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Fragebogen zur Partnerschaftsdiagnostik (2016)

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9007120
 

FPD (2016) - Fragebogen zur Partnerschaftsdiagnostik (2016) (PSYNDEX Tests Review)

 

Questionnaire for Partnership Diagnostics/zpid
Synonym(e): PFB; PFB-K; FLP-R; PL I; PL II

 Hahlweg, K.
 (2016). FPD. Fragebogen zur Partnerschaftsdiagnostik (2., neu normierte und erweiterte Auflage) [Testbox komplett mit Handanweisung, 5 Partnerschaftsfragebögen PFB, 5 Partnerschaftsfragebögen Kurzform PFB-K, 5 Bögen "Fragen zur Lebensgeschichte und Partnerschaft - Revision" FLP-R, 5 Problemlisten PL I "Liste der Problembereiche - Ein Partner", 5 Problemlisten PL II "Liste der Problembereiche - Paarorientierte Auswertung", 5 Auswertungsblätter zum Partnerschaftsfragebogen PFB - Paarorientierte Auswertung, Schablonen 1 und 2 PFB, Schablone PFB-K]. Göttingen: Hogrefe.

Preis: 112,00 Euro (Test komplett; Stand: 18.04.2017)

 Bezugsquelle: Testzentrale Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Herbert-Quandt-Straße 4, D-37081 Göttingen ; E-Mail: testzentrale@hogrefe.de ; URL: http://www.testzentrale.de/ ; Stand: 1.5.2016.
Anmerkung: Eine Computerform ist im Rahmen des Hogrefe TestSystems (HTS) erhältlich, außerdem ist Testing on Demand im Internet möglich.
 Adresse(n): o Prof. Dr. Kurt Hahlweg, Emeritus bei PsychAuthors: https://www.zpid.de/psychauthors/index.php?wahl=forschung&uwahl=psychauthors&uuwahl=p00250KH
 WWW-Informationen:
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Die Fragebögen zur Partnerschaftsdiagnostik (FPD; Hahlweg, 2016) sind Verfahren zur Erfassung von Partnerschaftsqualität, Konfliktbereichen sowie zur Erhebung der Anamnese. Sie eignen sich für den Einsatz in der Paarberatung, Psychotherapie und Forschung.


Aufbau:
Die FPD setzen sich aus einer Lang- und Kurzform des Partnerschaftsfragebogens, einer Problemliste sowie einem Fragebogen zur Lebensgeschichte und Partnerschaft in revidierter Fassung zusammen. Der Partnerschaftsfragebogen erfasst die drei Dimensionen (1) Streitverhalten, (2) Zärtlichkeit und (3) Gemeinsamkeit/Kommunikation mit je 10 Items. Zusätzlich gibt es ein Item zur globalen Glückseinschätzung. Die Kurzform des Partnerschaftsfragebogens erfasst die drei Dimensionen mit jeweils drei Items und beinhaltet ebenso das Item zur globalen Glückseinschätzung. Die Problemliste besteht aus 23 Items, mit denen partnerschaftliche Konfliktbereiche erfasst werden sollen. Der Fragebogen zur Lebensgeschichte und Partnerschaft umfasst 46 Items zur Anamneseerhebung.


