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Revised Adult Attachment Scale - deutsche Fassung

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9007119
 

AAS-R - Revised Adult Attachment Scale - deutsche Fassung (PSYNDEX Tests Review)

 

Revised Adult Attachment Scale (RAAS; Collins, N. L., 1996) - German version/author

 Schmidt, S., Mühlan, H. & Brähler, E.
 (2016). AAS-R. Revised Adult Attachment Scale. Deutsche Version [Testbox komplett mit Manual, 5 Fragebögen Version P, 5 Fragebögen Version CR, 5 Auswertungsbögen Versionen P und CR sowie Schablone (Versionen P und CR)]. Göttingen: Hogrefe.

Preis: 98,00 Euro (Test komplett; Stand: 18.4.2017)

 Bezugsquelle: Testzentrale Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Herbert-Quandt-Straße 4, D-37081 Göttingen ; E-Mail: testzentrale@hogrefe.de ; URL: http://www.testzentrale.de/ ; Stand: 1.5.2016.
 Adresse(n): o Prof. Dr. Silke Schmidt, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Lehrstuhl Gesundheit und Prävention, Robert-Blum-Straße 13, D-17487 Greifswald ; E-Mail: silke.schmidt@uni-greifswald.de ; URL: https://psychologie.uni-greifswald.de/43051/lehrstuehle-ii/lehrstuhl-gesundheit-und-praevention/personal/prof-silke-schmidt/ ; Stand: 19.4.2017
o Prof. Dr. Elmar Brähler bei PsychAuthors: https://www.zpid.de/psychauthors/index.php?wahl=forschung&uwahl=psychauthors&uuwahl=p06961EB
o Dr. phil. Holger Mühlan, Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald, Institut für Psychologie, Lehrstuhl Gesundheit und Prävention, Robert-Blum-Straße 13, D-17487 Greifswald ; E-Mail: holger.muehlan@uni-greifswald.de ; URL: https://psychologie.uni-greifswald.de/43051/lehrstuehle-ii/lehrstuhl-gesundheit-und-praevention/personal/holger-muehlan/ ; Stand: 19.4.2017
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Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Die deutsche Version der Revised Adult Attachment Scale (AAS-R; Schmidt, Muehlan & Brähler, 2016) ist ein Fragebogen zur Erfassung grundlegender bindungsrelevanter Einstellungen. Das Verfahren eignet sich für den Einsatz in der klinischen und psychotherapeutischen Praxis sowie in der Forschung.


Aufbau:
Der Fragebogen besteht aus insgesamt 18 Items, welche sich nach dem Drei-Skalen-Modell gleichmäßig auf die Dimensionen Nähe, Vertrauen und Angst verteilen. Alternativ besteht ein Zweifaktorenmodell, welches eine gemeinsame Dimension Nähe/Vertrauen vorsieht. Es existiert eine Version für romantische Partnerschaften und eine Version für enge Beziehungen außerhalb einer Partnerschaft.


