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Messung und Analyse psychischer Belastungen am Arbeitsplatz

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9007172
 

MAPS - Messung und Analyse psychischer Belastungen am Arbeitsplatz (PSYNDEX Tests Review)

 

Measure and Analysis of Mental Stress at Work/author
Synonym(e): MAPs

 Schiff, A. S., Zeglovits, E. & Michenthaler, G.
 (2014). MAPS. Messung und Analyse psychischer Belastungen am Arbeitsplatz [Manual und Fragebogen bzw. Online-Befragung]. Wien: Institut für empirische Sozialforschung GmbH (IFES).

Bibliotheksstandort: IFES-Bibliothek

 Bezugsquelle: IFES - Institut für empirische Sozialforschung GmbH, Teinfaltstraße 8, A-1010 Wien, Österreich ; E-Mail: ifes@ifes.at ; URL: http://www.ifes.at/ ; Stand: 2.11.2016.

 Adresse(n): o Anna Sophie Schiff, Mag.a, Statistikabteilung IFES, Teinfaltstraße 8, A-1010 Wien, Österreich ; E-Mail: anna.schiff@ifes.at ; URL: http://www.ifes.at/team/maga-anna-sophie-schiff ; Stand: 2.11.2016
o Georg Michenthaler, wissenschaftlicher Projektleiter, IFES, Teinfaltstraße 8, A-1010 Wien, Österreich ; E-Mail: georg.michenthaler@ifes.at ; URL: http://www.ifes.at/team/georg-michenthaler ; Stand: 2.11.2016
 WWW-Informationen:
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
MAPS ist ein Screeningverfahren, das explizit für die Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz entwickelt wurde. MAPS ermöglicht es Unternehmen, Belastungen, die zu Fehlbeanspruchungen führen können und somit ein Gesundheitsrisiko bergen, zu identifizieren und nach Tätigkeitsgruppen oder Organisationseinheiten - bis hin zum einzelnen Arbeitsplatz - zu lokalisieren.


Aufbau:
MAPS erfasst die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz entsprechend der DIN EN ISO 10075 (2004) anhand von 63 Fragen, die sich auf die vier Hauptskalen 1 Arbeitsanforderungen und Tätigkeiten, 2 Soziales- und Organisationsklima, 3 Arbeitsumgebung, 4 Arbeitsabläufe und Arbeitsorganisation sowie 12 Subskalen verteilen: 1 Arbeitsplatzbeschaffenheit, 2 Entgrenzung & Arbeitszeitgestaltung, 3 Geistige & emotionale Belastungen, 4 Institutionalisierte Unterstützung, 5 Kontakt & Kommunikation, 6 Körperliche Belastungen, 7 Motivationspotenzial, 8 Organisationskultur, 9 Orientierungsmängel & Arbeitsprozesse, 10 Qualifikationsprobleme, 11 Soziales Klima, 12 Umgebungsfaktoren.


Grundlagen und Konstruktion:
Die Testkonstruktion orientiert sich an den Vorgaben des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, 2013) und der DIN EN ISO 10075 (2004). Die Grundlage bilden arbeitspsychologische Theorien und Modelle, die sich mit Belastung, Beanspruchung und Stress im Kontext der Arbeitswelt befassen. Für die Entwicklung der Pilotversion von MAPS wurden mehrere Vorstudien durchgeführt. Eine repräsentative, österreichweite Erhebung mit N = 1 000 Befragten diente in der Entwicklungsphase als Datengrundlage. MAPS wurde bereits einmal überarbeitet, wobei Items ergänzt bzw. gestrichen wurden.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Die interne Konsistenz (Cronbachs Alpha) für den Gesamtwert beträgt Alpha = .89, die Retestreliabilitäten liegen über rtt = .80. Die Profilreliabilität wurde nicht berechnet.
Validität: Die Inhaltsvalidität wird durch Heranziehung umfangreicher theoretischer Modelle sowie Expertenurteile gewährleistet. Die Konstruktvalidität wurde durch konfirmatorische Faktorenanalysen nachgewiesen und die Kriteriumsvalidität durch korrelative Zusammenhänge mit Außenkriterien belegt.
Normen: Normen liegen derzeit noch nicht vor.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Die Entwicklung des Verfahrens "Messung und Analyse psychischer Belastungen am Arbeitsplatz" (MAPS; Schiff, Zeglovits & Michenthaler, 2014) orientierte sich einerseits an den gesetzlichen Vorgaben zur Evaluierung psychischer Belastungen (Paragraph 4 und 7 ASchG, Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, 2013; DIN EN ISO 10075, Deutsches Institut für Normung e.V. et al., 2012) und zum anderen an gängigen arbeitspsychologischen Theorien, die sich mit den Konzepten Belastung und Stress im Kontext von Arbeitssituationen auseinandersetzen. Neben dem Belastungs-Beanspruchungs-Konzept (Rohmert, 1983; Nawrath, 2005) sind auch folgende Theorien als theoretische Fundierung für MAPS zu nennen: Kriterien für menschengerechte Arbeitsgestaltung (Hacker & Richter, 1984; Ulich, 2001), Handlungstheorie (Hacker, 1978), Job Characteristics Model (Hackman & Oldham, 1980), Modell der Regulationserfordernisse und -behinderungen (Österreich & Volpert, 1987; Ulich, 2001), Integriertes Modell zu Arbeit, Gesundheit und Leistung (Glaser & Herbig, 2012), Transaktionales Stressmodell (Lazarus & Folkman, 1984), Anforderungs-Kontroll-Modell (Karasek & Theorell, 1990) und Modell der beruflichen Gratifikationskrisen (Siegrist, 1996).
Seit Mai 2015 ist MAPS nun in dieser Form erfolgreich im Einsatz.
 