Grundlagen und Konstruktion:
Die Entwicklung des Partnerschaftsfragebogens basiert auf der Klassischen Testtheorie sowie auf internationalen Befunden zu den Determinanten von Partnerschaftsqualität, aus denen spezifische verhaltens- und interaktionell orientierte Items generiert wurden. Die Vorformen wurden in mehreren Untersuchungen an insgesamt N = 467 Personen hinsichtlich ihrer psychometrischen Eigenschaften geprüft. Dabei erfolgte eine Auswahl der Items hinsichtlich teststatistischer Kriterien. Die drei Faktoren ließen sich faktorenanalytisch bestätigen. Die Kurzform des Partnerschaftsfragebogens wurde für den Einsatz in der epidemiologischen Forschung, psychotherapeutischen Qualitätssicherung und Prozessdiagnostik entwickelt. Für die Reduzierung der Items auf drei Items pro Skala wurden die Trennschärfeindices sowie inhaltlich-theoretische Kriterien berücksichtigt. Die Prüfung hinsichtlich der teststatistischen Kennwerte erfolgte an einer Stichprobe von N = 1 442 Personen. Die Erstellung der Items für die Problemliste erfolgte auf Grundlage von Expertenerfahrungen aus der Paarberatung sowie empirischen Untersuchungen. Der Fragebogen zur Lebensgeschichte und Partnerschaft liegt in einer revidierten Fassung vor. Es wurden 10 Items eliminiert, welche als klinisch nicht relevant eingestuft wurden, außerdem wurde ein neues Item ergänzt.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Die internen Konsistenzen der PFB-Skalen liegen zwischen Alpha = .88 und Alpha = .94. Die Retestreliabilität über ein Zeitintervall von sechs Monaten variiert zwischen rtt = .68 bis rtt = .83 für die einzelnen Skalen. Für den Gesamtwert des PFB-K wurde eine interne Konsistenz von Alpha = .84 ermittelt. Die interne Konsistenz der PL-Gesamtskala beträgt Alpha = .82. Die Retestreliabilität nach einem Intervall von sechs Monaten liegt bei rtt = .57.
Validität: Stützende Befunde für die Konstruktvalidität des PFB liefern erwartungskonforme Zusammenhänge zu anderen Ehefragebögen. Der PFB unterscheidet zwischen Paaren mit hoher und niedriger Beziehungsqualität. Darüber hinaus liegen zahlreiche Befunde vor, die einen bedeutsamen Zusammenhang zwischen den PFB-Skalen und psychopathologischen Symptomen wie Angst und Depression aufzeigen. Für den PFB-K liegen Werte der Sensitivität von .91 und der Spezifität von .74 für einen Cut-off-Wert von 12 Punkten (T-Wert: 37) vor. Für die PL liegen stützende Befunde hinsichtlich der Konstruktvalidität in Form von signifikanten Zusammenhängen zu konstruktnahen Verfahren vor. Die PL zeigte sich darüber änderungssensitiv.
Normen: Die Normierung des PFB erfolgte an einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe von insgesamt N = 1 114 Partnern. Die Daten stammen aus einer Untersuchung aus dem Jahr 1999. Die Normierung des PFB-K erfolgte 2011 im Rahmen einer repräsentativen Umfrage an einer Stichprobe von N = 1 390 Personen. Die Normstichprobe für die PL setzt sich aus der Normstichprobe der 1. Auflage (n = 495) und einer weiteren Stichprobe (n = 657) aus einer Untersuchung aus dem Jahr 2002 zusammen. Es werden Normwerte in Form von Prozenträngen, Staninewerten und T-Werten berichtet. Auf die Spezifizierung der Normen hinsichtlich Geschlecht und Alter wurde verzichtet, da lediglich geringe Effekte der Variablen gefunden wurden.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Die Fragebögen zur Partnerschaftsdiagnostik (FPD; Hahlweg, 1996, 2016) sind ein etabliertes Instrument zur Erfassung der Partnerschaftsqualität, der Problembereiche innerhalb einer Partnerschaft sowie zur Erhebung der Anamnese. Das Verfahren wurde für den Einsatz in der Paarberatung und Psychotherapie entwickelt und liegt nun in einer zweiten, grundlegend überarbeiteten und neunormierten Fassung vor (Hahlweg, 2016).
Das Bedürfnis nach Bindung gehört zu den grundlegenden Bedürfnissen eines jeden Menschen. Der Wunsch nach einer festen Partnerschaft, in der Nähe, Geborgenheit und gegenseitige Wertschätzung erlebt werden, ist universell (Buss, 2004). Partnerschaft und Familie stellen eine wesentliche Ressource des Menschen dar und haben einen bedeutenden Einfluss auf das psychische und physische Wohlbefinden. Untersuchungen zu den Determinanten von Partnerschaftsqualität zeigen, dass diese in hohem Ausmaß von der Kommunikations- und Problemlösefähigkeit der Partner abhängt (Bodenmann, 2004; Bodenmann, 2013; Hahlweg & Schroeder, 2009). Paare mit niedriger Partnerschaftsqualität verstricken sich häufig in Konflikte, welche von gegenseitigen Vorwürfen, Kritik und Beschuldigungen geprägt sind. Hahlweg und Baucom (2008) weisen darauf hin, dass jeder Partner Vorstellungen und Erwartungen in eine Beziehung mitbringt. Werden diese nicht erfüllt, versuchen sich die Partner gegenseitig zu verändern. Basierend auf der sozial-kognitiven Lerntheorie lässt sich die Annahme aufstellen, dass Paare in einer Partnerschaft mit geringer Qualität ineffektive Strategien zur Verhaltensänderung des Partners anwenden. Es werden überwiegend Bestrafungen eingesetzt, welche kurzfristig erfolgreich sind, langfristig jedoch in einen negativen Teufelskreis führen. So führen aversive Maßnahmen zu keiner langfristigen Verhaltensänderung des Partners, sodass erneut Konflikte entstehen werden, welche mit der Zeit unlösbar erscheinen.
Zahlreiche Befunde weisen darauf hin, dass Partnerschaftsprobleme und Scheidung bedeutsam mit der Prävalenz für psychische Störungen, wie Depression und Angststörungen (Hahlweg, 2005; Hahlweg & Baucom, 2008; Whisman, 2007) sowie somatischen Beschwerden korrelieren (Fincham & Beach, 2010; Kiecolt-Glaser & Newton, 2001; Robles, Slatcher, Trombello & McGinn, 2014). Diese Befunde legen nahe, dass nicht nur in der Paartherapie, sondern auch im Rahmen individueller Psychotherapie stärker auf partnerschaftliche und familiäre Aspekte geachtet werden sollte.
 

Testaufbau

Die Fragebögen zur Partnerschaftsdiagnostik bestehen aus vier Instrumenten: Einer Lang- und Kurzform des Partnerschaftsfragebogens (PFB, PFB-K), einer Problemliste (PL) sowie einem Fragebogen zur Lebensgeschichte und Partnerschaft in revidierter Fassung (FLP-R). Im Folgenden werden die einzelnen Instrumente ausführlicher beschrieben.

