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Dortmunder Entwicklungsscreening für den Kindergarten - Revision

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9007000
 

DESK 3-6 R - Dortmunder Entwicklungsscreening für den Kindergarten - Revision (PSYNDEX Tests Review)

 

Dortmund Developmental Screening for Preschool - Revision/zpid

 Tröster, H., Flender, J., Reineke, D. & Wolf, S. M.
 (2016). DESK 3-6 R. Dortmunder Entwicklungsscreening für den Kindergarten - Revision [Testbox mit Manual, Durchführungs- und Auswertungsanleitung, 5 Aufgabenheften für 3-Jährige, 5 Aufgabenheften für 4-Jährige, 5 Aufgabenheften für 5-6-Jährige, 5 Protokollblättern für 3-Jährige, 5 Protokollblättern für 4-Jährige, 5 Protokollblättern für 5-6-Jährige und 5 Dokumentationsheften]. Göttingen: Hogrefe.

Preis: 158,00 Euro (Test komplett; Stand: 26.01.2017)

 Bezugsquelle: Testzentrale Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Herbert-Quandt-Straße 4, D-37081 Göttingen ; E-Mail: testzentrale@hogrefe.de ; URL: http://www.testzentrale.de/ ; Stand: 1.5.2016.
 Adresse(n): o Prof. Dr. Heinrich Tröster, Technische Universität Dortmund, Fakultät Rehabilitationswissenschaften, Emil-Figge-Straße 50, D-44227 Dortmund ; E-Mail: heinrich.troester@tu-dortmund.de ; URL: https://www.fk-reha.tu-dortmund.de/psychodiagnostik/cms/de/Personen/Personen/Heinrich_Troester.html ; Stand: 31.01.2016
o Dipl.-Psych. Dr. Judith Flender, Rechtspsychologische Praxis Dortmund, Alter Mühlenweg 19-21, D-44139 Dortmund ; E-Mail: flender@rechtspsychologische-praxis-dortmund.de ; URL: https://www.ptk-nrw.de/de/mitglieder/sachverstaendigenlisten/familienrecht-und-kinder-und-jugendhilfe-kjp.html ; Stand: 31.01.2016
o Dipl.-Psych. Dirk Reineke, City Werkstatt, Werkstatt am Funkturm, KAP Horn, Egge Werkstatt, GaLa-Pflege, Elisabethenstraße 83, D-32756 Detmold ; E-Mail: d.reineke@lebenshilfe-detmold.de ; URL: http://www.lebenshilfe-detmold.de/lh1/werkstaetten/paedagogischer_dienst/index.php?navid=130 ; Stand: 31.01.2016
o Dr. Sylvia Mira Wolf, Technische Universität Dortmund, Emil-Figge-Straße 50, D-44227 Dortmund ; E-Mail: sylvia.wolf@tu-dortmund.de ; URL: https://www.fk-reha.tu-dortmund.de/fk13/de/Fakultaet/Personen/Wolf.html ; Stand: 26.01.2017
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Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Das Dortmunder Entwicklungsscreening für den Kindergarten - Revision (DESK 3-6 R; Tröster et al., 2016) ist ein Screeninginstrument, welches als Routineverfahren im Kindergarten zum Einsatz kommt. Es dient zur Früherkennung von Entwicklungsgefährdungen und zur Abschätzung des Förderbedarfs und kann auch als Schuleingangstest angewendet werden. Die mehrjährigen Eintragungen im Dokumentationsheft ermöglichen eine Dokumentation des Entwicklungsverlaufs, der als Grundlage für das (halb)jährliche Elterngespräch herangezogen werden kann sowie eine Evaluation von eingeleiteten Fördermaßnahmen erlaubt.


Aufbau:
Das DESK 3-6 R umfasst für drei Altersgruppen Entwicklungsaufgaben (Beobachtungs-, Gruppen- & Einzelaufgaben) in mehreren Entwicklungsbereichen. Mit steigendem Alter steigt auch die Anzahl der Entwicklungsbereiche bzw. Skalen:
(A) Dreijährige (39 Items): (1) Feinmotorik, (2) Grobmotorik, (3) Kognition und Sprache und (4) Sozialverhalten.
(B) Vierjährige (46 Items): (1) Feinmotorik, (2) Grobmotorik, (3) Kognition, (4) Sprache und Kommunikation und (5) Sozialverhalten.
(C) Fünf- und Sechsjährige (66 Items): (1) Feinmotorik, (2) Grobmotorik, (3) Sprache und Kommunikation, (4) Basiskompetenzen Schriftsprache, (5) Basiskompetenzen Mathematik, (6) Aufmerksamkeit und Konzentration, (7) Soziale Kompetenz und (8) Soziale Interaktion.


