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Mobilitätsskala (PSYNDEX Tests Abstract)

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9004489
 

MOB-BG - Mobilitätsskala (PSYNDEX Tests Abstract)

 

Mobility Scale/author

 Dalbert, C.
 (1999). Mobilitätsbereitschaften. Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Pädagogik.

Online im Internet: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=testarchiveintro

 Bezugsquelle: Das Verfahren ist im "Elektronischen Testarchiv" des ZPID enthalten und steht unter der "Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported (CC BY-NC-ND 3.0)"-Lizenz (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de); es kann für nichtkommerzielle Forschungs- und Unterrichtszwecke kostenlos eingesetzt werden. ; URL: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=userlog ; Stand: 1.5.2016.
 Adresse(n): o Prof. Dr. Claudia Dalbert bei PsychAuthors: https://www.zpid.de/psychauthors/index.php?wahl=forschung&uwahl=psychauthors&uuwahl=p00384CD
 WWW-Informationen:
  • o Die Mobilitätsskala beim Arbeitsbereich Pädagogische Psychologie, Institut für Pädagogik, Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg [PDF] (http://www.erzwiss.uni-halle.de/gliederung/paed/ppsych/sdmobbg.pdf) (Stand: 3.7.2002).
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Die Erhebung der geographischen und beruflichen Mobilitätsbereitschaft bietet sich in der Forschung zu Berufsentwicklung und Karrieregestaltung sowie in der Personalpsychologie an.


Aufbau:
Die MOB-BG besteht aus zwei Skalen. Die Skala Berufsmobilität umfasst 10 Items, von denen fünf vor der Skalenbildung umkodiert werden müssen (positiv gepolt: 1, 4, 8, 10, 19; negativ gepolt: 7, 12, 14, 16, 18). Die Skala Geographische Mobilität umfasst ebenfalls 10 Items, von denen fünf Items vor der Skalenbildung umcodiert werden müssen (positiv gepolt: 2, 5, 6, 17, 20; negativ gepolt: 3, 9, 11, 13, 15). Jedes Item ist auf einer sechsstufigen Antwortskala mit Abstufungen von "stimmt genau" bis "stimmt überhaupt nicht" zu beurteilen.


