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Basisdiagnostik Umschriebener Entwicklungsstörungen im Vorschulalter - Version III

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9007169
 

BUEVA-III - Basisdiagnostik Umschriebener Entwicklungsstörungen im Vorschulalter - Version III (PSYNDEX Tests Review)

 

Diagnostics for Defined Developmental Disabilities of Preschool Age Children - Version III/zpid

 Esser, G. & Wyschkon, A.
 (2016). BUEVA-III. Basisdiagnostik Umschriebener Entwicklungsstörungen im Vorschulalter - Version III [Testkoffer mit Manual, 10 Testheften, 10 Testheften Kurzform, Vorlagenmappe A (UT 1), Vorlagenmappe B (UT 3; UT 4), Vorlagenmappe C (UT 6; UT 7; UT 9), 10 Zeichenvorlagen UT 5 - Visuomotorik, Schablonensatz UT 5 - Visuomotorik, 10 Arbeitsblättern UT 10 - Aufmerksamkeit, Schablone UT 10 - Aufmerksamkeit, Laufmatte, Hüpfmatte]. Göttingen: Hogrefe.

Preis: 678,00 Euro (Test komplett; Stand: 9.3.2017)

 Bezugsquelle: Testzentrale Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Herbert-Quandt-Straße 4, D-37081 Göttingen ; E-Mail: testzentrale@hogrefe.de ; URL: http://www.testzentrale.de/ ; Stand: 1.5.2016.
 Adresse(n): o Prof. Dr. Günter Esser, Universität Potsdam, Department Psychologie, Karl-Liebknecht-Straße 24-25, D-14476 Potsdam, OT Golm ; E-Mail: gesser@uni-potsdam.de ; URL: http://www.uni-potsdam.de/clinical-psychology/lehrstuhlteam/ehemaliger-lehrstuhlinhaber/guenter-esser.html ; Stand: 28.2.2017
o Dr. Anne Wyschkon, Universität Potsdam, Department Psychologie, Karl-Liebknecht-Straße 24-25, D-14476 Potsdam, OT Golm ; E-Mail: awysch@uni-potsdam.de ; URL: http://www.psych.uni-potsdam.de/people/wyschkon/index-e.html ; Stand: 30.04.2012
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Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Mit der Basisdiagnostik Umschriebener Entwicklungsstörungen im Vorschulalter - Version III (BUEVA-III; Esser & Wyschkon, 2016) werden Umschriebene Entwicklungsstörungen bei Vorschulkindern frühzeitig erfasst. Auch im Rahmen von Schuleingangsuntersuchungen kann der Vorschultest angewandt werden.


Aufbau:
Die Testbatterie besteht aus 11 Subtests mit steigender Schwierigkeit und folgender Reihenfolge: (1) Nonverbale Intelligenz, (2) Verbale Intelligenz, (3) Rezeptive Sprache, (4) Expressive Sprache, (5) Visuomotorik, (6) Zahlen- und Mengenverständnis, (7) Artikulation, (8) Körperkoordination, (9) Phonologische Bewusstheit, (10) Aufmerksamkeit und (11) Arbeitsgedächtnis. Vierjährigen Kindern werden mit Ausnahme des Subtests "Rezeptive Sprache" weniger Items dargeboten als Fünf- bis Sechsjährigen. Für jeden Subtest werden Beispielitems dargeboten. Die Kurzform der BUEVA-III besteht aus folgenden Subtests: Nonverbale Intelligenz, Verbale Intelligenz, Expressive Sprache, Zahlen- und Mengenverständnis, Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis.


