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Fragebogen zu Teamwork und Patientensicherheit (PSYNDEX Tests Abstract)

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9005938
 

FTPS - Fragebogen zu Teamwork und Patientensicherheit (PSYNDEX Tests Abstract)

 

Safety Attitudes Questionnaire (SAQ; Sexton, J.B., Helmreich, R.L., Neilands, T.B., Rowan, K., Vella, K., Boyden, J., Roberts, P.R. & Thomas, E.J., 2006) - German version/author

 Salem, I., Renner, W. & Schwarz, N.
 (2008). Der Fragebogen zu Teamwork und Patientensicherheit - FTPS (Safety Attitudes Questionnaire - deutsche Version). Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 21 (79), 70-76.

Online im Internet: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=testarchiveintro

 Bezugsquelle: Das Verfahren ist im "Elektronischen Testarchiv" des ZPID enthalten und steht unter der "Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported (CC BY-NC-ND 3.0)"-Lizenz (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de); es kann für nichtkommerzielle Forschungs- und Unterrichtszwecke kostenlos eingesetzt werden. ; URL: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=userlog ; Stand: 1.5.2016.
 Adresse(n): o Prof. Dr. Walter Renner, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Institut für Psychologie, Universitätsstraße 65-67, A-9020 Klagenfurt, Österreich ; E-Mail: Walter.Renner@aau.at ; URL: http://wwwg.uni-klu.ac.at/psy/index.php?cat=pers&sub=i&xid=189 ; Stand: 17.2.2016
o Dr. Ingrid Evelyn Salem, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Intitut für Psychologie, Abteilung für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Psychoanalyse, Universitätsstraße 65-67, A-9020 Klagenfurt, Österreich ; E-Mail: ingrid.salem@aau.at ; URL: https://www.aau.at/team/salem-ingrid-evelyn/?lang=de ; Stand: 17.2.2016
o Prof. Dr. Rudolf Nikolaus Schwarz, Radetzkystraße 35, A-9020 Klagenfurt am Wörthersee, Österreich ; E-Mail: nikolaus.schwarz@auva.at ; URL: https://www.medacta.com/de/all/all/surgeon-info-page?id=234&country=4&joint=All%20joints&sn=Prim.%20Univ.%20Prof.%20Dr.%20RUDOLF%20NIKOLAUS%20SCHWARZ&country_name=Austria ; Stand: 17.2.2016
o John B. Sexton, The University of Texas Center of Excellence for Patient Safety Research and Practice, The University of Texas - Houston Medical School, Houston, USA ; E-Mail: jsexton2@jhmi.edu ; Stand: 16.06.2008
 WWW-Informationen:
  • Sexton, J.B., Helmreich, R.L., Neilands, T.B., Rowan, K., Vella, K., Boyden, J., Roberts, P.R. & Thomas, E.J. (2006). The Safety Attitudes Questionnaire: Psychometric properties, benchmarking data, and emerging research (http://www.biomedcentral.com/content/pdf/1472-6963-6-44.pdf) (Stand: 31.8.2016)
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Mit dem FTPS werden Einstellungen von Krankenhausmitarbeiterinnen und -mitarbeitern zu Aspekten der Arbeitssituation untersucht, welche für die Patientensicherheit relevant sind. Der Fragebogen kann in Studien zur Organisationsforschung verwendet werden.


