalyse, genauer zwei Varianten der Faktorenanalyse unterzogen: 1. einer Hauptkomponentenanalyse, die eher für das Auffinden der Faktoren herangezogen wurde, und 2. einer Hauptachsenanalyse, mit der die genaueren, endgültigen Berechnungen vorgenommen wurden. Mittels dieser Faktorenanalyse aller 425 Items konnten anhand des "Scree-Test" von Cattell (1966) acht klar voneinander getrennte Faktoren ermittelt werden, die jeweils zwischen 13 und 61 Items enthielten.
Über iterative Analysen wurden die bedeutsamen Items dieser Faktoren ermittelt und itemanalytisch (Trennschärfe, Schwierigkeit, Reliabilität, Faktorladung) überprüft (siehe Tabelle 1). In der Ladungsmatrix der Faktoren zeigen sich hohe Ladungen (> .4) auf den jeweiligen Zielfaktoren, während die Nebenladungen auf den anderen Faktoren niedrig sind (< .25). Homogenität und Eindimensionalität der Skalen sowie die Eindimensionalität der Items finden sich so bestätigt. Aus diesen Items wurden die folgenden acht bipolaren Kurzskalen mit insgesamt 63 Items gebildet, welche die zentralen Dimensionen der menschlichen Biographie wiedergeben:
1. Primärsozialisation
2. Neurotizismus
3. Partnerschaftszufriedenheit
4. Generationsunterschiede
5. Schulisches Engagement
6. Berufszufriedenheit
7. Idealität
8. Kindliches Kontaktverhalten.
(1) Primärsozialisation (günstig versus ungünstig): Die erste Skala beschreibt die primäre Sozialisation, wobei vor allem die Beziehung zwischen dem Kind und den Eltern genauer erfasst wird. Dieser Faktor erwies sich als sehr stabil, denn er wurde auch in anderen Untersuchungen aufgefunden, die sowohl andere Primärfragebögen als auch andere Stichproben verwendeten (Bühler, Bühler & Mörschel, 1981; Charis, 1992: eigener Fragebogen und eigene Stichprobe; Choi, 1992; gleicher Fragebogen wie Charis, 1992, jedoch eigene Stichprobe; Preuss, 1984: gleicher Fragebogen wie Bühler et al., 1981, jedoch eigene Stichprobe).
(2) Selbstbewusstsein versus Selbstunsicherheit: Im Mittelpunkt der Skala "Selbstbewusstsein versus Selbstunsicherheit" stehen selbstbewusste und neurotisch auffällige Verhaltens- und Erlebensweisen.
(3) Partnerschaftszufriedenheit: Die dritte Skala beinhaltet die verschiedenen Aspekte einer längeren Partnerschaft bzw. Ehe, wobei sowohl das Verhältnis der Partner untereinander als auch die Beziehung des Partners zu Verwandten und Freunden berücksichtigt wird.
(4) Generationsunterschiede: Spezifische Generationsmerkmale, wie z.B. Lebensgewohnheiten oder Partnerschaftsdauer, lassen sich anhand der vierten Skala entsprechend den jüngeren bzw. älteren Versuchsteilnehmern differenzieren.
(5) Schulisches Engagement: Die fünfte Skala beschäftigt sich mit der sekundären Sozialisation, womit Erfahrungen und Einstellungen im schulischen Werdegang gemeint sind.
(6) Berufszufriedenheit: Die sechste Skala erfasst die Arbeits- und Berufswelt und berücksichtigt im Besonderen auch das Verhältnis zu Vorgesetzen und Mitarbeitern.
(7) Soziale Konformität: Mit der Skala "Idealität" lassen sich eine Reihe sozial auffälliger Verhaltensweisen, wie z.B. Alkoholismus oder psychische Störungen, erfassen.
(8) Kindliches Kontaktverhalten: Die achte Skala schließlich beinhaltet Aspekte des kindliche Kontaktverhaltens.