Grundlagen und Konstruktion:
Das Verfahren ist die revidierte Version des DESK 3-6. Es wurde in Anlehnung an die konzeptionellen und methodischen Grundlagen des Screening-Ansatzes sowie auf entwicklungspsychologischen Konzepten im Vorschulalter konstruiert. Die Entwicklungsaufgaben wurden nach dem Grenzsteinprinzip von Michaelis (2004) ausgewählt, was bedeutet, dass es sich um Aufgaben handelt, die von 90% bis 95% der altersgemäß entwickelten Kindern bewältigt werden können. Es wurden zwei Ziele verfolgt: Praxistauglichkeit und eine ausreichend hohe psychometrische Güte. Mithilfe von Erziehern aus zwei Kitas wurden die Entwicklungsaufgaben überarbeitet, um die Durchführbarkeit in der Kita zu vereinfachen. Die Durchführungs- und Beurteilungskriterien wurden konkreter formuliert und schwer durchführbare Entwicklungsaufgaben aus dem Test herausgenommen. Die Aufgaben wurden nach Schwierigkeit sortiert, wodurch eine differenziertere Prognose bei älteren Kindern ermöglicht wurde. Die Vorversion wurde an Kindern dreier Kitas erprobt. Die danach zusammengestellten Subskalen wurden hinsichtlich ihrer Praktikabilität und Durchführbarkeit durch die Erzieher anhand eines Evaluationsbogens bewertet. Die Überarbeitungen in der Revision des DESK 3-6 betreffen insbesondere:
(1) Es liegen aktuelle Normen vor.
(2) Es wurden neue Skalen zur differenzierteren Erfassung der Schulfähigkeit bzw. der schriftsprachlichen und mathematischen Kompetenzen und des Sozialverhaltens (Vorläuferfertigkeiten des schulischen Lernens) entwickelt.
(3) Zur Erhöhung der Objektivität wurden präzise Beobachtungsbedingungen und Bewertungskriterien festgelegt.
(4) Ein Screeninggesamtwert wird nicht mehr ermittelt, sondern es wird ein Entwicklungsprofil für die Entwicklungsbereiche erstellt, um den Förderbedarf bereichsspezifisch einzuschätzen.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Die interne Konsistenz nach Cronbachs Alpha liegt bei den Dreijährigen zwischen Alpha = .72 (GMO) und .91 (SZV). Bei den Vierjährigen finden sich Werte, die zwischen Alpha = 71 (FMO) und = .88 (SPK) variieren. Bei den Vorschulkindern bewegen sich die Werte zwischen Alpha = .69 (GMO) und .92 (SPK). Es fehlen Angaben zur Profilreliabilität.
Validität: Die konvergente und divergente Validität mehrerer DESK-Skalen wurden durch Korrelationsberechnungen mit anderen Testverfahren (z. B. HASE, SSV, Skalen des DISYPS-II) untersucht, die Bereiche wie Sprache, Sozialverhalten oder Aufmerksamkeit und Konzentration erfassen. Es wurden erwartungsgemäß positive und negative Zusammenhänge nachgewiesen. Zudem wurden Interkorrelationen zwischen den Subskalen berechnet. Die Korrelationen zwischen den Skalen für die Dreijährigen (r = .43 - .73) und für Vierjährige (r = .30 - .72) liegen im mittleren bis hohen Bereich. Die für Fünf- bis Sechsjährige mit etwas niedrigeren Korrelationswerten variieren zwischen r = .18 und r = .69. Es wurden signifikante Korrelationen (Rangkorrelationen nach Spearman) zwischen den Entwicklungsbeurteilungen der Erzieherinnen und den Screeningpunkten der Kinder erzielt. Weiterhin wurden die Ergebnisse von entwicklungsverzögerten und altersgemäß entwickelten Kindern (5- und 6-Jährige) miteinander verglichen. Es wurden drei Gruppen gebildet: entwicklungsverzögert vs. durchschnittlich vs. überdurchschnittlich. Die entwicklungsverzögerte Gruppe erhielt signifikant geringere Staninewerte als die beiden anderen Gruppen, diese unterscheiden sich wiederum nur in einigen Skalen signifikant voneinander. Sensitivität und Spezifität der DESK-Skalen wurden getrennt nach den Altersgruppen ermittelt. Insgesamt liegt die Sensitivität der Skalen zwischen ca. 40% und 70% (eine Ausnahme: Skala SPK: 78%) und die Spezifität um 90%. Die niedrigste Sensitivität wird für die beiden Motorik-Skalen erreicht.
Normen: Das Verfahren wurde an N = 1 693 Kindergartenkindern (n = 378 Dreijährige, n = 490 Vierjährige, n = 825 Fünf- bis Sechsjährige; ca. 47% weiblich) aus 66 Kitas aus Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen normiert. Kinder mit Migrationshintergrund machten 20% der Eichstichprobe aus (n = 342, z. B. 20% türkisch, 15% russisch). Es liegen für die einzelnen Subskalen Normen in Form von Mittelwerten, Stanine- und Prozentrangwerten getrennt nach Geschlecht und Altersgruppe (3;0-3;5, 3;6-3;11, 4;0-4;5, 4;6-4;11, 5;0-5;11, 6;0-6;11) vor. Für die sprachbezogenen Skalen wurden Normen an ausschließlich Kindern mit deutscher Muttersprache berechnet. Das Normierungsjahr wird nicht angegeben.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Mit dem Dortmunder Entwicklungsscreening für den Kindergarten - Revision (DESK 3-6 R; Tröster, Flender, Reineke & Wolf, 2016) werden alltagsintegrierte Verhaltensbeobachtungen von Erziehern zur Früherkennung von Entwicklungsrisiken von Kindergartenkindern im Alter von drei bis sechs Jahren erfasst.
Das DESK 3-6 R umfasst Entwicklungsaufgaben aus mehreren Entwicklungsbereichen. Sie wurden theoriegeleitet und nach dem Grenzsteinprinzip von Michaelis (2004) entwickelt, die von 90-95% der altersgemäß entwickelten Kinder bewältigt werden können (Tröster et al., 2016a, S. 9). Eine Entwicklungsgefährdung liegt demnach dann vor, wenn ein Kind mehrere dieser Entwicklungsaufgaben nicht lösen kann. Kinder, die weder in der Kita noch im Elternhaus eine auffällige Entwicklung zeigen, diese jedoch im Schulalter offenbaren, werden nach Mayr (1997) als "Grauzonenkinder" bezeichnet. Ziel des DESK 3-6 R ist es, Erzieher für Entwicklungsgefährdungen von Kindern im Kindergarten zu sensibilisieren, indem sie systematische und kontrollierte Verhaltensbeobachtungen durchführen (Tröster et al., 2016a, S. 5). Daraus soll ein individueller und entwicklungsspezifischer Förderbedarf abgeleitet werden (S. 7).
 

Testaufbau

Das DESK 3-6 R umfasst für drei Altersgruppen Entwicklungsaufgaben, die mehrere Entwicklungsbereiche beinhalten. Mit steigendem Alter werden mehr Entwicklungsbereiche erfasst bzw. Skalen vorgegeben. Diese lauten nach Altersgruppen geordnet (Tröster et al., 2016a, S. 57-59; Tabelle 6.1):
(A) Dreijährige (insg. 39 Items):
(1) Feinmotorik (FMO, 9 Items: Auge-Hand-Koordination, Handgeschicklichkeit);
(2) Grobmotorik (GMO, 12 Items: Körperkoordination, statische & dynamische Gleichgewichtsstabilisierung);
(3) Kognition und Sprache (KSP, 9 Items: Sprachproduktion, -verständnis, Kommunikation, Gedächtnisleistung, Erkennen von Zusammenhängen);
(4) Sozialverhalten (SZV, 9 Items: soziale Interaktion, soziale Kompetenzen, soziales Regelverhalten).

