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Klinisch-Psychologisches Diagnosesystem 38 (PSYNDEX Tests Review)

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9005270
 

KPD-38 - Klinisch-Psychologisches Diagnosesystem 38 (PSYNDEX Tests Review)

 

Clinical Psychological Diagnosis System 38/zpid
Synonym(e): Klinisch Psychologisches Diagnosesystem Revised (KPD-R)

 Percevic, R.
 (2005). Klinisch Psychologisches Diagnosesystem 38 (KPD-38) [Papier-Bleistift-Version und Computerversion]. Heidelberg: Forschungsstelle für Psychotherapie.

Online im Internet: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=testarchiveintro
Preis: Der Fragebogen steht für wissenschaftliche Zwecke frei zur Verfügung. Bei kommerzieller Anwendung wird eine Lizenzgebühr pro Patient erhoben.

 Bezugsquelle: Das Verfahren ist im "Elektronischen Testarchiv" des ZPID enthalten und steht unter der "Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported (CC BY-NC-ND 3.0)"-Lizenz (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de); es kann für nichtkommerzielle Forschungs- und Unterrichtszwecke kostenlos eingesetzt werden. ; URL: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=userlog ; Stand: 1.5.2016.
Anmerkung: Das KPD-38 bildet das neue Kerninstrument für Qualitätssicherung und Ergebnismonitoring nach dem Heidelberg-Stuttgarter Modell (Kordy, Hannöver & Bauer, 2003).
 Adresse(n): o Dr. Hans Kordy, Forschungsstelle für Psychotherapie am Zentrum für Psychosoziale Medizin des Universitätsklinikums Heidelberg, Bergheimer Straße 54, D-69115 Heidelberg ; E-Mail: hans.kordy@med.uni-heidelberg.de ; Stand: 200506
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Mit dem KPD-38 steht ein neues Instrument für den Einsatz in Qualitätssicherung (QS) und Ergebnismonitoring (EM) in der Psychotherapie und psychosomatischen Medizin zur Verfügung. Der Fragebogen erfasst die für Ergebniseinschätzung relevanten Merkmale in einheitlicher Form, ist für den Einsatz in QS/EM validiert und ökonomisch einsetzbar.


Aufbau:
Der KPD-38 besteht aus sechs Skalen mit insgesamt 38 Items: (1) Körperbezogene Beeinträchtigung (KOE), (2) Psychische Beeinträchtigung (PSY), (3) Soziale Probleme (SOZ), (4) Handlungskompetenz (KOM), (5) Allgemeine Lebenszufriedenheit (ZUF), (6) Soziale Unterstützung (SOU).


