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Composite Scale of Morningness - deutsche Fassung (PSYNDEX Tests Review)

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9006790
 

CSM - Composite Scale of Morningness - deutsche Fassung (PSYNDEX Tests Review)

 

Composite Scale of Morningness (CSM; Smith, C.S., Reilly, C. & Midkiff, K., 1989) - German version/author

 Randler, C.
 (2008). CSM. Composite Scale of Morningness - deutsche Fassung [Fragebogen]. Heidelberg: Pädagogische Hochschule Heidelberg, Institut für Naturwissenschaften, Geographie und Technik.

Online im Internet: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=testarchiveintro

 Bezugsquelle: Das Verfahren ist im "Elektronischen Testarchiv" des ZPID enthalten und steht unter der "Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported (CC BY-NC-ND 3.0)"-Lizenz (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de); es kann für nichtkommerzielle Forschungs- und Unterrichtszwecke kostenlos eingesetzt werden. ; URL: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=userlog ; Stand: 1.5.2016.
 Adresse(n): o Prof. Dr. Christoph Randler, Universität Tübingen, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Auf der Morgenstelle 28, D-72076 Tübingen ; URL: https://www.uni-tuebingen.de/en/faculties/faculty-of-science/departments/biology/institutes/fachdidaktik-der-biologie/personen/prof-dr-christoph-randler.html ; Stand: 31.8.2016
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Der Chronotyp eines Menschen ist mit dafür verantwortlich zu welcher Tag- bzw. Nachtzeit Höchstleistungen vollbracht werden können, und zwar sowohl auf physiologischer als auch auf psychischer Ebene. Dabei gibt es sowohl individuelle als auch geschlechts- und altersspezifische Unterschiede. Um eine psychometrisch fundierte Erfassung des Chronotyps im deutschsprachigen Raum zu ermöglichen, wurde die international gebräuchliche Composite Scale of Morningness (CSM) ins Deutsche übersetzt.


Aufbau:
Der Fragebogen umfasst 13 Fragen, für die jeweils vier bis fünf unterschiedliche Antwortmöglichkeiten vorgegeben sind. 10 Items sind von 1-4 skaliert und 3 von 1-5. Dadurch ergibt sich ein Gesamtscore zwischen 13 und 55.


Grundlagen und Konstruktion:
Die englischsprachige Originalversion wurde gemäß der parallelen Übersetzungsmethode ins Deutsche übersetzt, von n = 14 Lehramtsstudenten überarbeitet und durch n = 2 Schüler auf Verständlichkeit geprüft. Zur Konstruktion einer deutschsprachigen Kurzform wurden, basierend auf den Item-Interkorrelationen, redundante Items eliminiert.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Die interne Konsistenz wurde in Form von Cronbachs Alpha berechnet und variiert für die Langform zwischen Alpha = .84 und Alpha = .87. Für die Kurzform wurden für verschiedene Stichproben Kennwerte zwischen Alpha = .64 und Alpha = .82 erzielt; die Retestreliabilität betrug für ein Retestintervall von 11-12 Wochen rtt = .88.
Validität: Zur Überprüfung der Validität wurden a) die dem Fragebogen zugrundeliegende Faktorenstruktur sowie b) Zusammenhänge zu verschiedenen physiologischen und psychologischen Parametern und c) dem MEQ untersucht. Dabei weisen die meisten Studien auf eine Zwei- bzw. Dreifaktorenlösung hin, wenngleich sich alters- sowie kulturspezifische Unterschiede zeigten. Weiterhin konnten statistisch bedeutsame, erwartungskonforme Zusammenhänge z.B. zu verschiedenen Variablen des Schlaf-Wach-Rhythmus, der physiologischen und kognitiven Leistungsfähigkeit sowie zum MEQ erzielt werden.
Normen: Derzeit (September 2014) existieren keine Normwerte. Für eine grobe Orientierung können jedoch die Deskriptivstatistiken der Konstruktionsstichprobe genutzt werden.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Viele biologische, physiologische und psychologische Parameter werden von einer zirkadianen Rhythmik geprägt. So unterliegen bspw. die Hormonsekretion, die Körpertemperatur, das Schmerzempfinden und die Konzentrationsleistung einem über den Tagesverlauf hinweg schwankenden Verlauf. Dabei gibt es bedeutsame individuelle Unterschiede, wie sich dieser Verlauf bei einem Menschen gestaltet, d.h. zu welchen Tag- und Nachtzeiten Minima bzw. Maxima auftreten. So bevorzugen etwa Morgentypen die Morgenstunden für physische und intellektuelle Tätigkeiten (z.B. Adan et al., 2012), gelten als ausdauernd und lebhaft (Jankowski, 2014). Dabei ist die Differenzierung zwischen Morgen- und Abendtyp eher als Kontinuum denn als dichotom zu verstehen (z.B. Natale & Cicogna, 2002; Roenneberg, Wirz-Justice & Merrow, 2003).
Zur psychometrischen Erfassung des Chronotyps können verschiedene englischsprachige Fragebögen genutzt werden. Z.B. der Morningness-Eveningness Questionnaire (MEQ; Horne & Östberg, 1976), die Composite Scale of Morningness (CSM; Smith, Reilly & Midkiff, 1989), die Basic Language Morningness Scale (BALM; Brown, 1993) oder der Munich-Chrono-Type Questionnaire (MCTQ; Roenneberg et al., 2004; Zavada, Gordijn, Beersma, Daan & Roenneberg, 2005; Überblick: Di Milia, Adan, Natale & Randler, 2013). In deutscher Sprache liegen jedoch bislang nur der MCTQ und der MEQ (deutschsprachige Adaption durch Griefahn, Künemund, Bröde & Mehnert, 2001) vor.
Da neben dem MEQ insbesondere der Composite Scale of Morningness (CSM) eine hohe internationale Bedeutung zukommt, sollte diese zunächst ins Deutsche übersetzt werden. Um darüber hinaus den Einsatz der (deutschsprachigen) CSM in der Forschung zu erleichtern, sollte darauf aufbauend eine Kurzform des Fragebogens entwickelt werden.
 

