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Bereichsspezifischer Angstfragebogen für Kinder

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9004912
 

BAK - Bereichsspezifischer Angstfragebogen für Kinder (PSYNDEX Tests Review)

 

Specific Fear Survey Schedule for Children/zpid
Synonym(e): Bereichsspezifischer Angstfragebogen für Kinder Gesamt (G-BAK)

 Mack, B. W. & Petermann, F.
 (2017). BAK. Bereichsspezifischer Angstfragebogen für Kinder und Jugendliche [Testbox mit Manual, 10 Fragebögen Kinder und Jugendliche (BAK-K), 10 Fragebögen Eltern (BAK-E), 20 Auswertebögen, Auswerteschablone (BAK-K und BAK-E)]. Göttingen: Hogrefe.

Preis: Euro 119,00 (Testbox; Stand: 20.8.2017)

 Bezugsquelle: Testzentrale Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Herbert-Quandt-Straße 4, D-37081 Göttingen ; E-Mail: testzentrale@hogrefe.de ; URL: http://www.testzentrale.de/ ; Stand: 1.11.2017.
Anmerkung: Der Fragebogen ist bei Mack (2002, 2007) ausführlich mit den Items beschrieben. 2017 erschien eine Publikation als Bereichsspezifischer Angstfragebogen für Kinder und Jugendliche (BAK; Mack & Petermann, 2017).
 Adresse(n): o Prof. Dr. Franz Petermann bei PsychAuthors: https://www.psychauthors.de/psychauthors/index.php?wahl=forschung&uwahl=psychauthors&uuwahl=p00366FP
o Dr. Bernd W. Mack, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Martinistraße 52, D-20246 Hamburg ; E-Mail: mack@uke.uni-hamburg.de ; Stand: 1.1.2010
 WWW-Informationen:
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Der BAK erfasst spezifische Ängste bei Kindern und Jugendlichen zwischen 9 und 18 Jahren. Das Verfahren ist eine Revision der Kinder-Angst-Liste, welche im Rahmen einer Dissertation zum BAK weiterentwickelt wurde. Ziel der Testkonstruktion war ein ökonomisches und gleichzeitig reliables Instrument zur Erfassung verschiedener angstauslösender Bereiche. Das Verfahren sollte sich sowohl zur Selbsteinschätzung bei Kindern und Jugendlichen als auch zur Fremdeinschätzung durch deren Eltern eignen.


Aufbau:
Der BAK umfasst einen Fragebogen zur Selbsteinschätzung von Kindern und Jugendlichen (BAK-K) sowie einen Fragebogen zur Fremdeinschätzung durch deren Eltern (BAK-E). Die beiden Fragebögen unterscheiden sich lediglich hinsichtlich ihrer Instruktionen und setzen sich aus jeweils sieben Subskalen mit insgesamt 56 Items wie folgt zusammen: 1 Medizinischer Bereich (8 Items), 2 Naturgewalten (7 Items), 3 Kleine Tiere (7 Items), 4 Trennung/Unbekanntes (7 Items), 5 Schulbereich (9 Items), 6 Fehler/Kritik (9 Items), 7 Unfall/Tod (9 Items).