(B) Vierjährige (insg. 46 Items):
(1) Feinmotorik (FMO, 9 Items: Auge-Hand-Koordination, Handgeschicklichkeit);
(2) Grobmotorik (GMO, 9 Items: Körperkoordination, statische & dynamische Gleichgewichtsstabilisierung);
(3) Kognition (KOG, 9 Items: Gedächtnisleistung, Problemlösefähigkeit, abstrakte Denkfähigkeit, Mengenverständnis);
(4) Sprache und Kommunikation (SPK, 10 Items: Sprachverständnis, Grammatik, Kommunikation);
(5) Sozialverhalten (SZV, 9 Items: sozialer Kontakt mit Gleichaltrigen, Impulskontrolle, soziales Regelverhalten, emotionale und soziale Kompetenzen);

(C) Fünf- und Sechsjährige (insg. 66 Items):
(1) Feinmotorik (FMO, 8 Items: Auge-Hand-Koordination, Handgeschicklichkeit);
(2) Grobmotorik (GMO, 8 Items: Körperkoordination, statische & dynamische Gleichgewichtsstabilisierung);
(3) Sprache und Kommunikation (SPK, 10 Items: Sprachverständnis, Grammatik, Kommunikation);
(4) Basiskompetenzen Schriftsprache (BKS, 8 Items: phonologische Merkfähigkeit, phonologische Bewusstheit im weiten und engeren Sinne);
(5) Basiskompetenzen Mathematik (BKM, 8 Items: pränumerische und numerische Vorläuferfertigkeiten);
(6) Aufmerksamkeit und Konzentration (AKN, 8 Items: Impulskontrolle, Konzentrationsleistung, Daueraufmerksamkeit);
(7) Soziale Kompetenz (SZK, 8 Items: Emotionsregulation in der sozialen Interaktion, Konfliktbewältigung, soziales Regelverhalten, Kooperation);
(8) Soziale Interaktion (SZI, 8 Items: Kontaktaufnahme, Kontaktangebote wahrnehmen, eigene Wünsche und Bedürfnisse artikulieren, Selbstbehauptung im sozialen Gefüge).
Es gibt drei Arten von Entwicklungsaufgaben (Beobachtungs-, Gruppen- und Einzelaufgaben), die im Aufgabenheft mit Symbolen kenntlich gemacht sind (Tröster et al., 2016a, S. 59). Manche Items, die vom Testleiter vorgemacht werden sollen, sind mit einem Sternchen versehen. Der Test sollte zuerst mit den Beobachtungsaufgaben gestartet und danach sollen die Gruppen- und Einzelaufgaben bearbeitet werden. Bei den 15 Gruppenaufgaben, die im Rahmen eines sog. Zirkusspiels realisiert werden, können max. fünf Kinder teilnehmen. Es sollte darauf geachtet werden, dass Kinder, die später getestet werden, die Gruppenaufgaben nicht zuvor üben (Durchführungs- und Auswertungsanleitung, S. 5).
Bei spezifischen Entwicklungsaufgaben wurde eine dreistufige Antwortskala gewählt: "ja" vs. "unsicher/unvollständig" vs. "nein". Bei Entwicklungsaufgaben, bei denen die Häufigkeit eines erwünschten Verhaltens erfasst wird, gibt die Erzieherin an, ob dies "oft, sehr oft" vs. "manchmal" vs. "selten, nie" vorkommt (Durchführungs- und Auswertungsanleitung, S. 60).
Die Reihenfolge der Aufgaben entspricht der im Aufgabenheft (Tröster et al., 2016b, S. 17 ff.). Nach der Testung ist ein Elterngespräch vorgesehen, in der die Ergebnisse bekannt gegeben werden und das weitere Vorgehen mit den Eltern abgestimmt werden soll, u. a. welche Fördermaßnahmen in einer Kita möglich sind. Für die Evaluation der Fördermaßnahmen sollte das DESK 3-6 R wiederholt eingesetzt werden (Tröster et al., 2016b, S. 14-15).
 

Auswertungsmodus

Wenn die Antwortmöglichkeit "ja" oder "oft, sehr oft" angekreuzt wird, hat der Proband die Entwicklungsaufgabe gelöst. Für jeden Entwicklungsbereich (mind. vier und max. acht) wird die Anzahl aller "ja"- bzw. "oft, sehr oft"-Antworten aufsummiert. Anschließend werden diese Screening-Punkte auf dem Auswertungsbogen, der sich auf der letzten Seite des Aufgabenhefts befindet, für jeden Entwicklungsbereich getrennt eingetragen. Ein Gesamtscore für das DESK 3-6 R wird nicht berechnet (Tröster et al., 2016a, S. 60, S. 62).
Aus den Normtabellen werden die Staninewerte (Wertebereich: 1-9) abgelesen. Der Wert 1 bedeutet, dass der Proband im jeweiligen Entwicklungsbereich Defizite zeigt. Dieser Wert ist auf der Abbildung grün markiert und gilt als "auffällig". Der Wert 2 beschreibt ein fragliches Ergebnis und ist hellgrün markiert. Staninewerte, die zwischen 3 und höher liegen, stehen für ein unauffälliges Ergebnis. Aus den Staninewerten wird dann ein Screeningprofil erstellt. Die Angaben im Screeningprofil sollten danach in das Dokumentationsheft eingetragen werden (Tröster et al., 2016b, S. 9). Das Dokumentationsheft dient zur Dokumentation aller Ergebnisse, die in der Kita-Zeit erhoben wurden, der durchgeführten Fördermaßnahmen sowie der Resultate der Elterngespräche (Tröster et al., 2016a, S. 62), sodass ein Gesamtbild/Entwicklungsverlauf aller Entwicklungsbereiche aus der Kindergartenzeit vor Schuleintritt vorliegt.
Sollte das Zirkusspiel bearbeitet worden sein, werden zunächst die Ergebnisse von max. fünf Kindern auf den Protokollbogen eingetragen und anschließend in das Aufgabenheft übertragen (Tröster et al., 2016b, S. 17 ff.).
 