Grundlagen und Konstruktion:
Die BUEVA-III basiert auf der Klassischen Testtheorie und ist die dritte bzw. vierte Version der BUEVA-Reihe. Bereits 1980 wurde von Esser eine Vorversion der Testbatterie entwickelt und erprobt. Anhand von zwei Pretests mit N = 60 Kindergartenkindern erfolgte eine Auswahl und die Entwicklung von geeigneten Aufgaben. Ergebnisse zu den Durchführungs- und Auswertungsrichtlinien sowie zu Trennschärfe und Itemschwierigkeit der Items trugen zur Weiterentwicklung des Verfahrens bei. Die BUEVA umfasste sechs Subtests (Nonverbale Intelligenz, Artikulation, Expressive Sprache, Rezeptive Sprache, Sensumotorik, Aufmerksamkeit). Die zweite Version (BUEVA-II) wurde zur Aktualisierung der Normen (im Jahre 2005) und zur Erweiterung der bisherigen Subtests sowie des Altersgeltungsbereichs (Altersrange: 4;0 bis 6;5 Jahre) entwickelt. Eine Itemanalyse der Vorversion der BUEVA-III an N = 110 Kindergartenkindern (Alter: 45-75 Monate, M = 60.58, SD = 7.48) führte zur Eliminierung von ungeeigneten Items sowie zur Festlegung der Reihenfolge der Items nach Schwierigkeitsniveau. Außerdem konnten anhand der Zeichnungen der Kinder die Auswertungskriterien für den Subtest Visuomotorik bestimmt werden. Da unterdurchschnittliche Entwicklungen erfasst werden, befinden sich im Test größtenteils leichte Aufgaben, sodass sich die Trennschärfen meist im mittleren Bereich bewegen (rit = .11 - .69).
In der BUEVA-III wurden in Bezug zur Vorgängerversion (1) bisherige Subtests (Nonverbale Intelligenz, Visuomotorik, Aufmerksamkeit) durch neu entwickelte Tests ersetzt, (2) es wurden leichte Items für die Subtests "Verbale Intelligenz", "Expressive Sprache" und "Arbeitsgedächtnis" hinzugefügt, um im unteren Leistungsbereich besser zu differenzieren. (3) Es wurden neue Subtests aufgenommen: "Rezeptive Sprache", "Körperkoordination", "Zahlen- und Mengenverständnis" und "Phonologische Bewusstheit". (4) Die Normen wurden aktualisiert. Zudem liegen sie jetzt in 3-Monatsschritten statt in 6-Monatsschritten vor. (5) Neue Gesamtwerte liegen vor. (6) Die Bildvorlagen wurden komplett überarbeitet. (7) Eine Kurzform der BUEVA-III bestehend aus sechs Subtests liegt als Alternative zum umfangreichen Verfahren vor.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Die interne Konsistenz (Cronbachs Alpha) für alle Subtests sowie die Gesamtwerte getrennt nach den drei Altersgruppen wurde ermittelt, die im Durchschnitt zwischen Alpha = .80 und .90 liegen. Hohe interne Konsistenzen finden sich für die Gesamtwerte "Sprache" und "Entwicklungsstand" zwischen Alpha = .94 und .96. Altersunabhängige Alpha-Werte für die einzelnen Subtests bewegen sich zwischen Alpha = .73 (Artikulation) und .95 (Gesamtwert Sprache). Die Stabilität (Neun-Monate-Intervall) wurde durch die Korrelation der T-Werte zu beiden Zeitpunkten berechnet. Die Werte liegen für alle Subtests im niedrigen bis mittelhohen Bereich (rtt = .39 - .75). Die Werte für die Gesamtwerte zeigen mit Ausnahme von "Motorik" (rtt = .52) höhere Stabilitäten von rtt = .69 - .85. Die Profilreliabilität wurde nicht berechnet.
Validität: Die Interkorrelationen (nach Pearson) zwischen den einzelnen Subtests der BUEVA-III sowie zwischen den Gesamtwerten wurden ermittelt. Beim Auspartialisieren des Alters sinken die Korrelationskoeffizienten, die stärksten Zusammenhänge bleiben jedoch weiterhin als solche erhalten. Die Subtests erreichen Werte zwischen r = .12 und .69. Die Interkorrelationen zwischen den Gesamtwerten sowie dem Gesamtwert für die Kurzform liegen im höheren Bereich. So korrelieren z. B. die Gesamtwerte "Gesamtintelligenz" und "Sprache" mit r = .82 und der "Entwicklungsstand Langform" und "Entwicklungsstand Kurzform" mit r = .96. Als Nachweis für die konvergente Validität wurden mehrere Testverfahren, die einzelne Entwicklungsbereiche der BUEVA-III erfassen, miteinander korreliert. Alle Koeffizienten waren erwartungsgemäß positiv und mit einigen Ausnahmen über r = .40. Als Nachweis der Konstruktvalidität werden Effektstärken angegeben, z. B. konnten für den Sozioökonomischen Status der Eltern kleine bis mittelgroße Effekte (ES (w) = .14-.39) nachgewiesen werden. Weiterhin wurden die Angaben der Eltern über Entwicklungsbeeinträchtigungen des Kindes mit den Testergebnissen verglichen. Kinder, deren Artikulation von den Eltern als beeinträchtigt angegeben wurde, erreichten in dem Subtest "Artikulation" weniger Punkte als die Vergleichsgruppe. Für die prognostische Validität der einzelnen Entwicklungsbereiche wurden die Daten des SCHUES-Projekts mittels vier Erhebungszeitpunkten überprüft (t1 = vorletztes Kindergartenjahr, t2 = letztes Kindergartenjahr, t3 = zweites Halbjahr der 1. Klasse, t4 = zweites Halbjahr der 2. Klasse). Die BUEVA-III-Subtests eignen sich als Prädiktoren für Schulerfolg. Die Werte, die Kinder in der BUEVA-III erzielen, bleiben über ein bis drei Jahre sehr stabil. Dies konnte durch den Vergleich mit den Resultaten in der BUEGA nachgewiesen werden. Die Spezifität und die Sensitivität für ausgewählte Subtests der BUEVA-III wurden berechnet. Zum Messzeitpunkt t1 wurden für sechs Subtests, die die Gesamtintelligenz vorhersagen sollen, eine Sensitivität von 79% und eine Spezifität von 86% erreicht, während zum Messzeitpunkt t2 die Sensitivität und die Spezifität für fünf Subtests über 91% lag.
Normen: Im Rahmen der SCHUES-Studie wurden insgesamt N = 3 875 Datensätze aus wiederholten Messungen für die Normierung gesammelt. Die beiden Erhebungszeitpunkte (2011 und 2012) werden aufgrund eines Acht-Monat-Intervalls als zwei voneinander unabhängige Messungen angesehen. Die Stichprobe bestand aus Kindern zahlreicher Kitas aus dem nordöstlichen Bereich Deutschlands (Berlin, Potsdam, Brandenburg und Umgebung). Die Geschlechterverteilung für die einzelnen Altersgruppen ist etwa gleichgroß. Es liegen Normen in Form von T-Werten für alle Subtests-Rohwerte, die nach Alter in Dreimonatsstufen vorliegen. Außerdem werden für die Gesamtwerte T-Werte für alle Altersgruppen angegeben.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Die Basisdiagnostik Umschriebener Entwicklungsstörungen im Vorschulalter - Version III (BUEVA-III) von Esser und Wyschkon (2016) ist ein Vorschultest, welcher Umschriebene Entwicklungsstörungen erfasst.
Umschriebene Entwicklungsstörungen (UES) bzw. Teilleistungsstörungen nach den Kriterien der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10; Remschmidt, Schmidt & Poustka, 2006) erscheinen bei normalen Kindern, die keine Anzeichen einer Intelligenzminderung oder neurologisch bedingte Erkrankungen aufweisen. Sie sollen ausreichend gefördert sein. Auch darf eine UES nicht nach emotionalen oder Verhaltensproblemen zum Vorschein gekommen sein. Außerdem sollte die Differenz zur Durchschnittsintelligenz und zu Gleichaltrigen sehr groß sein. In der Praxis wählt man eine Standardabweichung von 1.5 (Esser & Wyschkon, 2016, S. 9).
Nach Remschmidt et al. (2006) werden vier Umschriebene Entwicklungsstörungen unterschieden: Artikulationsstörung, Expressive Sprachstörung, Rezeptive Sprachstörung und Umschriebene Entwicklungsstörung der motorischen Funktionen.
(1) Unter Artikulationsstörung werden starke Aussprachefehler verstanden, die z. B. durch Auslassungen, Verzerrungen oder durch Ersetzen von Lauten kenntlich werden und nicht nur bei schwierigen oder seltenen Wörtern auftreten.
(2) Eine Expressive Sprachstörung äußert sich durch die "Unfähigkeit des Kindes, die gesprochene Sprache auf einem seinen intellektuellen Fertigkeiten entsprechenden Niveau zu verwenden" (Esser & Wyschkon, 2016, S. 10). Beeinträchtigungen im Sprachverständnis sollten nicht vorliegen.
(3) Umgekehrt gilt bei einer Rezeptiven Sprachstörung, dass sich im Sprachverständnis und entsprechend in der Sprachproduktion deutliche Probleme zeigen.
(4) UES der motorischen Funktionen treten bei Kindern am häufigsten auf. Sie zeigen sich durch ungeschickte, unbeholfene und unkoordinierte Bewegungen. Auch die Visuomotorik zählt hierzu, d. h. die Koordination von Auge und Hand (Esser & Wyschkon, 2016, S. 10-13).
UES, die bis zum Schulalter persistieren, können langfristige Folgen haben, u. a. gravierende Schul- und Verhaltensprobleme bis hin zu psychischen Störungen. Etwa Dreiviertel der UES-Betroffenen schaffen beispielsweise keinen Schulabschluss (Esser & Wyschkon, 2016, S. 14-17).
Ziel des Verfahrens ist es, Kinder mit einer Gefährdung für Umschriebene Entwicklungsstörungen vor Schuleintritt zu identifizieren, um eine frühzeitige Förderung einzuleiten. Dies geschieht über die Erfassung von sog. Vorläuferfertigkeiten, die spätere Schulleistungen in einem Bereich vorhersagen können (Esser & Wyschkon, 2016, S. 18).
 

