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Zahlen-Verbindungs-Test (2016)

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9007082
 

ZVT (2016) - Zahlen-Verbindungs-Test (2016) (PSYNDEX Tests Review)

 

Number Combination Test (2016)/zpid

 Oswald, W. D.
 (2016). ZVT. Zahlen-Verbindungs-Test (3., überarbeitete und neu normierte Auflage) [Testbox mit Manual, 10 Testbögen A, 10 Testbögen B, 10 Testbögen C, 10 Testbögen D und 10 Auswertungs-/Übungsbögen]. Göttingen: Hogrefe.

Preis: 128,00 Euro (Test komplett; Stand: 20.04.2017)

 Bezugsquelle: Testzentrale Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Herbert-Quandt-Straße 4, D-37081 Göttingen ; E-Mail: testzentrale@hogrefe.de ; URL: http://www.testzentrale.de/ ; Stand: 1.5.2016.
 Adresse(n): o Prof. Dr. Wolf D. Oswald, Forschungsgruppe Prävention und Demenz am Institut für Psychogerontologie der Universität Erlangen-Nürnberg, Wallensteinstraße 61-63, D-90431 Nürnberg ; E-Mail: forschung@wdoswald.de ; URL: http://www.wdoswald.de/ ; Stand: 7.12.2007
 WWW-Informationen:
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Der Zahlen-Verbindungs-Test erfasst die Leistungs- und Verarbeitungsgeschwindigkeit und dient als Schätzer für die allgemeine Intelligenz. Das Verfahren kann aufgrund seiner Kürze im klinischen und schulischen Bereich sowie im Forschungskontext Anwendung finden.


Aufbau:
Der Test besteht aus vier parallelisierten Matrizen. Eine Matrize beinhaltet die Zahlen von 1 bis 90, welche so schnell wie möglich in aufsteigender Reihenfolge verbunden werden sollen.


Grundlagen und Konstruktion:
Der Konstruktion des ZVT liegen informationstheoretische Überlegungen zur Intelligenzmessung zugrunde. Es erfolgte eine systematische Anordnung der Zahlen von 1 bis 90 auf einem Blatt, sodass die Berechnung des Informationsbetrages (bit) der einzelnen Wahlhandlungen möglich ist. Die Wahlalternativen bei einer Ziffernwahl variieren von 1 bis 7, welche einem Informationsbetrag von 0 bis 2.81 bit entsprechen.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Die Paralleltestreliabilität liegt zwischen rtt = .94 bis rtt = .97 im Einzelversuch. Es wurde eine interne Konsistenz von Alpha = .95 ermittelt. Die Retestreliabilität nach einem Zeitintervall von sechs Monaten liegt zwischen rtt = .84 bis rtt = .97. Für den Gruppentest fallen die Reliabilitätskoeffizienten etwas geringer aus. Es konnten keine alters- oder schulartspezifischen Einflüsse auf die Zuverlässigkeit des ZVT gefunden werden.
Validität: Es liegen Zusammenhänge zwischen dem ZVT und anderen Intelligenztests wie dem PSB, I-S-T, HAWIE, SPM und CFT 3 von r = -.40 bis r = -.82 vor, welche die Konstruktvalidität des Verfahrens stützen. Faktorenanalytische Untersuchungen bestätigen, dass ein großer Varianzanteil der Leistung im ZVT durch andere Intelligenzvariablen aufgeklärt werden kann. Darüber hinaus liefern zahlreiche Befunde aus klinischen Untersuchungen Hinweise auf die Kriteriumsvalidität.
Normen: Die Normierungsstichprobe des ZVT setzt sich aus insgesamt N = 2 707 Personen (7 bis 80 Jahre) für den Einzeltest und N = 2 690 Personen (8 bis 70 Jahre) für den Gruppentest zusammen. Die klinische Stichprobe umfasst N = 2 308 Patienten für den Einzeltest und N = 10 005 Patienten für den Gruppentest. Die Daten setzen sich aus unterschiedlichen Studien aus den Jahren 2013 und 2014 in Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland zusammen. Es liegen alters- und schulartspezifische Normen für den Einzel- und Gruppenversuch in Form von Prozenträngen, Z- und IQ-Werten vor. Darüber hinaus existieren Normwerte für ICD-Diagnosen in Form von Prozenträngen, Z- und T-Werten.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Der Zahlen-Verbindungs-Test (ZVT; Oswald, 2016; Oswald & Roth, 1978, 1987) ist ein spezifischer Intelligenztest. Er misst die kognitive Leistungsgeschwindigkeit, d.h. im Wesentlichen die Speed-Komponente gängiger Intelligenztests bzw. die "Perceptual speed" nach Thurstone und Thurstone (1941). Die Messung der Leistungsgeschwindigkeit erfolgt anhand von Wahlreaktionszeiten. Die Aufgaben sind prinzipiell so gestaltet, dass sie keinerlei intelligente Strategien erfordern. Es kann somit allein die Geschwindigkeit erfasst werden, mit der die einzelnen Stimuli verarbeitet werden. Die Hypothese, dass die kognitive Leistungs- bzw. Verarbeitungsgeschwindigkeit eine grundlegende Intelligenzfunktion darstellt, wurde bereits von Galton (1883) und Cattell (1890) geäußert. Zusammenhänge zur allgemeinen Intelligenz konnten vielfach gezeigt werden (Gaußmann, Hochhausen & Schmidt-Rogge, 1978; Kallenbach & Oswald, 1979; Rupprecht, 2000).
Der ZVT wurde ursprünglich 1978 von Oswald und Roth als Alternative zu den traditionellen Intelligenztests entwickelt, welche überwiegend sprach-, motivations- und milieuabhängig sind. Er liegt nun in einer überarbeiteten und neu normierten dritten Auflage vor.
 