Auswertungshilfen

Auf den Aufgabenheften befindet sich ein Auswertungsbogen, auf den die Ergebnisse eingetragen werden und auf dem anschließend ein Screeningprofil erstellt werden kann (Tröster et al., 2016a, S. 59). Für das Zirkusspiel liegt ein separater Protokollbogen vor. Als weitere Hilfen stehen ein zusätzliches Heft mit der Durchführungs- und Auswertungsanleitung sowie ein Dokumentationsheft zur Verfügung.
 

Auswertungszeit

Es werden keine Angaben zur Auswertungszeit gemacht.
 

Itembeispiele

Anmerkung: Hier wird ein Item aus dem Aufgabenheft für Dreijährige vorgestellt.
Grobmotorik, Item 1 (rit = .46):
GMO1 Hüpft auf einem Bein.
Das Kind soll auf dem linken oder rechten Bein stehend kurzzeitig vom Boden abheben und auf diesem Bein wieder landen.
o ja o unsicher/unvollständig o nein
 

Durchführung

 

Testformen

Der Test wird als Einzeltest ausgeführt, beinhaltet jedoch Teile, die jeweils im Einzel- und im Gruppensetting durchgeführt werden. Die Beobachtungsaufgaben sind in den Kita-Alltag eingebunden.
 

Altersbereiche

Das DESK 3-6 R wurde für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren konzipiert.
 

Durchführungszeit

Für die gesamte Testung liegen keine genauen Angaben vor. Die Beobachtungsaufgaben können in ca. 10 bis 20 Minuten bearbeitet werden. Die Dauer für die Gruppen- und Einzelaufgaben sind nicht festgelegt. Für die Testung einer Kitagruppe sollten insgesamt drei bis vier Wochen einkalkuliert werden.
 

Material

Die Testbox enthält ein Manual und eine Durchführungs- und Auswertungsanleitung. Für jede der drei Altersgruppen liegen zudem jeweils fünf Aufgabenhefte mit integriertem Auswertungsbogen, fünf Protokollblätter für das Zirkusspiel und fünf Dokumentationshefte zur Verfügung, die alle getrennt nach Altersgruppen nachbestellt werden können. Es wird ein Schreibgerät benötigt (Tröster et al., 2016, S. 59).

Materialliste Testbox (Stand: Januar 2017):
- Testmanual (Artikelnummer: 0111802)
- Durchführungs- und Auswertungsanleitung (Artikelnummer: 0111803)
- 5 Aufgabenhefte für Dreijährige
- 5 Aufgabenhefte für Vierjährige
- 5 Aufgabenhefte für Fünfjährige
- 5 Protokollblätter für Dreijährige
- 5 Protokollblätter für Vierjährige
- 5 Protokollblätter für Fünfjährige
- 5 Dokumentationshefte für Dreijährige
- 5 Dokumentationshefte für Vierjährige
- 5 Dokumentationshefte für Fünfjährige.
 

Instruktion

Für das Zirkusspiel liegen standardisierte Instruktionen vor. Sie werden vom Beobachter wortwörtlich vorgelesen. Für die restlichen Entwicklungsaufgaben werden die Aufgaben den Beobachtern erläutert und gegebenenfalls genaue Instruktionen vorgegeben, die zur Ausübung der Entwicklungsaufgabe vonnöten sind.
 

Durchführungsvoraussetzungen

Die Testung soll ohne das Vorwissen des Kindes und nach gründlichem Einstudieren der Entwicklungsaufgaben durchgeführt werden. Für die Beobachtungsaufgaben sollte der Erzieher das Kind gut kennen. Die Eingewöhnung des Kindes sollte zum Zeitpunkt der Testung abgeschlossen sein. Die Entwicklung des Kindes sollte ausschließlich auf Basis der Verhaltensbeobachtungen beurteilt werden. Bei Unsicherheiten über das beobachtete Verhalten darf sich der Testleiter mit anderen Erziehern austauschen (Tröster et al., 2016b, S. 6). Es werden Seminare vom Hogrefe Verlag angeboten.
 

Testkonstruktion

Das Verfahren ist die überarbeitete Version des Dortmunder Entwicklungsscreening für den Kindergarten (DESK 3-6), welches 2004 von Tröster, Flender und Reineke entwickelt wurde (PSYNDEX Tests-Nr. 9005296). Es wurde in Anlehnung an die konzeptionellen und methodischen Grundlagen des Screening-Ansatzes sowie auf entwicklungspsychologische Konzepte im Vorschulalter hin konstruiert (Tröster et al., 2016, S. 9). Die Entwicklungsaufgaben wurden nach dem Grenzsteinprinzip von Michaelis (2004) ausgewählt, was bedeutet, dass es sich um Aufgaben handelt, die von 90% bis 95% der altersgemäß entwickelten Kinder bewältigt werden können. Bei der Testkonstruktion des DESK 3-6 R wurden zwei Ziele verfolgt. Zum einen sollte der Test praxistauglich sein und zum anderen sollte die psychometrische Güte ausreichend hoch sein (S. 5). Den Anlass für die Überarbeitung der Entwicklungsaufgaben lieferten die Erfahrungen der Erzieher, die das Screeningverfahren regelmäßig in der Kita anwendeten. Mithilfe von Erziehern aus zwei Kitas wurden die Entwicklungsaufgaben überarbeitet, um die Durchführbarkeit in der Kita zu vereinfachen. So wurden die Durchführungs- und Beurteilungskriterien konkreter formuliert und schwer durchführbare Entwicklungsaufgaben aus dem Test herausgenommen (S. 21). Weiterhin wurden neue Skalen zur differenzierteren Messung des Leistungstands vor Schuleintritt entwickelt. Der Aufbau des Tests wurde so gestaltet, dass mit zunehmendem Alter die Anzahl der Subskalen und damit der Entwicklungsbereiche steigt. Für ältere Kinder kann somit eine differenziertere Diagnose erstellt werden (Tröster et al., 2016, S. 5, S. 7-8, S. 21).
Die Vorversion des DESK 3-6 R wurde an Kindern dreier Kitas erprobt. Die danach zusammengestellten Subskalen wurden hinsichtlich ihrer Praktikabilität und Durchführbarkeit durch die Erzieher anhand eines Evaluationsbogens bewertet. Schwer durchführbare Items wurden eliminiert und eine Itemanalyse durchgeführt. Die Trennschärfe, Itemschwierigkeit sowie Itemvalidität (= Differenzwerte zwischen altersgemäß entwickelten und entwicklungsverzögerten Kinder) wurden berechnet. Es wurden solche Entwicklungsaufgaben gewählt, die von den meisten normalentwickelten Kindern korrekt bearbeitet wurden, die eine hohe Trennschärfe aufwiesen sowie zwischen den beiden Entwicklungsgruppen normal vs. verzögert gut unterscheiden konnten. Da die Items insgesamt leicht sind, entsteht eine linksschiefe Kurve der Subskalenwerte in allen drei Altersgruppen (Tröster et al., 2016, S. 21-27).

