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Leipziger Kompetenz-Screening für die Schule

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9007017
 

LKS - Leipziger Kompetenz-Screening für die Schule (PSYNDEX Tests Review)

 

The Leipzig Competence Screening for Schools/zpid

 Hartmann, B. & Methner, A.
 (2015). Leipziger Kompetenz-Screening für die Schule (LKS). Diagnostik und Förderplanung: soziale und emotionale Fähigkeiten, Lern- und Arbeitsverhalten [Manual, 25 Lehrer-Einschätzbogen LKS-L und 25 Schüler-Einschätzbögen LKS-S]. München: Reinhardt.

Bibliotheksstandort: Deutsche Nationalbibliothek Leipzig: 2016 A 16039
ISBN: 978-3-497-02514-5 (Manual)
Preis: 29,90 Euro (Manual; Stand: 20.3.2017)

 Bezugsquelle: Testzentrale Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Herbert-Quandt-Straße 4, D-37081 Göttingen ; E-Mail: testzentrale@hogrefe.de ; URL: http://www.testzentrale.de/ ; Stand: 1.5.2016.
 Adresse(n): o Dr. Blanka Hartmann, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik, Uhlhornsweg 84, D-26129 Oldenburg ; E-Mail: blanka.hartmann@uni-oldenburg.de ; URL: https://www.uni-oldenburg.de/suche/person/?username=BHartmann&cHash=b8d953fa0cb3fc2beae944879bf6eae7 ; Stand: 20.3.2017
o Dr. Andreas Methner, Universität Leipzig, Erziehungswissenschaftliche Fakultät, Marschnerstraße 29, D-04109 Leipzig ; E-Mail: methner@kooperative-beratung.de ; URL: http://www.erzwiss.uni-leipzig.de/paedagogik-im-foerderschwerpunkt-emotionale-und-soziale-entwicklung/personen?view=properson&id=59 ; Stand: 20.3.2017
 WWW-Informationen:
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Das Leipziger Kompetenz-Screening für die Schule (LKS; Hartmann & Methner, 2015) erfasst die Kompetenzen von Schülern im sozialen, emotionalen sowie Lern- und Arbeitsverhalten. Es dient zur Förderdiagnostik und Förderplanung auf individueller, Gruppen- oder Klassenebene. Es findet auch in der Forschung Verwendung.


Aufbau:
Es gibt zwei Version des LKS, die Lehrerversion (LKS-L) und die Schülerversion (LKS-S). Beide Versionen sind in zwei Teile gegliedert. Teil 1 erfasst die Kompetenzen im sozialen und emotionalen Verhalten (LKS-L: 13 Skalen, 72 Items; LKS-S: 4 Skalen, 18 Items). Teil 2 erfasst die Kompetenzen im Lern- und Arbeitsverhalten (LKS-L: 8 Skalen, 52 Items; LKS-S: 4 Skalen, 19 Items). Die Antworten der Schüler- und Lehrerversion werden auf einer vierstufigen Ratingskala gegeben. Für den ersten und den zweiten Teil des Tests werden zwei Übungsitems dargeboten. Zwischen beiden Teilen und innerhalb der Teile wird jeweils eine Pause eingelegt. Die Lehrkräfte sollen das Verhalten der Schüler in den letzten vier Wochen beurteilen.