Grundlagen und Konstruktion:
Die Testkonstruktion erfolgte nach den Kriterien der Klassischen Testtheorie. Zunächst wurden auf der Grundlage des bereits bei der KAL verwendeten Itempools (116 Items) exploratorische Faktorenanalysen durchgeführt, welche in einer Siebenfaktorenstruktur (45.27% Gesamtvarianz) resultierten. Anschließend wurden schrittweise Items mit zu geringer Faktorladung oder Trennschärfe entfernt, so dass am Ende ein Fragebogen mit 56 Items resultierte. Die Übereinstimmungen der Faktorenstruktur zwischen Selbst- und Fremdeinschätzungsbogen (Faktorkongruenzkoeffizienten) wurde von den Testautoren als zufriedenstellend beurteilt.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Die Reliabilität des BAK wurde in Form interner Konsistenzen (Cronbachs Alpha) an mehreren Stichproben erfasst. Alle Kennwerte liegen zwischen Alpha = .80 und Alpha = .90 für die Subskalen und Alpha = .94 und Alpha = .95 für den Gesamtwert. Die Profilreliabilität wurde nicht berechnet.
Validität: Zur Beurteilung der Validität wurden konfirmatorische Faktorenanalysen durchgeführt und Skaleninterkorrelationen sowie Korrelationen zu anderen Verfahren zur Erfassung von Angst berechnet (Angstfragebogen für Schüler, Kinder-Angst-Test, Dental Subscale des Children's Fear Survey Schedule und Angst-Checkliste). Die Zusammenhänge fielen durchweg erwartungskonform aus. Sie unterstützen die Konstruktvalidität und Kriteriumsvalidität des BAK.
Normen: Die Datenerhebung fand zwischen Juli 2015 und März 2016 in sechs westdeutschen Bundesländern statt. Untersucht wurden N = 842 Schüler und Schülerinnen aus allen Schulformen im Alter zwischen 9 und 18 Jahren (n = 423 Jungen, n = 419 Mädchen). Die Normwerte des BAK-E basieren auf den Daten von N = 685 Müttern und Vätern der Kinder. Es liegen alters- und geschlechtsspezifische Normwerte in Form von Prozenträngen und T-Werten vor.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Der Bereichsspezifische Angstfragebogen für Kinder und Jugendliche (BAK; Mack, 2002, 2007; Mack & Petermann, 2017) erfasst spezifische Ängste bei Kindern und Jugendlichen zwischen 9 und 18 Jahren. Durch verschiedene Fragebögen können diese entweder mittels Selbsteinschätzung der Kinder und/oder Fremdeinschätzungen der Eltern festgehalten werden. Das Verfahren ist eine Revision der Kinder-Angst-Liste (KAL; Mack & Schröder, 1977), welche im Rahmen einer Dissertation zum BAK weiterentwickelt wurde (Mack, 2002, 2007). Ebenso wie die KAL handelt es sich auch beim BAK um ein Verfahren zur Erfassung der subjektiv-kognitiven Ängste von Kindern und Jugendlichen, spezifischer um ein sogenanntes Fear Survey Schedule. Das Verfahren wurde speziell für den Einsatz im klinischen Bereich entwickelt.
Die Items der KAL entstanden auf der Grundlage von Literaturrecherchen und klinischer Erfahrungen im Umgang mit ängstlichen Kindern. Dabei wurden bereits bestehende Angstlisten wie z. B. das Wolpe-Lazarus Fear Survey Schedule (Wolpe & Lazarus, 1966), das Louisville Fear Survey Schedule for Children (LFSC; Miller, Barett, Hampe & Noble, 1972) oder das Fear Survey Schedule for Children (FSS-FC; Scherer & Nakamura, 1968) berücksichtigt. Lange Zeit handelte es sich dabei um das einzige deutschsprachig publizierte Verfahren zur Erfassung spezifischer Ängste bei Kindern, für welches psychometrische Kennwerte berichtet wurden.
 

Testaufbau

Der BAK umfasst einen Fragebogen zur Selbsteinschätzung von Kindern und Jugendlichen (BAK-K) sowie einen Fragebogen zur Fremdeinschätzung durch deren Eltern (BAK-E). Die beiden Fragebögen unterscheiden sich lediglich hinsichtlich ihrer Instruktionen und setzen sich aus jeweils sieben Subskalen mit insgesamt 56 Items wie folgt zusammen:
(1) Medizinischer Bereich (8 Items);
(2) Naturgewalten (7 Items);
(3) Kleine Tiere (7 Items);
(4) Trennung/Unbekanntes (7 Items);
(5) Schulbereich (9 Items);
(6) Fehler/Kritik (9 Items);
(7) Unfall/Tod (9 Items).
Darüber hinaus können vier weitere angstauslösende Situationen bzw. Objekte genannt werden (Items 57-60). Alle Items werden auf einer vierstufigen Likertskala von 0 = "keine Angst", über 1 = "etwas Angst und 2 = "deutliche Angst" bis hin zu 3 = "starke Angst" bewertet.
 