Die Überarbeitungen in der Revision des DESK 3-6 (Tröster et al., 2016, S. 7-8, S. 21):
(1) Es liegen aktuelle Normen vor.
(2) Es wurden neue Skalen zur differenzierteren Erfassung der Schulfähigkeit bzw. der schriftsprachlichen und mathematischen Kompetenzen und des Sozialverhaltens (= "Vorläuferfertigkeiten des schulischen Lernens" S. 8) entwickelt.
(3) Zur Erhöhung der Objektivität wurden präzise Beobachtungsbedingungen und Bewertungskriterien festgelegt.
(4) Ein Screeninggesamtwert wird nicht mehr ermittelt, sondern es wird ein Entwicklungsprofil für die Entwicklungsbereiche erstellt, um den Förderbedarf bereichsspezifisch aufzudecken.
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Die Objektivität wird durch die Standardisierung der Verhaltensbeobachtung anhand präziser Beobachtungsbedingungen und -kriterien, Auswertungsregeln sowie der Normtabellen angestrebt (Tröster et al., 2016, S. 7-8).
Die Beurteilerübereinstimmung wurde untersucht, um den Spielraum der Erzieher bei der Verhaltensbeobachtung zuungunsten der Objektivität abschätzen zu können (Eilers & Ulke, 2014). Zwei Erzieher sollten bei zufällig ausgewählten Kindern bei der Beurteilung der Entwicklungsaufgaben auf dasselbe Ergebnis kommen. Sie sollten ihre Bewertungen unabhängig voneinander abgeben. Das Zirkusspiel in der Fünfergruppe wurde von beiden Erziehern zusammen durchgeführt, jedoch getrennt beurteilt und protokolliert. Als Maß für den Vergleich der Gesamtergebnisse wurden Prozentangaben gewählt. Für das Gesamtergebnis der Dreijährigen konnte eine 85%ige, für das der Vierjährigen eine 88%ige und für das der Vorschulkinder eine 91%ige Beurteilerübereinstimmung erzielt werden. Mit dem Alter der Kinder steigt die Einschätzung zwischen zwei Beurteilern. Große Abweichungen ergaben sich für die Subskala Sozialverhalten (69%) bei den Dreijährigen. Die größte prozentuale Übereinstimmung fand sich für die Subskala Basiskompetenz Mathematik mit 98% bei den ältesten Kindern. Für alle einzelnen Entwicklungsaufgaben wurde Cohens Kappa ermittelt. Eine Übereinstimmung von Kappa = 1.0 findet sich bei Dreijährigen lediglich für vier Entwicklungsaufgaben, bei Vierjährigen für nur zwei und bei Fünf- und Sechsjährigen für eine. Während die Werte für die meisten Items der Subskalen zur Motorik im Durchschnitt hoch sind (meist Kappa > = .70) und die Werte für die Skalen zur Kognition und Sprache im mittelhohen bis hohen Bereich liegen (Kappa = .39 - 1.0), wurden für die Subskala Sozialverhalten (SZV) Werte lediglich zwischen Kappa = .24 und .52 (Dreijährige) bzw. Kappa = .16 und .56 (Vierjährige) erreicht. Hier bestehen deutliche Diskrepanzen zwischen den Urteilen. Bei den älteren Kindern wird das Sozialverhalten in soziale Kompetenz und soziale Interaktion unterteilt. Die Beurteiler erreichen hier höhere Werte. Mit drei Ausnahmen liegt Kappa zwischen .51 und .67 (Tröster et al., 2016, S. 77-82). Die Autoren führen als Erklärung auf, dass das Sozialverhalten nach einer anderen Bezugsnorm beurteilt wird, nämlich nach dem subjektiven Empfinden einer Situation ("Ist das Verhalten angemessen") statt danach, ob die Fähigkeit vorliegt (S. 44).
Je standardisierter eine Aufgabe gestaltet war, desto höher waren die Beurteilerübereinstimmungen (Tröster et al., 2016a, S. 44). Dies gilt für die Einzel- und Gruppenaufgaben (91-93%). Für Beobachtungsaufgaben fanden sich dagegen niedrigere Übereinstimmungen (85%).
 

Reliabilität

Als Reliabilitätsmaß wurde die interne Konsistenz nach Cronbachs Alpha berechnet (Tröster et al., 2016a, S. 45). Sie liegt bei den Dreijährigen zwischen Alpha = .72 (GMO) und .91 (SZV). Bei den Vierjährigen finden sich Werte, die zwischen Alpha = .71 (FMO) und = .88 (SPK) variieren. Bei den Vorschulkindern bewegen sich die Werte zwischen Alpha = .69 (GMO) und .92 (SPK). Die Autoren führen die mittelhohen Alpha-Werte auf die niedrige Anzahl der Entwicklungsaufgaben sowie auf den Messbereich zurück (Differenzierung im unterdurchschnittlichen bis durchschnittlichen Leistungsbereich).
Angaben zur Profilreliabilität fehlen.
 