Grundlagen und Konstruktion:
Das Verfahren beruht auf den Prinzipien der Klassischen Testtheorie und folgt grundlegenden Theorien der Bindungsforschung. Die Konstruktion der Items in der englischsprachigen Originalversion erfolgte anhand der kategorialen Beschreibung der Bindungsstile nach Hazan und Shaver (1987). Die erste Testversion wurde an n = 483 Studierenden hinsichtlich der Faktorenstruktur überprüft. Die AAS wurde für den deutschsprachigen Raum mehrfach übersetzt und Überarbeitungen unterzogen. Das dreidimensionale Modell der Originalversion konnte nicht exakt repliziert werden. Ein zweidimensionales Modell mit den Skalen "Angst" und "Nähe/Vertrauen" wird daher favorisiert.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Die interne Konsistenz der Skalen liegt mit Ausnahme der Skala Nähe (Alpha = .67) bei über .80.
Validität: Erwartungskonforme Korrelationen zu unterschiedlichen Indikatoren somatischer Belastungen und psychischer Beschwerden geben Hinweise auf die Validität des Verfahrens.
Normen: Die Normstichprobe besteht aus N = 2 510 Personen (ab 14 Jahren) aus einer repräsentativen Erhebung in der gesamtdeutschen Bevölkerung. Es liegen alters- und geschlechtsspezifische Normen in Form von Prozenträngen und Staninewerten vor.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Die deutsche Version der Revised Adult Attachement Scale (AAS-R; Schmidt, Muehlan & Brähler, 2016) ist ein Selbstbeurteilungsverfahren zur multidimensionalen Erfassung grundlegender bindungsrelevanter Einstellungen. Die deutschsprachige Version der AAS-R basiert auf der englischsprachigen Ausgabe (Collins, 1996). Aufgrund mangelnder psychometrischer Kennwerte erfolgte eine grundlegende Überarbeitung der ersten Version der AAS (Collins & Read, 1990), welche bislang in Deutschland Anwendung fand.
Theoretische Grundlage des Verfahrens bildet die Bindungstheorie von Bowlby (1973a). Diese sieht die Interaktion zwischen Eltern und Kind, die Reaktion auf die Äußerung kindlicher Bedürfnisse sowie die elterliche Feinfühligkeit als maßgeblich für die Bindungsentwicklung eines Kindes. Bowlby (1988) postuliert ein inneres Arbeitsmodell der Bindung, welches frühe Bindungserfahrungen speichert und dynamisch Einfluss auf Einstellungen und Verhalten in späteren Beziehungen nimmt. Als wichtige Einflussfaktoren auf das innere Arbeitsmodell werden sowohl Einstellungen zu der eigenen Person als auch zu dem sozialen Umfeld gesehen (Bowlby, 1973b). Basierend auf der Bindungstheorie von Bowlby (1973a) wurden individuelle Unterschiede in den Bindungsmustern von Kindern untersucht (Ainsworth, Blehar, Waters & Wall, 1978). Ainsworth und Kollegen systematisierten entsprechend dem elterlichen Interaktionsverhalten drei Bindungsmuster: (1) konsistent, den Bedürfnissen des Kindes entsprechend, (2) inkonsistent, eher den Bedürfnissen der Bezugsperson entsprechend und (3) konsistent abweisend. Hazan und Shaver (1987) stellten in Anlehnung daran für das Erwachsenenalter die folgenden drei Bindungsmuster auf: (1) sicher, (2) unsicher-ambivalent und (3) unsicher-vermeidend. Eine Systematisierung des inneren Arbeitsmodells auf den zwei Dimensionen Angst und Vermeidung wurde von Bartholomew und Kollegen vorgeschlagen (Bartholomew & Shaver, 1998; Griffin & Bartholomew, 1994). "Die Angst-Dimension beschreibt die Sensibilität gegenüber möglichen Bedrohungen der Sicherheit von Beziehungen wie Abweisung oder Verlust" (Schmidt et al., 2016, S. 10). Die Vermeidungs-Dimension bezieht sich auf Verhaltensstrategien im Umgang mit der Ängstlichkeit. Das zweidimensionale Modell ermöglicht ebenfalls die Ableitung von verschiedenen Bindungsmustern. Nach Bowlby (2004) lassen sich die vier Bindungsstile sicher, vermeidend, ängstlich-vermeidend sowie ängstlich-ambivalent aufstellen.
 