Testaufbau

Die Testbatterie besteht aus 11 Subtests mit unterschiedlicher Anzahl an Items. Vierjährigen Kindern werden mit Ausnahme im Subtest "Rezeptive Sprache" weniger Items dargeboten als Fünf- bis Sechsjährigen (siehe Angaben in Klammern). Die folgende Reihenfolge der Subtests soll bei der Testdurchführung eingehalten werden (Esser & Wyschkon, 2016, S. 145, S. 147 ff., S. 56, Tabelle 23):
(1) Nonverbale Intelligenz (25 bzw. 28 Items);
(2) Verbale Intelligenz (19 bzw. 23 Items);
(3) Rezeptive Sprache (18 Items);
(4) Expressive Sprache (17 bzw. 22 Items);
(5) Visuomotorik (31 Items; die Probanden sollen vier Kreise, Kreuze und Dreiecke zeichnen, die anhand von vier Kriterien beurteilt werden);
(6) Zahlen- und Mengenverständnis (20 bzw. 23 Items);
(7) Artikulation (10 bzw. 9 Items);
(8) Körperkoordination (14 Items);
(9) Phonologische Bewusstheit (Teil A: "Rahmen" mit 11 bzw. 14 Items; Teil B: "Laute erkennen" mit 8 Items);
(10) Aufmerksamkeit (keine definierte Itemzahl);
(11) Arbeitsgedächtnis (15 bzw. 18 Items).
Der Test beginnt mit dem Subtest "Nonverbale Intelligenz". Er dient zur Aufwärmung. Die Reihenfolge ist so gegliedert, dass das Schwierigkeitsniveau von Subtest zu Subtest steigt. Außerdem sorgt der Test so für ein abwechslungsreiches Testen. Es werden Beispielitems dargeboten, die vom Testleiter erklärt werden, damit der Proband die Aufgabe verstanden hat und bearbeiten kann (Esser & Wyschkon, 2016, S. 145).
Die Kurzform der BUEVA-III besteht aus folgenden Subtests: Nonverbale Intelligenz, Verbale Intelligenz, Expressive Sprache, Zahlen- und Mengenverständnis, Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis (Esser & Wyschkon, 2016, S. 178).
 

Auswertungsmodus

Mit Ausnahme der Subtests "Visuomotorik", "Körperkoordination" und "Aufmerksamkeit" werden für jede falsche Antwort bzw. nicht gelöste Aufgabe bzw. halbrichtige Lösung Null und für jede richtige Antwort ein Punkt vergeben (Esser & Wyschkon, 2016, S. 145-146). Die Anzahl der richtigen Antworten wird aufaddiert und es wird ein Subskalenwert gebildet. Bei dem Subtest "Visuomotorik" wird für jedes der vier Kriterien eine Zwischensumme berechnet und anschließend zusammengezählt. Für den Subtest "Körperkoordination" werden ebenfalls Zwischensummen gebildet (4 Items = vier Zwischensummen). Die Gesamtsumme für die Subtests ergibt sich aus der Addition der vier Zwischensummen. Ganz anders wird der Subskalenwert für den Subtest "Aufmerksamkeit" ermittelt. Hier werden die Treffer, die Auslassungsfehler und die Verwechslungsfehler ausgewertet. Am Schluss liegen zwei Werte vor, Tempo- und Gesamtleistung (S. 177). Der Wert für die Trefferzahl (Tempo) wird als Subskalenrohwert herangezogen.
Die einzelnen Rohwerte werden in das Auswertungsblatt eingetragen. Für jeden Subskalenrohwert werden die zugehörigen T-Werte aus den Normtabellen abgelesen Für die insgesamt neun T-Werte werden die entsprechenden IQ-Werte sowie Interpretationshinweise bzw. Kategorisierungen angegeben. Beispielsweise bedeuten T-Werte unter 24, dass eine "stark ausgeprägte Leistungsstörung" vorliegt und dass der IQ maximal bei 61 und darunter liegt (S. 177). Die T-Werte für jeden Subtest sollen auf dem Auswertungsblatt einzeln eingetragen werden. Danach werden die T-Wert-Summen für die Gesamtwerte ermittelt werden. Hierfür gibt es auf dem Auswertungsblatt eine entsprechende Zeile ("T-Werte Gesamtsumme"). Die Berechnung von Gesamtwerten ist neu im BUEVA-III. Insgesamt werden vier Gesamtscores bzw. T-Wert-Summen ermittelt (S. 177):
(1) Gesamtintelligenz = Nonverbale Intelligenz + Verbale Intelligenz;
(2) Sprache = Verbale Intelligenz + Rezeptive Sprache + Expressive Sprache + Phonologische Bewusstheit + Arbeitsgedächtnis;
(3) Motorik = Visuomotorik + Körperkoordination;
(4) Entwicklungstand = alle 11 Subtests (bei "Aufmerksamkeit" wird nur der Gesamtwert verwendet).
Für die Kurzform der BUEVA-III kann anhand der jeweiligen Subskalenrohwerte ein eigener Gesamtwert ("Entwicklungsstand - Kurzform") berechnet werden (Esser & Wyschkon, 2016, S. 178).
Der jeweilige Gesamtwert wird in einen T-Wert umgewandelt. Anders als bei den Subskalenrohwerten können die T-Werte für Gesamtwerte über 60 (max. T = 80) liegen, sodass "hochbegabte" Kinder erkannt werden können. Sollten beliebig vereinzelte Subtests erhoben werden, gilt es weiterhin, die Reihenfolge der Subtests einzuhalten (siehe unter "Testaufbau"). Hierbei ist jedoch eine Berechnung des Gesamtscores nicht mehr möglich (Esser & Wyschkon, 2016, S. 146).
Für die meisten Subtests gilt ein bestimmtes Abbruchkriterium (Ausnahme: Visuomotorik, Artikulation, Körperkoordination, Aufmerksamkeit). Es wird i. d. R. nach vier falschen Antworten abgebrochen. In dem Subtest "Expressive Sprache" gilt das Abbruchkriterium erst nach sechs falschen Antworten. Sollte das Abbruchkriterium überschritten werden, dürfen die Punkte über das Abbruchkriterium nicht mitgezählt werden.
Im Testheft gibt es einen Leitfaden zur Erstellung von Verdachtsdiagnosen wie "Verdacht auf eine Minderbegabung" oder "Verdacht auf eine Aufmerksamkeitsstörung" auf Basis der ermittelten T-Werte (Esser & Wyschkon, 2016, S. 178).
 