Testaufbau

In 59 Einzelfragen bildet MAPS die vier Hauptdimensionen psychischer Belastungen am Arbeitsplatz ab:
(1) Aufgabenanforderungen und Tätigkeiten
(2) Sozial- und Organisationsklima
(3) Arbeitsumgebung
(4) Arbeitsabläufe und Arbeitsorganisation.
Erhoben werden auftretende objektive Belastungen und nicht damit verbundene subjektive Beanspruchungen.
Zudem findet eine Unterteilung in 12 Subskalen statt: 1 Arbeitsplatzbeschaffenheit, 2 Entgrenzung & Arbeitszeitgestaltung, 3 Geistige & emotionale Belastungen, 4 Institutionalisierte Unterstützung, 5 Kontakt & Kommunikation, 6 Körperliche Belastungen, 7 Motivationspotenzial, 8 Organisationskultur, 9 Orientierungsmängel & Arbeitsprozesse, 10 Qualifikationsprobleme, 11 Soziales Klima, 12 Umgebungsfaktoren.
Die vier Hauptskalen werden den Befragten in Form von Frageblöcken in festgelegter Reihenfolge vorgegeben. Die Antwortmöglichkeiten sind auf einer vierstufigen Skala von "trifft sehr zu" bis "trifft gar nicht zu" kodiert. Nach jedem Frageblock haben die Teilnehmer/innen die Möglichkeit Anmerkungen oder Ergänzungen als freien Text in ein dafür vorgesehenes Feld einzutragen. Dem Hauptfragebogen werden üblicherweise mehrere Zusatz- und spezifische Hintergrundfragen vorangestellt, die je nach Organisationstruktur und Zielgruppe angepasst werden. Anhand dieser Basisdaten ist es später möglich, die Antworten nach bestimmten Kriterien auszuwerten.
Neben den 59 Items beinhaltet der Test vier weitere Items im offenen Frageformat.
 

Auswertungsmodus

Neben der Ergebnisdarstellung auf Itemebene werden die Items einer Subskala jeweils zu Indizes verrechnet. Die Erstellung einer Belastungsmatrix und die Berechnung von Belastungsprofilen ermöglichen optimale Vergleichsmöglichkeiten, sodass kritische Bereiche schnell erkannt werden können.
 

Auswertungshilfen

Es steht keine PC-Software für die Auswertung zur Verfügung. Es kann bei Bedarf allerdings als Auswertungshilfe eine entsprechende SPSS-Syntax bereitgestellt werden.
Die Formeln für die Berechnung der Skalenmittelwerte und die Anleitung für die Erstellung der Belastungsmatrix inkl. aller Belastungsprofile finden sich im Manual. Überdies werden Hinweise zur Interpretation der Ergebnisse gegeben.
 

Auswertungszeit

Nachdem kein standardisiertes Auswertungstool hinterlegt ist, hängt die Auswertungsdauer von den jeweiligen individuellen Interessen und Bedürfnislagen (gewünschte Anzahl an auszuwertenden Gruppen und Detaillierungsgrad) ab. Nach Vorliegen der Daten kann eine übersichtsartige Basisauswertung innerhalb eines Halbtages erstellt werden.
 

