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Lernverlaufsdiagnostik - Mathematik für zweite bis vierte Klassen

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9006821
 

LVD-M 2-4 - Lernverlaufsdiagnostik - Mathematik für zweite bis vierte Klassen (PSYNDEX Tests Review)

 

Instrument for Assessment of Learning Progress in Mathematics in Classes 2-4/zpid

 Strathmann, A. M. & Klauer, K. J.
 (2012). LVD-M 2-4. Lernverlaufsdiagnostik - Mathematik für zweite bis vierte Klassen [Testmappe mit Manual und CD-ROM mit der Programmsoftware]. Göttingen: Hogrefe.

Preis: Euro 198,00 (Test komplett; Stand: 7.3.2017)

 Bezugsquelle: Testzentrale Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Herbert-Quandt-Straße 4, D-37081 Göttingen ; E-Mail: testzentrale@hogrefe.de ; URL: http://www.testzentrale.de/ ; Stand: 1.5.2016.
Anmerkung: Itemgenerierung sowie Testauswertung erfolgen mithilfe der Programmsoftware.
 Adresse(n): o Prof. Dr. Karl Josef Klauer, Emeritus, Fachbereich 9, Pädagogische Fakultät für Pädagogik, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen ; E-Mail: josef.klauer@uni-duesseldorf.de ; URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Josef_Klauer ; Stand: 7.3.2017
o Prof. i.R. Dr. Alfons M. Strathmann, Universität zu Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät, Pädagogik und Didaktik im Förderschwerpunkt Lernen, Klosterstraße 79b, D-50931 Köln ; E-Mail: alfons.strathmann@uni-koeln.de ; Stand: 30.10.2014
 WWW-Informationen:
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Beim LVD-M 2-4 handelt es sich um ein kontentvalides und lehrzielorientiertes Verfahren zum Erheben des Lernstatus und des Lernverlaufs im Fach Mathematik in der Grundschule (Klassen 2-4) über das ganze Schuljahr hinweg. Erfasst wird die Fähigkeit, elementare Rechenoperationen auszuführen (Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division).


Aufbau:
Der Test enthält pro Klassenstufe je sechs Aufgaben zu den Bereichen Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Die Aufgaben pro Aufgabenblatt sind stets andere, da durch einen Zufallsgenerator immer neue Aufgaben erzeugt werden.