Grundlagen und Konstruktion:
Die Grundlage für die Testkonstruktion der LKS-Versionen (LKS-L und LKS-S) bildeten neben der Klassischen Testtheorie die wissenschaftlichen Standards für die Entwicklung von normierten Screeningverfahren. Für die Itembildung wurden Theorien zur sozialen und emotionalen Kompetenz sowie Expertenurteile (Lehrkräfte) herangezogen. Die Lehrkräfte wurden hinsichtlich Beobachtbarkeit im Schulalltag, Praxistauglichkeit, der ökonomischen Anwendbarkeit und der Verständlichkeit der Items befragt. Die Autoren geben an, dass mehrere Pilotstudien zur Skalen- und Reliabilitätsanalyse durchgeführt wurden. Die Endversion wurde an einer großen Stichprobe ("ca. 1450 für die Lehrerversion", "ca. 980 für die Schülerversion") evaluiert.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Im Manual werden Reliabilitätswerte für die Lehrer- und Schülerversion angegeben, die zwischen rtt = .77 - .93 für die Lehrerversion und zwischen rtt = .50 - .78 (mit einer Ausnahme) für die Schülerversion variieren.
Validität: Es werden keine Angaben zur Validität gemacht.
Normen: Es liegen für alle Skalen der Lehrerversion Cut-off-Werte getrennt nach Alter (LKS-S: 6-11 Jahre, 12-18 Jahre) und Geschlecht vor. Cut-off-Werte für die Schülerversion stehen lediglich für Dritt- und Viertklässler zur Verfügung.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Das Leipziger Kompetenz-Screening für die Schule (LKS; Hartmann & Methner, 2015) erfasst die Kompetenzen von Schülern im sozialen, emotionalen sowie Lern- und Arbeitsverhalten. Emotionale und soziale Kompetenzen gelten als Schlüsselqualifikation für den Schulalltag, aber auch für den beruflichen Werdegang (Hartmann & Methner, 2015, S. 12). Sie beeinflussen sich gegenseitig. Ohne emotionale Kompetenzen können keine sozialen Verhältnisse geschaffen werden. Soziale Beziehungen wiederum wirken sich auf die emotionalen Fähigkeiten aus. Zu den Kompetenzen im Lern- und Arbeitsverhalten gehören mehrere Fähigkeiten. Ein Beispiel ist die Konzentration, welche das Lernen für einen Schüler bzw. eine Klasse ermöglicht (S. 14).
Das Verfahren basiert auf dem Response-to-intervention-Ansatz (RTI; Huber & Grosche, 2012), welcher ein dreistufiges, empirisch belegtes Präventionsmodell zur Identifikation von Lern- und Entwicklungsproblemen sowie zur Implementierung von Fördermaßnahmen darstellt (Hartmann & Methner, 2015, S. 18). Die erste Stufe bezieht sich auf den regulären Unterricht. Es sollen bereits in dieser Stufe präventive Maßnahmen durchgeführt werden, wie evidenzbasierte Instruktionen, Einsatz von Schulleistungs- und Verhaltensscreenings sowie eine Lernverlaufsdiagnostik bei Risikoschülern. Die zweite Stufe des RTI-Ansatzes bildet die intensive Förderung von etwa 20% der Schüler, die zusätzlich zu den Unterrichtsmaßnahmen aus Stufe 1 weitere Hilfe benötigen. Es werden standardisierte Problemlösekonzepte herangezogen, eine Förderung in Kleingruppen wird eingeleitet sowie der Lernverlauf des Schülers wird wöchentlich gemessen. Die Stufe 3 bietet intensive Einzelfallhilfen, wenn die Förderung in Kleingruppen nicht erwartungsgemäß wirksam war. Dies betrifft etwa 5% der Schüler. Der Fokus liegt dann auf den einzelnen Schülern. Individuelle Lern- und Entwicklungsschritte werden regelmäßig erhoben und gefördert (S. 19-20).
Das Ziel der Autoren ist es, ein ökonomisches Verfahren zur Einschätzung der Schulkompetenzen aus der Perspektive der Lehrer sowie der Schüler zu entwickeln, welches für die Förderdiagnostik geeignet ist (Hartmann & Methner, 2015, S. 31).
 

Testaufbau

Es gibt zwei Versionen des LKS, die Lehrerversion (LKS-L) und die Schülerversion (LKS-S). Beide Versionen sind in zwei Teile gegliedert (Hartmann & Methner, 2015, S. 31 ff., S. 37 ff.).
LKS-S mit acht Subskalen und insgesamt 37 Items.
Teil 1: Kompetenzen im sozialen und emotionalen Verhalten (mit vier Skalen und 18 Items)
(1) Umgang mit Mitschülern (4 Items)
(2) Selbstbewusstes Verhalten (4 Items)
(3) Umgang mit Gefühlen (6 Items)
(4) Verhalten in Problemsituationen (4 Items).
Teil 2: Kompetenzen im Lern- und Arbeitsverhalten (mit vier Skalen und 19 Items
(5) Regelverhalten (5 Items)
(6) Individuelles Arbeitsverhalten (5 Items)
(7) Zusammenarbeit (4 Items)
(8) Umgang mit Problemen bezogen auf das Arbeitsverhalten (5 Items).