Testaufbau

Der ZVT besteht aus vier parallelisierten Matrizen. In jeder Matrize sind die Zahlen von 1 bis 90 abgebildet, welche in aufsteigender Reihenfolge so schnell wie möglich verbunden werden sollen.
Wird der ZVT als Einzeltest durchgeführt, bearbeitet die Testperson die Matrizen bis zum Schluss und die benötigte Zeit wird vom Testanwender notiert. In Ausnahmefällen sollte der Test nach 5 bis 10 Minuten abgebrochen werden, um die Testperson nicht zu überfordern. Im Gruppentest wird pro Matrize nach 30 Sekunden Bearbeitungszeit (bzw. 1 Minute bei Testpersonen unter 10 Jahren) gestoppt.
Zu Beginn stehen der Testperson zwei Übungsaufgaben im Umfang der Zahlen von 1 bis 20 zur Verfügung. Zudem gibt die Testperson auf dem Auswertungs-/Übungsbogen Namen, Alter/Geburtsdatum, Schule/Klasse und Beruf an.
 

Auswertungsmodus

Die Auswertung erfolgt auf dem Auswertungs-/Übungsbogen. Für die Auswertung des Einzeltests werden zur Ermittlung des Gesamtrohwertes zunächst die notierten Bearbeitungszeiten der vier Testmatrizen addiert und durch vier dividiert. Der Gesamtrohwert wird in das dafür vorgesehene Feld (RW) eingetragen. Unter Zuhilfenahme der Normtabellen im Anhang kann der Gesamtrohwert in einen IQ-Wert, Prozentrang, Z-Wert oder T-Wert umgewandelt werden. Darüber hinaus enthält der Anhang des Manuals eine Umrechnungstabelle für Normwerte (Z-/T-/C-/IQ-/Standardwert, Prozentrang). Wurden in einer Matrize mehr als drei Fehler gemacht, geht diese nicht mit in die Auswertung ein. Der Test kann nicht ausgewertet werden, wenn in zwei Matrizen mindestens drei Fehler gemacht wurden. Fehler, die von der Testperson selbst korrigiert wurden, werden dabei nicht als Fehler gewertet.
Die Auswertung des Gruppentests erfolgt analog zur Auswertung des Einzeltests, wobei als Rohwert die erreichte Zahl der jeweiligen Matrize auf dem Auswertungs-/Übungsbogen eingetragen wird.
 