Grundlagen und Konstruktion:
Zunächst wurden die Mathematiklehrpläne für die Grundschulen aller Bundesländer daraufhin überprüft, welche Anforderungen sie an Schüler in den einzelnen Schuljahren stellen. In einem zweiten Schritt wurde festgelegt, wie die Aufgabenmengen zu den vier Rechenarten Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division vom PC zufällig erstellt werden sollen. Hierzu wurden Aufgabeninhalte und Aufgabenformen festgelegt. Durch die präzise Definition der Aufgabenmengen sollte gewährleistet sein, dass die verschiedenen Aufgabenstichproben stets weitgehend die gleichen Anforderungen stellen, das heißt die gleichen Operationen erfordern.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Die Zufallsparalleltestreliabilitäten betragen im Mittel .77 (Bereich: .72 - .81). Bei der Berechnung der Reliabilität durch die Formel 21 von Kuder und Richardson resultieren Werte von M = .77 (Bereich: .66 - .91). Die Split-half-Reliabilitäten bewegen sich in den einzelnen Klassen und zu den unterschiedlichen Messzeitpunkten zwischen rtt = .79 und .92. Das Verfahren ist geeignet zur reliablen Veränderungsmessung.
Validität: Die Kontentvalidität ist gewährleistet. Die Tests korrelieren hoch miteinander bei erneuter Testung 14 Tage später. Die Konstruktvalidität wurde durch das Berechnen von Faktorenanalysen überprüft. Es handelt sich bei der Kompetenz Grundrechnen um ein homogenes Konstrukt. Die Kriteriumsvalidität wurde nachgewiesen durch Ermitteln von Zusammenhängen zu den DEMAT-Reihen für Zweit-, Dritt- und Viertklässler und der Mathematiknote. Die Korrelationen fielen wie erwartet aus.
Normen: Zur Verfügung stehen lehrzielorientierte Normen und bundesweite Normen. Die bundesweiten Normen wurden in einer Stichprobe von N = 3 471 Grundschulkindern aus allen Bundesländern gewonnen. Zudem kann die Leistung eines Kindes mit der eigenen früheren Leistung abgeglichen werden. Es werden Prozentränge, z-Werte und T-Werte getrennt für die Klassenstufen 2, 3 und 4 angegeben. Außerdem liegen Vertrauensintervalle vor.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Beim LVD-M 2-4 (Strathmann & Klauer, 2012) handelt es sich um ein kontentvalides und lehrzielorientiertes Verfahren zum Erheben des Lernverlaufs und des Lernfortschritts im Fach Mathematik in der Grundschule über das ganze Schuljahr hinweg. Der Test erlaubt die Erfassung und Bewertung des Entwicklungsstandes und -fortschritts (S. 5).
Zu Grunde liegender Ansatz ist die Lernverlaufsdiagnostik. Der Grundgedanke der Lernverlaufsdiagnostik ist, dass der Lernverlauf in regelmäßigen Abständen und über längere Zeit erhoben wird. Dabei werden jeweils in festen Abständen vergleichbare Stichproben von Aufgaben zu ein und demselben Lernziel vorgelegt, d. h. es wird stets ein und dieselbe Kompetenz erfasst. Durch die wiederholten Messungen kann dokumentiert werden, wie sich der Lernzuwachs in dem fraglichen Bereich über die Zeit hin entwickelt bzw. wie die Testteilnehmer der Erreichung des Lernzieles näherkommen. Der Lernfortschritt kann in Verlaufsgrafiken festgehalten werden, sodass man diesen, aber auch Leistungseinbrüche, nachverfolgen und entsprechend darauf reagieren kann. Tatsächlich gibt es nicht nur Lernstillstände, sondern auch Lernverluste können im Laufe der Entwicklung vorkommen (Strathmann & Klauer, 2012, S. 7-8).
Das Verfahren basiert methodisch auf dem Binomialmodell, welches annimmt, dass eine Person Aufgaben der Grundmenge lösen kann. Die Aufgaben sollten alle gleich schwer sein oder aus einer Zufallsstichprobe von Aufgaben stammen, die wiederum unterschiedlich schwer sind. Die Person sollte aufgrund seiner Fähigkeiten die Aufgaben lösen können (Strathmann & Klauer, 2012, S. 10).
 

Testaufbau

Der Test enthält pro Klassenstufe je sechs Aufgaben zu den Bereichen Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, die mittels der beiliegenden CD-ROM generiert werden. Die insgesamt 24 Aufgaben pro Aufgabenblatt sind stets andere, da durch einen Zufallsgenerator immer neue Aufgaben erzeugt werden. Dabei erfüllt jede der sechs Aufgaben bestimmte Kriterien. Der Zahlenraum und die Aufgabenform sind jeweils präzise definiert (siehe unter "Testkonstruktion"; Strathmann & Klauer, 2012, S. 12-13).
 