Aufbau:
Der Fragebogen liegt im Paper-and-Pencil-Format vor. Er umfasst 27 Aussagen, die sich auf Aspekte der Zusammenarbeit im Team sowie der Patientensicherheit innerhalb der Institution beziehen. Die Aussagen sind auf einer fünfstufigen Likert-Skala von "stimmt völlig (trifft immer zu)" bis "stimmt sicher nicht (trifft nie zu)" zu beurteilen. Die Antworten werden mit Werten von 5 bis 1 kodiert (die Items 2, 6, 18 und 23 sind negativ gepolt und daher zu rekodieren). Sie werden zu vier Subskalen verrechnet, deren Werte sich durch Bildung des arithmetischen Mittels der zugehörigen Items ergeben:
- Skala 1 "Umgang mit Fehlern" (k = 10; Items 2R, 3, 5, 6R, 17, 19, 20, 21, 22, 23R; z.B. "Mit Fehlern wird in unserer Klinik angemessen umgegangen");
- Skala 2 "Leitung" (k = 5; Items 16, 24, 25, 26, 27; z.B. "Der Leitung der Klinik ist es wichtig, dass in unserem Betrieb der Patientensicherheit höchste Aufmerksamkeit gewidmet wird");
- Skala 3 "Kooperation" (k = 6; Items 1, 4, 7, 12, 13, 15; z.B. "Ich bin mit der Zusammenarbeit zwischen mir und den ÄrztInnen dieser Klinik zufrieden");
- Skala 4 "Kommunikation" (k = 6; Items 8, 9, 10, 11, 14, 18R; z.B. "Wichtige Dinge werden bei der Dienstübergabe verständlich und verlässlich kommuniziert").


Grundlagen und Konstruktion:
Bei dem FTPS handelt es sich um die deutsche Übertragung des englischsprachigen "Safety Attitudes Questionnaire" (SAQ; Sexton et al., 2006), der seinerseits über mehrere Zwischenschritte aus einem korrespondierenden Instrument für Beschäftigte in der Luftfahrt abgeleitet wurde (Flight Management Attitudes Questionnaire; Helmreich, Merritt, Sherman, Gregorich & Wiener, 1993). Den konzeptuellen Ausgangspunkt des Verfahrens bildete die Beobachtung, dass sog. "Kunstfehler" im medizinisch-pflegerischen Kontext oftmals nicht auf individuelle Nachlässigkeit zurückgehen, sondern auf unzureichende Funktionsweisen des Gesamtsystems, einschließlich seiner Kommunikationsstrukturen. Um die Patientensicherheit zu erhöhen und zugleich die involvierten Berufsgruppen zu schützen, bedarf es folglich der Entwicklung von Erhebungsmethoden wie des SAQ, mit deren Hilfe problembehaftete Organisationsmerkmale aufgedeckt werden können.
Die psychometrische Konstruktion des FTPS erfolgte faktorenanalytisch nach Prinzipien der Klassischen Testtheorie. Der SAQ wurde ins Deutsche übersetzt und von N = 186 Mitarbeitern eines österreichischen Krankenhauses bearbeitet (n = 119 Frauen, n = 45 Männer, n = 22 ohne Angabe zum Geschlecht). Die Probanden gehörten verschiedenen Berufsgruppen an, die mit Patienten unmittelbar Kontakt haben, z.B. Ärzte, Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Röntgenassistenten (vgl. Salem et al., 2008). In einer Hauptkomponentenanalyse mit Varimaxrotation erschienen eine Vier- oder eine Sechsfaktorenlösung möglich; aus inhaltlichen Gründen wurde die Vierfaktorenlösung gegenüber der für das Original gewählten Sechsfaktorenlösung (Sexton et al., 2006) präferiert. Jedes Item wurde demjenigen Faktor zugewiesen, auf dem es in der rotierten Komponentenmatrix die höchste Ladung zeigte. Alle Items luden mindestens mit einem Betrag von a = .40 auf dem korrespondierenden Faktor. Angaben zu den Trennschärfen und Skaleninterkorrelationen liegen nicht vor.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: In der Konstruktionsstichprobe ergaben sich als interne Konsistenzen (Cronbachs Alpha) für "Umgang mit Fehlern" Alpha = .83, für "Leitung" Alpha = .81, für "Kooperation" Alpha = .71 und für "Kommunikation" Alpha = .63.
Validität: Um erste Validitätshinweise zu gewinnen, wurden für alle Befragten die Faktorwerte auf die vier Faktoren der Hauptkomponentenanalyse berechnet und die Werte wurden für jede der befragten Berufsgruppen gemittelt. Varianzanalytische Vergleiche ergaben auf drei der vier Faktoren (ausgenommen "Leitung") bedeutsame Gruppenunterschiede. Diese ließen sich in einer Nachbesprechung plausibel durch Gegebenheiten im Arbeitsalltag der einzelnen Berufsgruppen erklären, z.B. durch ein besonders gutes Arbeitsklima innerhalb einer Gruppe bzw. die unterschiedliche wahrgenommene Wertschätzung durch andere Berufsgruppen.
Normen: Normwerte liegen nicht vor.