A. Der Partnerschaftsfragebogen (PFB) besteht aus insgesamt 30 Items zur partnerschaftlichen Qualität sowie einem Item zur globalen Glückseinschätzung, der sogenannten Terman-Skala (Terman, 1938). Es handelt sich überwiegend um ein Fremdbeurteilungsinstrument, da die Items das Verhalten des Partners erfragen. Die Testperson beantwortet die einzelnen Items auf einer vierstufigen Skala von 0 = "nie/sehr selten" bis 3 = "sehr oft". Für das Item zur globalen Glückseinschätzung stehen die Antwortkategorien von 0 = "sehr unglücklich" bis 5 = "sehr glücklich" zur Verfügung. Die Items verteilen sich gleichmäßig auf die Skalen (1) Streitverhalten (S), (2) Zärtlichkeit (Z) und (3) Gemeinsamkeit/Kommunikation (GK). Die Skala Streitverhalten erfasst das Verhalten des Partners in Konfliktsituationen. Mit der Skala Zärtlichkeit werden sowohl körperliche als auch verbale Ausdrücke von Zuneigung des Partners erfragt. Die Skala Gemeinsamkeit/Kommunikation beschreibt gemeinsame Aktivitäten und Gespräche mit dem Partner, die Verbundenheit charakterisieren. Auf der Vorderseite des Fragebogens werden Angaben zur Person und Dauer der Partnerschaft gemacht und es wird eine kurze Anleitung gegeben.
Die Kurzform des Partnerschaftsfragebogens besteht aus 10 Items. Jeweils drei Items lassen sich den drei Skalen des PFB Streitverhalten (S), Zärtlichkeit (Z) und Gemeinsamkeit/Kommunikation (GK)zuordnen. Das Item 10 erfasst die globale Glückseinschätzung. Die Antwortskalen der Items sind identisch zur Langform.

B. Die Problemliste besteht aus 23 Items, mit denen partnerschaftliche Konfliktbereiche erfasst werden sollen. Es werden unterschiedliche Bereiche wie z. B. Freizeitgestaltung, Berufstätigkeit, Zuwendung des Partners oder Sexualität aufgeführt, für welche der Testperson die Antwortkategorien 0 = "Keine Konflikte", 1 = "Konflikte, erfolgreiche Lösung", 2 = "Konflikte, keine Lösungen, oft Streit" und 3 = " Konflikte, aber wir sprechen kaum darüber" zur Verfügung stehen. Darüber hinaus hat die Testperson die Möglichkeit unter "Sonstiges" einen weiteren Bereich zu ergänzen. Auf der Vorderseite des Fragebogens werden Angaben zur Person und Dauer der Partnerschaft gemacht sowie eine kurze Anleitung gegeben.

C. Der Fragebogen zur Lebensgeschichte und Partnerschaft in revidierter Fassung (FLP-R) umfasst insgesamt 46 Items auf vier Seiten. Es werden folgende fünf Bereiche behandelt: (1) Lebensgeschichtliche Daten (12 Items), (2) Differentialdiagnostische Daten (1 Item), (3) Daten zur Partnerschaft (15 Items), (4) Verhalten in Konfliktsituationen (10 Items) sowie (5) Sexualität (8 Items). Für die meisten Items liegt ein gebundenes Antwortformat vor. Einige Items werden offen beantwortet.
Auf der Vorderseite des Heftes werden Angaben zur Person gemacht und es wird eine kurze Anleitung gegeben.
 

Auswertungsmodus

A. Zur Auswertung des PFB werden in einem ersten Schritt die Auswertungsschablonen angelegt und die Antwortpunkte der einzelnen Items einer Skala zu einem Skalenrohwert aufsummiert. Dieser kann unten auf dem Fragebogen in das dafür vorgesehene Feld eingetragen werden. Aus den drei Skalen kann ein Gesamtwert nach der Formel G = (30 - Skala S) + Skala Z + Skala GK gebildet werden, wobei hohe Werte auf eine hohe Beziehungsqualität und Zufriedenheit schließen lassen. Fehlende Werte werden durch den gerundeten Mittelwert der anderen Items einer Skala ersetzt. Für die Auswertung darf maximal ein fehlender Wert pro Skala vorliegen.
Je nach Fragestellung kann eine differenzierte Auswertung zur Sexualität in der Partnerschaft vorgenommen werden. Hierzu werden die Items 2, 9, 13 und 27 zu einem Summenwert addiert.
Für die PFB-Subskalen und die Gesamtskala können den Normtabellen im Anhang des Manuals die jeweiligen T-Werte, Staninewerte und Prozentränge entnommen werden.
Darüber hinaus ist eine paarorientierte Auswertung möglich, welche auf einem separaten Auswertungsbogen erfolgt. Die Auswertung der Fragebögen beider Partner erfolgt analog zu der oben beschriebenen Auswertung des PFB. Zusätzlich kann eine Differenz der Rohwerte und T-Werte zwischen den Partnern errechnet werden. Auf der Rückseite des Auswertungsbogens können die T-Werte beider Partner für die PFB-Skalen als Profil grafisch dargestellt werden.
Die Auswertung des PFB-K erfolgt analog zur Auswertung des PFB. Eine paarorientierte Auswertung ist hier nicht vorgesehen. Zudem werden Normwerte in Form von T-Werten, Staninewerten und Prozenträngen ausschließlich für den Gesamtwert berichtet.