Tabelle 1
Pattern Matrix (rotierte Faktorladungen) der 63 Items, die letztlich zur Skalenbildung herangezogen wurden
------------------------------------------------------------ 
Faktoren
Item 1 2 3 4 5 6 7 8
------------------------------------------------------------
V217 .90
V205 .84
V199 .81
V216 .79
V198 .75
V200 .70
V218 .68
V206 .57
V209 .56
V234 .50
V277 .78
V320 .78
V185 .74
V260 .73
V99 .73
V322 .65
V371 .61
V53 .52
V390 .66
V303 .65
V335 .55
V241 .54
V88 .54
V331 .54
V113 .49
V416 .48
V382 .77
V407 .75
V418 .65
V310 .60
V362 .56
V354 .51
V55 .49
V366 .59
V48 .56
V285 .51
V384 .49
V323 .49
V380 .48
V261 .44
V56 .43
V64 .56
V100 .55
V188 .52
V191 .26 .46
V334 .45
V424 .44
V246 .42
V37 .40
V71 -.67
V267 -.65
V62 -.63
V284 -.60
V102 -.53
V20 -.52
V110 -.47
V115 -.46
V412 .67
V86 .59
V410 .59
V393 .55
V394 .55
V318 .41
------------------------------------------------------------

Die Eindimensionalität der Skalen wurde durch eigene Faktorenanalysen für jede einzelne Skala bestimmt. Der jeweils erste Eigenwert einer Skala beträgt ein Vielfaches der übrigen Eigenwerte. Dies ist ein Hinweis darauf, dass in jeder Skala jeweils nur ein einziger, allen Items gemeinsamer Faktor enthalten ist. Die Skalen können somit als eindimensional bezeichnet werden.
Als Voraussetzung für die einfache Aufaddierung der Rohwerte der Items zur unproblematischen Anwendung des Tests wurde die Parallelität der Skalenitems überprüft. Die Korrelationen der Faktorwerte mit den Skalenwerten sind mit Werten zwischen .89 und .98 signifikant (siehe Tabelle 2). Die daher durchgeführte Addition der Items erleichtert die Testauswertung wesentlich.

Tabelle 2
Korrelation der Faktoren (Zeilen) mit den Skalen (Spalten)
---------------------------------------------------------------------- 
PSOZIALI BERUFSZUF KKONTAKT SCHULENG
GENERAT IDEALITAET Sb./Su. PARTZUF
----------------------------------------------------------------------
FAC soz .93 .07 -.01 .00 -.04 .03 -.02 -.01
FAC gen .04 .89 .01 -.02 .00 .07 .01 .01
FAC ber .01 -.01 -.93 -.02 -.04 .07 -.02 -.02
FAC ide .00 -.05 .02 .98 -.04 -.03 .03 .02
FAC kko -.03 .04 .02 -.01 .90 -.09 .04 .02
FAC Sb./Su..01 .08 -.04 -.03 -.10* .89 -.01 -.02
FAC sch -.02 -.02 .01 .01 .06 -.02 .96 .01
FAC par -.02 .06 .01 .01 .03 -.06 .01 .92
----------------------------------------------------------------------
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Der Fragebogen zeigt optimale Objektivität hinsichtlich Durchführung und Auswertung.
 

Reliabilität

Die Reliabilitätskoeffizienten wurden zum einen über Cronbachs Alpha, als Split-half-Koeffizienten nach Guttmann und Spearman-Brown bzw. zum anderen anhand eines Testwiederholungsverfahren berechnet. Mit Ausnahme der Skalen "Schulisches Engagement" und "Kindliches Kontaktverhalten", deren Test-Retestreliabilitäten mit .76 bzw. .77 geringfügig niedriger als die Schätzungen mit Cronbachs Alpha ausfielen, lagen die hierbei berechneten Reliabilitäten mit Werten zwischen .86 und .91 zum großen Teil über den Schätzungen, die mittels der Konstruktionsstichprobe vorgenommen wurden. Die Skalen können somit als sehr zuverlässig angesehen werden.