Auswertungsmodus

In ersten Schritt muss die Anzahl der richtig gelösten Aufgaben auf jedem Aufgabenblatt kontrolliert werden. Für die Auswertung wird lediglich die Summe der richtig gelösten Aufgaben berücksichtigt. Die Lehrkraft kann sich zum einen eine Kurzversion anzeigen lassen oder ausdrucken, welche die Lösungen für jedes einzelne Kind enthält, und diese abgleichen. Zum anderen kann sie passend zu den nummerierten Aufgabenblättern nummerierte Lösungsblätter ausdrucken, die die richtigen Lösungen enthalten, und diese an die Kinder austeilen, sodass beispielsweise immer der Sitznachbar die Tests korrigiert. Festgehalten wird pro Kind nur die Summe der korrekt gelösten Aufgaben (Strathmann & Klauer, 2012, S. 15). Die Leistungen des Schülers oder der gesamten Klasse können verlaufsdiagnostisch über eine Grafik (Verlaufsdiagramme) oder statusdiagnostisch anhand der Normen (z-, T- und Prozentrangwerte, Vertrauensintervalle) ermittelt werden (S. 5).
 

Auswertungshilfen

Als Auswertungshilfe steht die CD-ROM zur Verfügung, die entweder eine Kurzversion erzeugt, welche die Lösungen für alle Schüler enthält, oder nummerierte Lösungsblätter, die jeweils einem der ebenfalls nummerierten Aufgabenblätter zugeordnet werden können (Strathmann & Klauer, 2012, S. 15). Zudem befindet sich im Anhang des Manuals eine "Definition der Aufgabenmengen" (S. 34-36).
 

Auswertungszeit

Pro Schüler sind 1 bis 2 Minuten zu veranschlagen (Strathmann & Klauer, 2012, S. 15).
 

Itembeispiele

Itembeispiele finden sich unter "Testkonstruktion".
 

Durchführung

 

Testformen

Der Test beinhaltet keine festgelegten Items. Die Items werden anhand eines Programms zufällig generiert (Strathmann & Klauer, 2012, S. 14). Er wird in der Regel in der Klasse durchgeführt, eignet sich aber auch als Einzeltest.
 

Altersbereiche

Das Verfahren ist geeignet für Kinder in der 2., 3. und 4. Klasse der Grundschule.
 

Durchführungszeit

Die Kinder benötigen durchschnittlich 15 Minuten zur Bearbeitung der Aufgaben (Strathmann & Klauer, 2012, S. 15).
 

Material

In der Testmappe sind das 39-seitige Manual und eine CD-ROM enthalten. Auf der CD-ROM befindet sich ein Computerprogramm zum Verwalten der Klassen und Schüler und zum Erstellen der Aufgabenblätter, die ausgedruckt werden können. Zudem beinhaltet die CD-ROM Funktionen, um die Lösungen zu allen Aufgaben anzuzeigen oder nummerierte Lösungsblätter zum Ausdrucken zu erstellen, damit die Schüler durch Abgleich mit dem Lösungsblatt untereinander die Anzahl an richtig gelösten Aufgaben ermitteln können (Strathmann & Klauer, 2012, S. 14-15). Es werden ein Bleistift, ein Radiergummi oder ein Kugelschreiber benötigt (S. 14).

Testmaterial in Testmappe (Stand: Oktober 2014):
- Testmanual (Artikelnummer: 5082402)
- Programm-CD (Artikelnummer: 5082403).
 

Instruktion

Die Instruktion erfolgt standardisiert durch wortwörtliches Ablesen eines Textes aus dem Manual (Strathmann & Klauer, 2012, S. 14-15).
 

Durchführungsvoraussetzungen

Der LVD-M 2-4 kann wie eine Mathematikarbeit im Klassenraum durchgeführt werden. Es müssen keinerlei Anstalten getroffen werden, um Abschreiben zu verhindern.
 