Testaufbau

Der Fragebogen umfasst 13 Fragen, für die jeweils vier bis fünf unterschiedliche Antwortmöglichkeiten vorgegeben sind. 10 Items sind von 1-4 skaliert und 3 von 1-5. Dadurch ergibt sich ein Gesamtscore zwischen 13 und 55.
Die Zuordnung der Items zu den einzelnen Faktoren ist bislang weder national noch international vollständig geklärt. Es werden jedoch 4 Items des Morning Affect Factors als kulturell stabil vorgeschlagen und sind für interkulturelle Vergleiche geeignet. Diese Items befassen sich hauptsächlich mit dem Affekt nach dem Aufstehen (wie wach..., wie müde..., wie leicht..., wie lange dauert es...? Items 3, 4, 5, 12).
 

Auswertungsmodus

Die Werte der einzelnen Antwortalternativen werden zu einem Gesamtwert aufsummiert. In Anlehnung an die Empfehlungen von Smith et al. (1989) werden zur Differenzierung von Morgen- und Abendtypen das 10. (Abendtyp) und 90. (Morgentyp) Perzentil herangezogen. Für die Langform der deutschsprachigen CSM betrugen die resultierenden Cut-off-Werte für die Gesamtstichprobe 26 und 43, für Männer 25 und 43 sowie für Frauen 26 und 42.
 

Auswertungshilfen

Es liegen keine Auswertungshilfen vor. Eine Schablone kann jedoch leicht selbst angefertigt werden.
 

Auswertungszeit

Zur Auswertungszeit werden keine Angaben gemacht. Aufgrund der einfachen Auswertung dürfte diese jedoch nicht mehr als 10 Minuten in Anspruch nehmen.
 

Itembeispiele

1. Wann würden Sie aufstehen, wenn es nur nach Ihrem eigenen Wohlbefinden ginge und Sie sich den Tag frei einteilen könnten?
a) vor 6:30 Uhr (5 Punkte), b) zwischen 6:30 Uhr und 7:45 Uhr (4 Punkte), c) zwischen 7:45 Uhr und 9:45 Uhr (3 Punkte), d) zwischen 9:45 Uhr und 11 Uhr (2 Punkte), e) nach 11 Uhr (1 Punkt).
 

