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Fragebogen zu glücksspielbezogenen Problemen im Jugendalter

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9007176
 

FGP-J - Fragebogen zu glücksspielbezogenen Problemen im Jugendalter (PSYNDEX Tests Review)

 

Questionnaire for Gambling-related Problems in Adolescence/zpid

 Hayer, T., Meyer, G. & Petermann, F.
 (2016). FGP-J. Fragebogen zu glücksspielbezogenen Problemen im Jugendalter [Testmappe mit Manual und 25 Fragebögen]. Göttingen: Hogrefe.

Preis: 86,00 Euro (Test komplett; Stand: 27.7.2017)

 Bezugsquelle: Testzentrale Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Herbert-Quandt-Straße 4, D-37081 Göttingen ; E-Mail: testzentrale@hogrefe.de ; URL: http://www.testzentrale.de/ ; Stand: 1.11.2017.
 Adresse(n): o Dr. Tobias Hayer, Universität Bremen, Institut für Psychologie und Kognitionsforschung, Bibliothekstraße 1, D-28359 Bremen ; E-Mail: tobha@uni-bremen.de ; URL: https://www.ipk.uni-bremen.de/de/mitglieder/hayer/hayer.html ; Stand: 21.10.2016
o Prof. Dr. Gerhard Meyer, Universität Bremen, Institut für Psychologie und Kognitionsforschung, Bibliothekstraße 1, D-28359 Bremen ; E-Mail: gerhard.meyer@uni-bremen.de ; URL: https://www.ipk.uni-bremen.de/de/mitglieder/meyer/meyer.html ; Stand: 21.10.2016
o Prof. Dr. Franz Petermann bei PsychAuthors: https://www.zpid.de/psychauthors/index.php?wahl=forschung&uwahl=psychauthors&uuwahl=p00366FP
 WWW-Informationen:
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Der FGP-J ist ein Screening-Verfahren zur möglichst frühzeitigen Identifikation von Entwicklungsabweichungen bzw. Hochrisikogruppen für glücksspielbezogene Probleme und eignet sich somit für den Einsatz in der (schul-)psychologischen Beratung, psychotherapeutischen Praxis und Forschung.


Aufbau:
Der Fragebogen setzt sich aus 19 Aussagen zum jugendlichen Glücksspielverhalten in den letzten sechs Monaten zusammen. Zusätzlich werden das Erstkontaktalter, die Spielhäufigkeit bei neun unterschiedlichen Glücksspielformen, der zeitliche Umfang der Beschäftigung mit dem Glücksspiel sowie die Gesamtverluste erfragt. Zur Beantwortung der Aussagen steht eine Antwortskala mit vier Stufen von 0 = "nie" bis 3 = "sehr oft" zur Verfügung.