Testkonstruktion

Für jedes angezielte Schuljahr wurden Aufgaben zu Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division in den Test aufgenommen - es handelt sich somit um Aufgaben, die sich auf das formale Rechnen konzentrieren, weil die elementaren Rechenoperationen von zentraler Bedeutung für die weitere Entwicklung sind. Für jedes Schuljahr wird nur ein Test erstellt. Dies ist zweckmäßiger für die Lernverlaufsdiagnostik, damit der Leistungsverlauf für das ganze Schuljahr erfasst werden kann.
Bei der Testkonstruktion wurden zunächst die Mathematiklehrpläne für die Grundschulen aller Bundesländer daraufhin geprüft, welche Anforderungen sie an die Schüler in den einzelnen Schuljahren stellen (Strathmann & Klauer, 2012, S. 12). Für jede Klassenstufe wurden je sechs Aufgaben zur Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division mithilfe des Programms generiert. Die einzelnen Aufgaben unterscheiden sich hinsichtlich der Aufgabeninhalte (Zahlenraum) und Aufgabenformen (z. B. 'normale' Additionsaufgaben sowie drei Arten von Ergänzungsaufgaben). Der Zufallsgenerator erzeugt für jede der sechs Teilmengen je eine Aufgabe. Die einzusetzenden Zahlen werden dabei zufällig erzeugt (Strathmann & Klauer, 2012, S. 12). Die Matrix in Tabelle 1 verdeutlicht, wie die Aufgaben zustande kommen. Dementsprechend könnten zum Beispiel diese sechs Aufgaben zur Addition erfolgen (Strathmann & Klauer, 2012, S. 13):
7 + 2 = ?       (ohne Zehnerüberschreitung) 
63 + 8 = ? (mit Zehnerüberschreitung)
47 + 26 = ? (mit Zehnerüberschreitung)
83 + ? = 90 (Ergänzung zum nächsten Zehner)
35 + ? = 75 (Ergänzung um einen vollen Zehner)
75 + ? = 100 (Ergänzung zum Hunderter)
Durch die präzise Definition der Aufgabenmengen sollte gewährleistet sein, dass die verschiedenen Aufgabenstichproben stets weitgehend die gleichen Anforderungen stellen, d. h. die gleichen Operationen erfordern.
Der Einsatz des Zufallsgenerators gewährleistet zum einen, dass jedes Kind bei mehrmaliger Erfassung über das Schuljahr hinweg immer neue Aufgaben erhält und zum anderen, dass keine zwei Kinder gleiche Aufgaben bekommen (Strathmann & Klauer, 2012, S. 13).

Tabelle 1
Matrix: Addition (Strathmann & Klauer, 2012, S. 12)
---------------------------------------------------------------------- 
a + b = a + = c a + = Z a + = 100
----------------------------------------------------------------------
E + E < = Z 1
ZE + E* 1
ZE + ZE < 100* 1
ZE + E 1
ZE + Z < 100 1
ZE + ZE 1
----------------------------------------------------------------------
Anmerkungen. Z = Zehner, E = Einer; *E + E > 10 (Überschreiten der Zehnerschwelle).
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Die Objektivität in Durchführung, Auswertung und Interpretation sollte durch die standardisierte Vorgehensweise gewährleistet sein.
 

Reliabilität

Die Reliabilität wurde auf drei Weisen geschätzt (Strathmann & Klauer, 2012, S. 27-29):
Erstens wurden Zufallsparalleltestreliabilitäten ermittelt. Hierzu wurden die Interkorrelationen von zufällig erzeugten (siehe unter "Testkonstruktion") Tests berechnet, wie sie (möglichst unmittelbar) nacheinander stattfanden. Im Gegensatz zur Paralleltestreliabilität handelte es sich dabei nicht um Paralleltests, zu deren Erstellung Items vergleichbarer Indizes paarweise zufällig ausgewählt wurden. Zugrundeliegende Stichprobe waren N = 154 Kinder aus der 2., 3. und 4. Klasse von zwei Grundschulen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Tests weitgehend übereinstimmende Ergebnisse erbringen, wenn sie in kurzen Abständen hintereinander erhoben werden. Die 19 Korrelationen zwischen den direkt aufeinander folgenden Tests streuen nur leicht um das arithmetische Mittel von M = .77 (Streubereich: .72 - .81).
Zweitens wurde die Reliabilität durch die Formel 21 von Kuder und Richardson (KR-21) bestimmt. Es resultierten weitgehend ähnliche Werte wie bei den Zufallsparalleltestreliabilitäten (M = .77, Streubereich: .66 - .91).
Drittens wurde die Split-half-Reliabilität nach Spearman-Brown bestimmt. Zugrundeliegende Stichprobe waren alle Probanden der 2., 3. und 4. Klasse, die für die Erhebung der Normdaten getestet wurden. Die Kennwerte finden sich in Tabelle 2.
Das Verfahren ist geeignet zur Veränderungsmessung. Um die Reliabilität abzusichern, sollte das Verfahren nur mäßige Paralleltestreliabilitäten aufweisen bei gleichzeitig hohen Werten der Split-half-Reliabilität oder der KR-21. Das ist bei diesem Verfahren der Fall. Zudem nehmen die Interkorrelationen der Tests mit zunehmendem Zeitintervall zwischen den Testungen ab, das heißt mit zunehmender Lernphase (Strathmann & Klauer, 2012, S. 27-30).

