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Fragebogen zur Generativität (PSYNDEX Tests Abstract)

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9006390
 

FraGen - Fragebogen zur Generativität (PSYNDEX Tests Abstract)

 

Generativity Scales: Gen-life, Gen-current, Gen-parental/zpid

 Schoklitsch, A. & Baumann, U.
 (2010). FraGen. Fragebogen zur Generativität. Salzburg: Universität Salzburg, Institut für Psychologie.

Online im Internet: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=testarchiveintro

 Bezugsquelle: Das Verfahren ist im "Elektronischen Testarchiv" des ZPID enthalten und steht unter der "Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported (CC BY-NC-ND 3.0)"-Lizenz (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de); es kann für nichtkommerzielle Forschungs- und Unterrichtszwecke kostenlos eingesetzt werden. ; URL: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=userlog ; Stand: 1.5.2016.
Anmerkung: Englischsprachige Kurzformen der Items sind abgedruckt bei Schoklitsch und Baumann (2011, S. 35-38).
 Adresse(n): o Prof. Dr. Urs Baumann, Emeritus, Universität Salzburg, Institut für Psychologie, Hellbrunner Straße 34, A-5020 Salzburg ; Stand: 10.8.2011
o Mag. Angela Schoklitsch, Universität Salzburg, Institut für Psychologie, Hellbrunner Straße 34, A-5020 Salzburg ; E-Mail: angela.schoklitsch@stud.sbg.ac.at ; Stand: 10.08.2011
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Die Instrumente wurden zur Erfassung von Generativität, insbesondere für die Forschung im Kontext der Lebensspannenpsychologie, entwickelt. Mithilfe der Fragebögen kann das Ausmaß generativer Anliegen einer Person in verschiedenen Bereichen eingeschätzt werden. Dies ist etwa von Bedeutung in der Persönlichkeitspsychologie (Generativität als Trait) wie auch in der Klinischen Psychologie und Gesundheitspsychologie (Zusammenhang von Generativität und Gesundheit).


Aufbau:
Es handelt sich bei den drei Fragebögen um Selbstbeurteilungsverfahren mit vierstufigen Antwortskalen von "trifft nicht zu" bis "trifft zu". Die Durchführung ist im Einzel- oder Gruppentest möglich, aufgrund des möglichen Einflusses von sozialer Erwünschtheit ist eine anonyme Befragung vorzuziehen.
(1) FraGen-L: 29 Items (davon 22 zusammengefasst zu vier Subskalen: technische, kulturelle, soziale und ökologische Generativität)
(2) FraGen-E: 19 Items (davon 13 zusammengefasst zu zwei Subskalen: biologische und elterliche Generativität)
(3) FraGen-G: 29 Items (davon 22 zusammengefasst zu vier Subskalen: technische, kulturelle, soziale und ökologische Generativität).
Die Rohwerte (1 = trifft nicht zu bis 4 = trifft zu) werden pro Skala aufsummiert. Skalenwert ist der über die Items gemittelte Wert.
Die Fragebögen wurden bislang stets kombiniert in der oben genannten Abfolge verwendet (FraGen-L, FraGen-E, FraGen-G). Bei Verwendung von Einzelversionen sind die Instruktionen entsprechend anzupassen.


Grundlagen und Konstruktion:
Generativität ist nach Erikson (1950) als Anliegen definiert, für zukünftige Generationen sorgen zu wollen. Grundlage für die Konstruktion waren Kotres (1984) vier Generativitätsdimensionen (biologische, elterliche, technische und kulturelle), ergänzt um die soziale und ökologische Generativität. Die Fragebögen beinhalten diese altersspezifischen Subskalen für eine differenzierte Erfassung des Konstrukts Generativität. Der FraGen-L (Lebensrückblick) wurde speziell für das höhere Lebensalter entwickelt. Itemauswahl und Skalenkonstruktion erfolgten nach Prinzipien der Klassischen Testtheorie. Es liegen die Ergebnisse der Konstruktionsstichprobe (N = 195) vor (für Details siehe Schoklitsch & Baumann, 2011).


