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Bochumer Bindungsfragebogen (PSYNDEX Tests Abstract)

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9005701
 

BoBi - Bochumer Bindungsfragebogen (PSYNDEX Tests Abstract)

 

Experiences in Close Relationships (ECR; Brennan, K., Clark, C. & Shaver, P., 1998) - German version/author
Synonym(e): Bindungsfragebogen von Neumann; Bo-Bi

 Neumann, E., Rohmann, E. & Bierhoff, H.W.
 (2007). Entwicklung und Validierung von Skalen zur Erfassung von Vermeidung und Angst in Partnerschaften. Der Bochumer Bindungsfragebogen (BoBi). Diagnostica, 53 (1), 33-47.

Online im Internet: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=testarchiveintro

 Bezugsquelle: Das Verfahren ist im "Elektronischen Testarchiv" des ZPID enthalten und steht unter der "Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported (CC BY-NC-ND 3.0)"-Lizenz (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de); es kann für nichtkommerzielle Forschungs- und Unterrichtszwecke kostenlos eingesetzt werden. ; URL: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=userlog ; Stand: 1.5.2016.
Anmerkung: Die früheren Versionen für Männer und Frauen wurden durch eine aktuelle Version ersetzt, die für Männer wie für Frauen verwendbar ist.
 Adresse(n): o Dr. Eva Neumann, Kliniken der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, LVR-Klinikum Düsseldorf, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Bergische Landstraße 2, D-40629 Düsseldorf ; E-Mail: eva.neumann@lvr.de ; URL: http://www.klinikum-duesseldorf.lvr.de/de/nav_main/forschung_und_lehre_1/lehrstuhl_psychosomatik/forschung/mitarbeiter_und_kontakt/mitarbeiter_und_kontakt_1.html ; Stand: 30.8.2016
o Prof. Dr. Hans-Werner Bierhoff, Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Psychologie, D-44780 Bochum ; E-Mail: hans.bierhoff@rub.de ; URL: http://www.psy.ruhr-uni-bochum.de/Arbeitseinheiten/bierhoff.html.de ; Stand: 30.8.2016
o Kelly A. Brennan, University of California, Psychology Department, Adult Attachment Lab, 350 New Campus Drive Brockport, NY 14420, USA ; E-Mail: kbrennan@brockport.edu ; Stand: 18.12.2006
o Phillip R. Shaver, Ph.D., Department of Psychology, University of California, One Shields Avenue, Davis, California 95616-8686, USA ; E-Mail: prshaver@ucdavis.edu ; URL: http://shaver.socialpsychology.org/ ; Stand: 27.6.2012
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Der Bochumer Bindungsfragebogen erfasst die Selbsteinschätzung der partnerschaftlichen Bindung entlang der beiden Dimensionen "Vermeidung" und "Angst". Bindungsvermeidung ist dabei charakterisiert durch ein Unbehagen in Situationen von emotionaler Nähe zum Partner, so dass Nähe weitgehend vermieden wird. Bindungsangst zeichnet sich durch eine starke gedankliche Beschäftigung mit der Partnerschaft und dem Gefühl aus, vom Partner nicht genügend geliebt und beachtet zu werden. Die beiden Skalen erwiesen sich als unabhängig voneinander (Neumann, Rohmann & Bierhoff, 2007). Der BoBi kann sowohl in Stichproben aus der Normalbevölkerung als auch in klinischen Stichproben eingesetzt werden.


Aufbau:
Der Fragebogen besteht aus den beiden Skalen Vermeidung und Angst mit jeweils 18 Items. Die Items mit ungeradem Rangplatz im Fragebogen bilden die Skala Vermeidung, Items mit geradem Rangplatz die Skala Angst. Die Items werden auf einer siebenstufigen Urteilsskala beantwortet, wobei höhere Werte eine größere Zustimmung bedeuten. Die Endpunkte der Skala werden mit "stimmt überhaupt nicht" und "stimmt voll und ganz" gekennzeichnet. Zur Verminderung von Urteilstendenzen sind einige Items beider Skalen (Items 3, 15, 19, 22, 25, 27, 29, 31, 33, 35) invertiert. Die jeweiligen Skalenwerte ergeben sich als arithmetisches Mittel der Itemrohwerte.


Grundlagen und Konstruktion:
Der BoBi stellt die deutsche Adaptation des Fragebogens "Experiences in Close Relationships" (ECR) von Brennan, Clark und Shaver (1998) dar, welcher auf der Grundlage bindungstheoretischer Annahmen entwickelt wurde (Mikulincer & Shaver, 2007). Die in diesen beiden Fragebogen verfolgte dimensionale Messung der partnerschaftlichen Bindung baut auf dem Modell der Bindungsstile auf, das von Ainsworth, Blehar, Waters und Wall (1978) zur Beschreibung unterschiedlicher Qualitäten von Eltern-Kind-Bindungen entwickelt wurde. Nach Hazan und Shaver (1987) kann das Modell auch auf partnerschaftliche Bindungen im Erwachsenenalter angewendet werden. Der ECR wurde ins Deutsche übersetzt und von einer studentischen Ausgangsstichprobe (n = 435) sowie von einer klinischen Stichprobe, bestehend aus ambulanten Psychotherapiepatienten (n = 178), bearbeitet. In Faktorenanalysen mit der Vorgabe von zwei Komponenten und einer Varimaxrotation konnte die angenommene zweifaktorielle Struktur bestätigt werden.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: In einer Untersuchung zur Bestimmung der Reliabilität des Tests (Neumann et al., 2007) wurden sehr hohe interne Konsistenzen festgestellt. Für die Skala Angst lagen die Werte für Cronbachs Alpha bei Alpha = .88 bis .91, für die Skala Vermeidung bei Alpha = .85 bis .89. In einer anderen Studie ergaben sich ähnliche interne Konsistenzen von Alpha =.86 und Alpha = .85 für Angst und Vermeidung (Rohmann, Neumann, Herner & Bierhoff, 2011). In einer weiteren Studie von Quirin, Pruessner und Kuhl (2008) fanden sich ebenfalls gute Werte der internen Konsistenz: für Angst .84 und für Vermeidung .81.
Validität: Faktorenanalytische Untersuchungen verweisen auf eine sehr gute faktorielle Validität der beiden Skalen (Neumann et al., 2007). Ferner konnte gezeigt werden, dass Vermeidung und Angst in unterschiedlicher Höhe mit Konstrukten wie Liebesstilen, Selbstwert und Selbstkonstruktion korrelieren, was für die diskriminative Validität der zwei BoBi-Skalen spricht. Da Zusammenhänge der Skalen mit Außenkriterien gefunden wurden, kann auch die Kriteriumsvalidität als gegeben angesehen werden. Insgesamt besitzt der Test eine hohe Konstruktvalidität.
Normen: Normwerte liegen nicht vor.