B. Zur Auswertung der PL wird ausgezählt wie oft die Testperson die Kategorie 2 = "Konflikte, keine Lösungen, oft Streit" und 3 = "Konflikte, aber wir sprechen kaum darüber" angekreuzt hat. Anmerkungen unter "Sonstiges" bleiben von der Auszählung unberücksichtigt. Für die PL besteht darüber hinaus die Möglichkeit einer paarorientierten Auswertung auf einem separaten Auswertungsbogen (PL II). Hier werden die Antworten der beiden Partner vermerkt und wie eben beschrieben ausgezählt. Zusätzlich wird eine Bewertung hinsichtlich der Übereinstimmung der Partner vorgenommen. Diese erfolgt in den Kategorien "unproblematisch" (U; beide Partner bewerten den Bereich mit 0 oder 1), "abweichend" (A; die Partner schätzen den Bereich unterschiedlich ein, d.h. ein Partner hat 0 oder 1 und der andere 2 oder 3 angekreuzt) und "problematisch" (P; beide Partner bewerten den Bereich mit 2 oder 3). Anschließend werden die Häufigkeiten der einzelnen Kategorien ausgezählt und auf dem Auswertungsbogen notiert.

C. Der FLP-R wird qualitativ ausgewertet.
 

Auswertungshilfen

Für die Auswertung stehen dem Testanwender Schablonen zur Verfügung, welche eine schnelle Ermittlung der Rohwerte gewährleisten. Weitere Unterstützung geben ausführliche Hinweise zur Auswertung und Interpretation sowie Fallbeispiele mit Abbildungen des Testmaterials.
 

Auswertungszeit

Die Auswertungszeit für den PFB beträgt ca. 5 Minuten, für den PFB-K ca. 3 und für die PL 2 Minuten.
 

Itembeispiele

Anmerkung: Nachfolgend wird für jede Skala des Partnerschaftsfragebogens das Item mit der höchsten Trennschärfe angegeben.
(1) Streitverhalten: Er/sie bricht über eine Kleinigkeit einen Streit vom Zaun (.71).
(2) Zärtlichkeit: Er/sie streichelt mich zärtlich (.83).
(3) Gemeinsamkeit/Kommunikation: Wir unterhalten uns am Abend normalerweise mindestens eine halbe Stunde miteinander (.63).
 

Durchführung

 

Testformen

Die FPD bestehen aus einem Partnerschaftsfragebogen in Lang- und Kurzform, einer Problemliste sowie einem Fragebogen zur Lebensgeschichte und Partnerschaft. Neben der deutschsprachigen Version existieren Übersetzungen in den Sprachen Afrikaans, Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch und Spanisch. Das Verfahren liegt in einer Paper-Pencil-Version vor und ist ebenso als computergestützte Version erhältlich.
 

Altersbereiche

Der PFB kann bei Personen im Alter von 16 bis 70 Jahren eingesetzt werden, wobei Normwerte nur für den Altersbereich von 18 bis 50 Jahre vorliegen. Der PFB-K eignet sich für den Einsatz bei Personen von 19 bis 89 Jahren, die PL für den Altersbereich von 18 bis 60 Jahre. Für den FLP-R bestehen keine Altersbeschränkungen.
 

Durchführungszeit

Für die Durchführung des PFB werden ca. 10 Minuten, für den PFB-K ca. 3 Minuten und für die PL ca. 5 Minuten benötigt. Die Durchführungsdauer des FLP-R ist individuell sehr unterschiedlich und kann in Einzelfällen mehrere Stunden in Anspruch nehmen.
 

Material

Die Testbox enthält ein Manual, das notwendige Material und einen Schablonensatz. Alle Testmaterialien sind separat erhältlich. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, eine computergestützte Version zu erwerben.

Materialliste Testbox (Stand: 18.07.2016):
- Handanweisung (Artikelnr. 0115302)
- 5 Partnerschaftsfragebögen (PFB)
- 5 Partnerschaftsfragebögen Kurzform (PFB-K)
- 5 Bögen "Fragen zur Lebensgeschichte und Partnerschaft" - Revision (FLP-R)
- 5 Problemlisten I - Ein Partner (PL I)
- 5 Problemlisten II - Paarorientierte Auswertung (PL II)
- 5 Auswertungsblätter zum Partnerschaftsfragebogen (PFB) - Paarorientierte Auswertung
- Schablonensatz PFB (Artikelnr. 0115311)
- Schablone PFB-K (Artikelnr. 0115312).
 

Instruktion

Die Instruktionen sind schriftlich auf den Fragebögen abgedruckt und von der Testperson selbstständig zu lesen.
 

Durchführungsvoraussetzungen

Die Fragebögen sollten von beiden Partnern einzeln bearbeitet werden.
 