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Die empirische Prüfung der Gütekriterien basiert auf der Konstruktionsstichprobe. Die Datenerhebung erfolgte 2008 im Rahmen eines Dissertationsprojekts.
Objektivität: FraGen-L, FraGen-E und FraGen-G sind in ihrer Durchführung und Auswertung standardisiert und deshalb als objektiv einzuschätzen.
Reliabilität: Cronbachs Alpha der Skalen der drei Fragebögen liegt in der Konstruktionsstichprobe (Schoklitsch & Baumann, 2011) zwischen .68 (biologische Generativität, 4 Items) und .83 (soziale Generativität im Lebensrückblick, 6 Items) und weist unter Berücksichtigung der Itemzahl auf eine zufriedenstellende bis sehr zufriedenstellende interne Konsistenz hin. Die Trennschärfen variieren zwischen rit = .28 und rit = .74 (alle p < .01). Die Skalen des FraGen-G und FraGen-E zeigen Test-Retestreliabilitäten zwischen .60 (biologische Generativität) und .82 (gegenwärtige soziale Generativität), was auf eine zufriedenstellende Stabilität über das im Durchschnitt 41.3 Tage lange Test-Retest-Intervall hinweist (n = 19). Die Ergebnisse des FraGen-L hingegen deuten auf mangelnde Stabilität hin (Test-Retest-Reliabilitäten zwischen .04 und .54).
Validität: (a) Faktorielle Validität: Die Skalen wurden aufgrund der Ergebnisse einer explorativen Faktorenanalyse (Hauptkomponentenanalyse) konstruiert. Da oblique (Oblimim) und orthogonale (Varimax) Rotationen zu ähnlichen Ergebnissen führten und die Interkorrelationen zwischen den Skalen relativ niedrig waren, wurde die orthogonale Rotation bevorzugt, um zu eindeutigeren und stichprobenunabhängigeren Ergebnissen zu kommen. Für FraGen-L und FraGen-G wurden vier Faktoren (technische, kulturelle, soziale und ökologische Generativität) und für FraGen-E zwei Faktoren (biologische und elterliche Generativität) angenommen, die empirisch bestätigt werden konnten (für Details siehe Schoklitsch & Baumann, 2011).
(b) Konstruktvalidität: Niedrige bis mittlere Korrelationen zwischen den Skalen der drei Fragebögen und der Loyola Generativity Scale (LGS; McAdams & St. Aubin, 1992) zwischen .20 und .55 sind ein positiver Beleg für die konvergente Validität.
(c) Differentielle Validität: Anhand bisheriger Untersuchungen (z.B. Keyes & Ryff, 1998) wurden Zusammenhänge mit Indikatoren psychischer Gesundheit angenommen. Dementsprechend zeigten sich positive Korrelationen zwischen Generativität und positiven Gesundheitsindikatoren (z.B. Wohlbefinden) und negative Zusammenhänge mit negativen Gesundheitsindikatoren (z.B. Depressivität; Schoklitsch & Baumann, submitted).
Normen: Für FraGen-G, FraGen-L und FraGen-E existieren keine Normen. Vergleichswerte aus einer erwachsenen Stichprobe höheren Lebensalters (Alter: M = 72.5 Jahre, SD = 8.8 Jahre) liegen vor (siehe Schoklitsch & Baumann, 2011).