Grundlagen und Konstruktion:
Ausgangspunkt bei der Auswahl der relevanten Merkmale war ein Konzept der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, das von der Definition von Gesundheit der WHO ausgeht und daher das körperliche, psychische und soziale Befinden umfasst. Ergänzt wurde dieses Konzept um die allgemeine Lebensqualität sowie um die zunehmend wichtiger werdenden ressourcenorientierten Bereiche Handlungskompetenz und soziale Unterstützung. Statt die Items von Grund auf neu zu formulieren, wurden Items aus bereits vorliegenden Fragebögen auf ihre Eignung geprüft. Ausgewählt wurde der Itempool des Klinisch Psychologischen Diagnosesystems (Schwarz & Hünerfauth, 2000). Ende 2002 wurden von der Forschungsstelle für Psychotherapie in Zusammenarbeit mit der USUMA GmbH repräsentative Normdaten erhoben (N = 2066). Dabei wurden 32 der ursprünglich 134 Items des KPD weggelassen, da diese aufgrund ihrer Formulierung nicht für eine gesunde Population geeignet waren. Die restlichen 102 Items wurden nach inhaltlichen Gesichtspunkten zu den sechs Skalen der Endfassung zusammengefasst.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Die interne Konsistenz der Skalen liegt zwischen .75 (KOM) und .90 (KOE; Gesamtskala GES: .91).
Validität: Die Skalenstruktur wurde für die repräsentative Normstichprobe faktorenanalytisch weitgehend bestätigt, mit der Ausnahme der Skalen PSY und SOZ, die einen gemeinsamen Faktor bilden. Eine Faktorenanalyse höherer Ordnung bestätigt einen übergeordneten Faktor bestehend aus den Subskalen KOE, PSY, SOZ, KOM und ZUF. Die Skalenwerte der Gesamtskala ermöglichen eine korrekte Zuordnung Patient / Normstichprobe in 84% aller Fälle (zum Vergleich: SCL90R-GSI: 77%). Die Korrelationen zu etablierten Instrumenten entsprechen weitgehend den Erwartungen, und zwar sowohl für Selbstbeurteilungsinstrumente als auch für Fremdbeurteilungen. Therapeuten zeigen sich mit der klinischen Bedeutung der rückgemeldeten Skalenwerte weitgehend einverstanden. In den meisten Fällen bestätigen (78%) oder ergänzen (18%) diese ihren klinischen Eindruck. In weniger als 4% der Fälle wurde die Qualität der Rückmeldung angezweifelt.
Normen: Die Normwerte des KPD-38 (Mittelwert, Standardabweichung, Median, 1. Quartil, 3. Quartil) basieren auf einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe von 2066 Personen.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Der KPD-38 ist ein Selbstbeurteilungsinstrument für den Einsatz in Qualitätssicherung (QS) und Ergebnismonitoring (EM) in der psychotherapeutischen Versorgung. Dieser Fragebogen erfasst die für Ergebniseinschätzung relevanten Merkmale in einheitlicher Form, ist für den Einsatz in QS/EM validiert und ökonomisch einsetzbar. Ausgangspunkt bei der Auswahl der relevanten Merkmale war ein Konzept der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, das von der Definition von Gesundheit der WHO ausgeht und daher das körperliche, psychische und soziale Befinden umfasst. Ergänzt wurde dieses Konzept um die allgemeine Lebensqualität sowie um die zunehmend wichtiger werdenden ressourcenorientierten Bereiche Handlungskompetenz und soziale Unterstützung. Statt die Items von Grund auf neu zu formulieren, bot es sich an, Items aus bereits vorliegenden Fragebögen auf ihre Eignung zu prüfen. Der Itempool des Klinisch Psychologischen Diagnosesystems (Schwarz & Hünerfauth, 2000) empfahl sich aus mehreren Gründen: dieses System ist für den Einsatz in der Qualitätssicherung entwickelt worden, es deckt von der Intention her die relevanten Merkmale ab und die Offenheit der Autoren für neue Wege der Lizenzpolitik verspricht einen praktischen Einsatz zu erschwinglichem Preis.
 

Testaufbau

Die fünf Items der Skala Körperbezogene Beeinträchtigung (KOE) beschreiben unspezifische körperliche Probleme wie z.B. Erschöpfungs- und Schwächegefühle, körperliches Unwohlsein oder Schmerzen (z.B. "Termindruck und Hektik lösen bei mir körperliche Beschwerden aus"). Die Skala Psychische Beeinträchtigung (PSY) enthält 14 Items, die charakteristische Merkmale psychischer Störungen wie z.B. Gefühle von Niedergeschlagenheit und innerer Leere, Ängstlichkeit und Vermeidungsverhalten beschreiben (z.B. "Manchmal habe ich ein Gefühl unbestimmter Gefahr oder Angst"). Ergänzend werden Probleme mit dem Selbstvertrauen und der Emotionskontrolle sowie Wechselwirkungen zwischen psychischen und körperlichen Faktoren erfasst. Die Skala Soziale Probleme (SOZ) (neun Items) beschreibt Schwierigkeiten, sich gegenüber anderen Menschen durchzusetzen, Gefühle von Einsamkeit, den Wunsch nach mehr Zuwendung und mangelnde Bindung zu anderen Menschen (z.B. "Ich wünsche mir von anderen mehr Verständnis und Zuwendung"). Die fünf Items der Skala Handlungskompetenz (KOM) erfassen die Einschätzung, schwierige Situationen zu bewältigen, eigene Interessen durchzusetzen und eine positive Einstellung der Zukunft gegenüber (z.B. "Ich fühle mich dem Leben und seinen Schwierigkeiten immer gut gewachsen"). Schließlich drücken die beiden Items der Skala Allgemeine Lebenszufriedenheit (ZUF) die Zufriedenheit mit dem momentanen Befinden aus (z.B. "Ich bin sehr zufrieden"), während die Skala Soziale Unterstützung (SOU) (drei Items) Aspekte des sozialen Netzwerks beschreibt (z.B. "Ich habe Freunde/Angehörige, die immer gut zuhören können, wenn ich mich aussprechen möchte").
 