Testaufbau

Die AAS-R ist ein Fragebogen zur Selbstbeurteilung und besteht aus insgesamt 18 Items, welche sich auf Gedanken, Gefühle und Verhalten in einer Partnerschaft beziehen. Die Items werden auf einer fünfstufigen Skala von 1 = "überhaupt nicht zutreffend" bis 5 = "sehr zutreffend" beantwortet. Sieben Items sind invertiert formuliert. Der Fragebogen liegt in zwei Versionen für Partnerschaften (P) und enge Beziehungen außerhalb von Partnerschaften (Close-Relationship/CR) vor, welche sich lediglich in der Formulierung der Items leicht unterscheiden. Ursprünglich wurde die AAS mit den drei Skalen (1) Nähe, (2) Vertrauen und (3) Angst konstruiert, auf die sich die Items gleichmäßig verteilen. In der revidierten Fassung der AAS wird ein Zweifaktorenmodell mit den Skalen (1) Nähe/Vertrauen (12 Items) und (2) Angst (6 Items) favorisiert. Mit der Skala Nähe/Vertrauen wird das Ausmaß erfasst, in dem sich eine Person mit Nähe wohlfühlt und darauf vertraut, dass andere Personen für sie erreichbar sind. Die Skala Angst beschreibt die Befürchtung, von anderen allein gelassen oder zurückgewiesen zu werden.
Auf der Vorderseite des Fragebogens werden Angaben zur Person erfragt sowie die Instruktionen und ein Beispielitem gegeben.
 

Auswertungsmodus

Die Auswertung des Fragebogens erfolgt auf einem separaten Auswertungsbogen, welcher für beide Versionen verwendet werden kann. Die Angaben zur Person sowie die verwendete Version werden oben auf dem Auswertungsbogen vermerkt. Der Auswertungsbogen bietet die Möglichkeit sowohl eine Auswertung nach dem Drei-Skalen-Modell als auch nach dem Zwei-Skalen-Modell vorzunehmen. Die Autoren empfehlen eine Auswertung nach dem Drei-Skalen-Modell, wenn eine Differenzierung der Dimensionen Nähe und Vertrauen explizit erwünscht wird und Hinweise auf Bindungsstile abgeleitet werden sollen. Aufgrund des häufigeren Einsatzes des Zwei-Skalen-Modells in internationalen Studien, eignet sich dieses vor allem für den Vergleich von Ergebnissen.
Mithilfe einer Schablone können die Zuordnung der Items zu den Skalen sowie die invertierten Items ermittelt werden. Die Rohwerte werden einzeln vom Fragebogen in den Auswertungsbogen übertragen und für die jeweilige Skala addiert. Anschließend wird der Summenwert jeder Skala durch die Anzahl der beantworteten Items pro Skala dividiert, sodass man den Skalenmittelwert erhält. In den Normtabellen im Anhang des Manuals können schließlich die entsprechenden Staninewerte und Prozentränge ermittelt werden.
 

Auswertungshilfen

Für die Auswertung steht dem Testanwender eine Schablone zur Verfügung, welche eine schnelle Ermittlung des Rohwertes gewährleistet. Weitere Hilfen sind in Form von Hinweisen zur Auswertung und Interpretation der Testwerte im Manual gegeben.
 

Auswertungszeit

Für die Auswertung werden ca. 10 Minuten benötigt.
 

Itembeispiele

Anmerkung: Nachfolgend werden für das Drei-Skalen-Modell jene Items mit der höchsten Trennschärfe (rtt) als Beispiel aufgeführt.
(1) Nähe: Es ist mir irgendwie unangenehm, mit anderen sehr vertraut zu werden (.54).
(2) Vertrauen: Es fällt mir schwer, anderen voll und ganz zu vertrauen (.62).
(3) Angst: Ich frage mich oft, ob mein Partner/meine Partnerin wirklich etwas für mich empfindet (.71).
 

Durchführung

 

Testformen

Die AAS-R ist ein Paper-Pencil-Verfahren. Es liegt eine Version für Partnerschaften (P) und eine Close-Relationship-Version (CR) vor, welche sich auf enge Beziehungen außerhalb einer Partnerschaft bezieht.
 

Altersbereiche

Das Verfahren kann bei Jugendlichen und Erwachsenen ab 14 Jahren eingesetzt werden.
 

Durchführungszeit

Die Durchführungszeit beträgt ca. 10 Minuten.
 