Testkonstruktion

Die Entwicklung des Partnerschaftsfragebogens basiert auf der Klassischen Testtheorie sowie auf internationalen Befunden zu den Determinanten von Partnerschaftsqualität. Für die Generierung der Items wurden das Marital Precounseling Inventory (Stuart & Stuart, 1976) sowie das Marital Activities Inventory/Spouse Observation Checklist (Weiss & Margolin, 1977) herangezogen. Darüber hinaus wurden erfahrene Paartherapeuten hinsichtlich relevanter Verhaltensweisen befragt. Es entstand ein Itempool mit 300 Fragen. Mithilfe von Expertenurteilen wurde der Itempool auf eine Anzahl von 169 Fragen reduziert, welche die Vorform des PFB darstellte.
Die Vorform des PFB wurde an einer Stichprobe getestet, die sich wie folgt zusammensetzte: Eine Teilstichprobe bestand aus n = 174 Personen (n = 88 Frauen; n = 86 Männer; Altersdurchschnitt: 27 Jahre), welche ihre Partnerschaft als zufrieden bewerteten und sich nicht in Paartherapie befanden. Diese wurde über den Bekanntenkreis des Autors rekrutiert. Die zweite Teilstichprobe setzte sich aus n = 50 Personen (n = 26 Frauen; n = 24 Männer; Altersdurchschnitt: 34 Jahre) zusammen, welche zum Zeitpunkt der Erhebung eine Paartherapie machten. Die Personen der zweiten Teilstichprobe waren signifikant älter und länger verheiratet. Zur Reduktion des Itempools wurden jene Items eliminiert, welche eine Korrelation von r < .30 zur Terman-Skala aufwiesen. Mit den überbleibenden 101 Items wurde eine Faktorenanalyse gerechnet. Es wurden drei Faktoren extrahiert, die 44% der Gesamtvarianz erklärten. Mithilfe einer Itemanalyse wurden jene Items eliminiert, welche die interne Konsistenz der Faktoren einschränkte. Der Fragebogen umfasste schließlich 45 Items, welche sich auf die Skalen "Streitverhalten" (20 Items), "Zärtlichkeit" (10 Items) und "Gemeinsamkeit/Kommunikation" (15 Items) verteilten.
In einer zweiten Untersuchung wurde die PFB-Vorform kreuzvalidiert. Hierfür wurde eine Stichprobe von insgesamt N = 183 Personen erhoben. Die Stichprobe setzte sich aus n = 121 Personen zusammen, die sich nicht in Therapie befanden (n = 65 Frauen; n = 56 Männer; Altersdurchschnitt: 28 Jahre) und n = 62 Personen in Paartherapie (n = 28 Frauen; n = 34 Männer; Altersdurchschnitt: 32 Jahre). Die beiden Stichproben unterschieden sich signifikant hinsichtlich aller sozioökonomischen Variablen. Es wurden jedoch keine bedeutsamen Unterschiede zu den jeweiligen Stichproben aus der ersten Untersuchung gefunden. Die Faktorenstruktur der ersten Untersuchung konnte repliziert werden. Die drei Faktoren erklärten gemeinsam 46% der Gesamtvarianz. Es wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen (keine Therapie/ Therapie) der 1. und 2. Untersuchung hinsichtlich der Mittelwerte und Standardabweichungen der drei Skalensummenwerte gefunden. Schließlich wurde mithilfe von Diskriminanzanalysen der PFB als Klassifikationsinstrument mit einer Trefferquote von 83% bestätigt (Hahlweg, 1979; Hahlweg, 1996).
Für die Endform des PFB wurde eine Prä-/Post-Messung an n = 60 Paaren in Paartherapie vorgenommen. Es wurden jene 15 Items eliminiert, welche keine signifikanten Unterschiede im Vorher-Nachher-Vergleich aufzeigten (Hahlweg, 1986). Die endgültige Version des PFB bestand somit aus 30 Items. Die aktuelle Auflage des PFB ist inhaltlich unverändert. Es wurden lediglich optische Veränderungen der Fragebögen vorgenommen. Das Verfahren wurde um eine Kurzform des Partnerschaftsfragebogens sowie eine paarorientierte Auswertung ergänzt.
In einer Untersuchung von Kliem und Kollegen (2012b) wurde die Faktorenstruktur des PFB nochmals überprüft. Die Untersuchung erfolgte an einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe von N = 1 289 Personen, welche ebenso in die Normierung des Verfahrens einging. Die Eindimensionalität der PFB-Subskalen konnte hierbei bestätigt werden. Darüber hinaus zeigten die Ergebnisse einer Second-Order-Faktorenanalyse, dass alle Items indirekt auf einen gemeinsamen Faktor "Partnerschaftszufriedenheit" laden. Die Berechnung eines PFB-Gesamtwertes erscheint somit gerechtfertigt. Es liegen Interkorrelationen der Subskalen in Höhe von r = -.42 (Streitverhalten x Zärtlichkeit), r = -.46 (Streitverhalten x Gemeinsamkeiten/Kommunikation) und r = .74 (Zärtlichkeit x Gemeinsamkeit/Kommunikation) für die aktuelle Auflage des PFB vor (N = 3 398). Die mittleren Itemmittelwerte variieren zwischen .78 (Streitverhalten), 1.90 (Zärtlichkeit) und 1.94 (Gemeinsamkeit/Kommunikation). Die mittleren Trennschärfen liegen bei .65 (Streitverhalten), .70 (Zärtlichkeit) und .60 (Gemeinsamkeit/Kommunikation).