Auswertungshilfen

Als Auswertungshilfen liegen ausführliche Auswertungskriterien für jeden Subtest mit Beispielen vor (Esser & Wyschkon, 2016, S. 147 ff.). Des Weiteren werden Schablonen, Interpretationshinweise (S. 177-182), ein Leitfaden zur Erstellung von Verdachtsdiagnosen mit mehreren Fallbeispielen (S. 182-205) sowie Normtabellen bereitgestellt.
 

Auswertungszeit

Zur Auswertungszeit liegen keine Angaben vor.
 

Itembeispiele

Es wird ein Itembeispiel aus dem Subtest "Verbale Intelligenz" vorgestellt:
1. Kekse kann man essen, Saft kann man _____. (richtige Antwort: trinken)
 

Durchführung

 

Testformen

Die BUEVA-III liegt sowohl als Lang- als auch Kurzform vor. Der Test wird im Einzelsetting durchgeführt (Esser & Wyschkon, 2016).
 

Altersbereiche

Das Verfahren wurde für Vorschulkinder im Alter von 4;0 bis 6;5 Jahren konzipiert (Esser & Wyschkon, 2016, S. 8).
 

Durchführungszeit

Für die Durchführung der gesamten Testbatterie werden 40 bis 45 Minuten benötigt (Esser & Wyschkon, 2016, S. 8). Für die Kurzform liegt die Durchführungsdauer bei 20 bis 25 Minuten (S. 34).
 

Material

Im Testkoffer sind das Manual und die notwendigen Unterlagen enthalten. Zusätzlich wird ein Schreibgerät benötigt. Alle Testbestandteile können separat nachbestellt werden.

Materialliste Testkoffer (Stand: Januar 2017):
- Manual (Artikelnummer: 0149202)
- 10 Testhefte für die Langform (Artikelnummer: 0149203)
- 10 Testhefte für die Kurzform (Artikelnummer: 0149204)
- Vorlagemappe A für Subtest 1 (Artikelnummer: 0149205)
- Vorlagemappe B für Subtest 3 und 4 (Artikelnummer: 0149206)
- Vorlagemappe C für Subtest 6, 7 und 9 (Artikelnummer: 0149207)
- 10 Zeichenvorlagen für Subtest 5
- 2 Schablonen für Subtest 5 (Artikelnummer: 0149209)
- 10 Arbeitsblätter für Subtest 10
- 1 Schablone für Subtest 10 (Artikelnummer: 0149211)
- Laufmatte (Artikelnummer: 0149212)
- Hüpfmatte (Artikelnummer: 0149213)
- Koffer (Artikelnummer: 0149214)
- 1 rosafarbenes DIN-A4-Blatt.
 

Instruktion

Die Instruktionen sind vorgegeben und sollten wortwörtlich vorgelesen werden (Esser & Wyschkon, 2016, S. 145). Bei den Beispielitems darf nur im Falle von Verständigungsproblemen mit eigenen Worten erklärt werden (S. 147).
 

Durchführungsvoraussetzungen

Für die Testung werden ein fundiertes testdiagnostisches Wissen und Erfahrungen in der Testdurchführung vorausgesetzt. Dem Testleiter sollte bewusst sein, dass das Ergebnis für die Entwicklung des Kindes weitreichende Konsequenzen haben wird. Deswegen sollten die Instruktion, Auswertungsrichtlinien und Interpretationshinweise genauestens beachtet werden. Testleiterfehler sollten stets mitnotiert werden und fragwürdige Ergebnisse kritisch hinterfragt werden (Esser & Wyschkon, 2016, S. 146).
Die Testung sollte vormittags zwischen 8 bis 12 Uhr stattfinden, da die Kinder zu dieser Tageszeit leistungsstark, ausgeschlafen und satt sind sowie keinen Harndrang verspüren. Die Eltern der Kinder dürfen während der Testung in greifbarer Nähe sein, jedoch nicht im Untersuchungsraum mitanwesend sein (Esser & Wyschkon, 2016, S. 146).
Der Testleiter soll in der Aufwärmphase den Probanden bei den Treffern loben. Bei einem Versagen sollte Feedback gegeben werden, wobei der Proband nicht entmutigt werden soll. Positives Feedback wie Lob könnte die falsche Lösungsstrategie verstärken und sollte daher vermieden werden. Bei der eigentlichen Testung ist nur ein neutrales Feedback erlaubt, was wie z. B. "hmm" oder "ok" lauten kann. Kein Feedback führt dazu, dass Kleinkinder verunsichert werden. Dies sollte vermieden werden. Positives Feedback sollte ausschließlich nach Beendigung eines Subtests erfolgen und dann, wenn ein Kind beim wiederholten Mal einer Aufgabe nicht reagiert. Weiterhin ist zu beachten, dass die Items nicht in Frageform, sondern eher als Aufforderung gestellt werden sollten, um zu vermeiden, dass die Kinder die Aufgabe ablehnen. Auch sollten die richtigen Antworten nicht verraten werden, falls eine erneute Testung geplant wird (Esser & Wyschkon, 2016, S. 145-146). Bei Kindern mit Aufmerksamkeitsproblemen oder allgemeinen Entwicklungsrückständen dürfen nach Abschluss eines Subtests mehrere kurze Pausen eingelegt werden. Die Kinder sollen sich in dieser Zeit möglichst viel bewegen und entspannter werden (S. 147).
Beim Subtest "Körperkoordination" soll der Testleiter für eine fehlerfreie Bewertung des Zehen- und Hackengangs des Kindes in die Knie gehen, um die Füße genau im Blickfeld zu haben (Esser & Wyschkon, 2016, S. 35).
 