Auswertungshilfen

Zur Unterstützung bei der manuellen Auswertung stehen dem Anwender Hinweise zur Auswertung und Interpretation der Ergebnisse im Manual zur Verfügung.
 

Auswertungszeit

Die Auswertungszeit beträgt ca. zwei Minuten.
 

Itembeispiele

Die Items sind unter "Testaufbau" beschrieben. Die Matrizen können nicht wiedergegeben werden.
 

Durchführung

 

Testformen

Der Test liegt als Paper-Pencil-Version vor und kann je nach Zielsetzung als Einzel- oder Gruppentest durchgeführt werden. Es existiert eine spezielle Version für Personen im höheren Alter, welche Teil des Nürnberger-Alters-Inventar (NAI; Oswald & Fleischmann, 1997) ist.
 

Altersbereiche

Der Test kann bei Personen im Alter von 7 bis 80 Jahre eingesetzt werden.
 

Durchführungszeit

Für die Durchführung werden je nach Testform (Gruppentest oder Einzeltest) 5 bis 10 Minuten benötigt.
 

Material

Die Testbox enthält ein Manual, jeweils 10 Testbögen A bis D, sowie 10 Auswertungs-/Übungsbögen. Die Testmaterialien sind alle separat erhältlich. Für die Durchführung werden eine Stoppuhr und ein Kugelschreiber benötigt.

Materialliste Testbox ZVT (2016) (Stand: 20.04.2016):
- Manual (Artikelnr. 0106602)
- 10 Testbögen A
- 10 Testbögen B
- 10 Testbögen C
- 10 Testbögen D
- 10 Auswertungs-/Übungsbögen.
 

Instruktion

Die Instruktionen für die Durchführung im Einzel- und Gruppentest sind separat im Manual abgedruckt und werden vom Anwender mündlich vorgetragen.
 

Durchführungsvoraussetzungen

Ein sicheres Zählen der Testperson im Zahlenraum bis 90 muss gegeben sein.
 

Testkonstruktion

Grundlage der Testkonstruktion war die Klassische Testtheorie. Der Zahlen-Verbindungs-Test (ZVT) erschien erstmals 1978 (Oswald & Roth, 1978; PSYNDEX Tests-Nr. 9000593), 1987 folgte dann eine 2., überarbeitete und erweiterte Auflage (Oswald & Roth, 1987) und von Rost und Hanses (1993) wurde eine Neustandardisierung für Kinder der 3. Jahrgangsstufe durchgeführt. Der Entwicklung des ZVT liegen informationstheoretische Überlegungen zur Intelligenzmessung zugrunde. Zusammenhänge zwischen binär kodierten Wahlreaktionszeiten und unterschiedlichen Intelligenztests legten nahe, dass basale Prozesse der Informationsverarbeitung als Maß der allgemeinen Intelligenz dienen können (Grice, 1955; Leonard & Carpenter, 1964; Oswald, 1971; Roth, 1964; Stabler & Dyal, 1963). Orientiert an dem Trail Making Test (TMT; Reitan, 1955), bei dem zufällig auf einem Blatt verteilte Zahlen miteinander verbunden werden müssen, wurde der ZVT konstruiert. Hierbei erfolgte die Anordnung der Zahlen systematisch, sodass die jeweils nachfolgende Zahl in unmittelbarer Nachbarschaft zu der vorherigen Zahl liegt und mit einer geraden Linie verbunden werden kann. Es liegen demnach stets mehrere Optionen vor, die Zahlenreihe fortzusetzen. Dies ermöglicht die Berechnung des Informationsbetrages (bit) der einzelnen Wahlhandlungen binär über das Shannon'sche Informationsmaß H = ld n (H = Informationsbetrag in bit; n = Anzahl der Reizalternativen; ld = Logarithmus dualis). Mit steigender Anzahl bereits verbundener Zahlen nimmt der Informationsbetrag für die einzelnen Entscheidungen ab. Der Informationsbetrag der Matrizen des ZVT beträgt circa 136 bit, wobei in den Matrizen A und C 305 Wahlalternativen und in den Matrizen B und D 303 Wahlalternativen bearbeitet werden. Die Wahlalternativen bei einer Ziffernwahl variieren von 1 bis 7, was einem Informationsbetrag von 0 bis 2.81 bit entspricht. Darüber hinaus wurde bei der Testkonstruktion darauf geachtet, dass die mit dem Stift zurückgelegte Wegstrecke bei allen Matrizen annähernd die gleiche ist (ca. 2 400 mm).
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Die Durchführungsobjektivität wird durch standardisierte Instruktionen gesichert. In einer Untersuchung an insgesamt N = 452 Probanden konnten zwischen zwei Teilstichproben (hinsichtlich Vorbildung und Alter vergleichbar) keine signifikanten Unterschiede der Mittelwerte und Streuungen gefunden werden. Dies spricht für die Unabhängigkeit der Ergebnisse von den jeweiligen Untersuchungsleitern. Durch eindeutige Regeln und Hinweise zur Auswertung wird eine hohe Objektivität in Hinblick auf die Auswertung gewährleistet. Die Objektivität der Interpretation der Ergebnisse ist durch Normwerte und Interpretationshinweise als hoch einzuschätzen.
 