Grundlagen und Konstruktion:
Bei der Konstruktion der Skala wurde zum einen von der Hypothese ausgegangen, dass Intentionen oder Handlungsbereitschaften gute Prädiktoren der Handlungen selbst sind. Zum anderen wurde postuliert, dass die Bereitschaft zur geographischen Mobilität, also berufsbedingt innerhalb Deutschlands umzuziehen oder für eine begrenzte Zeit ins Ausland zu gehen, von der beruflichen Mobilitätsbereitschaft, also der Bereitschaft beruflich etwas anderes zu machen, umzuschulen etc., deutlich zu trennen ist. Es ist gelungen zwei homogene und deutlich unterscheidbare Mobilitätsdimensionen zu operationalisieren, die die Bereitschaft zu Berufsmobilität und zu geographischer Mobilität erfassen.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Der Homogenitätskoeffizient Alpha betrug in der Konstruktionsstichprobe für die Berufsmobilität Alpha = .88 und für die Geographische Mobilität Alpha = .91. Die Trennschärfen variierten zwischen rit = .42 und rit = .81. In einer Untersuchung an n = 392 RealschülerInnen der neunten Klassenstufe (Dette, 2001) betrug Alpha für die Berufsmobilität Alpha = .68 und für die Geographische Mobilität Alpha = .81.
Validität: (Faktorielle Validität:) Aus einem größeren Itempool konnten in der Konstruktionsstichprobe von 94 Studierenden die erwarteten zwei Faktoren identifiziert werden. Aus den so identifizierten geeigneten Items wurden pro Dimension je fünf positiv gepolte und je fünf negativ gepolte Items, die das Kriterium der Einfachstruktur erfüllten, ausgewählt.
(Konstruktvalidität:) Beide Mobilitätsskalen korrelierten in der Konstruktionsstichprobe untereinander zu r = .54 (p < .001) und bei Dette (2001) zu r = .17 (p < .001). Beide Dimensionen korrelierten in der Konstruktionsstichprobe nicht mit der Neigung zu sozial erwünschtem Antwortverhalten.
LehramtsanwärterInnen können erwarten, ihren Beruf in der Nähe ihres Studienortes ausüben zu können. Mehr noch, ihr Studienabschluss berechtigt sie zunächst nur zur Berufsausübung in dem Bundesland, in dem sie den Studienabschluss erworben haben. Sie sollten daher eine geringe geographische Mobilität aufweisen. Diplomstudierende hingegen müssen bereit sein, sich überregional zu bewerben, und ihr Diplom gilt im gesamten Bundesgebiet als berufsqualifizierender Abschluss. Diplomstudierende sollten von daher über eine ausgeprägtere geographische Mobilitätsbereitschaft verfügen als LehramtsanwärterInnen. LehramtsanwärterInnen für das Lehramt an Gymnasien streben eine Beamtenkarriere an und werden daher über eine geringere Berufsmobilität verfügen als Diplomstudierende, da das Diplom ein berufsflexibler Abschluss ist. LehramtsanwärterInnen für das Lehramt an Berufsschulen waren bereits berufsmobil. In der Regel handelte es sich in der Konstruktionsstichprobe um Ingenieure FH u.ä., die in ihrem Beruf bereits tätig waren, bevor sie sich für ein Zusatzstudium zum Berufsschullehrer/-lehrerin entschieden. Die Hypothesen wurden mittels einfaktorieller Varianzanalysen mit einem dreistufigen Faktor Studienziel geprüft. Die Bereitschaft zur Berufsmobilität war bei den zukünftigen GymnasiallehrerInnen signifikant schwächer ausgeprägt (M = 3.04, SD = 0.81) als bei den Diplomstudierenden (M = 3.83, SD = 1.04) und den zukünftigen BerufsschullehrerInnen (M = 3.84, SD = 0.97). Die Bereitschaft zur geographischen Mobilität war bei den Diplomstudierenden (M = 4.36, SD = 1.27) signifikant stärker ausgeprägt als bei den LehramtsanwärterInnen (Gymnasium: M = 3.58, SD = 0.95; Berufsschule: M = 3.62, SD = 1.26).
Mobilitätsbereitschaft meint die Bereitschaft, sich auf eine neue, persönliche bedeutsame Situation, also auf eine ungewisse Situation einzulassen. Erwartungskonform zeigte sich in der Konstruktionsstichprobe, dass die Ungewissheitstoleranz (Dalbert, 1999) zusätzlich zum Studienziel sowohl die Bereitschaft zur Berufsmobilität (beta = .37) als auch zur geographischen Mobilität (beta = .26) vorhersagte.
In einem komplexen Pfadmodell zur Vorhersage unterschiedlicher Facetten der Mobilitätsbereitschaften bei RealschülerInnen erwies sich erneut die Ungewissheitstoleranz als signifikanter Prädiktor der beruflichen Mobilitätsbereitschaft (beta = .14; Dette, 2001). Wenn darüber hinaus die beruflichen Ziele der SchülerInnen bereits ausgeprägt waren und wenn bereits eine Berufsausbildung geplant war, dann war die berufliche Mobilitätsbereitschaft (beta = -.15/-.13; Dette 2001) gering ausgeprägt. Die geographische Mobilitätsbereitschaft stand hingegen mit den Einstellungen der Eltern und der Peers sowie dem Individualismus und Kollektivismus der SchülerInnen selbst in signifikantem Zusammenhang (R = .57). Je positiver die Einstellungen der Eltern und Peers zur geographischen Mobilität waren, je ausgeprägter der Individualismus und je schwächer der Kollektivismus waren, desto ausgeprägter war die geographische Mobilitätsbereitschaft.
Normen: Für die MOB-BG liegen keine Normen vor. Beide Dimensionen variierten nicht zwischen den Geschlechtern.

 

Altersbereiche

Erwachsene.
 

Durchführungszeit

Die Mobilitätsskala ist in 5 Minuten zu bearbeiten.
 

Literatur

  • Dalbert, C. (1999). Die Ungewißheitstoleranzskala: Skaleneigenschaften und Validierungsbefunde (Hallesche Berichte zur Pädagogischen Psychologie Nr. 1, 1999). Halle (Saale): Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
  • Dette, D. (2001). Personale und situative Prädiktoren der Mobilitätsbereitschaft von RealschulabgängerInnen. Eine empirische Analyse. Unveröffentlichte Diplomarbeit, Martin-Luther-Universität Halle, Institut für Psychologie.
 
 Autorenbeschreibung: Claudia Dalbert (27.06.2002)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Questionnaires; Rating Scales; Attitude Measures; Selection Tests; Personality Measures; Job Applicants; Industrial and Organizational Psychology; Personnel Evaluation; Personality Traits; Job Applicant Attitudes; Geographical Mobility

Klassische Testtheorie; Fragebögen; Rating-Skalen; Einstellungstests; Auslesetests; Persönlichkeitstests; Stellenbewerber; Arbeits- und Organisationspsychologie; Personalbeurteilung; Persönlichkeitsmerkmale; Stellenbewerbereinstellungen; Geographische Mobilität

 weitere Schlagworte:

1999; Open Access; 20 Items; Skalen: 1 Berufsmobilität, 2 Geographische Mobilität; Normierungsjahr: keine Angaben
 Klassifikation:

Persönlichkeitstests; Persönlichkeitseigenschaften und Persönlichkeitsprozesse; Arbeitnehmereinstellungen und Arbeitszufriedenheit
Sonstige Einstellungstests; Berufliche Einstellungstests
7.99; 7.3
 Anwendungstyp: Research (Tests)
 Art der Publikation: Test; Electronic Resources (90; 94)
 Sprache: German
 Übersetzungen: English
 Land: Germany
 Publikationsjahr: 1999
 Änderungsdatum: 200207
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