Tabelle 3
Testkritische Angaben zu den Skalen
---------------------------------------------------------------------- 
Skalenkennwerte Items M SD Kurtosis Schiefe Range
----------------------------------------------------------------------
Kindliches Kontaktverhalten 6 18.1 3.3 0.21 0.82 6-24
Berufszufriedenheit 8 23.9 4.4 0.69 -0.70 8-32
Schulisches Engagement 7 20.7 4.3 -0.32 -0.38 7-28
Idealitaet 8 24.6 6.3 0.01 -0.96 8-32
Generationsunterschiede 8 22.7 5.7 -0.61 -0.03 9-36
Selbstbew./Selbstuns. 15 5.8 3.3 -0.50 0.36 1-15
Primaersozialisation 12 4.1 3.7 -0.86 0.62 0-12
Partnerschaftszufriedenheit 10 31.4 5.9 1.28 -1.16 10-40
----------------------------------------------------------------------
Reliabilitaet Cronbach Spearman Guttman Retest
----------------------------------------------------------------------
Kindliches Kontaktverhalten .77 .78 .78 .77
Berufszufriedenheit .80 .79 .79 .90
Schulisches Engagement .82 .79 .75 .76
Idealitaet .80 .77 .77 .91
Generationsunterschiede .74 .72 .67 .87
Selbstbew./Selbstuns. .76 .73 .73 .86
Primaersozialisation .76 .75 .74 .71
Partnerschaftszufriedenheit .88 .90 .90 .90
----------------------------------------------------------------------
Anmerkungen. M = Mittelwert, SD = Standardabweichung, Items = Itemzahl.
 

Validität

Zur Veranschaulichung der inhaltlichen Validität wurde der BIFA den Ergebnissen der vergleichenden Untersuchung der folgenden in der Literatur vorkommenden biographischen Fragebögen gegenübergestellt:
- Biographical Inventory for Students (BIS; Siegel, 1956);
- Biographischer Fragebogen zur Auswahl von Außendienstmitarbeitern (BF-AAM; Knoblauch, 1986);
- Biographisches Inventar zur Diagnose von Verhaltensstörungen (BIV; Jäger, Lischer, Münster & Ritz & Fuchs-Entzminger, 1976);
- Fragebogen zur Erfassung der Lebensgeschichte (FEL; Fricke, 1977);
- Mannheimer Biographisches Inventar (MBI; Jäger et al., 1973);
- Minnesota-Briggs History Record (MBHR; Briggs, Rouzer, Hamberg & Holman, 1972);
- Personal History Index (PHI; Baehr, Burns & McMurry, 1965);
- University of Georgia Biographical Inventory (UGBI; Owens & Schoenfeldt, 1979).
Bei diesem Vergleich zeigt sich, dass fünf von den sechs ermittelten zentralen Dimensionen der Biographie (Familie, Soziale Aktivität, Schule, Beruf, Persönlichkeit, Gesundheit) auch im BIFA vorhanden sind (siehe folgende Aufstellung).
-------------------------------------------------------------------------------- 
BIS PHI MBHR BIV MBI FEL UGBR BF-AAM BIFA
Siegel Baehr Brigss Jaeger Jaeger Fricke Owens Knoblauch Buehler
1956 et al. et al. et al et al 1977 Schoenf. Kollmansp.
1965 1972 1973 1976 1979 1986 1999
--------------------------------------------------------------------------------
Familie x X x x X X x x x
Soz.Aktivit. x X x x X X x x x
Schule X x x X x x x
Beruf x X x x x x
Persoenl. x X x x X X x x x
Gesundheit x X x x X x
--------------------------------------------------------------------------------
 

Normierung

Stichprobenbeschreibung:
In einem Zeitraum von einem halben Jahr (Januar 1995 bis Juni 1995) wurden insgesamt 517 Versuchsteilnehmer in einem Alter von 16 bis 75 Jahren befragt. Das Durchschnittsalter betrug 39.1 Jahre. Es liegt eine Transformationstabelle der Skalenrohwerte in T-Werte vor (siehe Tabelle 4). Die Eichstichprobe mit 517 Personen wies keine signifikanten Abweichungen von der Normalbevölkerung auf.
In den vorliegenden "Biographischen Fragebogen" (BIFA) wurden jedoch nur die Vergangenheitsskalen (1) Günstige versus ungünstige Primärsozialisation (12 Items), (2) Selbstbewusstsein versus Selbstunsicherheit (15 Items), (3) Schulisches Engagement (7 Items) und (4) Kontaktverhalten (6 Items) aufgenommen.
Die Gegenwartsskalen (1) Partnerschaftszufriedenheit (10 Items), (2) Generationsunterschiede (8 Items), (3) Berufszufriedenheit (8 Items) und (4) Idealität (8 Items) sollen Teil des "Fragebogens für Psychovulnerabilität und Psychoprotektion" (FPVP) werden.