Tabelle 2
Split-half-Reliabilitäten (Strathmann & Klauer, 2012, S. 29)
---------------------------------------------------------------------- 
Klasse Erhebung zur Schuljahresmitte Erhebung zum Schuljahresende
N rtt N rtt
----------------------------------------------------------------------
2 572 .92 580 .82
3 603 .87 646 .81
4 612 .79 457 .83
----------------------------------------------------------------------
Summe/M 1787 .86 1683 .82
----------------------------------------------------------------------
 

Validität

Die Kontentvalidität ist gewährleistet, da jedes einzelne erzeugte Aufgabenblatt eine Stichprobe von Aufgaben darstellt, die die definierte Grundgesamtheit repräsentieren (siehe unter "Testkonstruktion"). Dementsprechend korrelieren die Tests bei erneuter Testung 14 Tage später hoch miteinander (Strathmann & Klauer, 2012, S. 30).
Die faktorielle oder Konstruktvalidität wurde durch das Berechnen von Faktorenanalysen überprüft. Fasst man die 24 Items zu vier Variablen zusammen, die den vier Grundrechenarten entsprechen, so resultiert stets nur ein Faktor in den unterschiedlichen Klassenstufen, der 49% bis 78% der Gesamtvarianz erklärt. Das bedeutet, dass es sich bei der Kompetenz Grundrechnen um ein homogenes Konstrukt handelt (Strathmann & Klauer, 2012, S. 30-31).
Die Kriteriumsvalidität wurde ermittelt durch Bestimmen von Zusammenhängen zu den Deutschen Mathematiktests für zweite, dritte und vierte Klassen (DEMAT 2+, Krajewski, Liehm & Schneider, 2004; DEMAT 3+, Roick, Gölitz & Hasselhorn, 2004; DEMAT 4, Gölitz, Roick & Hasselhorn, 2006), zur Note im Fach Mathematik und zum Geschlecht. Alle Korrelationen zu der DEMAT-Reihe und zu den Mathematiknoten sind wie erwartet durchgängig signifikant (siehe Tabelle 3). Die Testleistung variiert nicht systematisch mit dem Geschlecht (Strathmann & Klauer, 2012, S. 30-32).

Tabelle 3
Korrelationen des LVD-M 2-4 mit Kriteriumsvariablen (Strathmann & Klauer, 2012, S. 32)
---------------------------------------------------------------------- 
Klassenstufe 2 Klassenstufe 3 Klassenstufe 4
n = 69 n = 62 n = 59
----------------------------------------------------------------------
DEMAT .57* .53* .80*
NOTE -.66* -.54* -.77*
Geschlecht .01 -.09 -.03
----------------------------------------------------------------------
Anmerkungen. * = p < .01.
 