Grundlagen und Konstruktion:
Dem Verfahren liegt die Klassische Testtheorie zugrunde. Es wurde ein initialer Itempool von insgesamt 40 Aussagen mittels einer Sichtung bereits bestehender Verfahren zur Glücksspielproblematik bei Jugendlichen, einer Literaturrecherche sowie Interviews mit Jugendlichen mit Glücksspielerfahrung erstellt. Anhand von Expertenurteilen wurde der Itempool auf 24 Aussagen gekürzt, welche 10 unterschiedlichen Merkmalsbereichen zuzuordnen waren. Die Struktur des Fragebogens wurde mittels Faktorenanalyse an einer Stichprobe von N = 301 Jugendlichen mit Glücksspielerfahrungen überprüft. Unter Ausschluss von vier weiteren Items, welche eine zu geringe Ladung aufwiesen, ergab sich eine Zweifaktorenlösung mit einer Varianzaufklärung von insgesamt 42.6%.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Die interne Konsistenz der Gesamtskala beträgt Alpha = .90. Werden die Items der beiden in den Faktorenanalysen resultierten Faktoren zu Skalen zusammengefasst, so ergibt sich eine Reliabilität von Alpha = .89 für den ersten Faktor sowie Alpha = .80 für den zweiten Faktor. Die Profilreliabilität wurde nicht berechnet.
Validität: Die Augenscheinvalidität der Items ist anzunehmen. Es liegen statistisch bedeutsame Korrelationen des FGP-J mit unterschiedlichen Aspekten des Glücksspielverhaltens (Glücksspielbreite, Glücksspielintensität, Einstellung zum Glücksspiel, Dauer der Glücksspielteilnahme, größter Verlust bei einer Glücksspielteilnahme an einem einzigen Tag und gesamter Glücksspielverlust) vor. Es wurde ein Cut-off-Wert von 5.5 nach inhaltlichen Überlegungen festgelegt, bei dem die Sensitivität .69 und die Spezifität .78 beträgt.
Normen: Die Normierung des Verfahrens wurde im Zeitraum von Mai bis Juni 2015 an einer Stichprobe von N = 1 574 Schülern unterschiedlicher Schulen in den drei Städten Bremen, Hamburg und Lübeck durchgeführt. Da für die Entwicklung glücksspielbezogener Probleme eine aktive Teilnahme an Glücksspielen in den letzten sechs Monaten eine Voraussetzung ist, wurden die Normen für eine Teilstichprobe von n = 425 Schüler (n = 283 Jungen; n = 142 Mädchen) erstellt. Es liegen alters- und geschlechtsspezifische Normwerte in Form von Prozenträngen vor.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Der Fragebogen zu glücksspielbezogenen Problemen im Jugendalter (FGP-J; Hayer, Meyer & Petermann, 2016) ist ein Screeningverfahren zur Früherkennung von Risikogruppen für die Entwicklung einer Glücksspielsucht. Unter dem Begriff der glücksspielbezogenen Probleme "ist ein problematisches Spielverhalten in Analogie zu stoffgebundenen Suchterkrankungen als missbräuchliche Glücksspielnutzung zu verstehen" (Hayer et al., 2016, S. 8). Die Glücksspielsucht ist als eine Verhaltenssucht definiert, welche im Kern durch einen unwiderstehlichen und kaum zu kontrollierenden Drang zur Durchführung des spezifischen Verhaltens charakterisiert ist (Grüsser & Thalemann, 2006; Robbins & Clark, 2015). Im Vergleich zu anderen Suchtformen gibt es nur wenige Untersuchungen zur Glücksspielsucht. Auf Grundlage dieser Untersuchungen geht man von 0.19% bis 0.82% glücksspielsüchtigen Personen in Deutschland aus. Weitere 0.24% bis 0.68% sind von einem problematischen Glücksspielverhalten betroffen (Meyer, 2015). Insbesondere Jugendliche gelten als gefährdet für die Entwicklung von glücksspielbezogenen Problemen. Zudem nehmen wesentlich mehr Jungen als Mädchen an Glücksspielen teil (Hayer, 2012; Hayer & Griffiths, 2015).
Aufgrund eines Mangels an ausreichend geprüften Screeninginstrumenten zur Abklärung der Glückspielproblematik bei Heranwachsenden (Stinchfield, 2010) entwickelten die Autoren den vorliegenden Fragebogen.
 

Testaufbau

Der Fragebogen besteht aus insgesamt 19 Aussagen zum jugendlichen Glücksspielverhalten innerhalb eines zeitlichen Bezugsrahmens von sechs Monaten. Zur Beantwortung der Aussagen steht eine vierstufige Likert-Skala von 0 = "nie" bis 3 = "sehr oft" zur Verfügung. Auf der ersten Seite des Fragebogens wird nach soziodemographischen Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Schulform bzw. Ausbildung der Testperson gefragt. Im Anschluss folgen zwei Ausschlussfragen: Hat die Testperson noch nie bzw. in den letzten sechs Monaten keine Glücksspiele gespielt, kann die Befragung beendet werden. Darüber hinaus wird das Erstkontaktalter sowie die Spielhäufigkeit bei neun unterschiedlichen Glücksspielformen (z. B. Lotto, Sportwetten, Poker) erfragt. Abschließend enthält der Fragebogen jeweils eine Frage zu dem zeitlichen Umfang der Beschäftigung mit dem Glücksspiel sowie zu den Gesamtverlusten.
 

Auswertungsmodus

Für die Auswertung des Fragebogens werden die einzelnen Punkte zusammengezählt, wobei 0 Punkte für die Antwort "nie", 1 Punkt für "manchmal", 2 Punkte für "oft" und 3 Punkte für die Antwort "sehr oft" vergeben werden. Fehlende Werte sind durch 0 Punkte zu ersetzen. Bei mehr als zwei fehlenden Antworten ist von einer Auswertung abzuraten. Der Testrohwert kann Werte zwischen 0 und 57 annehmen. Ab einem Grenzwert von > = 6 Punkten besteht der Verdacht, dass die Person ein problematisches Glücksspielverhalten aufweist. Der Rohwert wird direkt auf dem Fragebogen in das dafür vorgesehene Feld eingetragen. Anschließend kann den Normtabellen im Anhang des Manuals der entsprechende Prozentrangwert entnommen und auf dem Fragebogen notiert werden.
 