Auswertungsmodus

Zur Auswertung des BAK können sowohl die einzelnen Subskalenwerte als auch der Gesamtwert herangezogen werden. Dabei sollten nur solche Subskalen berücksichtigt werden, bei denen maximal zwei Items nicht oder nicht eindeutig beantwortet wurden. Außerdem ist zu beachten, dass in die Auswertung nur die 56 vorgegebenen Items eingehen. Die u.U. zusätzlich genannten angstauslösenden Situationen oder Objekte dienen lediglich als zusätzliche Information.
Zur Berechnung der Subskalenwerte werden die Rohwerte der jeweiligen Items aufsummiert und in den Auswertungsbogen eingetragen. Der Gesamtwert ergibt sich dann aus der Summe aller Subskalenwerte. Für die Rohwertsummen werden anschließend die im Anhang des Testmanuals verfügbaren geschlechts- und altersspezifischen Normwertäquivalente nachgeschlagen und ebenfalls im Auswertungsbogen eingetragen. Für eine bessere Ergebnisdarstellung können die T-Werte in einem (Normalverteilungs-) Profil abgetragen werden, wodurch die Kategorisierung der Werte als durchschnittlich oder unter- bzw. überdurchschnittlich auf einen Blick ersichtlich ist. Zum Vergleich von Subskalen- oder Gesamtwerten liegen 95%-Vertrauensintervalle und kritische Differenzen, getrennt für den BAK-E und BAK-K, vor.
 

Auswertungshilfen

Für eine vereinfachte Auswertung liegen eine Auswertungsschablone und ein Auswertungsbogen vor. Daneben gibt es eine Anwendungsbeispiel mit zwei möglichen Ergebnissen zum Vergleich (Mack & Petermann, 2017, S. 34 f.).
 

Auswertungszeit

Für die Auswertung sind nur wenige Minuten zu veranschlagen.
 

Itembeispiele

Im Folgenden sind die Beispielitems aus dem Testmanual (Mack & Petermann, 2017, S. 27) aufgeführt:

(1) Medizinischer Bereich: Angst vor der Spritze; Angst vor ärztlichen Untersuchungen
(2) Naturgewalten: Angst vor Gewitter; Angst vor der Dunkelheit
(3) Kleine Tiere: Angst vor Spinnen; Angst vor Würmern und Maden
(4) Trennung/Unbekanntes: Angst vor Trennung von den Eltern; Angst vor fremder Umgebung
(5) Schulbereich: Angst vor Lehrer/Lehrerin; Angst vor Klassenarbeiten
(6) Fehler/Kritik: Angst davor, ausgeschimpft zu werden; Angst davor, etwas falsch zu machen
(7) Unfall/Tod: Angst vor Ersticken; Angst vor Ertrinken
 

Durchführung

 

Testformen

Das Verfahren kann bei Eltern und/oder Kindern und Jugendlichen sowohl als Individual- als auch als Gruppentest eingesetzt werden. Parallele oder anderssprachige Tests existieren hingegen keine.
 

Altersbereiche

Der BAK kann als Selbsteinschätzungsverfahren bei Kindern und Jugendlichen zwischen 9 und 18 Jahren, als Fremdeinschätzungsverfahren bei Eltern von Kindern und Jugendlichen zwischen 9 und 16 Jahren eingesetzt werden.
 

Durchführungszeit

Zur Bearbeitung der Fragebögen sollten zwischen 10 (Jugendliche) und 15 Minuten (Kinder bzw. Erwachsene) veranschlagt werden.
 

Material

Das Material besteht aus einer Testbox, in welcher das Testmanual, eine Auswertungsschablone, Auswertungsbögen sowie Fragebögen für Eltern (BAK-E) und Kinder/Jugendliche (BAK-K) enthalten sind. Zur Bearbeitung des Fragebogens ist darüber hinaus lediglich ein Stift notwendig.
Material Testbox (Stand: 20.3.2017):
- Manual
- 10 Fragebögen Kinder und Jugendliche (BAK-K)
- 10 Fragebögen Eltern (BAK-E)
- 20 Auswertebögen
- Auswerteschablone (BAK-K und BAK-E).
 

Instruktion

Die Instruktionen sind standardisiert und auf den Fragebögen abgedruckt. Verständnisfragen können vom Testleiter zu Beginn der Testung beantwortet werden. Darüberhinausgehende Instruktionen sind nicht notwendig.
 

Durchführungsvoraussetzungen

Da der Fragebogen selbstständig von den Kindern- und Jugendlichen bzw. Erwachsenen bearbeitet werden muss, bedarf es ausreichender Sprach- und Lesefertigkeiten. Bei Gruppentestungen sowie Testungen, in denen sowohl der BAK-K als auch der BAK-E bearbeitet werden, sollte eine individuelle und unabhängige Bearbeitung sichergestellt werden. Darüber hinaus sollte grundsätzlich ein ruhiger Raum zur Testbearbeitung zur Verfügung stehen.
 