Auswertungsmodus

Die Skalenwerte werden als Mittelwerte berechnet, wobei Items mit positiver Fragestellung zuvor umgepolt werden (insgesamt 10 Items). Damit umfassen alle Skalen den Bereich von eins bis vier und niedrigere Werte haben positive Valenz (weniger Beschwerden und Probleme, mehr Ressourcen, mehr Zufriedenheit).
Skalenzusammensetzung:
KOE: 1, 2, 4, 6, 7
PSY: 8, 10, 12, 13, 15, 17, 19, 20, 21, 23, 33, 34, 35, 37
SOZ: 11, 18, 25, 28, 29, 30, 31, 36, 38
KOM: 9,16,24,27,32
ZUF: 14, 26
SOU: 3, 5, 22
GES: KOE, PSY, SOZ, KOM, ZUF
Folgende Items werden invertiert: 3, 5, 22, 9, 14, 16, 24, 26, 27, 32.
 

Auswertungshilfen

Die Auswertung kann über Schablonen erfolgen oder computergestützt.
 

Auswertungszeit

Für die Auswertung werden nur wenige Minuten benötigt.
 

Itembeispiele

1) Meine körperliche Leistungsfähigkeit und meine Ausdauer sind ganz erheblich beeinträchtigt
2) Ich leide an einem anhaltenden Schwächegefühl
3) Wenn ich Beschwerden habe, bieten mir nahestehende Menschen ohne zu zögern ihre Hilfe an
 

Alle Items

1) Meine körperliche Leistungsfähigkeit und meine Ausdauer sind ganz erheblich beeinträchtigt
2) Ich leide an einem anhaltenden Schwächegefühl
3) Wenn ich Beschwerden habe, bieten mir nahestehende Menschen ohne zu zögern ihre Hilfe an
4) In letzter Zeit bin ich ständig erschöpft und abgespannt
5) Um mich herum sind Menschen, an die ich mich auch in schwierigen Situationen jederzeit vertrauensvoll wenden kann
6) Ich habe oft Schmerzen
7) Ich fühle mich im allgemeinen körperlich ziemlich unwohl
8) Wenn ich an meine derzeitigen Angelegenheiten denke, bin ich etwas beunruhigt
9) Ich blicke stets voller Zuversicht in die Zukunft
10) Es gibt Situationen, die ich meide, obwohl ich weiß, dass sie eigentlich ziemlich harmlos sind
11) Ich lasse mich manchmal von anderen etwas einschüchtern
12) Manchmal fühle ich mich niedergeschlagen
13) Ich grüble manchmal über mein bisheriges Leben nach
14) Ich bin sehr glücklich
15) Gelegentlich vergleiche ich mich mit anderen und fühle mich ein wenig als Versager
16) Wenn ich in eine schwierige Situation gerate, vertraue ich ohne jede Einschränkung auf meine Fähigkeit, sie zu meistern
17) Ich habe ab und zu ein Gefühl der inneren Leere
18) Ich lasse mich manchmal von anderen ein wenig ausnutzen
19) Manchmal habe ich ein Gefühl unbestimmter Gefahr oder Angst
20) Termindruck und Hektik lösen bei mir körperliche Beschwerden aus
21) Ich glaube, ich bin manchmal ein wenig ängstlich
22) Ich habe Freunde/Angehörige, die immer gut zuhören können, wenn ich mich aussprechen möchte
23) Ab und zu fällt es mir etwas schwer, eine Entscheidung zu treffen
24) Ich fühle mich dem Leben und seinen Schwierigkeiten immer gut gewachsen
25) Manchmal fühle ich mich ein wenig einsam
26) Ich bin sehr zufrieden
27) Ich bin immer gut in der Lage, meine Interessen durchzusetzen
28) Wenn ich mich ärgere, fällt es mir manchmal schwer, meine Gefühle mitzuteilen
29) Ich wünsche mir von anderen mehr Verständnis und Zuwendung
30) Es fällt mir schwer, mich anderen Menschen zugehörig zu fühlen
31) Ich fühle mich manchmal ein wenig als Außenseiter
32) Auch wenn mich etwas ziemlich aus der Fassung bringt, beruhige ich mich rasch wieder
33) Ich rege mich schnell auf
34) Ich neige manchmal dazu, alles ein wenig schwer zu nehmen
35) Manchmal bin ich ein wenig ärgerlicher, als ich zugeben möchte
36) Es fällt mir schwer, nein zu sagen
37) Manchmal habe ich das Gefühl, dass mir alles zuviel ist
38) Manchmal wünsche ich mir, von anderen ein wenig mehr beachtet zu werden
 

Durchführung

 

Testformen

Für die Rohwertverteilungen bei computergestützter Testvorgabe und Papier/Bleistift-Vorgabe zeigt sich kein Unterschied (Kolmogorov-Smirnov-Test: p > .58).
 