Die Kurzform des Partnerschaftsfragebogens entstand aus dem Bedarf nach einem ökonomischen und reliablen Instrument zur Erfassung der Partnerschaftsqualität für die epidemiologische Forschung, psychotherapeutische Qualitätssicherung und Prozessdiagnostik. Kliem und Kollegen (2012a) entwickelten auf der Grundlage des PFB eine Fragebogenversion mit nur 10 Items. Hierfür wurde eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung in Deutschland von N = 1 114 Personen verwendet (Hinz, Stöbel-Richter & Brähler, 2001). Die Kurzform sollte pro Skala drei Items enthalten sowie das Terman-Item zur globalen Glückseinschätzung. Für die Reduzierung der Items wurden die Trennschärfeindizes sowie inhaltlich-theoretische Kriterien berücksichtigt. Die Items sollten sowohl von berufstätigen als auch arbeitslosen Personen beantwortet werden können und ein möglichst geringes Risiko der Antwortverweigerung aufweisen. Darüber hinaus wurde eine Maximierung der internen Konsistenz angestrebt. Die PFB-K wurde an einer repräsentativen Stichprobe von N = 1 442 Personen (siehe unter "Normierung") hinsichtlich ihrer teststatistischen Kennwerte geprüft und normiert. Die Trennschärfekoeffizienten variieren von rit = .34 bis rit = .69.

Die PL basiert auf einem Verfahren, welches für den Einsatz in der Paarberatung entwickelt wurde (Hahlweg, Kraemer, Schindler & Revenstorf, 1980). Die einzelnen Bereiche der PL wurden auf der Grundlage von Erfahrungen in der Paarberatung sowie empirischen Untersuchungen zusammengestellt (Klann & Hahlweg, 1987). Die aktuelle Auflage der PL ist inhaltlich unverändert. Es wurden lediglich optische Veränderungen des Fragebogens vorgenommen sowie die Formulierung "außerehelich" (Item 14, PL) durch "außerpartnerschaftlich" ersetzt. Die Verfahren wurden um eine paarorientierte Auswertung ergänzt.

Der FLP liegt einer revidierten Fassung vor. Die Überarbeitung umfasste die Eliminierung von 10 Items, welche als klinisch nicht relevant eingestuft wurden. Darüber hinaus wurde ein neues Item ergänzt ("Wie lange kannten Sie Ihren jetzigen Partner, bevor Sie zusammenlebten?") und das Layout verändert. Insgesamt umfasst die FLP somit nur noch 46 Items auf vier Seiten statt zuvor 55 Items auf 12 Seiten. Es liegen keine Daten über die Reliabilität, Validität oder Normierung vor, da es sich um einen Anamnesebogen handelt.
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Aufgrund der Fragebogenform mit gebundener Beantwortung und schriftlicher Instruktionen können Durchführung und Auswertung als objektiv gelten. Die Interpretationsobjektivität wird durch Normwerte und Interpretationshinweise gewährleistet.
 

Reliabilität

Für die PFB-Skalen ergaben sich interne Konsistenzen von Alpha = .88 (Gemeinsamkeit/Kommunikation), Alpha = .90 (Streitverhalten) und Alpha = .92 (Zärtlichkeit; N = 3 398). Die interne Konsistenz der Gesamtskala beträgt Alpha = .94.
An einer Stichprobe von n = 50 Partnern wurde die Retestreliabilität über ein Zeitintervall von sechs Monaten berechnet (Hahlweg, 1986). Es wurden Werte von rtt = .68 (Streitverhalten), rtt = .74 (Zärtlichkeit) und rtt = .83 (Gemeinsamkeit/Kommunikation) ermittelt.
Für den Gesamtwert des PFB-K unter Ausschluss des Items zur globalen Glückseinschätzung wurde eine interne Konsistenz von Alpha = .84 ermittelt.
Die interne Konsistenz der PL-Gesamtskala beträgt Alpha = .82. Darüber hinaus wurde eine Retestreliabilität nach einem Intervall von sechs Monaten von rtt = .57 ermittelt (n = 220). Die Profilreliabilität wurde nicht berechnet.
 

Validität

Hinsichtlich der Kriteriumsvalidität der PFB lassen sich nahezu identische Mittelwerte und Standardabweichungen der Partner mit niedriger oder hoher Beziehungsqualität in den Normierungsstichproben der 1. und 2. Auflage des Verfahrens feststellen. Dies spricht für eine hohe Stabilität der Beziehungsqualität. Die diskriminante Validität wird durch signifikante Mittelwertsunterschiede zwischen Partnern mit hoher Beziehungsqualität und jenen mit niedriger gestützt.
Stützende Befunde für die Konstruktvalidität liefern erwartungskonforme Zusammenhänge zu anderen Ehefragebögen. So weisen die Skalen des PFB hochsignifikante Korrelationen (r = -.67 bis r = .77) zu den Skalen der Dyadic Adjustment Scale (DAS; Spanier, 1976) auf, welche zur Erfassung der Ehequalität im angloamerikanischen Raum weit verbreitet ist (Hahlweg, 1996). Darüber hinaus korreliert der PFB mit dem Marital Adjustment Test (MAT; Locke & Wallace, 1959; r = .63 für den Gesamtwert), dem Quality of Marriage Index (QMI-D; Norton, 1983; r = .72 für den Gesamtwert) sowie erwartungskonform zu den Skalen der Einschätzung von Partnerschaft und Familie (EPF; Klann, Hahlweg, Limbird & Snyder, 2006). In einer Untersuchung von Hahlweg (1986) wurden die Zusammenhänge der PFB-Skalen und dem partnerschaftlichen Interaktionsverhalten mithilfe des Kategoriensystems für partnerschaftliche Interaktion (KPI; Hahlweg, 2005) untersucht. Es zeigten sich signifikante Zusammenhänge zwischen den positiven und negativen Variablen der beiden Verfahren.
Darüber hinaus liegen zahlreiche Befunde vor, die einen bedeutsamen Zusammenhang zwischen den PFB-Skalen und psychopathologischen Symptomen wie Angst und Depression aufzeigen (Job & Hahlweg, 2015; Kaiser, Hahlweg, Fehm-Wolfsdorf & Groth, 1998; Zimmermann, Lause & Heinrichs, 2015).