Alle Items

1. Wann würden Sie aufstehen, wenn es nur nach Ihrem eigenen Wohlbefinden ginge und Sie sich den Tag frei einteilen könnten?
a) vor 6:30 Uhr (5 Punkte), b) zwischen 6:30 Uhr und 7:45 Uhr (4 Punkte), c) zwischen 7:45 Uhr und 9:45 Uhr (3 Punkte), d) zwischen 9:45 Uhr und 11 Uhr (2 Punkte), e) nach 11 Uhr (1 Punkt).
2. Wann würden Sie zu Bett gehen, wenn es nur nach Ihrem eigenen Wohlbefinden ginge und Sie sich den Abend frei einteilen könnten?
a) vor 21 Uhr (5 Punkte), b) zwischen 21 Uhr und 22:15 Uhr (4 Punkte), c) zwischen 22:15 Uhr und 0:30 Uhr (3 Punkte), d) zwischen 0:30 Uhr und 1:45 Uhr (2 Punkte), e) nach 1:45 Uhr (1 Punkt).
3. Wie leicht fällt es Ihnen normalerweise morgens aufzustehen?
a) überhaupt nicht leicht (1 Punkt), b) nicht so leicht (2 Punkte), c) ziemlich leicht (3 Punkte), d) sehr leicht (4 Punkte).
4. Wie wach fühlen Sie sich morgens in der ersten halben Stunde nach dem Aufwachen?
a) überhaupt nicht wach (1 Punkt), b) etwas wach (2 Punkte), c) ziemlich wach (3 Punkte), d) sehr wach (4 Punkte).
5. Wie müde fühlen Sie sich morgens in der ersten halben Stunde nach dem Aufwachen?
a) sehr müde (1 Punkt), b) ziemlich müde (2 Punkte), c) ziemlich fit (3 Punkte), d) sehr fit (4 Punkte).
6. Sie haben beschlossen, Sport zu treiben. Ein Freund/eine Freundin schlägt vor, zweimal wöchentlich eine Stunde zu trainieren. Für Ihren Freund/Ihre Freundin ist die beste Zeit Sport zu treiben morgens zwischen 7 und 8 Uhr. Wenn Sie von Ihrem eigenen Wohlbefinden ausgehen, wie schätzen Sie Ihre Leistungsfähigkeit zu dieser Zeit ein?
a) Ich wäre gut in Form (4 Punkte), b) Ich wäre ziemlich gut in Form (3 Punkte) c) Es wäre ziemlich schwierig für mich (2 Punkte), d) Es wäre sehr schwierig für mich (1 Punkt).
7. Wann werden Sie abends müde und möchten deshalb schlafen gehen?
a) vor 21 Uhr (5 Punkte), b) zwischen 21 Uhr und 22:15 Uhr (4 Punkte), c) zwischen 22:15 Uhr und 0:30 Uhr (3 Punkte), d) zwischen 0:30 Uhr und 1:45 Uhr (2 Punkte), e) nach 1:45 (1 Punkt).
8. Für eine Klausur, die sehr anstrengend ist und 2 Stunden dauert, möchten Sie in Bestform sein. Sie können sich Ihren Tag völlig frei einteilen. Welchen Zeitraum würden Sie auswählen?
a) von 8 bis 10 Uhr (4 Punkte), b) von 11 bis 13 Uhr (3 Punkte), c) von 15 bis 17 Uhr (2 Punkte), d) von 19 bis 21 Uhr (1 Punkt).
9. Manche Menschen sind Morgentypen, andere dagegen Abendtypen. Zu welchem Typ würden Sie sich zählen?
a) eindeutig "Morgentyp" (4 Punkte), b) eher "Morgentyp" als "Abendtyp" (3 Punkte), c) eher "Abendtyp" als "Morgentyp" (2 Punkte), e) eindeutig "Abendtyp" (1 Punkt).
10. Wann würden Sie aufstehen, wenn Sie einen ganzen Tag Seminare bzw. einen Arbeitstag vor sich hätten (8 Stunden) und Sie sich die Zeit völlig frei einteilen könnten?
a) vor 6:30 Uhr (4 Punkte), b) zwischen 6:30 Uhr und 7:30 Uhr (3 Punkte), c) zwischen 7:30 Uhr und 8:30 Uhr (2 Punkte), d) nach 8:30 Uhr (1 Punkt).
11. Stellen Sie sich vor, Sie müssten jeden Morgen um 6:00 Uhr aufstehen. Wie wäre das für Sie?
a) sehr schwierig und unangenehm (1 Punkt), b) ziemlich schwierig und unangenehm (2 Punkte), c) etwas unangenehm, aber kein größeres Problem (3 Punkte), d) einfach und nicht unangenehm (4 Punkte).
12. Wie lange dauert es bei Ihnen morgens nach dem Aufstehen, bis Sie einen klaren Kopf haben und klar denken können?
a) 0 bis 10 Minuten (4 Punkte), b) 11 bis 20 Minuten (3 Punkte), c) 21 bis 40 Minuten (2 Punkte), d) mehr als 40 Minuten (1 Punkt).
13. Sind Sie eher morgens oder abends aktiv?
a) ausgesprochen morgens aktiv (morgens wach, abends müde) (4 Punkte), b) eher morgens aktiv (3 Punkte), c) eher abends aktiv (2 Punkte), d) ausgesprochen abends aktiv (morgens müde, abends wach) (1 Punkt).
 