Validität

Es wurden Interkorrelationen zwischen den Subskalen berechnet (Tröster et al., 2016a, S. 28-29, Tabellen 3.5-3.7). Die Korrelationen zwischen den Skalen für die Dreijährigen liegen zwischen r = .43 (GMO-KSP) und r = .73 (KSP-SZV) und die für Vierjährige zwischen r = .30 (GMO-SZV) und r = .72 (KOG-SPK). Die für Fünf- bis Sechsjährige mit etwas niedrigeren Korrelationswerten variieren zwischen r = .18 (BKS-SZK) und r = .69 (AKN-SZK).
Es wurden Korrelationen (Rangkorrelationen nach Spearman) zwischen den Entwicklungsbeurteilungen der Erzieherinnen und den Screeningpunkten der Kinder berechnet (siehe Tabelle 1). Zwischen den Screeningpunkten in den Subskalen und den Urteilen der Erzieher gab es signifikante Korrelationen (Tröster et al., 2016a, S. 46-47). Die Werte waren i. d. R. am größten zwischen den Beurteilungen in einem Leistungsbereich und den Punkten in den dazugehörigen Subskalen (z. B. Urteil über Feinmotorische Entwicklung und Punkte in der Subskala Feinmotorik mit r = .36, siehe Tabelle 1).

Tabelle 1
Rangkorrelationen nach Spearman zwischen den Entwicklungsbeurteilungen der Erzieherinnen und den Screeningpunkten der Kinder (Tröster, Flender, Reineke & Wolf, 2016a, S. 81-82)
-------------------------------------------------------------------------------- 
Beurteilungen Feinmotorik Grobmotorik Kognition Sprache Sozialverhalten
--------------------------------------------------------------------------------
3-Jährige (n = 371, n2 = 311)
FMO .36 .20 .33 .23 .23
GMO .29 .37 .28 .29 .20
KSP (a = n2) .33 .28 .53 .54 .50
SZV .29 .26 .52 .68 .38
--------------------------------------------------------------------------------
4-Jährige (n = 474, n2 = 474)
FMO .45 .24 .32 .27 .31
GMO .32 .45 .38 .23 .29
KOG .37 .26 .54 .53 .39
SPK (a = n2) .28 .22 .48 .64 .32
SZV .33 .21 .34 .25 .61
--------------------------------------------------------------------------------
5- bis 6-Jährige (n = 793, n2 = 633)
FMO .46 .29 .38 .38 .27
GMO .27 .35 .27 .23 .22
SPK (a = n2) .30 .29 .51 .62 .29
BKS (a = n2) .29 .22 .47 .47 .24
BKM .30 .28 .51 .46 .26
AKN .29 .15 .31 .22 .38
SZK .23 .11 .21 .16 .47
SZI .27 .28 .36 .36 .40
--------------------------------------------------------------------------------
Anmerkungen. n = Stichprobe, n2 = deutschsprachige Stichprobe, a = ausschließlich deutschsprachige Stichprobe; FMO = Feinmotorik, GMO = Grobmotorik, KSP = Kognition und Sprache, SZV = Sozialverhalten, KOG = Kognition, SPK = Sprache und Kommunikation, BKS = Basiskompetenzen Schriftsprache, BKM = Basiskompetenzen Mathematik, AKN = Aufmerksamkeit und Konzentration, SZK = Soziale Kompetenz, SZI = Soziale Interaktion. Alle Korrelationswerte sind auf dem 1%-Niveau signifikant.

Weiterhin wurden die Ergebnisse von entwicklungsverzögerten und altersgemäß entwickelten Kindern (5- und 6-Jährige) miteinander verglichen. Die Kinder, die von den Erziehern als "unterdurchschnittlich" und "weit unterdurchschnittlich" eingeschätzt wurden, kamen in die Gruppe "entwicklungsverzögert". Dann wurden zwei weitere Gruppen gebildet: durchschnittlich vs. überdurchschnittlich. Die Ergebnisse des DESK 3-6 R zeigen, dass die entwicklungsverzögerte Gruppe signifikant geringere Staninewerte erhielt als die beiden anderen Gruppen, die sich wiederum nur in einigen Skalen signifikant voneinander unterscheiden (Tröster et al., 2016a, S. 48).
Die Sensitivität und die Spezifität der DESK-Skalen getrennt nach den Altersgruppen wurden ermittelt. Insgesamt liegt die Sensitivität der Skalen zwischen ca. 40% und 70% (eine Ausnahme: Skala SPK: 78%) und die Spezifität um 90%. Die niedrigste Sensitivität wird für die beiden Motorik-Skalen erreicht (Tröster et al., 2016a, S. 48).
Die Autoren geben an, dass die prognostische Validität der Vorgängerversion, DESK 3-6, in einer Längsschnittstudie von Tröster et al. (2011) belegt werden konnte. Es konnte gezeigt werden, dass Schüler mit Problemen im Bereich Schriftspracherwerb, Mathematik und Sozialverhalten zuvor mit dem DESK 3-6 erkannt wurden. Mit dem DESK 3-6 R bzw. für die neuen Skalen fehlen bisher solche Untersuchungen (Tröster et al., 2016a, S. 5, S. 50).
Die konvergente und divergente Validität mehrerer DESK-Skalen wurden durch Korrelationsberechnungen mit weiteren Testverfahren untersucht. Das Heidelberger Auditive Screening in der Einschulungsuntersuchung (HASE; Schöler & Brunner, 2008) erfasst Sprach- und Schriftspracherwerbsstörungen bei vier- bis sechsjährigen Kindern. Die DESK-Skala Sprache und Kommunikation (SPK) korreliert mit den HASE-Skalen "Nachsprechen von Sätzen" (Vierjährige: r = .80; Fünfjährige: r = .67), "Wiederholen von Zahlenfolgen" (Vierjährige: r = .53; Fünfjährige: r = .57) sowie "Erkennen von Wortfamilien" (Fünfjährige: r = .63) signifikant hoch. Auch die DESK-Skala Basiskompetenzen Schriftsprache (BKS) korreliert mit der Skala "Nachsprechen von Sätzen" mit r = .53 signifikant. Ebenso korrelieren die sprachbezogenen DESK-Skalen mit dem Sprachscreening für das Vorschulalter (SSV; Grimm, Aktas & Kießig, 2003) signifikant hoch (r = .68 - .79). Die Subskala Sozialverhalten wurde mit der deutschen Version des Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ-Deu; Goodman, 1999-2001) und die Skala Soziale Kompetenz mit dem Fremdbeurteilungsbogen für Störungen des Sozialverhalten (FBB-SSV) aus dem Diagnostik-System für psychische Störungen nach ICD-10 und DSM-IV für Kinder und Jugendliche - II (DISYPS-II; Döpfner, Görtz-Dorten, Lehmkuhl, Breuer & Goletz, 2008) verglichen. Es finden sich sowohl positive als auch negative Zusammenhänge. Beispielsweise hängen die Skalen "Emotionale Probleme" und "Verhaltensprobleme mit Gleichaltrigen" sowie der Gesamtproblemwert des SDQ-Deu signifikant negativ zusammen (r = -.38 bis -.41). Die SDQ-Beurteilungen der Eltern für die Skala "Verhaltensprobleme mit Gleichaltrigen" korreliert auch negativ mit der DESK-Skala Sozialverhalten mit r = -.44. Mit der Skala "Prosoziales Verhalten" dagegen ergibt sich erwartungsgemäß ein positiver Korrelationskoeffizient (r = .34). Bei den Vierjährigen finden sich ähnliche Ergebnisse mit etwas höheren Werten. Beim FBB-SSV erhält man ähnliche Ergebnisse, d. h. negative Zusammenhänge zwischen "Sozialer Kompetenz" und den negativ besetzten Skalen (z. B. Dissozial-aggressives Verhalten) und positive Korrelationen mit der Skala Prosoziales Verhalten (r = .67; Tröster et al., 2016a, S. 50-55).
Die DESK-Skala Aufmerksamkeit und Konzentration (AKN) wurde mit dem "Fremdbeurteilungsbogen für Vorschulkinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (FBB-ADHS-V) des DISYPS-II (Döpfner et al., 2008) validiert. Es wurden erwartungsgemäß hohe negative Werte erzielt (r = -.61 bis -.64 mit den Skalen "Aufmerksamkeitsprobleme", "Mangelnde Impulskontrolle" und dem Gesamtwert).
 