Material

Die Testbox enthält ein Manual, fünf Fragebögen der Version P, fünf Fragebögen der Version CR, jeweils fünf Auswertungsbögen der Versionen P und CR sowie eine Schablone (Versionen P und CR). Verbrauchsmaterial (Antwortbögen, Auswertungsbögen) kann separat bezogen werden.

Materialliste Testbox (Stand: 18.07.2016):
- Manual (Artikelnr. 0152302)
- 5 Fragebögen Version P
- 5 Fragebögen Version CR
- 5 Auswertungsbögen Versionen P und CR
- Schablone Versionen P und CR (Artikelnr. 0152305).
 

Instruktion

Die Instruktionen sind schriftlich auf dem Fragebogen abgedruckt und von der Testperson selbstständig zu lesen.
 

Durchführungsvoraussetzungen

Es werden keine besonderen Voraussetzungen für die Durchführung benannt.
 

Testkonstruktion

Die Testkonstruktion beruht auf der Klassischen Testtheorie. Die Entwicklung der AAS (Collins & Read, 1990) erfolgte in Anlehnung an den Fragebogen "Adult Attachment Styles" von Hazan und Shaver (1987). Hierzu wurden aus den Beschreibungen der drei Bindungsmuster einzelne Aussagen formuliert sowie einige zusätzliche Items erstellt. Es entstanden insgesamt 18 Items. An einer Stichprobe von n = 483 Studierenden wurde die Faktorenstruktur überprüft. Das Ergebnis einer obliquen Faktorenanalyse sah eine dreifaktorielle Lösung mit den drei Skalen Nähe, Vertrauen und Angst vor. Die Skalen stehen eng im Zusammenhang mit den drei von Hazan und Shaver (1987) postulierten Bindungsmustern sicher, vermeidend und ambivalent. Aufgrund der mäßig zufriedenstellenden psychometrischen Kennwerte wurde die AAS einer Revision unterzogen (Collins, 1996). Für die revidierte Fassung wurden drei Items eliminiert sowie drei neue Items hinzugefügt, sodass das Verfahren weiterhin aus 18 Items bestand. Darüber hinaus wurden einige Umformulierungen der Items vorgenommen. Einen Überblick über die psychometrischen Eigenschaften der AAS und der AAS-R liefert das deskriptive Review von Ravitz, Maunder, Hunter, Sthankiya und Lancee (2010).
Eine deutschsprachige Adaptation der AAS in beiden Testvarianten wurde von Büsselberg (1993) und Schwerdt (1994) vorgenommen. Die faktorielle Struktur der englischsprachigen Originalversion konnte allerdings nicht eindeutig repliziert werden (Buschkämper, 1998; Büsselberg, 1993; Schmidt, Strauß, Höger & Brähler, 2004). Darüber hinaus wies auch die deutschsprachige Fassung Defizite hinsichtlich ihrer Reliabilität und psychometrischen Itemkennwerte auf. Schmidt und Kollegen (2004) überarbeiteten das Verfahren und eliminierten drei Items. Die interne Konsistenz der Skalen konnte durch die Itemreduktion erhöht werden. Die 15-Item-Version wies allerdings ebenso keine zufriedenstellenden Fitindices und Skalenwerte auf. Die vorliegende revidierte Fassung der AAS wurde im Rahmen eines parallelen Übersetzungsansatzes entwickelt und ersetzt die bislang im deutschsprachigen Raum angewandte 15-Item-Version. Auf Grundlage der Normstichprobe wurden Item- und Faktorenanalysen durchgeführt. Es wurden Trennschärfekoeffizienten der Items von rtt = .33 bis rtt = .71 für beide Skalenmodelle erzielt. Eine Ausnahme bildet das Item 6 der Skala "Nähe", welches sowohl für das Zweifaktorenmodell als auch für das Dreifaktorenmodell eine Trennschärfe von weniger als .20 aufweist. Die einzelnen Skalen weisen Interkorrelationen von r = -.50 bis r = .63 auf. Zur Prüfung der Faktorenstruktur wurden explorative Hauptachsenanalysen mit Begrenzung auf zwei bzw. drei Faktoren sowie konfirmatorische Faktorenanalysen für das Zweiskalenmodell sowie das Dreiskalenmodell berechnet. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass das Zweifaktorenmodell dem Dreifaktorenmodell vorzuziehen ist, da die Zuordnung der Items zu den Skalen überwiegend entsprechend der Konzeption ausfiel. Hinsichtlich des Dreifaktorenmodells schien die Zuordnung der Items zu den Skalen "Nähe" und "Vertrauen" weniger inhaltlich als methodisch (positive/negative Itemformulierungen) begründet zu sein. Das Zweifaktorenmodell weist Eigenwerte von 6.7 bzw. 1.9 auf und erklärt 47.5% der Gesamtvarianz.
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Die Durchführungsobjektivität wird durch die Standardisierung der Instruktionen gewährleistet. Die Auswertung und Interpretation können aufgrund von Auswertungsrichtlinien und Normwerten als objektiv angesehen werden.
 