Reliabilität

Die Überprüfung der Zuverlässigkeit des ZVT erfolgte anhand von fünf Stichproben: Zwei Stichproben mit jeweils n = 96 Schülern unterschiedlicher Schularten im Alter von 14-15 Jahren (Schüler I und II), einer Stichprobe mit n = 164 Studierenden im Alter von 23 Jahren (Studierende I), einer weiteren Stichprobe von Studierenden (n = 48) im Alter von 20-30 Jahren (Studierende II) sowie einer Stichprobe von n = 48 Erwachsenen im Alter von 30 bis 72 Jahren. Es wurden die Paralleltest- und Retestreliabilität (nach 6 Wochen und 6 Monaten) sowie die interne Konsistenz ermittelt. Im Einzelversuch ergaben sich Paralleltestreliabilitäten von rtt = .94 bis rtt = .97 sowie eine interne Konsistenz von Alpha = .95 (n = 96 Schüler). Ähnliche Ergebnisse wurden für die anderen Stichproben ermittelt. Die Retestreliabilität liegt nach einem Zeitintervall von sechs Wochen in der Schülerstichprobe bei rtt = .95. Nach sechs Monaten konnte eine Retestreliabilität von rtt = .84 (Studierende II) bis rtt = .97 (Schüler I) ermittelt werden.
Die Reliabilität des ZVT im Gruppentest wurde an der Stichprobe Studierende I überprüft. Die Retestreliabilität nach einem Intervall von sechs Wochen liegt bei rtt = .81. Für die Paralleltestreliabilität wurden Werte von rtt = .77 bis rtt = .87 ermittelt. Die interne Konsistenz liegt bei Alpha = .83.
Es konnten keine alters- oder schulartspezifischen Einflüsse auf die Zuverlässigkeit des ZVT gefunden werden.
 