LKS-L mit 21 Subskalen und insgesamt 124 Items.
Teil 1: Kompetenzen im sozialen und emotionalen Verhalten (mit 13 Skalen und 72 Items)
(1) Solidarität (10 Items)
(2) Soziabilität (5 Items)
(3) Kommunikation mit anderen (7 Items)
(4) Umgang mit Fehlern (9 Items)
(5) Umgang mit Konflikten (4 Items)
(6) Offenheit (6 Items)
(7) Selbstbewusstheit (8 Items)
(8) Selbstkontrolle (7 Items)
(9) Frustrationstoleranz (7 Items)
(10) Freunde (3 Items)
(11) Kommunikation Selbstdarstellung (3 Items)
(12) Achtet Sachen (3 Items).
Teil 2: Kompetenzen im Lern- und Arbeitsverhalten (mit 8 Skalen und 52 Items)
(1) Kooperation (5 Items)
(2) Regelverhalten (5 Items)
(3) Mitarbeit (7 Items)
(4) Zuverlässiges Arbeiten (11 Items)
(5) Kreativität (7 Items)
(6) Aufmerksamkeit (7 Items)
(7) Eigene Interessen (7 Items)
(8) Pünktlichkeit (3 Items).
Die Antworten der Schüler - und Lehrerversion werden auf einer vierstufigen Ratingskala beantwortet: "0 = stimmt nie", "1 = stimmt selten", "2 = stimmt häufig", "3 = immer". Die Schüler kreuzen auf ihrem Bogen geometrische Figuren (Ellipsen und Vierecke) statt Zahlen an. Zu jedem Item ist zusätzlich eine Grafik abgebildet. Für den ersten und den zweiten Teil des Tests werden zwei Übungsitems dargeboten. Zwischen beiden Teilen und innerhalb der Teile wird jeweils eine Pause eingelegt. Die Schüler sollen ehrlich antworten. Die Lehrkräfte sollen das Verhalten der Schüler aus den letzten vier Wochen beurteilen (Hartmann & Methner, 2015, S. 36, S. 38, S. 42).
 

Auswertungsmodus

Alle Items einer Subskala müssen von den Testpersonen beantwortet werden (Hartmann & Methner, 2015, S. 37). Die Werte der Items (0-3) werden auf der letzten Seite des Einschätzbogens eingetragen und für jede Subskala aufsummiert. Eine Gesamtsumme muss nicht gebildet werden. Für jede Subskala liegen drei Cut-off-Werte vor. Der Subskalenrohwert kann dann als "unterdurchschnittlich" vs. "durchschnittlich" vs. "überdurchschnittlich" klassifiziert werden.
Bei einer fehlenden Itemantwort innerhalb einer Skala sollte folgendermaßen vorgegangen werden (Hartmann & Methner, 2015, S. 43):
(1) Die Werte einer Skala werden aufsummiert und durch die Anzahl der aufaddierten Items dividiert.
(2) Der berechnete Wert wird für die fehlende Itemantwort herangezogen und anschließend ein Subskalenwert ermittelt.
Sollten mehrere Items einer Subskala nicht beantwortet worden sein, kann diese Subskala nicht ausgewertet werden (Hartmann & Methner, 2015, S. 44).
 

Auswertungshilfen

Als Auswertungshilfen stehen die letzte(n) Seite(n) des Einschätzbogens, ein Auswertungsbeispiel bei Vorliegen einer fehlenden Itemantwort (Hartmann & Methner, 2015, S. 43 ff.), Anwendungshinweise (S. 46-47) und Tabellen für die Zuordnung der Subskalenwerte zu Cut-off-Werten (Anhang, S. 88 ff.) zur Verfügung.
 

Auswertungszeit

Zur Auswertungszeit liegen keine Angaben vor.
 