Reliabilität

Die interne Konsistenz der Skalen liegt für "Nähe" bei Alpha = .67, für "Vertrauen" bei Alpha = .81, für "Angst" bei Alpha = .85 und für die kombinierte Skala Nähe/Vertrauen des Zweifaktorenmodells bei Alpha = .84. Die Profilreliabilität wurde nicht berechnet.
 

Validität

Hinweise auf die Validität des Verfahrens ergeben erwartungskonforme Zusammenhänge zu spezifischen Indikatoren psychischer und somatischer Beschwerden. Zwischen den Skalen der AAS-R und der Somatic Symptom Scale des Patient Health Questionnaire (PHQ-SSS; Kroenke, Spitzer & Williams, 2003), der Kurzform der Skala zur Erfassung der generalisierten Angststörung (GAD-2; Spitzer, Kroenke, Williams & Löwe, 2002) sowie dem Beck Depression Inventory for Primary Care (BDI-PC; Beck, Guth, Steer & Ball, 1997) liegen niedrige bis moderate Korrelationen von r = -.33 bis r = .30 vor. Darüber hinaus liegen moderate Zusammenhänge zwischen den Skalen "Selbstverurteilung", "Isolation" und "Überidentifizierung" der deutschen Version der Self-Compassion-Skala (SCS; Hupfeld & Ruffieux, 2011) und den Skalen "Vertrauen" (r = -.41 - r = -.33) und "Angst" (r = .38 - r = .43) der AAS-R vor.
Es bestehen statistisch bedeutsame Effekte der Faktoren Geschlecht, Partnerschaftsstatus und Familienstand auf die Skalen der AAS-R.
 

Normierung

Die Normierung erfolgte anhand einer Stichprobe von N = 2 510 Personen ab 14 Jahren (n = 1 340 Frauen; n = 1 170 Männer). Die Stichprobe wurde 2012 im Rahmen einer Mehrthemenumfrage eines Meinungsforschungsinstituts aus der gesamtdeutschen Bevölkerung gezogen. Es handelt sich dabei um eine repräsentative Zufallsstichprobe. Es liegen alters- und geschlechtsspezifische Normen in Form von Prozenträngen und Staninewerten vor.
 

Anwendungsmöglichkeiten

Das Verfahren eignet sich für den Einsatz in der Beziehungsdiagnostik, der klinischen und psychotherapeutischen Praxis sowie in der sozial- und persönlichkeitspsychologischen Forschung, um grundlegende bindungsrelevante Einstellungen zu erfassen.
 

