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Skala "Sportbezogenes Barrierenmanagement" (PSYNDEX Tests Abstract)

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9006377
 

SBBM - Skala "Sportbezogenes Barrierenmanagement" (PSYNDEX Tests Abstract)

 

Barrier Management Scale in Physical Exercise/zpid
Synonym(e): Skalen zu den sportbezogenen situativen Barrieren und dem sportbezogenen Barrierenmanagement

 Krämer, L. & Fuchs, R.
 (2010). Barrieren und Barrierenmanagement im Prozess der Sportteilnahme. Zwei neue Messinstrumente. Zeitschrift für Gesundheitspsychologie, 18 (4), 170-182.

Online im Internet: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=testarchiveintro

 Bezugsquelle: Das Verfahren ist im "Elektronischen Testarchiv" des ZPID enthalten und steht unter der "Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported (CC BY-NC-ND 3.0)"-Lizenz (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de); es kann für nichtkommerzielle Forschungs- und Unterrichtszwecke kostenlos eingesetzt werden. ; URL: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=userlog ; Stand: 1.5.2016.
Anmerkung: Die Items sind ferner enthalten in Krämer und Fuchs (2010, S. 176, Tabelle 2: Itemdeskription, Dimensionenstruktur und Trennschärfen zur Skala "Sportbezogenes Barrierenmanagement").
 Adresse(n): o Prof. Dr. Reinhard Fuchs, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Institut für Sport und Sportwissenschaft, Schwarzwaldstraße 175, D-79117 Freiburg ; E-Mail: reinhard.fuchs@sport.uni-freiburg.de ; URL: http://www.sport.uni-freiburg.de/institut/mitarbeiter/fuchs ; Stand: 30.3.2011
o Dipl.-Psych. Lena Krämer, Universität Freiburg, Institut für Psychologie, Abteilung für Rehabilitationspsychologie und Psychotherapie, Engelbergerstraße 41, D-79085 Freiburg ; E-Mail: kraemer@psychologie.uni-freiburg.de ; URL: http://www.psychologie.uni-freiburg.de/Members/kraemer/index_html?set_language=en ; Stand: 30.3.2011
 WWW-Informationen:
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Die Skala SBBM erfasst konkrete Strategien, die Individuen einsetzen können, um die einmal gefasste Verhaltensabsicht, Sport zu treiben, gegenüber auftretenden Barrieren abzuschirmen und in Verhalten umzusetzen (Krämer & Fuchs, 2010). Sie kann in rehabilitations-, gesundheits- und sportpsychologischen Studien verwendet werden, um motivations- und volitionspsychologischen Fragen nachzugehen. Die Skala wurde bislang in Kombination mit der Skala "Sportbezogene Barrieren" (Skala SBB; Krämer & Fuchs, 2010; PSYNDEX-Tests Nr. 9006378) eingesetzt, kann jedoch prinzipiell auch separat vorgegeben werden.


Aufbau:
Der Selbstbeurteilungsfragebogen liegt im Paper-and-Pencil-Format vor. Er umfasst 15 Items zu Kognitionen und Verhaltensweisen, mit denen eine Person versuchen kann, Hindernisse zu überwinden, die sie vom Sporttreiben abhalten. Alle Items werden durch den Satzanfang "Um den Sporttermin trotzdem wahrzunehmen ..." eingeleitet. Das Antwortformat ist dichotom, d.h. die Probanden werden gebeten anzugeben, ob sie die jeweilige "Gegenstrategie" einsetzen oder nicht. Die Antworten werden mit Werten von 1 ("mache ich nicht") bzw. 2 ("mache ich") kodiert und können durch Bildung des arithmetischen Mittels der Items zu drei Skalenwerten verrechnet werden:
(1) Subskala "Präventives Barrierenmanagement" (k = 8; Items 1, 2, 3, 6, 7, 10, 12, 13): Vermeidung von Risikosituationen oder Eingehen längerfristiger Selbstverpflichtungen (z.B. "... lege ich mir meine Sportsachen griffbereit zurecht", "... teile ich Freunden/Bekannten mein Sportvorhaben mit").
(2) Subskala "Akutes Barrierenmanagement" (k = 6; Items 5, 8, 9, 11, 14, 15): Verhalten in einer Risikosituation (z.B. "... versuche ich mich in eine Stimmung zu versetzen, in der ich Lust auf körperliche Aktivität habe").
(3) Gesamtskala "Sportbezogenes Barrierenmanagement" (k = 15).
Das Item 4 ("... nehme ich mir vor, mir etwas Schönes zu gönnen") ist keiner der beiden Subskalen zugeordnet, geht jedoch in die Gesamtskala ein.