Altersbereiche

Erwachsene (Patienten).
 

Durchführungszeit

Die computergestützte Testdurchführung des KPD-38 dauert im Durchschnitt 7 Minuten (SD = 3.2; Min = 2:24; Q1 = 2:53; Median = 6:03; Q3 = 8:46; Max = 18:29). Für die Papier/Bleistift-Vorgabe wurden keine Bearbeitungszeiten gemessen.
 

Material

Fragenbogen und Schreibgerät bzw. Computerprogramm mit den entsprechenden Software- und Hardwarevoraussetzungen.
 

Instruktion

"Nachfolgend finden Sie einzelne Aussagen, die sich auf Ihr derzeitiges Wohlbefinden beziehen. Nehmen Sie eine Einschätzung vor, inwieweit diese zur Zeit zutreffen. Versuchen Sie nicht einen möglichst guten Eindruck zu machen, sondern antworten Sie so, wie es für Sie persönlich zutrifft."
 

Durchführungsvoraussetzungen

Besondere Voraussetzungen sind nicht notwendig für die Durchführung.
 

Testkonstruktion

Ende 2002 wurden von der Forschungsstelle für Psychotherapie in Zusammenarbeit mit der USUMA GmbH repräsentative Normdaten erhoben (N = 2066). Dabei wurden 32 der ursprünglich 134 Items des KPD weggelassen, da diese aufgrund ihrer Formulierung nicht für eine gesunde Population geeignet waren. Die restlichen 102 Items wurden nach inhaltlichen Gesichtspunkten zu den sechs Skalen "Körperbezogene Beeinträchtigung" (KOE), "Psychische Beeinträchtigung" (PSY), "Soziale Probleme" (SOZ), "Handlungskompetenz" (KOM), "Allgemeine Lebenszufriedenheit" (ZUF) und "Soziale Unterstützung" (SOU) zusammengefasst. Wenn keine eindeutige Zuordnung möglich war, wurde das jeweilige Item allen entsprechenden Skalen zugeordnet. Die inhaltliche Zuordnung wurde über die Item-Skalen-Korrelation kontrolliert, so dass in den jeweiligen Skalen nur Items mit rit > .4 behalten wurden. Zuletzt wurde jede Skala auf so viele Items reduziert, dass die interne Konsistenz Alpha > .8 und die Abdeckung der Langform R > .9 betrug. Kriterium für die Aufnahme in die Endform war dabei die Aufnahmereihenfolge bei schrittweiser Regression der Items auf den Skalensummenwert der Langform, die Auswirkung der Itemaufnahme auf die interne Konsistenz und die Klarheit der Frageformulierung.
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Aufgrund der Fragebogenform, der standardisierten Vorgehensweise und der schriftlichen Instruktion bzw. der computerisierten Durchführung und Auswertung kann das Verfahren Objektivität hinsichtlich seiner Durchführung und Auswertung in Anspruch nehmen.
 

Reliabilität

Die interne Konsistenz der Skalen beträgt KOE: .90; PSY: .89; SOZ: .82; KOM: .75; ZUF: .78; SOU: .80; Gesamtskala (GES): .91.
 