Auswertungshilfen

Das Testmanual enthält Hinweise zur Auswertung und Interpretation der Ergebnisse sowie eine Kasuistik.
 

Auswertungszeit

Die Auswertung des Fragebogens nimmt etwa fünf Minuten in Anspruch.
 

Itembeispiele

Anmerkung: Aufgeführt werden die drei trennschärfsten Items (rit).
7. Wie oft hast du länger gespielt, als du wolltest? (.69)
16. Wie oft hast du mehr Geld für Glücksspiele ausgegeben, als du wolltest? (.70)
19. Wie oft hast du versucht, verspieltes Geld an einem der nächsten Tage wieder zurückzugewinnen? (.74)
 

Durchführung

 

Testformen

Der FGP-J ist ein Paper-Pencil-Verfahren und kann als Einzel- oder Gruppentest durchgeführt werden.
 

Altersbereiche

Der Fragebogen kann bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 13 bis 20 Jahren eingesetzt werden. Normwerte liegen allerdings nur vor von 13 bis 17 Jahren.
 

Durchführungszeit

Es werden 5 bis 10 Minuten für die Durchführung benötigt.
 

Material

Die Testbox enthält ein Manual sowie 25 Fragebögen. Zusätzlich ist nur ein Schreibgerät vonnöten.

Materialliste Testbox (Stand: Juli 2017):
- Manual
- 25 Fragebögen.
 

Instruktion

Die Instruktionen sind schriftlich auf dem Fragebogen abgedruckt. Der Testleiter sollte in Anlehnung an die schriftlichen Instruktionen eine kurze Erläuterung des Fragebogens geben. Es ist insbesondere noch einmal auf die Definition von Glücksspiel hinzuweisen, sodass keine Verwechslung mit anderen Spielen (z. B. Computerspielen) entsteht, außerdem ist auf das Zeitfenster hinzuweisen ("die letzten 6 Monate"; Hayer et al., 2016, S. 31).
 

Durchführungsvoraussetzungen

Es sollte für eine ruhige Atmosphäre gesorgt werden, um mögliche Störeinflüsse gering zu halten.
 

Testkonstruktion

Die Testkonstruktion erfolgte nach den Kriterien der Klassischen Testtheorie. Zur Erstellung eines Itempools wurden zunächst die international am häufigsten eingesetzten Verfahren zur Erfassung glücksspielbezogener Probleme im Jugendalter herangezogen und hinsichtlich übereinstimmender Inhaltskategorien sortiert. Darüber hinaus wurde basierend auf der Monographie von Hayer (2012) eine Literaturrecherche bezüglich relevanter Merkmale, Symptome und Erscheinungsformen glücksspielbedingter Fehlanpassungen im Jugendalter durchgeführt. Zudem wurden Interviews mit sieben regelmäßig spielenden Jugendlichen (17 bis 19 Jahre, alle männlichen Geschlechts) geführt, um weitere relevante Aspekte aus der Perspektive der Zielpersonen zu erfassen. Es wurde ein initialer Pool aus 40 Items erstellt. Im Anschluss wurde ein Expertenurteil von 45 Personen, die in praxisrelevanten Bereichen sowie in der Forschung tätig waren, zur Bestimmung der Güte der einzelnen Items hinzugezogen. Es resultierte ein Itempool von insgesamt 24 Items, welche den folgenden zehn Merkmalskategorien zugeordnet werden können: (1) Gedankliche Vereinnahmung, (2) Funktionalität, (3) Kontrollverlust, (4) Toleranzentwicklung, (5) Entzugsähnliche Erscheinungen, (6) Chasing-Verhalten, (7) Verheimlichung, (8) Negative Folgen, (9) Geldbeschaffung und (10) Problemwahrnehmung (Hayer et al., 2016, S. 19 f.).
An einer Stichprobe von insgesamt N = 301 Jugendlichen im Alter von 13 bis 20 Jahren (17.6% Mädchen; 81.6% Jungen; zwei fehlende Angaben), die in den letzten sechs Monaten an Glücksspielen teilnahmen, wurde die Struktur des Fragebogens überprüft. Die Stichprobe entspricht 22.9% der ursprünglichen Gesamtstichprobe von N = 1 313 Schülern unterschiedlicher Schulformen in fünf Bundesländern. Die Überprüfung der Struktur des Fragebogens legt eine Zweifaktorenlösung mit einer Varianzaufklärung von 42.6% nahe, wobei 13 Items mit Kommunalitäten > = .05 auf den ersten Faktor laden und sechs Items auf den zweiten. Vier Items wurden aufgrund zu geringer Faktorladungen (< = .05) aus dem Item-Pool entfernt, sodass der finale Fragebogen aus 19 Items bestand. Während der erste Faktor unterschiedliche psychologische Aspekte einer Glücksspielproblematik bei Jugendlichen beschreibt, sind dem zweiten Faktor Items zu den negativen Konsequenzen sowie der Funktionalität des Glücksspielverhaltens zuzuordnen (Hayer et al., 2016, S. 21 ff.).
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Aufgrund der Fragebogenform mit gebundener Beantwortung und der schriftlichen Instruktion sind die Voraussetzungen für eine objektive Durchführung und Auswertung gegeben. Die Objektivität der Interpretation der Ergebnisse ist durch Normwerte und Interpretationshinweise gewährleistet.
 