Testkonstruktion

Die BUEVA-III basiert auf der Klassischen Testtheorie und ist die dritte bzw. vierte Version der BUEVA-Reihe. Bereits 1980 wurde von Esser eine Vorversion der Testbatterie entwickelt und erprobt. 2002 kam die eigentliche erste BUEVA-Version von Esser auf den Markt (2002; siehe PSYNDEX Tests-Nr. 9004532). Anhand von zwei Pretests mit N = 60 Kindergartenkindern (je n = 30 Vier- & Fünfjährige) erfolgte eine Auswahl und die Entwicklung von geeigneten Verfahren (z. B. Columbia Mental Maturity Scale (CMM; Eggert, 1972), drei Subskalen des Psycholinguistischen Entwicklungstests (PET; Angermaier, 1977). Für Änderungsbedarf sorgten die Ergebnisse zu den Durchführungs- und Auswertungsrichtlinien sowie zur Trennschärfe und Itemschwierigkeit der Items. Die BUEVA umfasste die Subtests (1) Nonverbale Intelligenz, (2) Artikulation, (3) Expressive Sprache, (4) Rezeptive Sprache, (5) Sensumotorik und (6) Aufmerksamkeit. Die zweite Version, Basisdiagnostik Umschriebener Entwicklungsstörungen im Vorschulalter - Version II (BUEVA-II; Esser & Wyschkon, 2012; siehe PSYNDEX Tests-Nr. 9006481) wurde zur Aktualisierung der Normen (im Jahre 2005) und Erweiterung der bisherigen Subtests sowie des Altersgeltungsbereichs (Altersrange: 4;0 bis 6;5 Jahre) entwickelt. Die modifizierten und neuen Subtests der BUEVA-II waren (1) Nonverbale Intelligenz, (2) Verbale Intelligenz, (3) Visuomotorik, (4) Artikulation, (5) Expressive Sprache, (6) Aufmerksamkeit und (7) Arbeitsgedächtnis (Esser & Wyschkon, 2016, S. 28).
Eine Itemanalyse der Vorversion der BUEVA-III an N = 110 Kindergartenkindern (Alter: 45-75 Monate, M = 60.58, SD = 7.48) führte zur Eliminierung von ungeeigneten Items sowie zur Festlegung der Reihenfolge der Items nach Schwierigkeitsniveau. Außerdem konnten anhand der Zeichnungen der Kinder die Auswertungskriterien für den Subtest "Visuomotorik" bestimmt werden (Esser & Wyschkon, 2016, S. 36).
Die Itemschwierigkeit innerhalb einer Skala und zwischen allen Skalen unterscheidet sich stark voneinander. Da unterdurchschnittliche Entwicklungen erfasst werden, befinden sich im Test größtenteils leichte Aufgaben, sodass sich die Trennschärfen meist im mittleren Bereich bewegen (rit = .11 - .69). Die ersten Items einer Skala haben meist eine Schwierigkeit von P = .94 - .99, die mit jedem nachfolgenden Item sinkt. Für die Subtest "Visuomotorik" finden sich sogar Werte unter P = .50. Die Zeichnungen der Dreiecke gelten als schwer und werden von den wenigsten Kindern geschafft.
Neu in der BUEVA-III (Esser & Wyschkon, 2016, S. 8, S. 29-34.) sind folgende Punkte:
(1) Bisherige Subtests (Nonverbale Intelligenz, Visuomotorik, Aufmerksamkeit) wurden durch neu entwickelte Tests ersetzt.
(2) Es wurden leichte Items für die Subtests "Verbale Intelligenz", "Expressive Sprache" und "Arbeitsgedächtnis" hinzugefügt, um im unteren Leistungsbereich besser zu differenzieren. Im höheren Leistungsbereich kann weiterhin nicht weiter differenziert werden.
(3) Es wurden neue Subtests aufgenommen: "Rezeptive Sprache", "Körperkoordination", "Zahlen- und Mengenverständnis" und "Phonologische Bewusstheit". Die letzten beiden genannten Subtests weisen eine höhere Sensitivität für die Prognose von späteren UES auf.
(4) Die Normen wurden aktualisiert. Zudem liegen sie jetzt in 3-Monatsschritten statt in 6-Monatsschritten vor.
(5) Es liegen neue Gesamtwerte vor.
(6) Die Bildvorlagen wurden komplett überarbeitet.
(7) Eine Kurzform der BUEVA-III bestehend aus sechs Subtests liegt als Alternative zum umfangreichen Verfahren vor.
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Die Durchführungs- und Auswertungsobjektivität werden durch standardisierte Instruktionen und zahlreiche Auswertungshilfen (Auswertungskriterien, Schablonen, Normtabellen, Fallbeispiele) gewährleistet. Die Autoren geben an, dass beim Subtest "Artikulation" Auswertungsspielraum gegeben ist, wofür sie typische Artikulationsfehler im Manual vorstellen.
Die Beurteilerübereinstimmung wurde für den Subtest "Visuomotorik" durch die Korrelation der Itemrohwerte sowie des Gesamtrohwerts-Visuomotorik aus zwei unabhängigen Urteilen berechnet. Es konnten für alle Rohwerte sehr hohe Korrelationen zwischen beiden Ratern nachgewiesen werden. Sie lagen alle über r = .96. Dass beide Rater die exakt gleiche Punktzahl bei einem Item vergeben haben, lag bei mindestens 94% und maximal 99% der Fälle (n = 803 Kinder). Für den Subtestwert "Visuomotorik" war die Punktevergabe bei 78% der Fälle identisch (Esser & Wyschkon, 2016, S. 35-36).
 

Reliabilität

Die internen Konsistenzen (Cronbachs Alpha) für alle Subtests sowie die Gesamtwerte getrennt nach den drei Altersgruppen liegen im Durchschnitt zwischen Alpha = .80 und .90 (Esser & Wyschkon, 2016, S. 54-56). Für die Subtests zur nichtsprachlichen Intelligenz werden beispielsweise Werte zwischen Alpha = .83 und .88 angegeben. Ähnliche Ergebnisse werden für den Subtest "Zahlen- und Mengenverständnis" (Alpha = .84 - .89) oder für die "Verbale Intelligenz" (Alpha = .80 - .87) erreicht. Bei den Subtests "Rezeptive Sprache" und "Artikulation" liegen die internen Konsistenzen im schwachen bis ausreichendem Bereich (Alpha = .64 - .78). Hohe interne Konsistenzen finden sich für die Gesamtwerte "Sprache" und "Entwicklungsstand" zwischen Alpha = .94 und .96. Auch altersunabhängige Alpha-Werte für die einzelnen Subtests wurden berechnet. Diese sind in Tabelle 1 ersichtlich.