Validität

Zur Überprüfung der Konstruktvalidität wurden Zusammenhänge zu anderen konstruktnahen und konstruktfernen Verfahren berechnet. In einer repräsentativ geschichteten Zufallsstichprobe mit n = 40 bis n = 126 Probanden (Schüler und Studenten) wurden Zusammenhänge zwischen den Bearbeitungszeiten im ZVT und dem Prüfsystem für Schul- und Bildungsberatung (PSB; Horn, 1969) sowie zwischen ZVT und dem Intelligenz-Struktur-Test (I-S-T; Amthauer, 1970) von r = -.69 bis r = -.82 ermittelt. Darüber hinaus liegen Zusammenhänge von r = -.40 bis r = -.53 zwischen dem ZVT und dem Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Erwachsene (HAWIE; Wechsler, 1964), den Standard Progressive Matrices (SPM; Raven, 1938) sowie dem Grundintelligenztest (CFT 3; Weiß, 1971) in homogenen ad hoc Stichproben von n = 24 bis n = 100 Probanden vor. Dagegen wurden nicht bedeutsame Korrelationen zwischen den Bearbeitungszeiten im ZVT und dem Freiburger Persönlichkeitsinventar (FPI; Fahrenberg & Selg, 1970), dem Entscheidungsverhalten im ILICA (Möseneder & Ebenhöh, 1996) sowie den Skalen des Landauer Fragebogens zum Arbeitsstil (LFA; Braun, 2000) gefunden. Darüber hinaus konnte die Leistung im ZVT von einfachen motorischen Leistungen (Bearbeitungszeit beim Stricheziehen) abgegrenzt werden. Im Manual werden eine Reihe weiterer Korrelationen zwischen dem ZVT und anderen konstruktnahen und -fernen Maßen berichtet.
Zum Nachweis der faktoriellen Validität wurden mehrere faktorenanalytische Untersuchungen des ZVT zusammen mit dem PSB (n = 96), dem I-S-T (n = 85) und dem HAWIE (n = 100) durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass ein großer Varianzanteil der ZVT-Leistung durch andere Intelligenzvariablen aufgeklärt werden kann. Dabei ist zu erkennen, "dass der Messbereich des ZVT überwiegend durch einen Faktor 'kognitive Leistungsgeschwindigkeit' beschrieben werden kann, der deutliche Beziehungen zu Reasoning-Leistungen und damit zu komplexeren Intelligenzleistungen aufweist" (Oswald, 2016, S. 43).
Die Kriteriumsvalidität wird durch zahlreiche Befunde aus klinischen Untersuchungen mit unterschiedlichen Patientengruppen (u.a. Demenz, Alkoholismus, Depression, Schizophrenie, Schlaganfall, Schädelhirntraumata) gestützt. So schneiden beispielsweise Patienten mit einer demenziellen Erkrankung signifikant schlechter im ZVT ab als gesunde Kontrollpersonen (Haldenwanger, Eling, Kastrup & Hildebrandt, 2010; Pantel, Schönknecht, Essig & Schröder, 2004). Der ZVT zeigte sich darüber hinaus als sensitiv hinsichtlich Behandlungseffekten bei Patienten mit den Diagnosen Mild Cognitive Impairment, senile Demenz vom Alzheimertyp und Mischformen mit einer vaskulären Demenz (Herzfeld, Christian, Oswald, Ronge & Wittgen, 1972; Kugler et al., 1978; Oswald, 1982; Reisberg, 1981).
 

Normierung

Die Normierungsstichprobe des ZVT setzt sich aus unterschiedlichen Stichproben zusammen, welche überwiegend in den Jahren 2013 und 2014 erhoben wurden. Für die Einzelversuche liegen Daten von insgesamt N = 2 707 Personen im Alter von 7 bis 80 Jahren vor. Die Schülerstichprobe wurde überwiegend an Schulen in Bayern erhoben. Alle anderen Daten stammen aus Untersuchungen aus anderen Bundesländern Deutschlands und Österreichs. Für die Gruppenversuche wurde aus einer Gesamtstichprobe von N = 9 942 Probanden die Normierungsstichprobe zufällig gezogen. Sie besteht aus N = 2 690 Personen im Alter von 8 bis 70 Jahren. Die Daten stammen aus einem umfangreichen Pool von Untersuchungen des Autors in Bayern sowie aus anderen Studien in Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland. Für die klinische Stichprobe wurden Daten aus verschiedenen Kliniken und Praxen in Deutschland und Österreich herangezogen. Die klinische Stichprobe besteht aus N = 2 308 Patienten für den Einzeltest und N = 10 005 Patienten für den Gruppentest.
Es liegen alters- und schulartspezifische Normen für den Einzel- und Gruppenversuch in Form von Prozenträngen, Z- und IQ-Werten vor. Darüber hinaus existieren Normwerte für ICD-Diagnosen in Form von Prozenträngen, Z- und T-Werten. Es wurde keine geschlechtsspezifische Normierung vorgenommen, da lediglich geringe bzw. keine Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Probanden vorliegen. Zwischen dem Einzel- und Gruppenversuch bestehen jedoch systematische Unterschiede, sodass eine Umrechnung der Gruppenergebnisse in Einzelergebnisse und umgekehrt nicht zulässig ist.
 