Reliabilität

Die interne Konsistenz der Gesamtskala beträgt Cronbachs Alpha = .90. Werden die Items der beiden in den Faktorenanalysen resultierten Faktoren zu Skalen zusammengefasst, so ergibt sich eine Reliabilität von Alpha = .89 für den ersten Faktor sowie Alpha = .80 für den zweiten Faktor (Hayer et al., 2016, S. 25). Die Profilreliabilität wurde nicht berechnet.
 

Validität

Die Augenscheinvalidität der Items ist aufgrund des Konstruktionsprozesses unter Berücksichtigung jugendlicher Erfahrungswelten anzunehmen.
Es wurden statistisch bedeutsame Zusammenhänge zu verschiedenen Aspekten des Glücksspielverhaltens in der Konstruktionsstichprobe (siehe unter "Testkonstruktion") gefunden. Der FGP-J-Gesamtwert korreliert mit der Glücksspielbreite (Anzahl der gespielten Glücksspiele in den letzten sechs Monaten; r = .33), der Glücksspielintensität (Häufigkeit der Spielteilnahme bei allen Glücksspielen; r = .49), der Einstellung zum Glücksspiel (r = .34), der Dauer der Glücksspielteilnahme (r = .47), dem größten Verlust bei einer Glücksspielteilnahme an einem einzigen Tag (r = .57) sowie den gesamten Glücksspielverlusten (r = .57) (Hayer et al., 2016, S. 26 f.).
Darüber hinaus wurde mithilfe einer Receiver-Operating-Characteristics-Analyse (ROC-Analyse) (N = 301) ein Cut-off-Wert bestimmt. Bei einem nach inhaltlicher Abwägung festgelegten Cut-off-Wert von 5.5 ergibt sich eine angemessene Balance zwischen Sensitivität (.70) und Spezifität (.79). Mit dem FGP-J werden somit 69.8% der Fälle korrekt als auffällig identifiziert, während 21.4% irrtümlicherweise als auffällig gelten (Hayer et al., 2016, S. 26 f.).
 

Normierung

Die Normierung des FGP-J wurde von Mai bis Juni 2015 im Rahmen einer Untersuchung zum Thema "Simuliertes Glücksspiel im Internet" in Bremen, Hamburg und Lübeck durchgeführt. Die teilnehmenden Schulen wurden unter Berücksichtigung der Schulform (Gymnasium, Gesamtschule, Oberschule ohne gymnasiale Oberstufe) und der sozialen Lage zufällig gewählt. Insgesamt nahmen N = 1 574 Schüler (50.7% Jungen) im Alter von 13 bis 17 Jahren (M = 14.4 Jahre; SD = 1.2 Jahre) an der Befragung teil. Die Normen beziehen sich ausschließlich auf die Jugendlichen, die in den letzten sechs Monaten aktiv an Glücksspielen teilgenommen hatten, da dies eine Voraussetzung für die Entwicklung von glücksspielbezogenen Problemen darstellt. Somit ergibt sich eine Normstichprobe von N = 425 Schülern mit einem durchschnittlichen Alter von 14.6 Jahren (SD = 1.30 Jahre; n = 283 Jungen; n = 142 Mädchen; Hayer et al., 2016, S. 38 ff.).
Aufgrund von Geschlechts- und Alterseffekten wurde eine alters- und geschlechtsspezifische Normierung vorgenommen. Es liegen Normwerte in Form von Prozenträngen vor.
 