Tabelle 1
Interne Konsistenzen (Cronbachs Alpha) der Gesamtwerte der BUEVA-III in der Eichstichprobe (N = 3 875) (modifiziert nach Esser & Wyschkon, 2016, S. 56, Tabelle 23)
---------------------------------------- 
Untertest Alpha
----------------------------------------
Nonverbale Intelligenz .87
Verbale Intelligenz .87
Rezeptive Sprache .77
Expressive Sprache .87
Visuomotorik .84
Zahlen- und Mengenverstaendnis .90
Artikulation .73
Koerperkoordination .82
Phonologische Bewusstheit .89
Aufmerksamkeit (Gesamtwert) .88
Arbeitsgedaechtnis .86
----------------------------------------
Gesamtintelligenz .91
Sprache .95
Motorik .86
----------------------------------------

Die Stabilität (Neun-Monate-Intervall) wurde durch die Korrelation der T-Werte zu beiden Zeitpunkten berechnet. Die Werte liegen für alle Subtests im niedrigen bis mittelhohen Bereich (rtt = .39 - .75). Die Werte für die Gesamtwerte zeigen mit Ausnahme von "Motorik" (rtt = .52) höhere Stabilitäten. Die Korrelationskoeffizienten variieren hier zwischen rtt = .69 - .85.
Als Nachweis der Angemessenheit der Profilinterpretation werden altersunabhängige kritische Differenzen angegeben, die für signifikante Unterschiede zwischen zwei Subtests sprechen (Esser & Wyschkon, 2016, S. 58). Die Profilreliabilität wurde aber nicht berechnet.
 

Validität

Die Interkorrelation (nach Pearson) zwischen den einzelnen Subtests der BUEVA-III wurden ermittelt (Esser & Wyschkon, 2016, S. 58-62). Beim Auspartialisieren des Alters sinken die Korrelationskoeffizienten, die stärksten Zusammenhänge bleiben jedoch weiterhin als solche erhalten. Die Subtests "Artikulation", "Körperkoordination", "Aufmerksamkeit" und "Visuomotorik" weisen die niedrigsten Korrelationskoeffizienten auf (r = .12 - .41). Mittelhohe Zusammenhänge finden sich für "Zahlen- und Mengenverständnis" und "Phonologische Bewusstheit" mit r = .23 - .57. Werte über r = .60 konnte für die "Verbale Intelligenz" mit "Expressiver Sprache", "Arbeitsgedächtnis" und "Rezeptiver Sprache" gezeigt werden. Weitere hohe Zusammenhänge über .60 weisen die Subtests "Expressive Sprache" und "Arbeitsgedächtnis" auf. Ebenso wurden die Interkorrelationen zwischen den Gesamtwerten sowie dem Gesamtwert für die Kurzform berechnet, für die weitaus höhere Werte vorliegen. So korrelieren z. B. die Gesamtwerte "Gesamtintelligenz" und "Sprache" mit r = .82 und der "Entwicklungsstand Langform" und "Entwicklungsstand Kurzform" mit r = .96.
Als Nachweis für die konvergente Validität wurden mehrere Testverfahren, die einzelne Entwicklungsbereiche der BUEVA-III erfassen, miteinander korreliert (Esser & Wyschkon, 2016, S. 62-78). Eine Übersicht liefert Tabelle 2, in der die Koeffizienten aufgeführt werden.

Tabelle 2
Übersicht über die Koeffizienten (r) zur inneren kriterienbezogenen Validität der BUEVA-III (modifiziert nach Esser & Wyschkon, 2016, S. 79, Tabelle 44)
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BUEVA-III Kriteriumstest r N
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Nonverbale Intelligenz CPM .48 154
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Verbale Intelligenz Begriffe erkennen (HAWIVA-III) .66 188
Passiver Wortschatz (HAWIVA-III) .59 175
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Rezeptive Sprache Begriffe erkennen (HAWIVA-III) .57 188
Passiver Wortschatz (HAWIVA-III) .36 175
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Expressive Sprache Aktiver Wortschatz (HAWIVA-III) .64 195
Morphologische Regelbildung (SETK 3-5) .69 180
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Visuomotorik Abzeichnen (FEW-2) .46 119
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Zahlen- und Zaehlfertigkeiten (ZAREKI-K) .76 3456
Mengenverstaendnis Ziffernkenntnis (ZAREKI-K) .71 3454
Rechnen/Mengenerfassung (ZAREKI-K) .75 3445
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Artikulation Artikulation (KET-KID) .61 214
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Koerperkoordination Seitliches Hin- und Herspringen (KMS 3-6) .37 182
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Phonologische Bewusstheit Reimfolgen (P-ITPA) .31 133
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Aufmerksamkeit (Tempo) Aufmerksamkeit (Richtige) (BUEVA-II) .60 183
Aufmerksamkeit (Gesamt) Aufmerksamkeit (Gesamt) (BUEVA-II) .42 183
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Arbeitsgedaechtnis Reimfolgen (P-ITPA) .53 133
Phonologisches Arbeitsgedaechtnis fuer
Nichtwoerter (SETK 3-5) .55 3451
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Anmerkungen. Alle Koeffizienten wurden hochsignifikant (p < = .001). N = Stichprobengröße. CPM = Coloured Progressive Matrices (Raven, Raven & Court, 2002); HAWIVA-III = Hannover-Wechsler-Intelligenztest für das Vorschulalter - III (Ricken, Fritz, Schuck & Preuß, 2007); SETK 3-5 = Sprachentwicklungstest für drei- bis fünfjährige Kinder (Grimm, 2001); FEW-2 = Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung - 2 (Büttner, Dacheneder, Schneider, & Weyer, 2008); ZAREKI-K = Neuropsychologische Testbatterie für Zahlenverarbeitung und Rechnen bei Kindern - Kindergartenversion (Aster, Bzufka & Horn, 2009); KET-KID = Kognitiver Entwicklungstest für das Kindergartenalter (Daseking & Petermann, 2009); KMS 3-6 = Karlsruher Motorik-Screening für Kindergartenkinder (Bös, Bappert, Tittlbach & Woll, 2004); P-ITPA = Potsdam-Illinois Test für Psycholinguistische Fähigkeiten (Esser, Wyschkon, Ballaschk & Hänsch, 2010); BUEVA-II = Basisdiagnostik Umschriebener Entwicklungsstörungen im Vorschulalter - Version II (Esser & Wyschkon, 2012).