Für den PFB-K wurde mittels einer konfirmatorischen Faktorenanalyse das eindimensionale Modell geprüft (Kliem, Job, Kröger, Bodenmann, Stöbel-Richter et al., 2012a). Die Ergebnisse der Faktorenanalyse (SRMR = .09, CFI = .85, Lambda > .30) bestätigen die Annahme der Eindimensionalität des PFB-K. Darüber hinaus wurde mithilfe einer Receiver-Operating-Characteristic(ROC)-Kurve die Sensitivität und Spezifität des Instrumentes berechnet. Für einen Cut-off-Wert von 12, was einem Prozentrang von 10 bzw. einem T-Wert von 37 entspricht, wird eine Sensitivität von .91 und eine Spezifität von .74 erreicht.

Für die PL liegen stützende Befunde hinsichtlich der Konstruktvalidität vor. So zeigten sich bedeutsame Zusammenhänge des Summenwertes der PL mit den Skalen "Globale Unzufriedenheit", "Affektive Kommunikation", "Problemlösung" und "Gemeinsame Freizeitgestaltung" des Fragebogens Einschätzung von Partnerschaft und Familie (EPF; Klann et al., 2006) in Höhe von r = .53 bis r = .61. Mit der Allgemeinen Depressionsskala (ADS; Hautzinger, Bailer, Hofmeister & Keller 2012) und der "Beschwerdenliste" (BL; Zerssen, 1976) korrelierte die PL zu r = .37 bzw. r = .30. Zwischen der PL und den Skalen des PFB liegen Korrelationen von r > .48 sowie für den Gesamtwert von r = -.69 vor (Job & Hahlweg, 2015). Die PL zeigte sich darüber hinaus sensitiv für Veränderungen. In einer Untersuchung von Klann (2002) wurden im Rahmen einer Paarberatung (n = 422 Personen) signifikante Unterschiede zwischen den Prä- und Post-Messungen ermittelt.
 

Normierung

Für die Normierung des PFB wurde eine bevölkerungsrepräsentative Stichprobe von insgesamt N = 1 114 Personen herangezogen (Hinz et al., 2001). Diese wurde durch das Meinungsforschungsinstitut USUMA (Berlin) im Jahre 1999 erhoben. Von den ursprünglich N = 1 580 Personen wurden jene von den Analysen ausgeschlossen, welche nicht in einer festen Partnerschaft lebten oder den PFB nicht vollständig ausfüllten. Die Normstichprobe ist wie folgt charakterisiert: Es wurden n = 545 Personen aus westlichen und n = 569 aus östlichen Bundesländern befragt. Das durchschnittliche Alter der Männer betrug 37.2 Jahre, das der Frauen 35.5 Jahre. Die Paare waren im Durchschnitt 13.3 Jahre zusammen und 78% hatten mindestens ein Kind (n = 870). Die Mehrheit der Paare schätzte ihre Partnerschaft als glücklich ein. Es werden Normwerte in Form von Prozenträngen, Staninewerten und T-Werten für die einzelnen Skalen und den Gesamtwert des PFB berichtet. Auf die Spezifizierung der Normen hinsichtlich Geschlecht und Alter wurde verzichtet, da lediglich geringe Effekte der Variablen gefunden wurden.

Die Normierung des PFB-K erfolgte 2011 im Rahmen einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts USUMA (Berlin). Insgesamt wurden N = 2 555 Personen befragt. In die Analyse wurden lediglich Daten von Personen einbezogen, die in einer Partnerschaft lebten und den Fragebogen vollständig ausgefüllt hatten. Die endgültige Normstichprobe bestand somit aus n = 1 390 Personen (n = 699 Männer, n = 691 Frauen, Altersdurchschnitt: 51 Jahre), von denen 93% eine hohe Beziehungsqualität und 7% eine niedrige Beziehungsqualität angaben. Es liegen Normwerte in Form von Prozenträngen, Staninewerten und T-Werten für den Gesamtwert des PFB-K vor. Auf die Spezifizierung der Normen hinsichtlich Alter und Geschlecht wurde bewusst verzichtet.