Normierung

Zur Verfügung stehen lehrzielorientierte Normen und bundesweite Normen.
Lehrzielorientierte Normen geben an, wie gut gegenwärtig beherrscht wird, was am Schuljahresende gekonnt werden soll. Solange sich die Lehrpläne nicht wesentlich ändern, sind diese Normen gültig. Zur Einordnung der Rohwerte liegen Vertrauensintervalle und Prozentangaben vor (Strathmann & Klauer, 2012, S. 37).
Die bundesweiten Normen wurden in einer Stichprobe von N = 3 471 Grundschulkindern aus allen Bundesländern gewonnen. Dabei wurden die Bundesländer ungefähr gemäß ihrem prozentualen Anteil an allen Grundschülern in der Stichprobe berücksichtigt, so dass von repräsentativen Normdaten ausgegangen werden kann. Es werden Prozentränge, z-Werte und T-Werte getrennt für die Klassenstufen 2, 3 und 4 angegeben (Strathmann & Klauer, 2012, S. 37-39).
Zudem kann die Leistung eines Kindes mit der eigenen früheren Leistung abgeglichen werden (Strathmann & Klauer, 2012, S. 24-25).
 

Anwendungsmöglichkeiten

Der LVD-M 2-4 ist ein Einzel- oder Gruppentest für die Grundschulklassen 2-4. Er dient der Lernverlaufsdiagnostik über das ganze Schuljahr hinweg. Der Test erlaubt es, Stand und Entwicklung der elementaren Rechenfertigkeiten zu erfassen und zu bewerten. Lernverlaufskurven können sowohl für jeden einzelnen Schüler erstellt werden als auch für ganze Klassen, um den Verlauf der Rechenkompetenz über das Schuljahr hinweg zu verfolgen und ggf. zurückzumelden. Zudem können Zielprojektionen erstellt werden, die einer ganzen Klasse oder einem einzelnen Kind zur Verfügung gestellt werden können.
Der aktuelle Leistungsstand (Statusdiagnostik) kann durch Abgleich mit drei Arten von Bezugsnormen bewertet werden: der sozialen Norm, der individuellen Norm und der curricularen oder Lehrzielnorm (siehe unter "Normierung"; Strathmann & Klauer, 2012, S. 16-23).
 

Bewertung

Beim LVD-M 2-4 handelt es sich um ein kontentvalides und lehrzielorientiertes Verfahren zum Erheben des Lernverlaufs und des Lernfortschritts im Fach Mathematik in der Grundschule über das ganze Schuljahr hinweg. Die diagnostische Zielsetzung des Verfahrens wird präzise beschrieben, ebenso die theoretische Grundlage. Die Testkonstruktion ist nachvollziehbar. Das Verfahren ist objektiv in Durchführung, Auswertung und Interpretation durch die standardisierte Vorgehensweise. Die Reliabilität wurde auf drei Weisen bestimmt. Die Paralleltestreliabilität liegt im Mittel bei rtt = .77 (Bereich: .72 - .81) und damit etwas unter dem von Lienert empfohlenen Schwellenwert von .80 (Lienert, 1969). Die Reliabilität berechnet mit der Formel 21 von Kuder und Richardson liegt im Mittel bei rtt = .77 (Bereich: .66 - .91) und damit im oberen niedrigen Bereich (Bühner, 2006). Die Split-half-Reliabilität nach Spearman-Brown bewegt sich zwischen rtt = .79 und .92 und damit ungefähr im mittleren Bereich (Bühner, 2006). Die Kontentvalidität wurde sichergestellt durch die Art der Testzusammenstellung und empirisch überprüft (hohe Interkorrelationen der Tests bei erneuter Testung 14 Tage später). Die Konstruktvalidität wurde nachgewiesen durch die Berechnung von Faktorenanalysen. Die Kriteriumsvalidität zeigt sich in mittelhohen bis hohen Korrelationen zu den DEMAT-Tests und zur Mathematiknote. Die Verfälschbarkeit des Verfahrens ist gering, da es sich um einen Leistungstest handelt, ebenso ist die Störanfälligkeit gering. Die Fähigkeit zur Veränderungsmessung wurde empirisch nachgewiesen. In einer Studie von Klauer und Strathmann (2013) wurde die Änderungssensibilität des Verfahrens in einem Quasi-Experiment überprüft. Der Kompetenzzuwachs rechenschwacher Grundschulkinder aus 12 dritten Klassen wurde sieben Wochen in einer Förder- sowie Kontrollbedingung erhoben. Die Leistungsentwicklung wurde dabei anhand von Prä-, Post- und Follow-up-Tests dokumentiert. Kinder aus der Förderbedingung zeigten größere Leistungszuwächse als Kinder aus dem regulären Unterricht. Das Verfahren ist sehr ökonomisch. Die Bearbeitungszeit beträgt nur 15 Minuten. Es dürfte aufgrund seiner Ökonomie auf eine hohe Akzeptanz bei Lehrern stoßen und ebenso bei Schülern wegen seiner motivierenden Wirkung. Insgesamt handelt es sich um ein sorgfältig entwickeltes und nützliches Verfahren.
 