Testkonstruktion

Die Konstruktion des BAK erfolgte nach den Kriterien der Klassischen Testtheorie und ist als Weiterentwicklung der Kinder-Angst-Liste (KAL; Mack & Schröder, 1977) zu verstehen. Ziel der Testkonstruktion war ein ökonomisches und gleichzeitig reliables Instrument zur Erfassung verschiedener angstauslösender Bereiche. Das Verfahren sollte sich sowohl zur Selbsteinschätzung bei Kindern und Jugendlichen als auch zur Fremdeinschätzung durch deren Eltern eignen.
Die Konstruktionsstichprobe umfasste insgesamt N = 466 Testpersonen. Von diesen besuchten n = 187 (n = 87 Jungen, n = 100 Mädchen) nicht repräsentativ ausgewählte Hamburger Schulen; n = 234 beantworteten den Fragebogen als Eltern für ein Kind (n = 127 Jungen, n = 107 Mädchen) mit einer therapiebedürftigen Angst vor der Blutentnahme; n = 44 (n = 22 Jungen, n = 22 Mädchen) von diesen Kindern bearbeiteten den Fragebogen auch selbst (klinische Stichprobe).
Die Itemgrundlage bildete der bereits bei der KAL verwendete Itempool, welcher aus 116 Situationen/Objekten besteht. Zur Skalenkonstruktion wurden Faktorenanalysen (Hauptkomponentenanalysen) durchgeführt, an deren Ende eine orthogonal rotierte Equimax-Faktorenlösung mit sieben Faktoren und einer Erklärung der Gesamtvarianz in Höhe von 45.27% stand. Sie weist große Übereinstimmungen mit der KAL und dem Phobiefragebogen für Kinder und Jugendliche (PHOKI; Döpfner, Schnabel, Goletz & Ollendick, 2006) auf. Die Itemselektion erfolgte schrittweise: Unter Berücksichtigung der Faktorladungen, Trennschärfen und Skalenlängen (nicht mehr als 10 Items pro Skala) wurde zunächst eine Vorform des Fragebogens mit 65 Items konstruiert. Diese wurde in einem zweiten Schritt erneuten Kennwerteuntersuchungen unterzogen, bei der nur Items mit einer Ladung > .45 und einer Trennschärfe > .45 beibehalten wurden. Diese Endform des Fragebogens resultierte in 56 Items. Die Anordnung der Items erfolgte zufällig. Die Vergleichbarkeit der Faktorenstruktur zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung wurde mithilfe Faktorkongruenzkoeffizienten überprüft und von den Testautoren als zufriedenstellend bewertet (Mack & Petermann, 2017, S. 48). Die Itemkennwerte (Trennschärfen und Schwierigkeitsindizes) der Fragebogen-Endform wurden getrennt für die Selbst- und Fremdeinschätzung berechnet.
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Durchführungs-, Auswertungs- und Interpretationsobjektivität sind aufgrund der standardisierten Instruktionen, der einfachen Auswertung sowie den vorliegenden Normwerten und Interpretationsbeispielen gegeben.
 

Reliabilität

Die Reliabilität des BAK wurde in Form interner Konsistenzen (Cronbachs Alpha) an mehreren Stichproben erfasst: a) bei der Konstruktionsstichprobe, b) an einer Stichprobe von N = 181 Müttern von Kindern einer Hamburger Grundschule (n = 82 Jungen, n = 99 Mädchen), c) einer Stichprobe von N = 133 Zahnarztpatienten im Alter zwischen 8 und 17 Jahren (n = 65 Jungen, n = 68 Mädchen) sowie d) an der Normierungsstichprobe. Auf die Berechnung von Retestreliabilitäten wurde bewusst verzichtet.
a) Für den BAK-K lagen die Kennwerte der Subskalen zwischen Alpha = .82 und Alpha = .87, der Kennwert für den Gesamtwert betrug Alpha = .95. Für den BAK-E lagen die Kennwerte zwischen Alpha = .83 und Alpha = .90, der Kennwert für den Gesamtwert betrug Alpha = .94.
b) Die Kennwerte der Subskalen lagen zwischen Alpha = .82 und Alpha = .87, der Kennwert für den Gesamtwert betrug Alpha = .95.
c) Für den BAK-K lagen die Kennwerte der Subskalen zwischen Alpha = .80 und Alpha = .87, der Kennwert für den Gesamtwert betrug Alpha = .95. Für den BAK-E lagen die Kennwerte zwischen Alpha = .83 und Alpha = .87, der Kennwert für den Gesamtwert betrug Alpha = .94.
d) Für den BAK-K lagen die Kennwerte der Subskalen zwischen Alpha = .81 und Alpha = .88, für den BAK-E zwischen Alpha = .82 und Alpha = .88. Die interne Konsistenz für den Gesamtwert betrug für beide Fragebogenformen Alpha = .95.
Die Profilreliabilität für die beiden Versionen, aufgrund derer auf die Unabhängigkeit der Skaleninterpretation geschlossen werden kann, wurde nicht berechnet.
 