Grundlagen und Konstruktion:
Die Skala SBBM stützt sich auf volitionspsychologische Konzepte und Theorien zu Selbstregulationsprozessen. Zurückgegriffen wird insbesondere auf die Handlungskontrolltheorie von Kuhl (1996) sowie das Modell zur Rückfallprävention von Marlatt und Gordon (1985), in dem zwei Klassen von Bewältigungsreaktionen in Risikosituationen unterschieden werden (Vermeidung von Risikosituationen vs. adäquater Umgang mit der Risikosituation). Die psychometrische Konstruktion der Skala erfolgte nach Prinzipien der Klassischen Testtheorie. Auf Grundlage der Handlungskontrollstrategien von Kuhl (1996) sowie klassischen verhaltenstherapeutischen Strategien der Selbstkontrolle (z.B. Kanfer, 1977) wurde ein Pool von k = 15 Items zusammengestellt. Die Items wurden zusammen mit der Skala SBB (Krämer & Fuchs, 2010) und mehreren Referenzmaßen, die der Validierung dienen sollten, einer Stichprobe von N = 692 orthopädischen Rehabilitationspatienten (Altersbereich: 22 bis 64 Jahre; n = 430 Frauen, n = 262 Männer) sechs Wochen nach Entlassung aus der stationären Behandlung vorgegeben. Die Itemschwierigkeiten lagen mit Werten von .28 < = p < = .83 überwiegend im wünschenswerten mittleren Bereich. Zwei kategorielle Hauptkomponentenanalysen erbrachten in beiden per Zufall gebildeten Teilstichproben (je n = 346) zwei interpretierbare Dimensionen mit einer Varianzaufklärung von insgesamt 34.8 Prozent. Aus 14 der 15 Items wurden die zwei Subskalen "Präventives Barrierenmanagement" und "Akutes Barrierenmanagement" konstruiert, die zu r = .41 korreliert waren. Die Itemtrennschärfen zur Gesamtskala betrugen .25 < = rit < = .49, die zu den Subskalen .35 < = rit < = .49 ("Präventives Barrierenmanagement") bzw. .35 < = rit < = .47 ("Akutes Barrierenmanagement").


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Die interne Konsistenz der Gesamtskala lag in der Konstruktionsstichprobe bei Cronbachs Alpha = .78, die der Teilskalen bei Alpha = .71 ("Präventives Barrierenmanagement") bzw. Alpha = .68 ("Akutes Barrierenmanagement").
Validität: Erwartungsgemäß ging in der Konstruktionsstichprobe ein breiteres Repertoire an Gegenstrategien mit höheren sportbezogenen Selbstwirksamkeitsüberzeugungen einher (r = .35 für die Gesamtskala, r = .36 für "Präventives Barrierenmanagement" und r = .22 für "Akutes Barrierenmanagement"). Je mehr präventives Barrierenmanagement die Probanden betrieben, desto weniger wurden sie nach eigener Einschätzung durch psychosoziale Barrieren (z.B. Müdigkeit, Stress) vom Sporttreiben abgehalten (r = -.15). Demgegenüber korrelierte eine stärkere Beeinträchtigung des Sporttreibens durch psychosoziale Barrieren positiv mit dem Einsatz akuter Gegenstrategien (r = .11). Für eine vertiefte Interpretation der Zusammenhänge sei auf die Publikation von Krämer und Fuchs (2010) verwiesen.
Normen: Normwerte liegen nicht vor.

 

Altersbereiche

Die Skala "Sportbezogenes Barrierenmanagement" (Skala SBBM) kann von Erwachsenen im Altersbereich von 18 bis 65 Jahren bearbeitet werden.
 

Durchführungszeit

Die Bearbeitung dauert etwa 5 Minuten.
 