Itembeispiele

Es werden jeweils ein Item aus dem LKS-S und eins aus dem LKS-L vorgestellt.
LKS-S, Teil 2, Skala "Regelverhalten":
Item a: Ich halte Regeln ein, die ich mit aufgestellt habe.

LKS-L, Teil 1, Skala "Solidarität":
Item 4: S. setzt sich für andere ein.
 

Durchführung

 

Testformen

Das LKS liegt als Lehrer- und Schülerversion (LKS-L und LKS-S) vor. Das LKS-S kann sowohl im Einzel- als auch Gruppensetting eingesetzt werden. Das LKS-L kann für einen einzigen Schüler oder eine Gruppe oder auch für die gesamte Klasse erhoben werden, was entsprechend mit mehr Zeitaufwand verbunden ist (Hartmann & Methner, 2015, S. 36, S. 38).
 

Altersbereiche

Das LKS-S ist für Schüler der Klassenstufen 3 und 4 normiert, kann aber auch in höheren Klassenstufen angewendet werden (Hartmann & Methner, 2015, S. 38). Die LKS-L dient der Einschätzung von Schülern im Alter von sechs bis 18 Jahren (S. 35).
 

Durchführungszeit

Das Ausfüllen der LKS-L pro Schüler dauert 15 bis 20 Minuten. Für die Schülerversion werden 10 bis 20 Minuten benötigt (Hartmann & Methner, 2015, S. 36, S. 39).
 

Material

Zu den Testmaterialien zählen das Manual und die Einschätzbögen jeweils für die Lehrer- und Schülerversion, die separat nachbestellt werden können. Es wird noch ein Schreibgerät benötigt.

Materialliste (Stand: 29.03.2016):
- Manual (Artikel-Nr. 09 022 01)
- 25 Lehrer-Einschätzbögen (Artikel-Nr. 09 022 02)
- 25 Schüler-Einschätzbögen 3./4. Klasse (Artikel-Nr. 09 022 03).
 

Instruktion

Die Instruktionen sind auf dem Einschätzbogen abgedruckt. Die Lehrkräfte sollen vor der Testung den Schülern bei Unklarheiten Hilfestellung geben (Hartmann & Methner, 2015, S. 38).
 

Durchführungsvoraussetzungen

Die Lehrerversion sollte von einer Lehrkraft ausgefüllt werden, die regelmäßig den Schüler unterrichtet (Hartmann & Methner, 2015, S. 37). Das LKS-S sollte erhoben werden, nachdem der Lehrer die Schüler über die Notwendigkeit der Bearbeitung informiert hat (S. 47). Schnelle Schüler dürfen nach Abschluss der Testung die Bilder im Einschätzbogen ausmalen, damit die Mitschüler nicht gestört werden (S. 39).
 

Testkonstruktion

Die Grundlage für die Testkonstruktion der LKS-Versionen (LKS-L und LKS-S) bildeten neben der Klassischen Testtheorie die wissenschaftlichen Standards für die Entwicklung von normierten Screeningverfahren (Hartmann, 2004). Die Items wurden auf der Basis der theoriegeleiteten Begriffe soziale und emotionale Kompetenz sowie durch Heranziehung von Expertenurteilen (Lehrkräfte) hinsichtlich Beobachtbarkeit im Schulalltag, Praxistauglichkeit, der ökonomischen Anwendbarkeit und der Verständlichkeit entwickelt. In einem Vortest an einer kleinen, nicht weiter erläuterten Stichprobe wurde die Skalenstruktur mittels Faktorenanalyse überprüft und wohl bestätigt. Dann wurde eine Reliabilitätsanalyse durchgeführt. Es werden keine Werte genannt. In einer Pilotstudie mit einer größeren, nicht weiter definierten Stichprobe wurde die Skalenstruktur erneut überprüft. Laut den Autoren wurden einzelne Items eliminiert und erneut faktorenanalytisch überprüft. Dem Wortlaut von Hartmann und Methner (2015, S. 30) gemäß wurden konsistente Skalen herauskristallisiert, die dann überprüft wurden. Die Endversion wurde an einer großen Stichprobe ("ca. 1450 für die Lehrerversion", "ca. 980 für die Schülerversion", Hartmann & Methner, 2015, S. 30) evaluiert.
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Die Durchführungsobjektivität kann durch die standardisierten Instruktionen nur eingeschränkt als gegeben gelten, da die Autoren vorschlagen, den Kindern individuelle Hilfestellungen zu geben. Die Auswertungs- und Interpretationsobjektivität werden durch die Summenbildung für die einzelnen Skalen sowie durch das Vorhandensein von Cut-off-Werten angestrebt, Selbst- und Fremdeinschätzungen sind aber oft fehlerbehaftet.
 