Tabelle 4
Transformationstabelle der Skalenrohwerte in T-Werte und Prozentrangwerte
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Kindliches Selbstbewusstsein/ Primaer- Schulisches
Kontaktverhalten Selbstunsicherheit sozialisation Engagement
----------------------------------------------------------------------
Roh- T- Prozent- T- Prozent- T- Prozent- T- Prozent-
wert Wert rang Wert rang Wert rang Wert rang
----------------------------------------------------------------------
0 26.2 2 39.3 12 23.4 0
1 32.1 6 32.7 2 42 30 34.2 4
2 36.7 13 35.7 7 44.8 42 39.3 24
3 40.7 22 38.7 14 47.5 51 47.4 55
4 44.8 37 41.6 23 50.2 58 56.4 93
5 51 70 44.6 32 52.8 65 74.2 98
6 60.3 100 47.6 43 55.6 70 74.4 99
7 50.5 54 58.3 76 81.0 100
8 53.5 65 61 81
9 56.5 75 63.7 86
10 59.5 82 66.4 91
11 62.4 87 69.2 95
12 65.4 91 71.9 99
13 68.4 95
14 71.4 97
15 74.3 99
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Anwendungsmöglichkeiten

Der BIFA gibt dem Diagnostiker ein Inventar an die Hand, mit dem sich die zentralen Bereiche einer Lebensgeschichte schnell und praxisnah ermitteln lassen. Dies ermöglicht neben der Anwendung in differentialdiagnostischen und -therapeutischen Bereichen im Rahmen von typologischen Ansätzen auch die Anwendung zu Forschungszwecken. Zielgruppe sind entsprechend der Normierung erwachsene Personen einer nicht klinischen Population. Bei klinischen Populationen sind gesonderte Normierungen erforderlich. Mit dem BIFA erscheint es möglich, in kurzer Zeit einen Überblick über biographisch bedeutsame Bereiche eines neuen Probanden zu gewinnen.
 

Bewertung

Mit der Konstruktion des BIFA ist es gelungen, einen biographischen Fragebogen zu entwickeln, der mit wenigen Fragen die zentralen Dimensionen der Lebensgeschichte erfasst. Mit dem BIFA erscheint es möglich, in kurzer Zeit einen Überblick über biografische Aspekte eines neuen Probanden zu gewinnen.
Besonderer Wert wurde darauf gelegt, einen allgemeinen, breit angelegten Fragebogen zu entwickeln, der bei vielen Populationen eingesetzt werden kann. In der Untersuchung der bisher existierenden biographischen Inventare zeigt sich nämlich, dass der Anwendungsbereich aufgrund sehr spezieller Testkonzepte stark eingeengt ist, z.B. auf bestimmte Altersgruppen wie im Mannheimer Biographischen Inventar oder auf psychiatrische Patienten wie im Minnesota-Briggs History Record.
Abschließend bleibt noch eine kritische Bemerkung zur Validität biographischer Fragebögen. Obwohl biographische Inventare ein sehr breit angelegtes Anwendungsfeld besitzen, fehlt immer noch ein formales Modell bzw. eine explizite Theorie hinsichtlich biographischer Daten. Die empirisch-statistischen Vorschläge, die sich in der Literatur finden, z.B. Baehr und Williams (1967, 1968) oder das Konzept von Owens (1982), die sich im Prinzip auf explorative Faktorenanalysen und eine pragmatische Interpretation der gefundenen Faktorenstrukturen beschränken, zeigen höchstens auf, dass bei großen Stichproben die Menge der biographischen Informationen auf eine geringe Anzahl von Faktoren zurückzuführen ist. Eine echte Theorie zur biographischen Analyse, insbesondere eine Konstruktvalidierung, steht bisher aus.
 