Bewertung

Mit der Skala SBBM wurde ein ökonomisches Forschungsinstrument konstruiert, das bisherigen Befunden zufolge eine stabile Faktorenstruktur und eine akzeptable Messgenauigkeit aufweist. Die Items sind spezifisch und konkret formuliert, so dass das Instrument - seine weitere empirische Bewährung vorausgesetzt - auch im Anwendungskontext (z.B. der sport- und gesundheitspsychologischen Beratung) genutzt werden könnte, um individuelle Selbstregulationsstrategien zu erfassen und zu optimieren. Damit grenzt sich die Skala von bisherigen Messinstrumenten zum Barrierenmanagement ab, in denen lediglich erhoben wird, ob der Proband weiß, wie er mit bestimmten Barrieren umgehen wird (bspw. Sniehotta, Scholz & Schwarzer, 2006), nicht jedoch, welche Strategien hierfür eingesetzt werden. Angesichts der eher geringen Zusammenhänge mit Referenzmaßen regen Krämer und Fuchs (2010) an, in künftigen Studien ein vierstufiges Antwortformat ("stimmt nicht", "stimmt eher nicht", "stimmt eher", "stimmt genau") zu verwenden, um eine höhere Differenzierungsfähigkeit der Skala zu erreichen und Effekte des Barrierenmanagements valider abzubilden. Das Instrument beansprucht nicht, den Pool möglicher Gegenstrategien erschöpfend abzubilden; fragestellungs- und stichprobenspezifisch (z.B. für Leistungssportler oder klinische Stichproben) sollte es ggf. um weitere Strategien ergänzt werden.
 

Literatur

  • Kanfer, F. (1977). Selbstmanagement-Methoden. In F. Kanfer & A. Goldstein (Hrsg.), Möglichkeiten der Verhaltensänderung (S. 350-406). München: Urban und Schwarzenberg.
  • Krämer, L. & Fuchs, R. (2010). Barrieren und Barrierenmanagement im Prozess der Sportteilnahme. Zwei neue Messinstrumente. Zeitschrift für Gesundheitspsychologie, 18 (4), 170-182.%
  • Kuhl, J. (1996). Wille und Freiheitserleben: Formen der Selbststeuerung. In J. Kuhl & H. Heckhausen (Hrsg.), Enzyklopädie der Psychologie: Motivation, Volition und Handlung (Serie IV, Band 4, S. 665-765). Göttingen: Hogrefe.
  • Marlatt, A. & Gordon, J. (1985). Relapse prevention: Maintenance strategies in the treatment of addictive behaviors. New York, NY: Guilford Press.
  • Sniehotta, F., Scholz, U. & Schwarzer, R. (2006). Action plans and coping plans for physical exercise: A longitudinal intervention study in cardiac-rehabiliation. British Journal of Health Psychology, 11, 23-37.
 

Wichtige neuere Publikationen

  • Krämer, L. (2014). Barrieren, gesundheitsbezogene. In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch - Lexikon der Psychologie (S. 238). Bern: Huber.
 
 Anne-Kathrin Mayer (19.07.2012)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Questionnaires; Rating Scales; Self-Report; Sport Psychology; Health Care Psychology; Athletic Training; Physical Comfort; Athletic Participation; Self-Management; Volition; Intention

Klassische Testtheorie; Fragebögen; Rating-Skalen; Selbstbericht; Sportpsychologie; Psychologie im Gesundheitswesen; Sporttraining; Körperliche Befindlichkeit; Sportliche Aktivität; Selbstkontrolltechniken; Wille; Intention

 weitere Schlagworte:

2010; Open Access; Sportliche Aktivität; Selbstbericht; Selbstkontrolltechniken; Wille; Intention; Barrierenmanagement; Volition; 15 Items; Subskalen: 1 Präventives Barrierenmanagement, 2 Akutes Barrierenmanagement; Normierungsjahr: keine Angaben; Normstichprobe: 692
 Klassifikation:

Gesundheitspsychologische Tests; Gesundheitsförderung und Vorsorge; Sport
Gesundheitspsychologische und Verhaltensmedizinische Verfahren
11.25
 Anwendungstyp: Research (Tests)
 Art der Publikation: Test; Electronic Resources (90; 94)
 Sprache: German
 Land: Germany
 Publikationsjahr: 2010
 Änderungsdatum: 201208
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