Anwendungsmöglichkeiten

Der ZVT erfasst die Leistungs- und Verarbeitungsgeschwindigkeit und dient als Schätzer für die allgemeine Intelligenz. Er eignet sich für den Einsatz in der Klinischen Neuropsychologie zur Erfassung von Leistungseinschränkungen durch hirnorganische Erkrankungen, im Bereich der schulischen Differentialdiagnostik sowie in der Forschung.
 

Bewertung

Der ZVT ist ein sprachfreier und ökonomischer Intelligenztest. Er zeichnet sich durch eine sehr einfache Handhabung und Auswertung aus und ist damit wesentlich weniger zeitaufwändig als andere IQ-Tests.
Das Testmanual gibt über alle wesentlichen Aspekte zufriedenstellende Auskunft. Das Verfahren ist als uneingeschränkt objektiv zu bewerten. Es liegen insgesamt hohe Reliabilitätswerte für die Einzelversuche vor. Für die Gruppenversuche fallen die Werte insgesamt etwas geringer aus, was sich durch die geringere Bedingungskonstanz und den durch das Zeitlimit reduzierten Testumfangs erklären lässt. Die Konstruktvalidität ist als hoch einzustufen. Daneben liegen stützende Befunde für die faktorielle und Kriteriumsvalidität vor. Besonders hervorzuheben ist die Sensibilität des Verfahrens gegenüber der Erfassung von Behandlungseffekten verschiedener Patientengruppen. Dem ZVT liegen aktuelle und breit aufgestellte Normen für die Durchführung im Einzel- oder Gruppentest vor.
Aufgrund des geringen Zeitaufwandes, der Möglichkeit, den ZVT als Einzel- oder Gruppentest durchzuführen, sowie der breiten Normierung empfiehlt sich der Einsatz des Verfahrens in vielen Bereichen zur schnellen Einschätzung der kognitiven Fähigkeiten.
 

Literatur

  • Amthauer, R. (1970). Intelligenz-Struktur-Test 70 (I-S-T 70). Göttingen: Hogrefe.
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  • Kugler, J., Oswald, W. D., Herzfeld, U., Seus, R., Pingel, J. & Welzel, D. (1978). Langzeittherapie altersbedingter Insuffizienzerscheinungen des Gehirns. Deutsche Medizinische Wochenschrift, 103, 456-462.
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  • Weiß, R. H. (1971). Grundintelligenztest CFT 3. Braunschweig: Westermann.
 
 Lena Antony (30.09.2016)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Performance Tests; Pictorial Stimuli; Test Norms; Numbers (Numerals); Intelligence Measures; Cognitive Ability; Cognitive Processes

Klassische Testtheorie; Leistungstests; Bild-Stimuli; Testnormen; Zahlen; Intelligenztests; Kognitive Fähigkeiten; Kognitive Prozesse

 weitere Schlagworte:

1978 (1. Auflage); 1987 (2., überarbeitete und erweiterte Auflage); 2016 (3., überarbeitete und neu normierte Auflage); Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit; Kognitive Leistungsgeschwindigkeit; ab 7 Jahre; bis 96 Jahre; Normierungsjahr: 2014; Normstichprobe: 2707+2690+2308+10005
 Klassifikation:

Persönlichkeitstests; Klinische Psychodiagnostik; Kognitive Prozesse; Gerontologie
Eindimensionale Intelligenztests
2.1
 Anwendungstyp: Clinical Diagnosis
 Art der Publikation: Test; Test in Print (90; 911)
 Sprache: German
 Land: Germany
 Publikationsjahr: 2016
 Änderungsdatum: 201704
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