Normierung

Das Verfahren wurde an N = 1 693 Kindergartenkindern aus 66 Kitas der Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen normiert. Darunter waren n = 378 Dreijährige (Alter in Monaten: M = 42.2, SD = 3.5; 48% weiblich), n = 490 Vierjährige (Alter in Monaten: M = 53.2, SD = 4.0; 48% weiblich) und n = 825 Fünf- bis Sechsjährige (Alter in Monaten: M = 67.5, SD = 5.1; 47% weiblich). Kinder mit Migrationshintergrund machten 20% der Eichstichprobe aus (n = 342, z. B. 20% türkisch, 15% russisch). Es liegen für die einzelnen Subskalen Normen in Form von Mittelwerten, Stanine- und Prozentrangwerten getrennt nach Geschlecht und Altersgruppen (3;0-3;5, 3;6-3;11, 4;0-4;5, 4;6-4;11, 5;0-5;11, 6;0-6;11) vor. Für die sprachbezogenen Skalen wurden Normen an ausschließlich Kindern mit deutscher Muttersprache berechnet (Tröster et al., 2016, S. 5, S. 30-36).
Das Normierungsjahr wird nicht angegeben.
 

Anwendungsmöglichkeiten

Das Verfahren kann als Routineverfahren im Kita-Alltag zur entwicklungsspezifischen Verhaltensbeobachtung eingesetzt werden. Es dient zur Eischätzung des Förderbedarfs. Bestimmte Entwicklungsbereiche, die sich bereits im Kita-Alltag als auffällig erwiesen haben, können gezielt mit den entsprechenden Skalen des DESK 3-6 R erfasst werden. Vor dem Schuleintritt kann die Schulfähigkeit überprüft und gefördert werden. Auch bietet es sich an, den Test als Grundlage für das (halb-)jährliche Elterngespräch zu nehmen. Ebenso ist es hilfreich, wenn die Unterstützung durch eine externe Fachstelle erfolgt, die Ergebnisse weiterzuleiten, sodass sie sich ein Gesamtbild machen kann und die Kommunikation zwischen Kita und Fachstelle erleichtert wird. Ebenso profitieren Schulen im Rahmen der Eingangsdiagnostik von den Testergebnissen. Beispielsweise wurde das DESK 3-6 R an N = 393 Schulanfängern einer Dortmunder Grundschule getestet. Mit dem DESK 3-6 R ist es auch möglich, durch wiederholte Testung (zweimal im Jahr) und durch die Eintragungen im Dokumentationsheft samt den Ergebnissen der Elterngespräche sowie der eingeleiteten Fördermaßnahmen den Entwicklungsverlauf eines Kindes über mehrere Jahre zu dokumentieren. Eingeleitete Fördermaßnahmen können so hinsichtlich ihrer Effektivität eingeschätzt werden (Tröster et al., 2016, S. 38, S. 63-64).
 