Literatur

  • Bühner, M. (2006). Einführung in die Test- und Fragebogenkonstruktion (2. aktualisierte und erweiterte Auflage). München: Pearson Studium.
  • Gölitz, D., Roick, T. & Hasselhorn, M. (2006). DEMAT 4. Deutscher Mathematiktest für vierte Klassen. Göttingen: Hogrefe.
  • Klauer, K.J. & Strathmann, A.M. (2013). Lernverlaufsdiagnostik Mathematik: Test auf Änderungssensibilität bei rechenschwachen Grundschülern. Psychologie in Erziehung und Unterricht, 60 (4), 241-252.
  • Krajewski, K., Liehm, S. & Schneider, W. (2004). DEMAT 2+. Deutscher Mathematiktest für zweite Klassen. Göttingen: Beltz.
  • Lienert, G. A. (1969). Testaufbau und Testanalyse (3., durch einen Anhang über Faktorenanalyse ergänzte Auflage). Weinheim: Beltz.
  • Roick, T., Gölitz, D. & Hasselhorn, M. (2004). DEMAT 3+. Deutscher Mathematiktest für dritte Klassen. Göttingen: Beltz.
  • Strathmann, A. M. & Klauer, K. J. (2012). LVD-M 2-4. Lernverlaufsdiagnostik - Mathematik für zweite bis vierte Klassen. Göttingen: Hogrefe.
 
 Johannes F. Gorges (12.01.2015)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Computer Assisted Testing; Test Norms; Elementary School Students; Educational Measurement; Curriculum Based Assessment; Mathematics Achievement; Achievement Measures; Elementary Education; Algebra

Computerunterstütztes Testen; Testnormen; Grundschüler; Pädagogisches Testen; Lehrzielorientierte Diagnostik; Mathematikleistung; Kenntnis- und Fertigkeitentests; Grundschulausbildung; Algebra

 weitere Schlagworte:

2012 (LVD-M 2-4); Binomialmodell; Lernverlaufsdiagnostik; Statusdiagnostik; Individuelle Norm; Soziale Norm; Lehrzielnorm; ab 2. Schuljahr; bis 4. Schuljahr; 24 Items; Bereiche: 1 Addition, 2 Subtraktion, 3 Multiplikation, 4 Division; Normierungsjahr: 2011; Normstichprobe: 3471
 Klassifikation:

Pädagogische Messung und Beurteilung; Lernen und Gedächtnis; Lernen und Leistung; Curricula, Bildungsprogramme und Lehrmethoden
Mathematiktests
6.3
 Anwendungstyp: Educational Diagnosis
 Art der Publikation: Test; Test in Print (90; 911)
 Sprache: German
 Land: Germany
 Publikationsjahr: 2012
 Änderungsdatum: 201705
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