Durchführung

 

Testformen

Neben der englischsprachigen Originalversion (Smith et al., 1989) und der deutschsprachigen Testform (Randler, 2008) liegen Übersetzungen ins Französische (Caci, Nadalet, Staccini, Myquel & Boyer, 1999), Italienische (Alzani & Natale, 1998), Thailändische (Pornpitakpan, 1998) und Spanische (Diaz-Morales & Sanchez-Lopez, 2005; Adan, Caci & Prat, 2005) vor. Weiterhin existieren eine Kurzform der deutschsprachigen Testversion (rCSM; Randler, 2009) sowie eine Version für Jugendliche (Vollmer, Michel & Randler, 2012) und eine Fremdreportskala für Kindergarten- und Grundschulkinder (Randler & Truc, 2014).
 

Altersbereiche

Es werden keine expliziten Altersbereiche genannt. Die Validierungsstudien zeigen jedoch, dass sich der Fragebogen sowohl für Schüler als auch für Studenten verschiedener Altersklassen eignet.
 

Durchführungszeit

Zur Durchführungszeit werden keine Angaben gemacht. Aufgrund des überschaubaren Bearbeitungsaufwandes sollte diese jedoch nicht mehr als 10 Minuten betragen.
 

Material

Das Testmaterial besteht aus einem Fragebogen, zu dessen Beantwortung lediglich ein Stift notwendig ist.
 

Instruktion

Die Instruktion ist standardisiert und auf dem Fragebogen abgedruckt.
 

Durchführungsvoraussetzungen

Es bestehen keine besonderen Durchführungsvoraussetzungen.
 

Testkonstruktion

Bei der Testkonstruktion ist zwischen der Konstruktion der Lang- sowie der Kurzform des Fragebogens zu unterscheiden.
Demnach wurde zunächst die englischsprachige Originalversion (Langform) durch zwei voneinander unabhängige, fließend Englisch sprechende Personen ins Deutsche übersetzt. Diese Testversion wurde von n = 14 Lehramtsstudenten der PH Ludwigsburg überarbeitet und schließlich durch n = 2 Schüler im Alter von 12 und 14 Jahren im Rahmen eines qualitativen Interviews auf Verständlichkeit geprüft.
Anschließend wurden zur Konstruktion der Kurzform die Item-Interkorrelationen des deutschsprachigen Fragebogens dazu genutzt, redundante Items zu eliminieren. Auf diese Weise wurden die Items 4, 13, 11, 7, 3 und 8 entfernt.
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Die auf dem Fragebogen abgedruckte standardisierte Instruktion sichert zusammen mit der einfachen Auswertung und Interpretation dessen Durchführungs-, Auswertungs- und Interpretationsobjektivität.
 