Itembeispiele

Als Beispiele von einzelnen Inhalten der insgesamt 59 Items sind zu nennen: Handlungsspielraum, Betriebsklima, Informationsfluss, unklare Zuständigkeiten, Arbeitszeit, körperliche Belastungen, Einschulung und Weiterbildungsmöglichkeiten.
 

Durchführung

 

Testformen

Das Instrument kann als Online-Befragung aber auch als Paper-Pencil-Fragebogen verwendet werden. MAPS ist vorerst in zwei Sprachen verfügbar: Deutsch und Englisch.
 

Altersbereiche

Nachdem es sich um die Erfassung von arbeitsbedingten psychischen Belastungsfaktoren handelt, werden Altersstufen von 15 bis 69 Jahren erfasst.
 

Durchführungszeit

Die Durchführung dauert durchschnittlich ca. 10 bis 15 Minuten.
 

Material

Das Online-Verfahren benötigt internetfähige Medien wie PC, Tablet oder Smartphone zur Dateneingabe und kann daher überall angewendet werden, wo es einen Zugang zum Internet gibt. Eine Durchführung als PC-gestütztes Offline-Verfahren ist ebenfalls möglich. Für die Papierversion kann der Fragebogen ausgedruckt werden.
 

Instruktion

Die Instruktion erfolgt vor dem Start der Online-Befragung bzw. ist auf der ersten Seite des Papierfragebogens aufgedruckt. Die Testperson wird über den Zweck der Erhebung, die Themen des Fragebogens sowie über die technische Durchführung mit Verweis auf eine Info-Hotline informiert und erhält anschließend eine Erklärung zur Bedeutung der Skalenpunkte. Zudem wird auf strikte Wahrung der Anonymität hingewiesen, dass die persönliche Einschätzung zählt und es keine richtigen oder falschen Antworten gibt.
 

Durchführungsvoraussetzungen

Seitens des Instituts für empirische Sozialforschung GmbH (IFES) wird die Durchführung durch eine zertifizierte Arbeits- und Organisationspsychologin gesteuert und betreut. Mit dem Testunternehmen werden mit dem Projektteam klare Vereinbarungen zur Optimierung der Rahmenbedingungen für einen validen Test getroffen (z. B. intensive Vorabkommunikation, Gewährleistung einer unbeeinflussten Testteilnahme, Incentives für Testteilnahme - Durchführung während der Arbeitszeit ...). Das Verfahren eignet sich für Gruppen ab zumindest ca. 10 TeilnehmerInnen.
 

Testkonstruktion

Auf Basis umfangreicher theoretischer Grundlagen (siehe unter "Theoretischer Hintergrund") wurde die Erstversion von MAPS entwickelt, die an einer repräsentativen Stichprobe von N = 1 000 Personen in Österreich getestet wurde. Anhand dieser Daten wurden zahlreiche testtheoretische Analysen durchgeführt, die auch auf Schwachstellen hinwiesen. Nach einer Überarbeitung wurde im Juni 2014 schließlich die erste offizielle Version von MAPS fertiggestellt. Seit 2015 liegt eine erneut überarbeitete Version der MAPS vor, welche mithilfe von IFES als ein den hohen Anforderungen nach Objektivität, Validität und Reliabilität genügendes Screeningverfahren zum Einsatz kommt. Das Ziel ist es, Belastungen umfassend und generalisiert zu ermitteln und die weiteren Schritte der Bewertung, Maßnahmenentwicklung und -durchführung zu unterstützen.
MAPS entspricht den Kriterien der DIN EN ISO 10075-3 (2004) und ist unter besonderer Berücksichtigung der Novelle des ASchG (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, 2013) konzipiert worden.
 