 

Altersbereiche

Der Fragebogen zu Teamwork und Patientensicherheit (FTPS; Salem, Renner & Schwarz, 2008) kann von Erwachsenen bearbeitet werden.
 

Durchführungszeit

Die Bearbeitung des Fragebogens beansprucht etwa 10 Minuten.
 

Bewertung

Die Befunde der Pilotstudie von Salem et al. (2008) weisen den FTPS als einen vielversprechenden Versuch aus, in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen solche Einstellungen zur Arbeitssituation zu erfassen, die für die Patientensicherheit relevant sind. Die Reliabilitätskennwerte der Skalen sind akzeptabel bis gut, als erste Validitätshinweise können die ermittelten systematischen Unterschiede zwischen Berufsgruppen gelten. In Studien, die der Weiterentwicklung und Validierung des Fragebogens dienen, sollte jedoch eine Antwortkategorie "trifft nicht zu" ergänzt werden, da manche Items nicht für alle Berufsgruppen relevant sind (Salem et al., 2008).
 

Literatur

  • Helmreich, R.L., Merritt, A.C., Sherman, P.J., Gregorich, S.E. & Wiener, E.L. (1993). The Flight Management Attitudes Questionnaire (FMAQ) (NASA/UT/FAA Technical Report 93-4). Austin, TX: The University of Texas.
  • Salem, I., Renner, W. & Schwarz, N. (2008). Der Fragebogen zu Teamwork und Patientensicherheit - FTPS (Safety Attitudes Questionnaire - deutsche Version). Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 79, 70-76.
  • Sexton, J.B., Helmreich, R.L., Neilands, T.B., Rowan, K., Vella, K., Boyden, J., Roberts, P.R. & Thomas, E.J. (2006). The Safety Attitudes Questionnaire: Psychometric properties, benchmarking data, and emerging research. BMC Health Services Research, 6 (44). Online verfügbar unter: http://www.biomedcentral.com/content/pdf/1472-6963-6-44.pdf (Datum des Zugriffs: 31.01.2012).
 

Originalfassung/Anderssprachige Fassungen

  • Sexton, J.B., Helmreich, R.L., Neilands, T.B., Rowan, K., Vella, K., Boyden, J., Roberts, P.R. & Thomas, E.J. (2006). The Safety Attitudes Questionnaire: Psychometric properties, benchmarking data, and emerging research. BMC Health Services Research, 6, 44-54. (DOI: 10.1186/1472-6963-6-44)
 
 Anne-Kathrin Mayer (06.02.2012)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Questionnaires; Rating Scales; Surveys; Evaluation; Medical Personnel; Hospital Environment; Occupational Stress; Work Load; Treatment Planning; Working Conditions

Klassische Testtheorie; Fragebögen; Rating-Skalen; Umfragen; Evaluation; Medizinisches Personal; Krankenhausumfeld; Beruflicher Stress; Arbeitsbelastung; Behandlungsplanung; Arbeitsbedingungen

 weitere Schlagworte:

2003; 2006; Open Access; Patientensicherheit; Qualitätssicherung; ab 18 Jahre; 27 Items; Skalen: 1 Umgang mit Fehlern, 2 Leitung, 3 Kooperation, 4 Kommunikation; Normierungsjahr: 2008
 Klassifikation:

Berufs- und arbeitspsychologische Tests; Stationäre Behandlung; Arbeitsbedingungen und Arbeitssicherheit
Arbeitspsychologische Verfahren
7.3.2.2
 Anwendungstyp: Research (Tests)
 Art der Publikation: Test; Electronic Resources (90; 94)
 Sprache: German
 Übersetzungen: English
 Land: United States
 Publikationsjahr: 2008
 Änderungsdatum: 201202
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