Validität

Konstruktvalidität: Zur Beurteilung der Konstruktvalidität des BAK wurde untersucht, inwieweit die bei der Konstruktionsstichprobe gefundene Faktorenstruktur an anderen Stichproben repliziert werden kann und in welchem Zusammenhang die einzelnen Subskalen zueinander stehen. Dabei erfolgte die Prüfung der Faktorenstruktur mittels konfirmatorischer Faktorenanalysen sowohl an der unter "Reliabilität" b) genannten Stichprobe (N = 181 Mütter von Kindern einer Hamburger Grundschule) als auch an der Normstichprobe (nach Ausschluss fehlender Werte N = 661 Kinder, N = 524 Eltern). In beiden Stichproben zeigten sich laut den Testautoren akzeptable bis gute Modellpassungen (Mack & Petermann, 2017, S. 53). Die empirischen Daten unterstützen damit die Siebenfaktorenstruktur des Fragebogens. Die höchsten Skaleninterkorrelationen wurden zwischen den einzelnen Subskalen und dem Gesamtwert erzielt. Bei beiden Fragebogenformen (BAK-K und BAK-E) korrelierten die beiden Skalen "Fehler/Kritik" und "Schulbereich" am stärksten (BAK-K: r = .66, BAK-E: r = .64), die beiden Skalen "Medizinischer Bereich" und "Fehler/Kritik" (BAK-E: r = .11) bzw. "Medizinischer Bereich" und "Trennung/Unbekanntes" (BAK-K: r = .33) hingegen am geringsten.

Kriteriumsvalidität: Zur Einschätzung der Kriteriumsvalidität wurden die Kennwerte des BAK mit verschiedenen anderen Verfahren zur Erfassung von Angst korreliert. So bearbeitete ein Teil der Konstruktionsstichprobe (n = 153 Gymnasiasten Hamburger Schulen) neben dem BAK-K auch den Angstfragebogen für Schüler (AFS; Wieczerkowski, Nickel, Janowski, Fittkau & Rauer, 1998). Es zeigte sich, dass insbesondere die beiden AFS-Skalen "Manifeste Angst" und "Prüfungsangst" moderat mit den einzelnen BAK-Subskalen korrelierten. Dabei fielen die Korrelationen zur BAK-Subskala "Schule" und zum BAK-Gesamtwert besonders hoch aus ("Manifeste Angst": r = .51 bzw. r = .51, "Prüfungsangst": r = .58 bzw. r = .50). In einer Studie zur Angst vor zahnärztlicher Behandlung von Zach-Enk (2008; n = 133) zeigten sich auf der einen Seite zwar eher geringe Zusammenhänge zwischen dem BAK-K und dem Kinder-Angst-Test (KAT-II; Thurner & Tewes, 2000), auf der anderen Seite aber hohe Zusammenhänge zur Dental Subscale des Children's Fear Survey Schedule (CFSS-DS; Cuthbert & Melamed, 1982). Um darüber hinaus auch Informationen zum Zusammenhang zwischen Fragebogen- und Verhaltensdaten zu erhalten, wurde die klinische Stichprobe der Konstruktionsstichprobe (n = 42) von externen Beobachtern mithilfe der Angst-Checkliste (Schröder, 1976) während einer Blutentnahme beobachtet. Die Ergebnisse fielen erwartungskonform aus. So korrelierte sowohl der Gesamtwert des BAK-K signifikant mit dem Gesamtwert der Angst-Checkliste als auch die Subskala "Medizinischer Bereich". Dieser Zusammenhang zeigte sich bei Mädchen stärker als bei Jungen.
 