Gütekriterien

 

Objektivität

MAPS ist grundsätzlich als Fragebogen konzipiert, der von den Respondenten selbst ausgefüllt werden muss, daher ist die Anwesenheit eines Testleiters nicht vorgesehen. Aufgrund dessen ist davon auszugehen, dass die Befragten in ihrem Antwortverhalten nicht durch einen "Untersucher" beeinflusst werden. Die standardisierte Instruktion vor der Bearbeitung des Fragebogens stellt sicher, dass alle Befragten die gleiche Ausgangssituation haben. Aufgrund der genannten Erläuterungen kann für MAPS die Durchführungsobjektivität als gegeben angenommen werden.
Die Auswertungsobjektivität ist aufgrund der eindeutigen Verrechnungsvorschriften insofern gewährleistet, als unterschiedliche Auswerter zum selben Ergebnis kommen, sofern die dafür erforderlichen Schritte korrekt ausgeführt werden. Die Auswertung obliegt grundsätzlich dem IFES.
In der Beschreibung des Instruments finden sich klare Hinweise zur inhaltlichen Bedeutung möglicher Ergebnisse. Dadurch wird der Interpretationsspielraum minimiert und zugleich verhindert, dass Anwender zu unterschiedlichen Ergebnisinterpretationen gelangen. Die Interpretationsobjektivität kann daher für MAPS als gegeben betrachtet werden.
 

Reliabilität

Tabelle 1 beschreibt die Interne Konsistenz (Cronbachs Alpha) der Hauptskalen.

Tabelle 1
Interne Konsistenz (Cronbachs Alpha) der vier Hauptskalen des MAPS
------------------------------------------------------------ 
Skalen Cronbachs Alpha
------------------------------------------------------------
Arbeitsanforderungen & Arbeitstaetigkeiten .64
Sozial- und Organisationsklima .83
Arbeitsumgebung .68
Arbeitsablaeufe & Arbeitsorganisation .80
------------------------------------------------------------
Gesamt .89
------------------------------------------------------------

Screening-Instrumente, also Messungen der Präzisionsstufe II, müssen laut DIN EN ISO 10075-3 (2004) mindestens eine Messgenauigkeit von = .80 erreichen. Die entsprechenden Ergebnisse für MAPS belegen eine teilweise zufriedenstellende Reliabilität des Instruments. Im Gesamtwert erreicht MAPS eine Reliabilität (Cronbachs Alpha) von Alpha = .89 (siehe Tabelle 1) und liegt damit über den geforderten Koeffizienten - die Teildimensionen erfüllen den Grenzwert von .80 in zwei von vier Fällen. Bei den Hauptskalen Arbeitsanforderungen sowie Arbeitsumgebung handelt es sich nur bedingt um psychologische Konstrukte im herkömmlichen Sinn. Aus sachlichen Gründen müssen zwischen den Indikatoren (z. B. Lärm, Hitze etc.) keine Korrelationen bestehen.
Die Retestreliabilitäten liegen bei allen vier Dimensionen über rtt = .80, was für eine sehr hohe Stabilität der Items spricht.
Die Profilreliabilität wurde nicht berechnet.
 

Validität

Inhaltsvaldität:
MAPS wurde auf Basis umfangreicher inhaltlicher Vorarbeiten entwickelt. Die Auswahl der Items basiert auf fundierten theoretischen Modellen, die auch die Struktur des Fragebogens unterstützen. Für alle abgefragten psychischen Belastungen sind Belege angeführt, die die Relevanz der erfragten Merkmale untermauern. Zudem orientiert sich der strukturelle Aufbau eng an den Vorgaben der DIN EN ISO 10075-3 (2004) und den Empfehlungen des Arbeitsinspektorats. MAPS liegt also eine solide theoretische Argumentationsbasis zugrunde, die in Bezug auf die inhaltliche Gültigkeit keine Zweifel offen lässt.
Zusätzlich zu den zahlreichen Belegen wurden mehrere Expertengespräche durchgeführt, die unter anderem der Absicherung der Inhaltsvalidität dienten. Insbesondere konnten die Diskussionen mit den Fachexperten bestätigen, dass die Auswahl der Items, die in MAPS enthalten sind, repräsentativ für das gefragte Konstrukt ist. Inhaltsvalidität kann daher für MAPS als gegeben angenommen werden.

Kriteriumsvalidität:
Um die Kriteriumsvalidität zu überprüfen, wurden die Items von MAPS mit externen Außenkriterien korreliert, die durch den Arbeitsklima-Index (Arbeiterkammer Oberösterreich, IFES - Institut für empirische Sozialforschung GmbH & SORA Institute for Social Research and Consulting, 1997) abgebildet wurden. Es zeigen sich mit allen überprüften Kriterien signifikante Korrelationen.

Konstruktvalidität:
Für alle vier Hauptskalen wurde die Konstruktvalidität anhand von konfirmatorischen Faktorenanalysen gezeigt.
 