Die Normstichprobe für die PL setzt sich aus zwei Teilstichproben zusammen. Die erste Stichprobe (n = 495 Personen) wurde im Rahmen einer Evaluation der Vorgehensweise und spezifischen Auswirkungen in der Eheberatung erhoben und diente der Normierung der 1. Auflage der PL (Hahlweg & Klann, 1997; Klann & Hahlweg, 1996). Die zweite Teilstichprobe (n = 657 Personen) wurde im Rahmen einer Untersuchung von Klann (2002) erhoben, welche der Replikation der ersten Studie diente. Die Normstichprobe der PL umfasst damit insgesamt N = 1 152 Personen mit einem durchschnittlichen Alter von 39 Jahren (50% Frauen). Die Paare lebten im Durchschnitt seit 12 Jahren zusammen (90% verheiratet) und hatten überwiegend gemeinsame Kinder (78% ein oder mehr Kind/er). Es werden Normwerte in Form von T-Werten, Staninewerten und Prozenträngen für den Summenwert der PL für die beiden Gruppen "niedrige Beziehungsqualität" (n = 896) und hohe Beziehungsqualität (n = 142) berichtet.
 

Anwendungsmöglichkeiten

Die Fragebögen zur Partnerschaftsdiagnostik (FPD; Hahlweg, 2016) sind Verfahren zur Erfassung von Partnerschaftsqualität, Konfliktbereichen sowie zur Erhebung der Anamnese. Sie eignen sich für den Einsatz in der Paarberatung sowie der Psychotherapie für die Diagnostik, Therapieplanung und Evaluation. Darüber hinaus ist eine Anwendung der FPD in der Forschung möglich. Der PFB-K kann eingesetzt werden, wenn die Durchführung der Langform nicht praktikabel ist.
 

Bewertung

Die Fragebögen zur Partnerschaftsdiagnostik (FPD; Hahlweg, 2016) sind ein etabliertes und umfangreiches Instrument zur mehrdimensionalen Erfassung der Partnerschaftsqualität, der Konfliktbereiche sowie zur Erhebung der Anamnese. Sie liefern differenzierte Informationen, welche sinnvoll in der Beratung und Therapie von Paaren sowie Einzelpersonen genutzt werden können. Für Bereiche, in denen der Einsatz der ausführlichen Diagnostik zeitlich nicht möglich ist, stellt die aktuelle Version der FPD eine Kurzform des Partnerschaftsfragebogens zur Verfügung. Somit ist die FPD flexibel in unterschiedlichen Anwendungsbereichen einsetzbar. Hervorzuheben ist zudem die Möglichkeit der paarorientierten Auswertung, welche wertvoll für die Rückmeldung in der Therapie sein kann. Die Testmaterialien weisen ein ansprechendes und übersichtliches neues Layout auf. Das Testmanual gibt über alle wesentlichen Aspekte des Verfahrens zufriedenstellend Auskunft.
Die einzelnen Fragebögen weisen mittlere bis hohe interne Konsistenzen auf. Die Retestreliabilitäten sind als überwiegend gut einzustufen. Hinsichtlich der Validität liegen zahlreiche Befunde vor, welche die Konstrukt- und Kriteriumsvalidität der einzelnen Verfahren stützen.
Insgesamt betrachtet handelt es sich bei den Fragbögen zur Partnerschaftsdiagnostik um ein sehr relevantes Verfahren für Praxis und Forschung, welches über gute psychometrische Eigenschaften verfügt.
 

Literatur

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 Lena Antony (23.11.2016)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Questionnaires; Test Battery; Rating Scales; Test Norms; Marriage and Family Measures; Spouses; Clinical Psychology; Patient History; Couples Therapy; Marital Relations; Marital Conflict; Sexuality; Marital Satisfaction

Klassische Testtheorie; Fragebögen; Testbatterie; Rating-Skalen; Testnormen; Ehe- und Familiendiagnostik; Ehepartner; Klinische Psychologie; Krankengeschichte; Partnertherapie; Partnerbeziehungen; Partnerschaftskonflikt; Sexualität; Partnerschaftliche Zufriedenheit

 weitere Schlagworte:

1996 (1. Auflage); 2016 (2., neu normierte und erweiterte Auflage); Hogrefe TestSystem; Testing-on-Demand; Eingangsdiagnostik; ab 16 Jahre; bis 70 Jahre; Subskalen: 1 Partnerschaftsfragebogen: 1a Streitverhalten, 1b Zärtlichkeit, 1c Gemeinsamkeit/Kommunikation, 2 Problemliste, 3 Fragebogen zur Lebensgeschichte und Partnerschaft: 3a Lebensgeschichtliche Daten, 3b Differentialdiagnostische Daten, 3c Daten zur Partnerschaft, 3d Verhalten in Konfliktsituationen, 3e Sexualität; Normierungsjahr: 2011; Normstichprobe: 1114+1390+1152
 Klassifikation:

Klinische Psychodiagnostik; Ehe und Familie; Gruppen-, Familien- und Partnertherapie
Diagnostische Verfahren in der Ehe-, Partner- und Familientherapie
11.23
 Anwendungstyp: Clinical Diagnosis
 Art der Publikation: Test; Test in Print (90; 911)
 Sprache: German
 Übersetzungen: Afrikaans, Dutch, English, French, Italian, Spanish
 Land: Germany
 Publikationsjahr: 2016
 Änderungsdatum: 201704
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