Bewertung

Die deutsche Version der Revised Adult Attachment Scale (AAS-R; Schmidt et al., 2016) ist ein ökonomisches und nützliches Verfahren zur mehrdimensionalen Erfassung von bindungsrelevanten Einstellungen. Hervorzuheben ist die einfache Anwendung der AAS-R, welche durch die Kürze und übersichtliche Darstellung der wesentlichen Aspekte des Verfahrens im Manual gegeben ist. Es eignet sich daher insbesondere in der Forschung zu persönlichkeitspsychologischen und interpersonellen Fragestellungen. Aber auch in der klinischen Praxis kann es zur orientierenden Diagnostik eingesetzt werden. Sinnvoll ist eine Verwendung der AAS-R in Ergänzung zu differenzierten Instrumenten zur Erfassung von Bindungsstilen.
Die Objektivität des Verfahrens gilt als uneingeschränkt gesichert. Mit Ausnahme der Skala Nähe, deren interne Konsistenz als fragwürdig zu bezeichnen ist, weisen die Skalen der AAS-R eine gute Reliabilität auf. Validitätshinweise ergeben sich aus Zusammenhängen zu Variablen psychischer und somatischer Beschwerden. Kritisch zu bewerten ist die unzureichende Passung beider Messmodelle. Die Skalen der AAS-R weisen hohe Interkorrelationen auf, sodass eine Unterscheidung vorrangig konzeptionell begründet erscheint. Die Autoren begründen die Verwendung des Zwei- und Drei-Skalen-Modells für die deutsche Version mit der Möglichkeit der internationalen Vergleichbarkeit von Ergebnissen. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass die Ergebnisse der AAS-R lediglich Hinweise auf vorliegende Bindungsmuster geben.
 

Literatur

  • Ainsworth, M. D. S., Blehar, M. C., Waters, E. & Wall, S. (1978). Patterns of attachment: A psychological study of the strange situation. Oxford, England: Lawrence Erlbaum.
  • Bartholomew, K. & Shaver, P. R. (1998). Methods of assessing adult attachment: Do they converge? In J. A. Simpson & W. S. Rholes (Eds.), Attachment theory and close relationships (pp. 25-45). New York, NY: Guilford Press.
  • Beck, A. T., Guth, D., Steer, R. A. & Ball, R. (1997). Screening for major depression disorders in medical inpatients with the Beck Depression Inventory for Primary Care. Behaviour Research and Therapy, 35 (8), 785-791.
  • Bowlby, J. (1973a). Attachment and loss. New York: Basic Books.
  • Bowlby, J. (1973b). Attachment and loss. Separation. New York: Basic Books.
  • Bowlby, J. (1988). Developmental psychiatry comes of age. The American Journal of Psychiatry, 145 (1), 1-10.
  • Bowlby, J. (2004). Fifty years of attachment theory. London: Karnac.
  • Buschkämper, S. (1998). Entwicklung eines Fragebogens zur Erfassung des Bindungsstils erwachsener Personen. Unveröffentlichte Diplomarbeit, Universität Bielefeld.
  • Büsselberg, U. (1993). Untersuchungen zur deutschen Adaptation des "Feelings, Reactions and Beliefs Survey" (FRBS) von D. Cartwright, J. de Bruin und S. Berg. Unveröffentlichte Diplomarbeit, Universität Bielefeld.
  • Collins, N. L. (1996). Working models of attachment: Implications for explanation, emotion, and behavior. Journal of Personality and Social Psychology, 71 (4), 810-832.
  • Collins, N. L. & Read, S. J. (1990). Adult attachment, working models, and relationship quality in dating couples. Journal of Personality and Social Psychology, 58 (4), 644-663. [English items included p. 647]
  • Griffin, D. W. & Bartholomew, K. (1994). The metaphysics of measurement: The case of adult attachment. In K. B. D. Perlman (Ed.), Attachment processes in adulthood (pp. 17-52). London, England: Jessica Kingsley.
  • Hazan, C. & Shaver, P. (1987). Romantic love conceptualized as an attachment process. Journal of Personality and Social Psychology, 52 (3), 511-524.
  • Hupfeld, J. & Ruffieux, N. (2011). Validierung einer deutschen Version der Self-Compassion Scale (SCS-D). Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 40 (2), 115-123.
  • Kroenke, K., Spitzer, R. L. & Williams, J. B. (2003). The Patient Health Questionnaire-2: validity of two-item depression screener. Medical Care, 41 (11), 1284-1292.
  • Ravitz, P., Maunder, R., Hunter, J., Sthankiya, B. & Lancee, W. (2010). Adult attachment measures: A 25-year review. Journal of Psychosomatic Research, 69, 419-432.
  • Schmidt, S., Muehlan, H. & Brähler, E. (2016). AAS-R. Revised Adult Attachment Scale. Deutsche Version. Göttingen: Hogrefe.
  • Schmidt, S., Strauß, B., Höger, D. & Brähler, E. (2004). Die Adult Attachment Scale (AAS) - Teststatistische Prüfung und Normierung der deutschen Version. Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie, 54 (09/10), 375-382.
  • Schwerdt, E. (1994). Ausgewählte Aspekte der Beziehung erwachsener Kinder von Alkoholikern. Unveröffentlichte Diplomarbeit, Universität Osnabrück.
  • Spitzer, R. L., Kroenke, K., Williams, J. B. & Löwe, B. (2002). A brief measure for assessing generalized anxiety disorder: the GAD-7. Archives of Internal Medicine, 166 (10), 1092-1097.
 