Literatur

  • Veröffentlichung und erste Anwendung:
  • Kollmannsperger, E. (1999). Konstruktion und empirische Analyse eines biographischen Fragebogens unter Berücksichtigung einer vergleichenden Untersuchung internationaler biographischer Inventare. Unveröffentlichte Dissertation, Universität Würzburg.
  • Kollmannsperger, E. (2000). Konstruktion und empirische Analyse eines biographischen Fragebogens unter Berücksichtigung einer vergleichenden Untersuchung internationaler biographischer Inventare [226 Seiten auf 3 Mikrofiches]. Marburg: Tectum.
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  • Zitierte Literatur:
  • Baehr, M.E. & Williams, G.B. (1967). Underlying dimensions of personal background data and their relation to occupational classification. Journal of Applied Psychology, 51, 481-490.
  • Baehr, M.E. & Williams, G.B. (1968). Prediction of sales success from factorially determined dimensions of personal background data. Journal of Applied Psychology, 52, 98-103.
  • Baehr, M.E., Burns, R.K. & McMurry, R.N. (1965). Personal History Index. Chicago, Ill.: The University of Chicago, Industrial Relations Center.
  • Briggs, P.F., Rouzer, D.L., Hamberg, R.L. & Holman, T.H. (1972). Seven scales for the Minnesota-Briggs History Record with reference group data. Journal of Clinical Psychology, 28 (4), 431-448.
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  • Cattell, R.B. (1966). The Scree-Test for the number of factors. Multivariate Behavioral Research, 1, 245-276.
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  • Fricke, W. (1977). Analysen zur Standardisierung und Validierung eines anamnestischen Fragebogens unter sekundärer Berücksichtigung möglicher Implikationen auf eine Bewertung retrospektiver Erhebungsstrategien. Unveröffentlichte Dissertation, Universität Braunschweig.
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  • Jäger, R.S., Lischer, S., Münster, B., Ritz, B. & Fuchs-Entzminger, H. (1976). Biographisches Inventar zur Diagnose von Verhaltensstörungen (BIV). Göttingen: Hogrefe.
  • Jäger, R.S. & Nord-Rüdiger, D. (1983). Biographische Analyse. In W.R. Minsel & R. Scheller (Hrsg.), Diagnostik (S. 62-81). München: Kösel.
  • Knoblauch, R. (1986). Die Auswahl von Außendienstmitarbeitern in der Pharmazeutischen Industrie mit Hilfe eines biographischen Fragebogens. In H. Schuler & W. Stehle (Hrsg.), Biographische Fragebogen als Methode der Personalauswahl (S. 91-113). Stuttgart: Verlag für Angewandte Psychologie.
  • Owens, W.A. (1982). A classification of persons: Longitudinal evidence and potential utility. Paper read at the 20th International Congress of Applied Psychology, Edinburgh.
  • Owens, W.A. & Schoenfeldt, L.F. (1979). Toward a classification of persons. Journal of Applied Psychology, 65 (1), 569-607.
  • Preuss, W. (1984). Zur Biographik in Psychologie und Medizin mit einem empirischen Teil über biographische Faktoren des Alkoholismus. Unveröffentlichte medizinische Dissertation, Universität Würzburg.
  • Siegel, L. (1956). A biographical inventory for students: I. Construction and standardization of the instrument. Journal of Applied Psychology, 40 (1), 5-11.
  • Schmitt, J. (1999). Die Bedeutung der biographischen Anamnese in psychiatrischen, psychosomatischen und psychotherapeutischen Einrichtungen. Unveröffentlichte medizinische Dissertation, Universität Würzburg.
  • Schmitt, J., Bühler, K.-E. & Haltenhof, H. (2001). Bedeutung der Biographie und Erhebung der biografischen Anamnese in der Psychiatrie. Psycho, 27, 157-160.
  • Siegel, L. (1956). A biographical inventory for students: 1. Construction and standardization of the instrument. Journal of Applied Psychology, 40 (1), 5-11.
 
 Autorenbeschreibung: Karl-Ernst Bühler (16.11.2005)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Questionnaires; Biographical Inventories; Test Norms; Biographical Data; Clinical Psychology; Medical Psychology; Neuroticism; Socialization; Patient History; Family Background; Educational Background

Klassische Testtheorie; Fragebögen; Biographische Fragebögen; Testnormen; Biographische Angaben; Klinische Psychologie; Medizinische Psychologie; Neurotizismus; Sozialisation; Krankengeschichte; Familiärer Hintergrund; Bildungshintergrund

 weitere Schlagworte:

1999; Open Access; 40 Items; Vergangenheitsskalen: 1 Günstige versus ungünstige Primärsozialisation, 2 Selbstbewusstsein versus Selbstunsicherheit, 3 Schulisches Engagement, 4 Kontaktverhalten; Normierungsjahr: 1995
 Klassifikation:

Klinische Psychodiagnostik; Medizinische Behandlung
Explorations- und Anamneseschemata
13.3
 Anwendungstyp: Individual Diagnosis
 Art der Publikation: Test; Electronic Resources (90; 94)
 Sprache: German
 Land: Germany
 Publikationsjahr: 1999
 Änderungsdatum: 200512
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