 

Altersbereiche

Der Bochumer Bindungsfragebogen (BoBi) kann von Erwachsenen bearbeitet werden.
 

Durchführungszeit

Die Bearbeitungsdauer für den BoBi beträgt etwa 5 bis 10 Minuten.
 

Bewertung

Der BoBi stellt ein valides Instrument zur Erfassung der partnerschaftlichen Bindung auf Basis der zwei unabhängigen Dimensionen Vermeidung und Angst dar. Mit seinen 36 Items handelt es sich um einen ökonomischen Test, der schnell bearbeitet werden kann. Der BoBi ist für den Einsatz in unterschiedlichen Populationen geeignet: Er kann sowohl in Stichproben aus der Normalbevölkerung als auch in klinischen Stichproben Anwendung finden. Durch seine Übereinstimmung mit dem englischsprachigen Fragebogen "Experiences in Close Relationships" (ECR) hat der BoBi den Vorteil der internationalen Vergleichbarkeit: Studien mit dem BoBi können mit Arbeiten verglichen werden, in denen der ECR eingesetzt wurde. Der BoBi hat sich genauso wie der ECR in Forschung und Praxis sehr gut bewährt.
 

Literatur

  • Ainsworth, M., Blehar, M., Waters, E. & Wall, S. (1978). Patterns of attachment. A psychological study of the Strange Situation. Hillsdale, NJ: Erlbaum.
  • Brennan, K., Clark, C. & Shaver, P. (1998). Self-report measurement of adult attachment. An integrative overview. In J. Simpson & W. Rholes (Eds.), Attachment theory and close relationships (pp. 46-76). New York, NY: Guilford.
  • Hazan, C. & Shaver, P.R. (1987). Romantic love conceptualized as an attachment process. Journal of Personality and Social Psychology, 52, 511-524.
  • Mikulincer, M. & Shaver, P.R. (2007). Attachment in adulthood. New York, NY: Guilford.
  • Neumann, E., Rohmann, E. & Bierhoff, H.W. (2007). Entwicklung und Validierung von Skalen zur Erfassung von Vermeidung und Angst in Partnerschaften. Der Bochumer Bindungsfragebogen (BoBi). Diagnostica, 53 (1), 33-47.
  • Quirin, M., Pruessner, J.C. & Kuhl, J. (2008). HPA system regulation and adult attachment anxiety: Individual differences in reactive and awakening cortisol. Psychoneuroendocrinology, 33, 581-590.
  • Rohmann, E., Neumann, E., Herner, M. & Bierhoff, H.W. (2011). Grandiose and vulnerable narcissism: Self-construal, attachment and love in romantic relationships. European Psychologist, Advance online publication. (DOI: 10.1027/1016-9040/a000100)
 

Originalfassung/Anderssprachige Fassungen

  • Brennan, K.A., Clark, C.L. & Shaver, P.R. (1998). Self-report measures of adult attachment: An integrative overview. In J.A. Simpson & W.S. Rholes (Eds.), Attachment theory and close relationships (pp. 46-76). New York: Guilford.
 
 Autorenbeschreibung: Hans-Werner Bierhoff (31.05.2012)
Eva Neumann (07.05.2015)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Questionnaires; Rating Scales; Personality Measures; Clinical Psychology; Couples; Marital Relations; Attachment Behavior; Attachment Disorders; Cognitions; Love; Affection

Klassische Testtheorie; Fragebögen; Rating-Skalen; Persönlichkeitstests; Klinische Psychologie; Paare; Partnerbeziehungen; Bindungsverhalten; Bindungsstörungen; Kognitionen (Denkinhalte); Liebe; Zuneigung

 weitere Schlagworte:

1998; 2007; Open Access; Bindungsstile; 36 Items; Skalen: 1 Vermeidung, 2 Angst; Normierungsjahr: keine Angaben
 Klassifikation:

Persönlichkeitstests; Ehe und Familie; Soziale Wahrnehmung und soziale Kognition; Persönlichkeitseigenschaften und Persönlichkeitsprozesse
Persönlichkeitstests zum Sozialverhalten; Einstellungstests zu Partnerschaft und Familie
9.2; 7.4.1
 Anwendungstyp: Research (Tests)
 Art der Publikation: Test; Electronic Resources (90; 94)
 Sprache: German
 Land: United States
 Publikationsjahr: 2007
 Änderungsdatum: 201608
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