Reliabilität

Im Manual werden Reliabilitätswerte für die Lehrer- und Schülerversion angegeben. Diese variieren zwischen rtt = .77 - .93 für die Lehrerversion. Für die Schülerversion sollen sie mit einer Ausnahme zwischen rtt = .50 - .78 liegen (Hartmann & Methner, S. 30). Weitere Angaben werden nicht gemacht.
 

Validität

Es werden keine Angaben zur Validität gemacht.
 

Normierung

Im Manual wird auf eine Normierung hingewiesen, es werden aber keine näheren Informationen dazu genannt. Es liegen lediglich für alle Skalen der Lehrerversion Cut-off-Werte getrennt nach Alter (LKS-S: 6-11 Jahre, 12-18 Jahre) und Geschlecht vor (Hartmann & Methner, 2015, S. 35). Cut-off-Werte für die Schülerversion stehen für Dritt- und Viertklässler zur Verfügung (S. 38).
 

Anwendungsmöglichkeiten

Grundsätzlich dient das Verfahren zur Förderdiagnostik und Förderplanung. Es kann auch zum Abgleich der Ergebnisse aus Selbst- und Fremdsicht dienen. Daraus können Unterschiede in der Wahrnehmung der Kompetenzen aufgedeckt, im Unterricht besprochen und reflektiert werden. So kann der Unterricht an das Kompetenzniveau der Schüler angepasst werden. Der Einsatz für einen einzigen Schüler dagegen kann gewählt werden, wenn von Seiten des Lehrers ein "Verdachtsfall" bzw. ein individueller Förderbedarf besteht. Liegen konkrete Fragestellungen vor, können auch einzelne relevante Skalen ausgewählt werden. Außerdem können Einschätzungen von Klassenlehrern und sonderpädagogischen Lehrkräften miteinander verglichen werden - vorausgesetzt wird der regelmäßige Kontakt zum Schüler. Weiterhin wird das LKS in der Forschung eingesetzt (Hartmann & Methner, 2015, S. 37, S. 42, S. 45-46).
 

Bewertung

Das LKS von Hartmann und Methner (2015) erfasst die Schulkompetenzen aus Selbst- und Fremdsicht. Es ist theoretisch fundiert. Die Theorien werden ausführlich beschrieben. Die Testkonstruktion und die statistischen Analysen sind jedoch sehr lückenhaft dargestellt. Es werden keine Tabellen oder Werte angegeben (mit Ausnahme von Reliabilitätskoeffizienten). Die Angaben zur Reliabilität sind wenig informativ. Es ist nicht klar, mit welchen Methoden die Berechnungen gemacht wurden und auch die Angaben selbst sind lückenhaft. Die Validität wurde gar nicht untersucht. Es werden im Manual mehrere Tipps für die Anwendung genannt, die jedoch möglichst vermieden werden sollen, da sie u. a. zur Verschlechterung der Objektivität des Verfahrens beitragen können. Weiterhin ist Vorsicht bei der Bezeichnung "Normen" geboten. Der Nachweis, dass eine Normierung durchgeführt wurde, fehlt gänzlich. Es liegen weder Informationen über die Eichstichprobe vor, noch gibt es Referenzwerte. Im Anhang befinden sich lediglich Cut-off-Werte, die die Autoren fälschlicherweise als Normen bezeichnen. Eine Normierung mit Referenzwerten ermöglichte den Vergleich von individuellen Ergebnissen, aber auch auf Klassen- und Schulebene.
Das LKS trägt dazu bei, dass die Unterrichtsplanung und individuelle Förderpläne auf die vorhandenen Schulkompetenzen angepasst werden können und erscheint in diesem Sinne als ein potenziell nützliches und zumutbares Verfahren, welches auf Akzeptanz sowohl auf Lehrer- als auch auf Schülerseite stoßen könnte. Ob das Verfahren für Lehrkräfte auch zumutbar ist, wenn größere Gruppen bewertet werden sollen, ist eine offene Frage.
 