Reliabilität

Zur Bestimmung der Reliabilität wurde jeweils die interne Konsistenz in Form von Cronbachs Alpha berechnet.
Langform: Die Kennwerte variieren leicht in Abhängigkeit der jeweils durchgeführten Studien. So betrug die interne Konsistenz für die Gesamtstichprobe bei Randler (2008) Alpha = .84 (N = 3 745) und bei Randler (2009) Alpha = .85 (n = 3 074). Randler und Jankowski (2014) ermittelten für die deutsche Stichprobe (n = 279) eine interne Konsistenz in Höhe von Alpha = .87 und für die polnische Stichprobe (n = 291) Alpha = .85.
Kurzform: Die interne Konsistenz variiert je nach Stichprobe zwischen Alpha = .72 (N = 3 074; Geschlecht: n = 2 133 Frauen, n = 941 Männer; Alter: M = 20, SD = 4.0, Range = 16-52), Alpha = .82 (N = 206; Geschlecht: n = 34 Männer, n = 172 Frauen; Alter: M = 23.91, SD = 2.23, Range = 20-42) und Alpha = .64 (N = 274; Geschlecht: n = 132 Jungs, n = 142 Mädchen; Alter: M = 13.5, SD = 1.61, Range = 10-18). Die Retestreliabilität betrug für einen Zeitraum von 11-12 Wochen rtt = .88 (n = 46; Geschlecht: n = 9 Männer, n = 37 Frauen; Alter: M = 22.93, SD = 2.89, Range = 19-30).
 

Validität

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt (September 2014) ergeben die Untersuchungen zur Konstruktvalidität der deutschsprachigen CSM noch kein eindeutiges Bild bzgl. der zugrundeliegenden Faktorenstruktur. Wenngleich die Skala i.d.R. als eindimensionales Instrument genutzt wird (vgl. Diaz-Morales & Randler, 2008), unterstützen die meisten Studien eine Zwei- bzw. Dreifaktorenlösung (z.B. Diaz-Morales & Randler, 2008; Di Milia & Randler, 2013; Randler, 2008, 2009). Dabei unterscheiden sich die einzelnen Studienergebnisse jedoch hinsichtlich der Zuordnung der Items zu den einzelnen Faktoren und hinsichtlich der Altersgruppe und Nationalität der untersuchten Studienteilnehmer. Während der Morgenfaktor über alle Altersgruppen hinweg stabil zu sein scheint, findet sich der Abendfaktor nur bei den unter 30-Jährigen (Di Milia & Randler, 2013). Offenbar verändert sich der Chronotyp während der Pubertät (wahrscheinlich zwischen 12 und 13) hin zum Abendtyp, um mit zunehmendem Alter wieder in Richtung Morgentyp zu tendieren (z.B. Randler, 2008). Beim Vergleich zwischen deutschen und spanischen Jugendlichen zeigte sich darüber hinaus, dass sich diese insbesondere im Bezug auf den Morgenfaktor unterscheiden (Diaz-Morales & Randler, 2008). So gestaltete sich der Zusammenhang zwischen Alter und Morgentyp bei deutschen Mädchen und Jungen als linear, während dieser bei spanischen Jungen u-förmig und bei spanischen Mädchen gar nicht vorhanden war.
Weiterhin wurden Korrelationen zu verschiedenen physiologischen und psychologischen Parametern sowie zur deutschsprachigen Version des MEQ berechnet. Dabei zeigten sich statistisch signifikante Zusammenhänge zwischen der CSM und verschiedenen Variablen des Schlaf-Wach-Rhythmus (z.B. Zeitpunkt des Aufwachens/ Aufstehens/ zu Bett Gehens), aber keine zur Einschlaf- und Schlafdauer oder dem Zeitpunkt des Aufstehens unter der Woche (Randler, 2009; Randler & Jankowski, 2014). Weiterhin konnten signifikante Zusammenhänge zu physiologischen und kognitiven Leistungsspitzen (Randler, 2009) sowie zum MEQ nachgewiesen werden (Randler, 2008, 2009). Letztere betrugen r = .89 für die Langform des Fragebogens (n = 71) und r = .85 (n = 79) für dessen Kurzform.
 