Validität

Die Skalenstruktur wurde für die repräsentative Normstichprobe faktorenanalytisch weitgehend bestätigt, mit der Ausnahme der Skalen PSY und SOZ, die einen gemeinsamen Faktor bilden. Eine Faktorenanalyse höherer Ordnung bestätigt einen übergeordneten Faktor bestehend aus den Subskalen KOE, PSY, SOZ, KOM und ZUF.
Seit März 2003 wird das KPD im Rahmen der Qualitätssicherung an der Panorama-Fachklinik Scheidegg Patienten vorgegeben. Eine Auswertung an 351 Patienten ergab vergleichbare interne Konsistenzen zur Normstichprobe. Die Effektstärken auf den Skalen betragen KOE: 1.04; PSY: .71; SOZ: .45; KOM: .41; ZUF: .59; SOU: .07; GES: .83. Die Skalenwerte der Gesamtskala ermöglichen eine korrekte Zuordnung Patient / Normstichprobe in 84% aller Fälle (zum Vergleich: SCL90R-GSI: 77%). Die Korrelationen zu etablierten Instrumenten entsprechen weitgehend den Erwartungen, und zwar sowohl für Selbstbeurteilungsinstrumente als auch für Fremdbeurteilungen (siehe Tabelle 1). Therapeuten zeigen sich mit der klinischen Bedeutung der rückgemeldeten Skalenwerte weitgehend einverstanden. In den meisten Fällen bestätigen (78%) oder ergänzen (18%) diese ihren klinischen Eindruck. In weniger als 4% der Fälle wurde die Qualität der Rückmeldung angezweifelt.

Tabelle 1
Korrelation zu Skalen mit ähnlichem Validitätsanspruch
---------------------------------------------------------------------- 
KOE PSY SOZ KOM ZUF SOU GES
----------------------------------------------------------------------
GBB Giesener Beschwerdebogen .57 .41 .24 .23 .25 .24 .45
SCL1 Somatisierung .50 .35 .19 .16 .20 .14 .37
BSS1 Koerperlich (Th.) .23 .11 .09 .11 .08 .00 .17
----------------------------------------------------------------------
EB1 Subjective Discomfort .64 .70 .45 .55 .62 .25 .78
SCL4 Depressivitaet .47 .62 .46 .51 .51 .23 .67
SCL9 Psychotizismus .39 .53 .47 .36 .31 .22 .54
SCL5 Aengstlichkeit .39 .53 .31 .30 .26 .15 .46
SCL2 Zwanghaftigkeit .46 .52 .38 .43 .31 .21 .55
SCL6 Aggressivitaet .26 .47 .33 .30 .23 .22 .40
SCL8 Paranoides Denken .32 .46 .48 .34 .30 .34 .49
SCL7 Phobische Angst .33 .42 .29 .25 .21 .15 .39
BSS2 Psychisch (Th.) .13 .22 .22 .26 .19 .00 .27
----------------------------------------------------------------------
IIP4 zu introvert./soz. vermeidend .26 .50 .67 .51 .38 .36 .59
IIP5 zu selbstunsicher/unterwuerfig .17 .49 .64 .52 .32 .22 .54
SCL3 Unsicherkeit im Sozialkontakt .33 .57 .62 .48 .36 .28 .60
IIP6 zu ausnutzbar/nachgiebig .26 .46 .61 .40 .31 .17 .52
EB2 Interpersonal Relations .26 .53 .54 .40 .47 .37 .57
IIP3 zu abweisend/kalt .21 .42 .53 .40 .27 .42 .47
IIP7 zu fuersorglich/freundlich .25 .42 .47 .29 .27 .09 .44
EB3 Social Role Functioning .44 .52 .44 .47 .44 .30 .58
IIP2 zu streitsuechtig/konkurierend .17 .33 .37 .27 .16 .29 .33
IIP8 zu expressiv/aufdringlich .11 .41 .35 .24 .23 .05 .33
BSS3 Sozialkomunikativ (Th.) .05 .28 .31 .26 .21 .19 .28
IIP1 zu autokratisch/dominant -.03 .23 .25 .16 .06 .25 .16
----------------------------------------------------------------------
FERUS4 Selbstwirksamkeit .26 .52 .49 .74 .53 .34 .65
FERUS2 Coping .24 .52 .44 .68 .48 .31 .60
FERUS6 Hoffnung .30 .43 .33 .62 .53 .29 .57
FERUS5 Selbstverbalisation .25 .48 .43 .61 .49 .27 .58
FERUS3 Selbstbeobachtung .12 .26 .25 .36 .20 .26 .30
----------------------------------------------------------------------
FLZ Lebenzufriedenheit .42 .60 .56 .59 .57 .47 .71
----------------------------------------------------------------------
FERUS7 Soziale Unterstuetzung .28 .33 .47 .42 .38 .77 .49
----------------------------------------------------------------------
EB4 Total .58 .73 .55 .58 .65 .33 .80
SCL-GSI Globaler Schwereindex .50 .63 .48 .45 .40 .26 .64
GAF Funtionsniveau (Th.) .18 .26 .28 .31 .22 .09 .32
BSS GES Beschwerdenscore (Th.) .17 .27 .27 .27 .21 .08 .31
----------------------------------------------------------------------
Anmerkungen: KOE: Körperbezogene Beeinträchtigung, PSY: Psychische Beeinträchtigung, SOZ: Soziale Probleme, KOM: Handlungskompetenz, ZUF: Allgemeine Lebenszufriedenheit, SOU: Soziale Unterstützung, GES: Gesamtskala.
BSS: Schepank (1995); EB: Lambert, Hannöver, Nisslmüller, Richard und Kordy (2002); FERUS: Jack (2001); FLZ: Fahrenberg, Myrtek, Wilk und Kreutel (1986); GAF Funtionsniveau: Saß, Wittchen und Zaudig (1998); GBB: Brähler und Scheer (1995); IIP: Horowitz, Strauß und Kordy (2000); SCL: Franke (1995).
 