Normierung

Die Datenerhebung zur Normierung des BAK-K fand zwischen Juli 2015 und März 2016 in Bremen, Niedersachsen, Hessen, Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen statt. Untersucht wurden N = 842 Schüler und Schülerinnen aus allen Schulformen im Alter zwischen 9 und 18 Jahren (n = 423 Jungen, n = 419 Mädchen). Die Normwerte des BAK-E basieren auf den Daten von N = 685 Müttern und Vätern der Kinder.
Im Anhang des Testmanuals liegen sowohl für den BAK-K als auch für den BAK-E alters- und geschlechtsspezifische Normwerte in Form von Prozenträngen und T-Werten vor. Hierbei wurden folgende vier Alterskategorien berücksichtigt: 9- bis 11-Jährige, 12- bis 13-Jährige, 14- bis 16-Jährige und 17- bis 18-Jährige. Da für letztgenannte Alterskategorie zu wenige Elterninformationen vorlagen, existieren für den BAK-E keine Normwerte für diesen Altersbereich.
 

Anwendungsmöglichkeiten

Der BAK dient vorrangig der klinischen Diagnostik von Angststörungen. Mithilfe des Verfahrens können Hinweise im Rahmen der Diagnosestellung abgeleitet und Therapieziele identifiziert werden. Weiterhin können die Ergebnisse sowohl zur Unterstützung der Therapieplanung als auch zur Dokumentation des Therapieverlaufs eingesetzt werden. "Der BAK gehört (...) zu den Fragebogen, die der Arbeitsgruppe der DGVT-Ausbildungsakademie zufolge zur Qualitätssicherung von Ausbildungstherapien in den Instituten der Ausbildungsakademie der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.V. (DGVT) zur Eingangs-, Zwischen- und Abschlussdiagnostik bezüglich spezifischer Ängste obligatorisch Verwendung finden sollen" (Spiess, Dresenkamp & Hertle, 2013; zitiert nach Mack & Petermann, 2017, S. 29). Darüber hinaus eignet sich der BAK zum Einsatz bei wissenschaftlichen Fragestellungen.
 

Bewertung

Bei dem Bereichsspezifischen Angstfragebogen für Kinder und Jugendliche (BAK) handelt es sich um ein psychometrisch fundiertes Verfahren zur Erfassung spezifischer Ängste bei Kindern und Jugendlichen. Die Testmaterialien sind strukturiert, übersichtlich und gut aufgebaut. Der Anwender findet rasch alle nötigen Informationen im Testmanual, welches durch Anwendungs- und Interpretationsbeispiele sehr praxisnah aufgebaut ist. Auswertungsschablone und Auswertungsbogen sind durch die farbige Kennzeichnung der einzelnen Skalen und die Profildarstellung der Normwerte sehr anschaulich gestaltet. Die Testkonstruktion ist durchdacht, umfangreich und gut dokumentiert. Die ermittelte Skalenstruktur weist eine gute Varianzaufklärung auf und konnte sowohl in der Konstruktions- als auch in der Normierungsstichprobe gefunden werden. Die Objektivität ist in jeglicher Hinsicht (Durchführungs-, Auswertungs- und Interpretationsobjektivität) als sehr gut zu bewerten, ebenso wie die internen Konsistenzen. Bedauerlich ist, dass keine Zusammenhänge zwischen Kind- und Elterndaten berichtet werden; man kann also nicht auf die diagnostische Sensitivität der Elternangaben schließen bzw. man weiß nicht, ob die Elternsicht auch dem Erleben ihrer Kinder entspricht. Die üblichen Untersuchungen zur Konstrukt- und Kriteriumsvalidität sind gut, wobei an dieser Stelle weitere Untersuchungen zur klinischen Validität des Fragebogens wünschenswert wären, da die Stichprobe der im Rahmen der Testkonstruktion vorgestellten Studie relativ klein war. Die Normierung ist sehr umfangreich und repräsentativ für den Untersuchungsgegenstand.
 