Aus der Tabelle 2 ist ersichtlich, dass alle Koeffizienten erwartungsgemäß positiv und mit einigen Ausnahmen über r = .40 liegen. Die Subtests "Verbale Intelligenz", "Expressive Sprache", "Zahlen- und Mengenverständnis" sowie "Aufmerksamkeit" (Tempoleistung) erreichen die höchsten Werte (Esser & Wyschkon, 2016, S. 79).
Die divergente Validität wurde mit den Kriterien "Erzieherinnenurteil" und "Elternurteil" untersucht (Esser & Wyschkon, 2016, S. 78-85). Die Korrelationskoeffizienten waren insgesamt im niedrigen Bereich. Die höchsten Zusammenhänge zeigen sich für den Subtest "Zahlen- und Mengenverständnis" (r = -.45 und .43).
Die Konstruktvalidität wurde anhand des Sozioökonomischen Status der Eltern gemessen (Esser & Wyschkon, 2016, S. 85-94). Es konnten kleine bis mittelgroße Effekte (ES (w) = .14 - .39) nachgewiesen werden. Weiterhin wurden die Angaben der Eltern über Entwicklungsbeeinträchtigungen des Kindes mit den Testergebnissen verglichen, die bei kleinen Effektstärken signifikant wurden. Kinder, deren Artikulation von den Eltern als beeinträchtigt angegeben wurde, erreichten in dem Subtest "Artikulation" weniger Punkte als die Vergleichsgruppe. Die erzielte Effektgröße von .07 ist dabei als sehr gering zu bezeichnen.
Für die prognostische Validität der einzelnen Entwicklungsbereiche (Esser & Wyschkon, 2016, S. 94-113) wurden die Daten des SCHUES-Projekts mittels vier Erhebungszeitpunkten überprüft (t1 = vorletztes Kindergartenjahr, t2 = letztes Kindergartenjahr, t3 = zweites Halbjahr der 1. Klasse, t4 = zweites Halbjahr der 2. Klasse). Die BUEVA-III-Ergebnisse in "Zahlen- und Mengenverständnis", "Arbeitsgedächtnis" und "Entwicklungsstand" zu t1 und t2 können den späteren Schulerfolg in der ersten und zweiten Klasse gut vorhersagen. Außerdem wurde überprüft, ob die BUEVA-III-Ergebnisse zu t1 und t2, die Ergebnisse in der Basisdiagnostik Umschriebener Entwicklungsstörungen im Grundschulalter (BUEGA; Esser, Wyschkon & Ballaschk, 2008) zu t3 und t4 vorhersagen können. Es zeigen sich erwartungsgemäß positive Zusammenhänge, die gering bis mittelhoch sind. Kinder mit durchschnittlicher und weit unterdurchschnittlicher Intelligenz, die in dem BUEVA-III schlecht abschneiden, schneiden mit dem BUEGA weiterhin schlecht ab. Die Spezifität und die Sensitivität für ausgewählte Subtests der BUEVA-III wurden berechnet. Zum Messzeitpunkt t1 wurden für sechs Subtests, die die Gesamtintelligenz vorhersagen sollen, eine Sensitivität von 79% und eine Spezifität von 86% erreicht, während zum Messzeitpunkt t2 die Sensitivität und die Spezifität für fünf Subtests über 91% lag (Esser & Wyschkon, 2016, S. 114-121). Auch in Bezug auf spätere Sprachstörungen konnte gezeigt werden, dass sprachliche Unterschiede zwischen den BUEGA-Gruppen "unauffällig", "Schwäche" und "expressive Sprachstörung" wie erwartet vorhanden sind (S. 128). Kinder mit einer Lese-Rechtschreibschwäche (t3) hatten zuvor mit der BUEVA-III ein auffälliges Ergebnis. Die größten Unterschiede bestanden zwischen den später unauffälligen und übrigen Kindern (S. 136). Kinder mit durchschnittlicher Rechenleistung im Schulalter hatten zuvor in allen BUEVA-III-Subtests mit Ausnahme des Subtests "Artikulation" höhere Punktwerte als diejenigen, die später Probleme beim Rechnen hatten (S. 144).
 

Normierung

Im Rahmen der schulbezogenen UES-Studie (SCHUES-Studie) wurden insgesamt N = 3 875 Datensätze für die Normierung gesammelt. Diese Daten setzten sich zum größten Teil aus wiederholten Messungen zusammen. Die Autoren geben an, dass beide Erhebungszeitpunkte (2011 und 2012) aufgrund eines Acht-Monat-Intervalls für die Normierung als zwei voneinander unabhängige Messungen angesehen werden können. Für die erste Erhebung wurden Daten von n = 1 909 Kindern gesammelt. Zum zweiten Messzeitpunkt waren n = 1 723 dieser Kindergartenkinder beteiligt, weitere n = 59 waren neu hinzugenommen, die in der ersten Erhebungsphase verhindert waren. Da darunter kaum Kinder waren, die zwischen 4;0 und 4;5 Jahre alt waren, wurden im Zeitraum April 2012 und Januar 2013 erneut Daten erhoben, wobei 112 Kinder im Alter von 4;6 bis 4;8 Jahren und 24 älter waren als 4;9 Jahre, die auf Wunsch der Eltern nachträglich mit aufgenommen wurden. Es wurden aus dieser Teilstichprobe n = 404 Datensätze gewonnen.
Die Stichprobe setzt sich zusammen aus Kindern zahlreicher Kitas aus dem nordöstlichen Bereich Deutschlands (Berlin, Potsdam, Brandenburg und Umgebung). Die Geschlechterverteilung für die einzelnen Altersgruppen ist etwa gleich groß. Der sozioökonomische Status der Eltern wurde ebenfalls berücksichtigt. Es gab weniger Eltern mit einfachen Berufen als erwartet wurde. Es liegen Normen in Form von T-Werten für alle Subtest-Rohwerte vor, die nach Alter in Dreimonatsstufen aufgelistet werden (Esser & Wyschkon, 2016, S. 36-43). Außerdem werden für die Gesamtwerte T-Werte angegeben, die für alle Altersgruppen gültig sind (S. 236-237).
 

Anwendungsmöglichkeiten

Die BUEVA-III wird bei Vorschulkindern eingesetzt zur frühzeitigen Erkennung von vorhandenen Umschriebenen Entwicklungsstörungen bzw. bei risikogefährdeten Kindern. Sie kann auch im Rahmen von Schuleingangsuntersuchungen angewandt werden (Esser & Wyschkon, 2016, S. 8). Mit dem Verfahren können mehrere Entwicklungsbereiche untersucht werden. Die Autoren betonen, dass es nicht zur Diagnostik von Hochbegabung geeignet ist (S. 36).
 