Bewertung

Das Dortmunder Entwicklungsscreening für den Kindergarten in der revidierten Fassung (DESK 3-6 R; Tröster et al., 2016) ist ein Screeninginstrument, welches als Routineverfahren zur Früherkennung von Entwicklungsgefährdungen und zur Abschätzung des Förderbedarfs bei Kindergartenkindern angewendet wird. Das Dokumentationsheft ermöglicht eine Dokumentation des Entwicklungsverlaufs über mehrere Jahre und kann als Grundlage für das (halb)jährliche Elterngespräch herangezogen werden sowie zur Evaluation von eingeleiteten Fördermaßnahmen. Es ist theoretisch fundiert und normiert. Die Reliabilität, die interne Konsistenz, liegt im mittelhohen Bereich. Es fehlen Angaben zur Profilreliabilität. Ähnlich wie für das DESK 3-6 sind Belege für die prognostische Validität des Verfahrens wünschenswert, da der Test genau diesen Anspruch erhebt. Das Verfahren ist zudem nicht ökonomisch in der Anwendung. Es fehlen teilweise Angaben zur Durchführung und Auswertung. Eine Verhaltensbeobachtung geht zu Lasten der Objektivität. Die Beurteilerübereinstimmung lag bei 85% für das Gesamtergebnis. Große Abweichungen ergaben sich für die Subskala Sozialverhalten (69%). Die größte Übereinstimmung findet sich für die Subskala Feinmotorik mit 97%. Insgesamt werden eher niedrige Kappa-Werte angegeben.
Für die Kriteriumsvalidität liegen zahlreiche Nachweise vor. Es wurden signifikante Unterschiede zwischen deutschen und Migrationskindern im Alter von drei und vier Jahren in allen Subskalen gefunden. Bei den Fünf- und Sechsjährigen wurden in fünf von acht Subskalen statistisch bedeutsame Unterschiede gefunden. Die Punktzahl der Migrationskinder steigt und nähert sich der der deutschsprachigen Kinder zwar mit steigendem Alter an - was ja auch durch den Anstieg der Deutschkenntnisse und der kulturellen Anpassung erwartbar ist -, sodass die Differenz zwischen diesen beiden Gruppen immer kleiner wird. Getrennte Normen liegen jedoch lediglich in den sprachgebundenen Entwicklungsbereichen vor. Die signifikant gewordenen Unterschiede unterstreichen die Notwenigkeit von getrennten Normen für alle Entwicklungsbereiche.
Die Praktikabilität des DESK 3-6 R im Kindergartenalltag wurde durch Berichte von Erziehern bestätigt (Tröster et al., 2016a, S. 5). Mithilfe des Screeningprofils werden Defizite in bestimmten Entwicklungsbereichen aufgedeckt. Hieraus können Fördermaßnahmen abgeleitet und umgesetzt werden. In diesem Sinne erweist sich der Test als durchaus nützlich.
 

Literatur

  • Döpfner, M., Görtz-Dorten, A., Lehmkuhl, G., Breuer, D. & Goletz, H. (2008). DISYPS-II. Diagnostik-System für psychische Störungen nach ICD-10 und DSM-IV für Kinder und Jugendliche - II. Bern: Huber.
  • Eilers, A. & Ulke, C. (2014). Neubearbeitung des Dortmunder Entwicklungsscreenings für den Kindergarten (DESK 3-6 R): Beurteilerübereinstimmung bei drei- und vierjährigen Kindern. Unveröffentlichte Masterarbeit, Technische Universität Dortmund.
  • Goodman, R. (1999-2001). Fragebogen zu Stärken und Schwächen (SDQ-Deu). London: Institute of Psychiatry, Department of Child and Adolescent Psychiatry.
  • Grimm, H., Aktas, M. & Kießig, U. (2003). Sprachscreening für das Vorschulalter (SSV). Kurzform des SETK 3-5. Göttingen: Hogrefe.
  • Mayr, T. (1997). Problemkinder im Kindergarten - ein neues Aufgabenfeld für die Frühförderung. Epidemiologische Grundlagen. Frühförderung interdisziplinär, 16, 145-159.
  • Michaelis, R. (2004). Das Grenzsteinprinzip als Orientierungshilfe für die pädiatrische Entwicklungsbeurteilung. In H. G. Schlack (Hrsg.), Entwicklungspädiatrie. Wichtiges kinderärztliches Wissen über die ersten 6 Lebensjahre (S. 123-130). München: Hans Marseille.
  • Schöler, H. & Brunner, M. (2008). HASE. Heidelberger Auditives Screening in der Einschulungsuntersuchung (2., überarbeitete und erweiterte Auflage). Wertingen: Westra.
  • Tröster, H., Flender, J. & Reineke, D. (2004). DESK 3-6. Dortmunder Entwicklungsscreening für den Kindergarten. Göttingen: Hogrefe.
  • Tröster, H., Flender, J. & Reineke, D. (2011). Prognostische Validität des Dortmunder Entwicklungsscreening für den Kindergarten (DESK 3-6). Diagnostica, 57, 201-211.
  • Tröster, H., Flender, J., Reineke, D. & Wolf, S. M. (2016a). DESK 3-6 R. Dortmunder Entwicklungsscreening für den Kindergarten - Revision [Manual]. Göttingen: Hogrefe.
  • Tröster, H., Flender, J., Reineke, D. & Wolf, S. M. (2016b). DESK 3-6 R. Dortmunder Entwicklungsscreening für den Kindergarten - Revision [Durchführungs- und Auswertungsanleitung]. Göttingen: Hogrefe.
 
 Gülay Karadere (01.02.2017)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Observation Methods; Rating Scales; Screening Tests; Test Norms; Developmental Measures; Developmental Psychology; Early Childhood Development; Childhood Development

Klassische Testtheorie; Beobachtungsmethoden; Rating-Skalen; Screening Tests; Testnormen; Entwicklungstests; Entwicklungspsychologie; Entwicklung in der frühen Kindheit; Entwicklung in der Kindheit

 weitere Schlagworte:

2004 (DESK); 2016 (DESK-Revision); Förderdiagnostik; ab 3 Jahre; bis 6 Jahre; Entwicklungsbereiche: A Dreijährige: 1 Feinmotorik, 2 Grobmotorik, 3 Kognition und Sprache, 4 Sozialverhalten; B Vierjährige: 1 Feinmotorik, 2 Grobmotorik, 3 Kognition, 4 Sprache und Kommunikation, 5 Sozialverhalten; C Fünf- und Sechsjährige: 1 Feinmotorik, 2 Grobmotorik, 3 Sprache und Kommunikation, 4 Basiskompetenzen Schriftsprache, 5 Basiskompetenzen Mathematik, 6 Aufmerksamkeit und Konzentration, 7 Soziale Kompetenz, 8 Soziale Interaktion; Normierungsjahr: keine Angaben; Normstichprobe: 1693
 Klassifikation:

Entwicklungstests; Kognitive Entwicklung und Wahrnehmungsentwicklung; Entwicklungsstörungen und Autismus
Allgemeine Entwicklungstests
1.2
 Anwendungstyp: Remedial Diagnosis
 Art der Publikation: Test; Test in Print (90; 911)
 Sprache: German
 Land: Germany
 Publikationsjahr: 2016
 Änderungsdatum: 201705
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