Normierung

Es liegen keine Normtabellen vor. Allerdings können die Ergebnisse anhand von Benchmarks beurteilt werden.
 

Anwendungsmöglichkeiten

MAPS ist ein Screeningverfahren, das explizit für die Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz entwickelt wurde. In diesem Zusammenhang sind folgende Anwendungsbereiche intendiert: Organisationsdiagnostik, Forschung, Erstellung von einschlägigen Datenbanken mit dem mittelfristigen Ziel einer Normierung.
MAPS ermöglicht es Unternehmen, Belastungen, die zu Fehlbeanspruchungen führen können und somit ein Gesundheitsrisiko bergen, zu identifizieren und nach Tätigkeitsgruppen oder Organisationseinheiten - bis hin zum einzelnen Arbeitsplatz - zu lokalisieren. Damit unterstützt MAPS die Feststellung des Handlungsbedarfs und erleichtert die Konzeption und Priorisierung der gegensteuernden Maßnahmen.
 

Bewertung

MAPS ist ein wissenschaftlich fundiertes und ökonomisches Verfahren, das die Vorgaben der DIN EN ISO 10075-3 (2004) erfüllt und den Anforderungen der psychologischen Testtheorie genügt. Das praxiserprobte Instrument liefert zuverlässige Informationen über die Ausprägungen vorhandener psychischer Belastungen am Arbeitsplatz.
Das Verfahren erlaubt die Ermittlung arbeitsbedingter psychischer Belastungen, indem Arbeitsplatzinhaber zu den Arbeitstätigkeiten und Aufgabenanforderungen, dem Sozial- und Organisationsklima, der Arbeitsumgebung sowie zu Arbeitsabläufen und Arbeitsorganisation befragt werden. Die Ergebnisse ermöglichen eine gezielte Identifikation kritischer Arbeitsplatzbedingungen und weisen auf erhöhte Gesundheitsrisiken aufgrund von negativen psychischen Belastungen hin. Zugleich geben die resultierenden Ergebnisse erste Anhaltspunkte für die Ableitung geeigneter Maßnahmen.
Um Ergebnisse anhand von Normtabellen einordnen zu können, wird aktuell an der Erstellung solcher Eichtabellen gearbeitet. Um die Einsatzmöglichkeiten in sämtlichen heimischen Unternehmen zu ermöglichen, sind Übersetzungen des Instruments in weitere Sprachen (vorrangig türkisch/kurdisch, serbisch/kroatisch/bosnisch) angedacht.
 