Bewertung

Die Basisdiagnostik Umschriebener Entwicklungsstörungen im Vorschulalter - Version III (BUEVA-III; Esser & Wyschkon, 2016) ist eine Testbatterie zur Erfassung Umschriebener Entwicklungsstörungen bei Vorschulkindern. Das Verfahren ist theoretisch fundiert, normiert, reliabel und valide. Es wurden zahlreiche Untersuchungen zur Validität durchgeführt. Die Profilreliabilität wird angesprochen, jedoch nicht ermittelt. In Bezug auf die Normdaten ist fraglich, ob messwiederholte Daten aufgrund der dadurch entstehenden Übungseffekte hierfür geeignet sind.
Die Vorteile der Vorschultestbatterie sind neben seiner relativen Durchführungsökonomie der breite Einsatzbereich. Die Kurzform mit sechs Subtests erweist sich ebenso als sehr nützlich für eine ökonomische Durchführung.
 

Literatur

  • Angermaier, M. (1977). Psycholinguistischer Entwicklungstests (PET). Manual (2., korrigierte Auflage). Weinheim: Beltz.
  • Aster, M. v., Bzufka, M. W. & Horn, R. R. (2009). Neuropsychologische Testbatterie für Zahlenverarbeitung und Rechnen bei Kindern - Kindergartenversion (ZAREKI-K). Frankfurt: Pearson.
  • Bös, K., Bappert, S., Tittlbach, S. & Woll, A. (2004). Karlsruher Motorik-Screening für Kindergartenkinder (KMS 3-6). Sportunterricht, 53 (3), 79-87.
  • Büttner, G., Dacheneder, W., Schneider, W. & Weyer, K. (2008). Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung - 2 (FEW-2). Deutsche Fassung des Development Test of Visual Perception, Second Edition (DTVP-2) von D. D. Hammill, N. A. Pearson & J. K. Voress. Göttingen: Hogrefe.
  • Daseking, M. & Petermann, F. (2009). KET-KID. Kognitiver Entwicklungstest für das Kindergartenalter. Göttingen: Hogrefe.
  • Eggert, D. (1972). Die Columbia Mental Maturity Scale als Individualtest für normalentwickelte Kinder im Alter von 3-10 Jahren. In D. Eggert (Hrsg.), Zur Diagnose der Minderbegabung. Ein Handbuch und Textbuch zur Testbatterie für geistig behinderte Kinder (TBGB) (S. 185-201). Weinheim: Beltz.
  • Esser, G. (1980). Über den Zusammenhang von Verhaltens- und Leistungsstörungen im Vorschulalter (und Grundschulalter). Unveröffentlichte Dissertation, Universität Mannheim.
  • Esser, G. (2002). BUEVA. Basisdiagnostik für umschriebene Entwicklungsstörungen im Vorschulalter. Göttingen: Beltz.
  • Esser, G. & Wyschkon, A. (2012). BUEVA-II. Basisdiagnostik Umschriebener Entwicklungsstörungen im Vorschulalter - Version II. Göttingen: Hogrefe.
  • Esser, G. & Wyschkon, A. (2016). BUEVA-III. Basisdiagnostik Umschriebener Entwicklungsstörungen im Vorschulalter - Version III. Göttingen: Hogrefe.
  • Esser, G., Wyschkon, A. & Ballaschk, K. (2008). BUEGA. Basisdiagnostik Umschriebener Entwicklungsstörungen im Grundschulalter. Göttingen: Hogrefe.
  • Esser, G., Wyschkon, A., Ballaschk, K. & Hänsch, S. (2010). P-ITPA. Potsdam-Illinois Test für Psycholinguistische Fähigkeiten. Deutsche Fassung des Illinois Test of Psycholinguistic Abilities, Third Edition (ITPA-3) von D.D. Hammill, N. Mather & R. Roberts. Göttingen: Hogrefe.
  • Grimm, H. (2001). SETK 3-5. Sprachentwicklungstest für drei- bis fünfjährige Kinder. Diagnose von Sprachverarbeitungsfähigkeiten und auditiven Gedächtnisleistungen. Göttingen: Hogrefe.
  • Raven, J. C., Raven, J. & Court, J. H. (2002). Raven's Progressive Matrices und Vocabulary Scales. Coloured Progressive Matrices mit der Parallelform des Tests und der Puzzle-Form. Deutsche Bearbeitung und Normierung Stephan Bulheller und Hartmut Häcker. Frankfurt/M.: Swets.
  • Remschmidt, H., Schmidt, M. & Poustka, F. (Hrsg.). (2006). Multiaxiales Klassifikationsschema für psychische Störungen des Kindes- und Jugendalters nach ICD-10 der WHO. Mit einem synoptischen Vergleich von ICD-10 und DSM-IV (5., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage). Bern: Huber.
  • Ricken, G., Fritz, A., Schuck, K.-D. & Preuß, U. (Hrsg.). (2007). HAWIVA-III. Hannover-Wechsler-Intelligenztest für das Vorschulalter - III. Bern: Huber.
 
 Gülay Karadere (07.02.2017)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Screening Tests; Test Norms; Pictorial Stimuli; Developmental Measures; Educational Psychology; Intelligence; Memory; Concentration; Articulation (Speech); Learning Disorders; Early Intervention; Remedial Education

Klassische Testtheorie; Screening Tests; Testnormen; Bild-Stimuli; Entwicklungstests; Pädagogische Psychologie; Intelligenz; Gedächtnis; Konzentration; Artikulation; Lernstörungen; Frühförderung; Förderunterricht

 weitere Schlagworte:

1980 (vorläufige Testbatterie); 2002 (BUEVA); 2012 (BUEVA-II); 2016 (BUEVA-III); Kurzform; Langform; 175 Items (4-Jährige); 195 Items (ab 5 Jahren); ab 4 Jahre; bis 6 Jahre; Bereiche: 1 Nonverbale Intelligenz, 2 Verbale Intelligenz, 3 Rezeptive Sprache, 4 Expressive Sprache, 5 Visuomotorik, 6 Zahlen- und Mengenverständnis, 7 Artikulation, 8 Körperkoordination, 9 Phonologische Bewusstheit, 10 Aufmerksamkeit, 11 Arbeitsgedächtnis; Normierungsjahr: 2012; Normstichprobe: 3875
 Klassifikation:

Entwicklungstests; Kognitive Prozesse; Kognitive Entwicklung und Wahrnehmungsentwicklung; Lernstörungen
Spezielle Tests zur kognitiven Entwicklung; Sonstige Leistungs-, Fähigkeits- oder Eignungstests
1.5; 4.99
 Anwendungstyp: Remedial Diagnosis
 Art der Publikation: Test; Test in Print (90; 911)
 Sprache: German
 Land: Germany
 Publikationsjahr: 2016
 Änderungsdatum: 201705
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