Originalfassung/Anderssprachige Fassungen

  • Collins, N. L. (1996). Working models of attachment: Implications for explanation, emotion, and behavior. Journal of Personality and Social Psychology, 71 (4), 810-832.
  • Collins, N. L. & Read, S. J. (1990). Adult attachment, working models, and relationship quality in dating couples. Journal of Personality and Social Psychology, 58 (4), 644-663. [English items included p. 647]
  • Palus, K. (2010). Wybrane psychologiczne uwarunkowania braku partnera ?yciowego w okresie wczesnej doros?o?ci. [The selected psychological factors of the lack of a lifetime partner in young adulthood]. Pozna?: Wydawnictwo Naukowe Wydzia?u Nauk Spo?ecznych UAM. [Polish version]
 
 Lena Antony (16.11.2016)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Questionnaires; Rating Scales; Test Norms; Personality Measures; Clinical Psychology; Social and Interpersonal Measures; Male Female Relations; Attachment Behavior

Klassische Testtheorie; Fragebögen; Rating-Skalen; Testnormen; Persönlichkeitstests; Klinische Psychologie; Soziale und interpersonale Messverfahren; Geschlechterbeziehungen; Bindungsverhalten

 weitere Schlagworte:

1990 (AAS, englischsprachige Originalversion); 1994 (AAS, deutsche Fassung); 1996 (AAS-R, englischsprachige revidierte Version); 2016 (AAS-R, deutschsprachige revidierte Version); Version für Partnerschaften; Version für enge Beziehungen außerhalb von Partnerschaften; Soziale Beziehungen; ab 14 Jahre; 18 Items; Zwei-Skalen-Modell: 1 Nähe/Vertrauen, 2 Angst; Drei-Skalen-Modell: 1 Nähe, 2 Angst, 3 Vertrauen; Normierungsjahr: 2012; Normstichprobe: 2510
 Klassifikation:

Persönlichkeitstests; Ehe und Familie; Soziale Wahrnehmung und soziale Kognition
Einstellungstests zu Partnerschaft und Familie; Diagnostische Verfahren in der Ehe-, Partner- und Familientherapie
7.4.1; 11.23
 Anwendungstyp: Individual Diagnosis
 Art der Publikation: Test; Test in Print (90; 911)
 Sprache: German
 Übersetzungen: English, Polish
 Land: United States
 Publikationsjahr: 2016
 Änderungsdatum: 201704
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