Normierung

Derzeit (September 2014) existieren keine Normwerte. Für eine grobe Orientierung können jedoch die Deskriptivstatistiken der Konstruktionsstichprobe (Randler, 2008) genutzt werden:
Gesamtstichprobe (N = 3 745): M = 34.26 (SD = 6.58, Range = 14-54, Md = 34);
Männer (n = 1 355): M = 34.34 (SD = 7.11, Range = 14-54, Md = 34);
Frauen (n = 2 390): M = 34.22 (SD = 6.27, Range = 16-54, Md = 34).
Den Empfehlungen von Smith et al. (1989) folgend, wurden zur Differenzierung von Morgen- und Abendtypen das 10. (Abendtyp) und 90. (Morgentyp) Perzentil als Cut-off-Werte berechnet. Diese betrugen für die Gesamtstichprobe 26 und 43, für Männer 25 und 43 sowie für Frauen 26 und 42.
 

Anwendungsmöglichkeiten

Sowohl die Lang- als auch die Kurzform der deutschsprachige Version der CSM eignen sich für Anwendungen in diversen forschungsbezogenen Kontexten, um eine psychometrisch fundierte Erfassung des Chronotyps im deutschsprachigen Raum zu ermöglichen.
 

Bewertung

Die deutschsprachige Übersetzung der CSM erlaubt eine psychometrisch fundierte Erfassung des individuellen Chronotyps. Damit liegt für den Einsatz bei deutschen Stichproben erstmals eine Alternative zur deutschsprachigen Version des MEQ vor. Mit der zusätzlichen Konstruktion einer Kurzform bietet sich insbesondere der Einsatz in verschiedenen forschungsbezogenen Kontexten an.
Während mit der Langform durchweg gute Reliabilitätswerte erzielt werden konnten, gelang dies für die Kurzform nicht immer. Hier sind weitere Untersuchungen nötig, um herauszufinden, ob die nicht reliablen Testergebnisse durch die Gestaltung des Fragebogens oder vielmehr die Stichprobenzusammensetzung verursacht wurden. Weiterhin wären Angaben zur Retestreliabilität sinnvoll, die zwar für die Kurz-, nicht jedoch für die Langform berechnet wurden. Die insgesamt erwartungskonformen und statistisch bedeutsamen Zusammenhänge sprechen für die konvergente und diskriminante Validität des Fragebogens. Die zugrundeliegende Faktorenstruktur gilt es jedoch weiter aufzuklären. Die bislang (September 2014) fehlenden Normen stellen für den Einsatz als Forschungsinstrument kein Problem dar. Für individualdiagnostische Zwecke eignet sich der Fragebogen eben aus diesem Grund nicht.
 