 

Altersbereiche

FraGen-L (Fragebogen zur Generativität im Lebensrückblick) wurde speziell für die zweite Lebenshälfte entwickelt, da die Vergangenheit zunehmend wichtiger für das Selbstkonzept wird (z.B. Dittmann-Kohli, 1995).
FraGen-E (Fragebogen zur elterlichen Generativität) ist für Personen konstruiert worden, die Eltern sind bzw. waren (gegenwärtige Instruktion für Personen, bei denen dies schon länger zurückliegt).
FraGen-G (Fragebogen zur gegenwärtigen Generativität) ist grundsätzlich in allen erwachsenen Altersgruppen (ab ca. 20 Jahren) einsetzbar.
Die bisherigen Versionen wurden für den gerontologischen Bereich entwickelt, daher bedürfen die Instruktionen für andere Altersbereiche entsprechender Modifikationen.
 

Durchführungszeit

Bei FraGen-L, FraGen-E und FraGen-G handelt es sich um ökonomische Instrumente, die jeweils in fünf bis zehn Minuten zu bearbeiten sind. Zeitbeschränkung gibt es keine.
 

Bewertung

Insgesamt sind FraGen-G, FraGen-L und FraGen-E drei Fragebögen, die Generativität differenziert und altersspezifisch erfassen. FraGen-E wurde speziell für Eltern entwickelt und FraGen-L für Menschen höheren Lebensalters, da der Lebensrückblick in diesem Altersbereich zunehmend an Bedeutung gewinnt. Da die Korrelationen der gleichen Skalen von FraGen-G und FraGen-L sehr hoch sind, ist die Spezifitätsfrage beider Fragebögen noch offen und bedarf weiterer Klärung in zukünftigen Studien.
 

Literatur

  • Dittmann-Kohli, F. (1995). Das persönliche Sinnsystem. Göttingen: Hogrefe.
  • Erikson, E.H. (1950). Childhood and society. New York, NY: W.W. Norton & Company, Inc.
  • Keyes, C.L.M. & Ryff, C.D. (1998). Generativity and adult lives: Social structural contours and quality of life consequences. In D. P. McAdams & E. de St. Aubin (Eds.), Generativity and adult development: How and why we care for the next generation (pp. 227-263). Washington, DC: American Psychological Association.
  • Kotre, J.N. (1984). Outliving the self: Generativity and the interpretation of lives. Baltimore, MD: Johns Hopkins University Press.
  • McAdams, D.P. & St. Aubin, E. de (1992). A theory of generativity and its assessment through self-report, behavioral acts, and narrative themes in autobiography. Journal of Personality and Social Psychology, 62, 1003-1015.
  • Schoklitsch, A. & Baumann, U. (2011). Measuring generativity in older adults: the development of new scales. GeroPsych, 24 (1), 31-43. -PSYNDEX-Lit Dok.-Nr. 0240600
  • Schoklitsch, A. & Baumann, U. (submitted). Generativity and health in old age.
 
 Autorenbeschreibung: Angela Schoklitsch (10.08.2011)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Questionnaires; Rating Scales; Gerontology; Generativity

Klassische Testtheorie; Fragebögen; Rating-Skalen; Gerontologie; Generativität

 weitere Schlagworte:

2011; Open Access; 29 Items (FraGen-L); 19 Items (FraGen-E); 29 Items (FraGen-G); ab 20 Jahre; FraGen-L-Subskalen: 1 Technische Generativität, 2 Kulturelle Generativität, 3 Soziale Generativität, 4 Ökologische Generativität; FraGen-E-Subskalen: 1 Biologische Generativität, 2 Elterliche Generativität; FraGen-G-Subskalen: 1 Technische Generativität, 2 Kulturelle Generativität, 3 Soziale Generativität, 4 Ökologische Generativität; Normierungsjahr: keine Angaben; Normstichprobe: keine Angaben
 Klassifikation:

Persönlichkeitstests; Persönlichkeitseigenschaften und Persönlichkeitsprozesse
Gerontologische Verfahren; Mehrdimensionale Persönlichkeitstests
1.10; 9.1
 Anwendungstyp: Research (Tests)
 Art der Publikation: Test; Electronic Resources (90; 94)
 Sprache: German
 Übersetzungen: English
 Land: Austria
 Publikationsjahr: 2010
 Änderungsdatum: 201108
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