Normierung

Tabelle 2
Normwerte des KPD-38 (basierend auf Bevölkerungsnormstichprobe; N = 2066 Personen)
---------------------------------------------------------------------- 
Skalen Min. Max. M SD Median 1. Quartil 3. Quartil Cronbachs
Alpha
----------------------------------------------------------------------
KOE 1 4 1.64 .69 1.4 1.0 2.0 .90
PSY 1 4 1.95 .55 1.9 1.5 2.4 .89
SOZ 1 4 2.04 .55 2.0 1.7 2.4 .82
KOM 1 4 2.24 .62 2.2 1.8 2.2 .75
ZUF 1 4 2.14 .74 2.0 1.5 2.5 .78
SOU 1 4 2.94 .81 3.0 1.7 2.4 .80
GES 1 4 2.03 .48 2.0 1.7 2.4 .91
----------------------------------------------------------------------
Anmerkungen. KOE: Körperbezogene Beeinträchtigung, PSY: Psychische Beeinträchtigung, SOZ: Soziale Probleme, KOM: Handlungskompetenz, ZUF: Allgemeine Lebenszufriedenheit, SOU: Soziale Unterstützung, GES: Gesamtskala.
 

Anwendungsmöglichkeiten

Das KPD-38 bildet das neue Kerninstrument für Qualitätssicherung und Ergebnismonitoring nach dem Heidelberg-Stuttgarter Modell (Kordy, Hannöver & Bauer, 2003). Es ersetzt die symptomorientierten Fragebögen SCL90R, IIP und GBB und erweitert das Inventar um ressourcenorientierte Merkmale. Ergänzt wird der KPD-38 durch eine Basisdokumentation (angelehnt an die PsyBaDo) sowie Fragebögen zur Erfassung der Patientenzufriedenheit, der Einschätzung der therapeutischen Arbeitsbeziehung, der direkten Veränderungseinschätzung sowie der Therapeutenperspektive. Insgesamt umfasst dieses Standardinventar bei der Aufnahme ca. 90 Items (im Vergleich zur bisherigen mit ca. 230 Items) und ist für die computergestützte Vorgabe über Web-AKQUASI (Gallas, Herrmann & Percevic, 2003) lizenziert.
 

Bewertung

Neben testökonomischen Gesichtspunkten sprechen insbesondere die deutlichen Belege der Validität des KPD-38 für den Einsatz in diesem speziellen Anwendungsbereich. Die viel versprechenden Hinweise auf seinen Nutzen für die Behandlungs- und Versorgungsplanung durch therapiebegleitende Rückmeldungen lassen weitere Detailstudien als lohnend erscheinen.
 