Literatur

  • Hartmann, B. (2004). Entwicklung von Screeningverfahren zur Erfassung sozialer Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern. In W. Mutzcek & P. Jogschies (Hrsg.), Neue Entwicklungen in der Förderdiagnostik: Grundlagen und praktische Umsetzungen (S. 186-193). Weinheim: Beltz.
  • Hartmann, B. & Methner, A. (2015). Leipziger Kompetenz-Screening für die Schule (LKS). Diagnostik und Förderplanung: soziale und emotionale Fähigkeiten, Lern- und Arbeitsverhalten. München: Reinhardt.
  • Huber, C. & Grosche, M. (2012). Das response-to-intervention-Modell als Grundlage für einen inklusiven Paradigmenwechsel in der Sonderpädagogik. Zeitschrift für Heilpädagogik, 63, 312-322.
 

Rezensionen

  • Seebach, B. (2016). Hartmann, Blanka & Methner, Andreas (2015). Kompetenz-Screening (LKS). Diagnostik und Förderplanung: soziale und emotionale Fähigkeiten, Lern- und Arbeitsverhalten (Buchbesprechung). Zeitschrift für Heilpädagogik, 67 (6), S. 293.
 
 Gülay Karadere (16.12.2016)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Questionnaires; Rating Scales; Screening Tests; Educational Diagnosis; Primary School Students; High School Students; Competence; School Learning; Social Skills; Emotional Maturity; Study Habits

Klassische Testtheorie; Fragebögen; Rating-Skalen; Screening Tests; Pädagogische Diagnose; Primarstufenschüler; Schüler der Sekundarstufe; Kompetenz; Schulisches Lernen; Soziale Fertigkeiten; Emotionale Reife; Lerngewohnheiten (Schüler und Studierenden)

 weitere Schlagworte:

2015; Teil 1: Emotional-soziales Verhalten; Teil 2: Lern- und Arbeitsverhalten; Lehrerversion LKS-L mit 124 Items; ab 6 Jahre; bis 18 Jahre; Schülerversion LKS-S mit 37 Items; ab 3. Schuljahr; bis 4. Schuljahr; Subskalen Lehrerversion: 1 Solidarität, 2 Soziabilität, 3 Kommunikation mit anderen, 4 Umgang mit Fehlern, 5 Umgang mit Konflikten, 6 Offenheit, 7 Selbstbewusstsein, 8 Selbstkontrolle, 9 Frustrationstoleranz, 10 Freunde, 11 Kommunikation Selbstdarstellung, 12 Achtet Sachen, 13 Kooperation, 14 Regelverhalten, 15 Mitarbeit, 16 Zuverlässiges Arbeiten, 17 Kreativität, 18 Aufmerksamkeit, 19 Eigene Interessen, 20 Pünktlichkeit; Subskalen Schülerversion: 1 Umgang mit Mitschülern, 2 Selbstbewusstes Verhalten, 3 Umgang mit Gefühlen, 4 Verhalten in Problemsituationen, 5 Regelverhalten, 6 Individuelles Arbeitsverhalten, 7 Zusammenarbeit, 8 Umgang mit Problemen bezogen auf das Arbeitsverhalten; Normierungsjahr: keine Angaben; Normstichprobe: 1450+980
 Klassifikation:

Pädagogische Messung und Beurteilung; Interaktion, Anpassung und Einstellungen
Schülerverhaltensbeschreibungen
7.5.3
 Anwendungstyp: Educational Diagnosis
 Art der Publikation: Test; Test in Print (90; 911)
 Sprache: German
 Land: Germany
 Publikationsjahr: 2015
 Änderungsdatum: 201705
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