Literatur

  • Allgemeine Unfallversicherungsanstalt. (2013). ArbeitnehmerInnenschutzgesetz. Überarbeitete Ausgabe 2013 mit Anmerkungen, Verweisen und Stichwortverzeichnis. Wien: Allgemeine Unfallversicherungsanstalt.
  • Arbeiterkammer Oberösterreich, IFES - Institut für empirische Sozialforschung GmbH & SORA Institute for Social Research and Consulting. (Hrsg.). (1997). Arbeitsklima Index. Linz: Arbeiterkammer Oberösterreich.
  • DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Demerouti, E., Fergen, A., Glaser, J., Herbig, B., Hofmann, A., Nachreiner, F., Packebusch, L. & Seiler, K. (Hrsg.). (2012). Psychische Belastung und Beanspruchung am Arbeitsplatz Inklusive DIN EN ISO 10075-1 bis -3. Berlin: Beuth.
  • DIN EN ISO 10075-1, Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung. Teil 1: Allgemeines und Begriffe (ISO 10075-1:2000).
  • DIN EN ISO 10075-2, Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung. Teil 2: Gestaltungsgrundsätze (ISO 10075-2:2000).
  • DIN EN ISO 10075-3, Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung. Teil 3: Grundsätze und Anforderungen an Verfahren zur Messung und Erfassung psychischer Arbeitsbelastung (ISO 10075-3:2004).
  • Glaser, J. & Herbig, B. (2012). Modelle der psychischen Belastung und Beanspruchung. In DIN Deutsches Institut für Normung e.V., E. Demerouti, A. Fergen, J. Glaser, B. Herbig, A. Hofmann, F. Nachreiner, L. Packebusch & K. Seiler (Hrsg.), Psychische Belastung und Beanspruchung am Arbeitsplatz inklusive DIN EN ISO 10075-1 bis -3 (S. 17-27). Berlin: Beuth.
  • Hacker, W. (1978). Allgemeine Arbeits- und Ingenieurpsychologie (2. Auflage) (Schriften zur Arbeitspsychologie, Band 20). Bern: Huber.
  • Hacker, W. & Richter, P. (1984). Psychische Fehlbeanspruchung. Psychische Ermüdung, Monotonie, Sättigung, Stress. Berlin: Deutscher Verlag der Wissenschaften.
  • Hackman, J. R. & Oldham, G. R. (1980). Work redesign. Reading, MA: Addison-Wesley.
  • Karasek, R. A. & Theorell, T. (1990). Healthy work. Stress, productivity, and the reconstruction of working life. New York: Basis Books.
  • Lazarus, R. S. & Folkman, S. (1984). Stress, appraisal, and coping. New York: Springer.
  • Nawrath, C. (2005). Psychische Belastungen und Beanspruchungen. In Bundesverband der Unfallkassen (Hrsg.), Psychische Belastungen am Arbeits- und Ausbildungsplatz - ein Handbuch. Phänomene, Ursachen, Prävention (S. 11-16). München: Bundesverband der Unfallkassen.
  • Oesterreich, R. & Volpert, W. (1987). Handlungstheoretisch orientierte Arbeitsanalyse. In J. Rutenfranz & U. Kleinbeck (Hrsg.). Arbeitspsychologie (Enzyklopaedie der Psychologie, Themenbereich D, Serie III, Band 1. S. 43-73). Goettingen: Hogrefe.
  • Rohmert, W. (1983). Formen menschlicher Arbeit. In W. Rohmert & J. Rutenfranz. Praktische Arbeitsphysiologie (3., neubearbeitete Auflage). Stuttgart: Thieme.
  • Schiff, A. S., Zeglovits, E. & Michenthaler, G. (2014). MAPS. Messung und Analyse psychischer Belastungen am Arbeitsplatz. Wien: Institut für empirische Sozialforschung GmbH (IFES).
  • Siegrist, J. (1996). Soziale Krisen und Gesundheit. Eine Theorie der Gesundheitsförderung am Beispiel von Herz-Kreislauf-Risiken im Erwerbsleben. Göttingen: Hogrefe.
  • Ulich, E. (2001). Arbeitspsychologie (5. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage). Stuttgart: Schäffer-Poeschl.
 
 Autorenbeschreibung: Anna Sophie Schiff und Georg Michenthaler (28.10.2016)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Computerized Assessment; Questionnaires; Rating Scales; Screening Tests; Industrial and Organizational Psychology; Stress; Occupational Stress; Work Load; Working Conditions

Klassische Testtheorie; Computergestützte Messung; Fragebögen; Rating-Skalen; Screening Tests; Arbeits- und Organisationspsychologie; Stress; Beruflicher Stress; Arbeitsbelastung; Arbeitsbedingungen

 weitere Schlagworte:

2014; PsyBel Expert; Belastungsmatrix; Belastungsprofile; 63 Items; Hauptdimensionen: 1 Aufgabenanforderungen und Tätigkeiten, 2 Sozial- und Organisationsklima, 3 Arbeitsumgebung, 4 Arbeitsabläufe und Arbeitsorganisation; Subskalen: 1 Arbeitsplatzbeschaffenheit, 2 Entgrenzung & Arbeitszeitgestaltung, 3 Geistige & emotionale Belastungen, 4 Institutionalisierte Unterstützung, 5 Kontakt & Kommunikation, 6 Körperliche Belastungen, 7 Motivationspotenzial, 8 Organisationskultur, 9 Orientierungsmängel & Arbeitsprozesse, 10 Qualifikationsprobleme, 11 Soziales Klima, 12 Umgebungsfaktoren; Normierungs-/Untersuchungsjahr: 2015; Stichprobe(n): 1000
 Klassifikation:

Gesundheitspsychologische Tests; Berufs- und arbeitspsychologische Tests; Arbeitsbedingungen und Arbeitssicherheit; Arbeitnehmereinstellungen und Arbeitszufriedenheit
Verfahren zur Ermittlung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz
7.3.1.4
 Anwendungstyp: Job, Task, & Behavior Analysis
 Art der Publikation: Test; Unpublished Paper (90; 921)
 Sprache: German
 Übersetzungen: English
 Land: Austria
 Publikationsjahr: 2014
 Änderungsdatum: 201611
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