Literatur

  • Cuthbert, M. I. & Melamed, B. G. (1982). A screening device: Children at risk for dental fears and management problems. Journal of Dentistry for Children, 49, 432-436.
  • Döpfner, M., Schnabel, H., Goletz, H. & Ollendick, T. H. (2006). PHOKI. Phobiefragebogen für Kinder und Jugendliche. Göttingen: Hogrefe.
  • Mack, B. W. (2002). Angstdiagnostik bei Kindern - Konstruktion eines Fragebogens zur Erfassung spezifischer Ängste bei Kindern. Hamburg: Kovac. -PSYNDEX-Lit Dok.-Nr. 0157798
  • Mack, B. W. (2007). Der Bereichsspezifische Angstfragebogen für Kinder (BAK). Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 36 (3), 189-197.
  • Mack, B. W. & Petermann, F. (2017). BAK. Bereichsspezifischer Angstfragebogen für Kinder und Jugendliche. Göttingen: Hogrefe.
  • Mack, B. W. & Schröder, G. (1977). Entwicklung ökonomischer Angst-Symptom-Listen für die klinische Diagnostik. Psychologische Beiträge, 19, 426-445.
  • Miller, L. C., Barett, C. L., Hampe, E. & Noble, H. (1972). Factor structure of childhood fears. Journal of Consulting and Clinical Psychology, 39, 264-268.
  • Scherer, M. W. & Nakamura, C. Y. (1968). A Fear Survey Schedule for Children (FSS-FC): A factor analytic comparison with manifest anxiety (CMAS). Behavior Research and Therapy, 6, 173-182.
  • Schröder, G. (1976). Psychologische Beeinflussungsmöglichkeiten bei kindlichen Ängsten vor zahnärztlicher Behandlung. In E.H. Hörschelmann (Hrsg.), Zahnärztliche Versorgung behinderter Patienten (S. 57-75). Heidelberg: Hüthig.
  • Spiess, R., Dresenkamp, A. & Hertle, M. (2013). Vorschlag für einen systematischen Einsatz von standardisierten Testverfahren in der KIJU-Praxis. Verhaltenstherapie mit Kindern und Jugendlichen, 9, 15-27.
  • Thurner, F. & Tewes, U. (2000). Der Kinder-Angst-Test-II (KAT-II). Göttingen: Hogrefe.
  • Wieczerkowski, W., Nickel, H., Janowski, A., Fittkau, B. & Rauer, W. (1998). Angstfragebogen für Schüler (AFS) (6. Auflage). Braunschweig: Westermann.
  • Wolpe, J. & Lazarus, A. A. (1966). Behavior therapy techniques: A guide to the treatment of neuroses. New York: Pergamon Press.
  • Zach-Enk, A.-M. (2008). Angst vor zahnärztlicher Behandlung bei Kindern und Jugendlichen. Unveröffentlichte Dissertation, Universität Hamburg.

 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Questionnaires; Observation Methods; Rating Scales; Screening Tests; Parents; Fear Survey Schedule; Clinical Psychology; Psychotherapy; Behavior Therapy; Anxiety; Fear; Symptoms

Klassische Testtheorie; Fragebögen; Beobachtungsmethoden; Rating-Skalen; Screening Tests; Eltern; Fear Survey Schedule; Klinische Psychologie; Psychotherapie; Verhaltenstherapie; Angst; Furcht; Symptome

 weitere Schlagworte:

2002; 2017 (Publikation); Fremdeinschätzungsform für Erwachsene; Selbsteinschätzungsform für Kinder und Jugendliche; ab 9 Jahre; bis 18 Jahre; 56 Items; Versionen: Eltern-Version (BAK-E), Kinder-Version (BAK-K); Skalen: 1 Medizinischer Bereich, 2 Naturgewalten, 3 Kleine Tiere, 4 Trennung/Unbekanntes, 5 Schulbereich, 6 Fehler/Kritik, 7 Unfall/Tod; Normierungs-/Untersuchungsjahr: 2016; Stichprobe(n): 842+685
 Klassifikation:

Klinische Psychodiagnostik; Neurosen und Angststörungen
Klinische Tests zur Angsterfassung
11.6
 Anwendungstyp: Clinical Diagnosis, Research (Tests)
 Art der Publikation: Test; Test in Print (90; 911)
 Sprache: German
 Land: Germany
 Publikationsjahr: 2017
 Änderungsdatum: 201708
 info@leibniz-psychology.org | © 1996-2018 ZPID