Literatur

  • Adan, A., Caci, H. & Prat, G. (2005). Reliability of the Spanish version of the Composite Scale of Morningness. European Psychiatry, 20 (7), 503-509.
  • Adan, A., Archer, S.N., Hidalgo, M.P., Di Milia, L., Natale, V. & Randler, C. (2012). Circadian typology: a comprehensive review. Chronobiology International, 29, 1153-1175.
  • Alzani, A. & Natale, V. (1998). Uno strumento per la valutazione delle differenze individuali nei ritmi circadiani: une versione italiana della Composite Scale of Morningness. Testing Psicometria Metodologia, 5 (1), 19-31.
  • Brown, F.M. (1993). Psychometric equivalence of an improved Basic Language Morningness (BALM) scale using industrial population within comparisons. Ergonomics, 36, 191-197.
  • Caci, H., Nadalet, L., Staccini, P., Myquel, M. & Boyer, P. (1999). Psychometric properties of the French version of the Composite Scale of Morningness. European Psychiatry, 14, 284-290.
  • Diaz-Morales, J.F. & Randler, C. (2008). Morningness-Eveningness among German and Spanish adolescents 12-18 years. European Psychologist, 13 (3), 214-221.
  • Diaz-Morales, J.F. & Sanchez-Lopez, M. (2005). Composite Scale of Morningness and preferences: preliminary validity data in Peruvian undergraduates. Ergonomics, 48, 354-363.
  • Di Milia, L. & Randler, C. (2013). The stability of the Morning Affect Scale across age and gender. Personality and Individual Differences, 54 (2), 298-301.
  • Di Milia, L., Adan, A., Natale, V. & Randler, C. (2013). Reviewing the psychometric properties of contemporary circadian typology measures. Chronobiology International, 30, 1261-1271.
  • Griefahn, B., Künemund, C., Bröde, P. & Mehnert, P. (2001). Zur Validität der deutschen Übersetzung des Morningness-Eveningness-Questionnaires von Horne und Östberg. Somnologie, 5, 71-80.
  • Horne, J.A. & Östberg, O. (1976). A self-assessment questionnaire to determine morningness-eveningness in human circadian rhythms. International Journal of Chronobiology, 4, 97-110.
  • Jankowski, K.S. (2014). The role of temperament in relationship between morningness-eveningness and mood. Chronobiology International, 31 (1), 114-122.
  • Natale, V. & Cicogna, P.C. (2002). Morningness-eveningness dimensions: is it really a continuum? Personality and Individual Differences, 32, 809-816.
  • Pornpitakpan, C. (1998). Psychometric properties of the Composite Scale of Morningness: a shortened version. Personality and Individual Differences, 25, 699-709.
  • Randler, C. (2008). Psychometric properties of the German version of the Composite Scale of Morningness. Biological Rhythm Research, 39 (2), 151-161.
  • Randler, C. (2009). Validation of the full and reduced Composite Scale of Morningness. Biological Rhythm Research, 40 (5), 413-423.
  • Randler, C. & Jankowski, K.S. (2014). Evidence for the validity of the composite scale of morningness based on students from Germany and Poland - relationship with sleep-wake and social schedules. Biological Rhythm Research, 45 (4), 653-659. (DOI: 10.1080/09291016.2014.884307)
  • Randler, C. & Truc, Y. (2014). Adaptation of the Composite Scale of Morningness for parent report and results from kindergarten children. Swiss Journal of Psychology, 73, 35-39.
  • Roenneberg, T., Kuehnle, T., Pramstaller, P.P., Ricken, J., Havel, M., Guth, A. & Merrow, M. (2004). A marker for the end of adolescence. Current Biology, 14, 1038-1039.
  • Roenneberg, T., Wirz-Justice, A. & Merrow, M. (2003). Life between the clocks: daily temporal patterns of human chronotypes. Journal of Biological Rhythms, 18, 80-90.
  • Smith, C.S., Reilly, C. & Midkiff, K. (1989). Evaluation of three circadian rhythm questionnaires with suggestions for an improved measure of morningness. Journal of Applied Psychology, 74 (5), 728-738.
  • Vollmer, C., Michel, U. & Randler, C. (2012). Outdoor light at night (LAN) is correlated with eveningness in adolescents. Chronobiology International, 29, 502-508.
  • Zavada, A., Gordijn, M.C.M, Beersma, D.G.M, Daan, S. & Roenneberg, T. (2005). Comparison of the Munich Chronotype Questionnaire with the Horne-Östberg's Morningness-Eveningness Score. Chronobiology International, 22, 267-278.
 

Originalfassung/Anderssprachige Fassungen

  • Smith, C.S., Reilly, C. & Midkiff, K. (1989). Evaluation of three circadian rhythm questionnaires with suggestions for an improved measure of morningness. Journal of Applied Psychology, 74 (5), 728-738.
 
 Jennifer Schroth (07.10.2014)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Questionnaires; Rating Scales; Self-Evaluation; Personality Measures; Human Biological Rhythms; Sleep Wake Cycle; Sleep; Performance

Fragebögen; Rating-Skalen; Selbsteinschätzung; Persönlichkeitstests; Biologische Rhythmen beim Menschen; Schlaf-Wach-Zyklus; Schlaf; Leistung (Ausführung)

 weitere Schlagworte:

1989 (CSM; englischsprachige Originalversion); 2008 (CSM; deutschsprachige Version); Open Access; Chronotyp; Zirkadianer Rhythmus; 13 Items (Langform); 7 Items (Kurzform); Normierungsjahr: keine Angaben; Normstichprobe: 1182
 Klassifikation:

Persönlichkeitstests; Gesundheitspsychologische Tests; Bewusstseinszustände; Physiologische Prozesse
Verfahren zur Erfassung von Schlafstörungen; Sonstige Persönlichkeitsverfahren
11.17; 9.99
 Anwendungstyp: Research (Tests)
 Art der Publikation: Test; Electronic Resources (90; 94)
 Sprache: German
 Übersetzungen: English, French, Italian, Spanish, Thai
 Land: United States
 Publikationsjahr: 2008
 Änderungsdatum: 201410
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