Literatur

  • Brähler, E. & Scheer, J. W. (1995). Der Gießener Beschwerdebogen (GBB). Handbuch (2. überarbeitete und ergänzte Auflage). Bern: Huber.
  • Fahrenberg, J., Myrtek, M., Wilk, D. & Kreutel, K. (1986). Multimodale Erfassung der Lebenszufriedenheit: Eine Untersuchung an Herz-Kreislauf-Patienten. Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie, 36, 347-354.
  • Franke, G. (1995). Die Symptom-Checkliste von Derogatis - Deutsche Version (SCL-90-R). Göttingen: Beltz.
  • Gallas, C., Herrmann, A. & Percevic, R. (2003). Web-AKQUASI. Computergestützte Qualitätssicherung in der Psychotherapie. Benutzer-Handbuch. Stuttgart: Forschungsstelle für Psychotherapie.
  • Horowitz, L., Strauß, B. & Kordy, H. (2000). Inventar zur Erfassung Interpersonaler Probleme - Deutsche Version. Göttingen: Beltz.
  • Jack, M. (2001). Entwicklung eines ressourcen- und selbstmanagementorientierten Evaluationsinstrumentes zur psychotherapeutischen Informationsgewinnung und Qualitätssicherung in der stationären Psychosomatik. Regensburg: Roderer.
  • Kordy, H., Hannöver, W. & Bauer, S. (2003). Das Stuttgart-Heidelberger Modell zur Qualitätssicherung in der stationären Psychotherapie. In M. Härter, H.W. Linster & R.-D. Stieglitz (Hrsg.), Qualitätsmanagement in der Psychotherapie (S. 289-304). Göttingen: Hogrefe.
  • Lambert, M.J., Hannöver, W., Nisslmüller, K., Richard, M. & Kordy, H. (2002). Fragebogen zum Ergebnis von Psychotherapie: Zur Reliabilität und Validität der deutschen Übersetzung des Outcome Questionnaire 45.2 (OQ-45.2). Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 31, 40-47.
  • Saß, H., Wittchen, H.-U. & Zaudig, M. (1998). Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen DSM-IV (4. Auflage). Göttingen: Hogrefe.
  • Schepank, H.H. (1995). Der Beeinträchtigungs-Schwere-Score. BSS. Ein Instrument zur Bestimmung der Schwere einer psychogenen Erkrankung. Göttingen: Beltz.
  • Schwarz, M. & Hünerfauth, T. (2000). Das Klinisch-Psychologische Diagnosesystem (KPD2000). Verfahren zur psychometrischen Dokumentation therapeutischer Prozesse und Ergebnisse. Bad Brückenau: Eigenverlag.
 

Wichtige neuere Publikationen

  • Moessner, M., Zimmer, B., Gallas, C., Percevic, R. & Kordy, H. (2009). Das Klinisch Psychologische Diagnosesystem 38 (KPD-38): Validierung an einer multizentrischen Patientenstichprobe. Klinische Diagnostik und Evaluation, 2 (3), 194-204.
  • Percevic, R., Gallas, C., Wolf, M., Haug, S., Hünerfauth, T., Schwarz, M. & Kordy, H. (2005). Das Klinisch Psychologische Diagnosesystem 38 (KPD-38). Entwicklung, Normierung und Validierung eines Selbstbeurteilungsbogens für den Einsatz in Qualitätssicherung und Ergebnismonitoring in der Psychotherapie und psychosomatischen Medizin. Diagnostica, 51 (3), 134-144.
 
 Autorenbeschreibung: Robert Percevic (29.04.2005)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Questionnaires; Rating Scales; Test Norms; Computer Assisted Testing; Patients; Medical Psychology; Clinical Psychology; Psychotherapy; Therapeutic Processes; Treatment Effectiveness Evaluation; Quality Control; Quality of Life; Physical Comfort; Mental Health; Social Networks

Klassische Testtheorie; Fragebögen; Rating-Skalen; Testnormen; Computerunterstütztes Testen; Patienten; Medizinische Psychologie; Klinische Psychologie; Psychotherapie; Therapeutische Prozesse; Therapieerfolgskontrolle; Qualitätskontrolle; Lebensqualität; Körperliche Befindlichkeit; Psychische Gesundheit; Soziale Netzwerke

 weitere Schlagworte:

2000; Open Access; Dokumentation; 38 Items; Skalen: 1 Körperbezogene Beeinträchtigung, 2 Psychische Beeinträchtigung, 3 Soziale Probleme, 4 Handlungskompetenz, 5 Allgemeine Lebenszufriedenheit, 6 Soziale Unterstützung; Normierungsjahr: 2002
 Klassifikation:

Klinische Psychodiagnostik; Psychosoziale Dienste und Gesundheitsversorgung; Medizinische Behandlung; Psychische Störungen
Verfahren zur Therapieverlaufs-, Therapieprozess- und Therapieveränderungsdiagnostik
11.24
 Anwendungstyp: Documentation
 Art der Publikation: Test; Electronic Resources (90; 94)
 Sprache: German
 Land: Germany
 Publikationsjahr: 2005
 Änderungsdatum: 200703
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