Anwendungsmöglichkeiten

Das Verfahren eignet sich für den Einsatz in der Schulpsychologie, der Sucht- und Jugendberatung sowie in der Jugendpsychotherapie, um möglichst frühzeitig Entwicklungsabweichungen bzw. Hochrisikogruppen für glücksspielbezogene Probleme zu identifizieren. Darüber hinaus stellt die klinisch epidemiologische Forschung einen weiteren möglichen Einsatzbereich dar.
 

Bewertung

Der Fragebogen zu glücksspielbezogenen Problemen im Jugendalter (FGP-J; Hayer et al., 2016) ist ein neu entwickeltes Screeninginstrument zur Erfassung einer bislang wenig beachteten Risikogruppe. Hervorzuheben ist die durchdachte Konzipierung des Verfahrens, bei der ausdrücklich die Lebensbezüge und Erfahrungswelten von jungen Erwachsenen berücksichtigt wurden. Das Testmaterial ist übersichtlich und anwenderfreundlich gestaltet. Im Manual sind alle wesentlichen Aspekte des Verfahrens zufriedenstellend beschrieben. Bisherige Befunde weisen auf eine gute bis sehr gute Reliabilität hin. Darüber hinaus liegen stützende Befunde zur Konstruktvalidität vor. Insgesamt ist allerdings darauf hinzuweisen, dass es notwendig ist, den FGP-J weiterhin hinsichtlich seiner Zuverlässigkeit und Genauigkeit zu überprüfen. Bislang existieren nur wenige Untersuchungsergebnisse, was durch die Neuerscheinung des Verfahrens zu erklären ist. Daneben liegen zwar aktuelle Normen vor, jedoch sollten diese auf die Altersgruppe der 18- bis 20-Jährigen ausgeweitet werden, um dem angegebenen Einsatzbereich des Verfahrens gerecht zu werden.
 

Literatur

  • Grüsser, S. M. & Thalemann, C. N. (2006). Verhaltenssucht: Diagnostik, Therapie, Forschung. Bern: Huber.
  • Hayer, T. (2012). Jugendliche und glücksspielbezogene Probleme: Risikobedingungen, Entwicklungsmodelle und Implikationen für präventive Handlungsstrategien. Frankfurt/M.: Peter Lang.
  • Hayer, T. & Griffiths, M. D. (2015). Gambling. In T. P. Gullotta, R. W. Plant & M. A. Evans (Eds.), Handbook of Adolescent Behavioral Problems: Evidence-Based Approaches to Prevention and Treatment (2nd ed.) (pp. 539-558). New York: Springer.
  • Hayer, T., Meyer, G. & Petermann, F. (2016). FGP-J. Fragebogen zu glücksspielbezogenen Problemen im Jugendalter. Göttingen: Hogrefe.
  • Meyer, G. (2015). Glücksspiel - Zahlen und Fakten. In Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (Hrsg.), Jahrbuch Sucht 15 (S. 140-155). Lengerich: Pabst.
  • Robbins, T. W. & Clark, L. (2015). Behavioral addictions. Current Opinion in Neurobiology, 30, 66-72.
  • Stinchfield, R. (2010). A critical review of adolescent problem gambling assessment instruments. International Journal of Adolescent Medicine and Health, 22, 77-93.
 
 Lena Antony (14.06.2017)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Questionnaires; Rating Scales; Screening Tests; Test Norms; Clinical Psychology; Psychotherapy; Behavior Disorders; Addiction; Pathological Gambling

Klassische Testtheorie; Fragebögen; Rating-Skalen; Screening Tests; Testnormen; Klinische Psychologie; Psychotherapie; Verhaltensstörungen; Sucht; Spielsucht

 weitere Schlagworte:

2016; ab 13 Jahre; bis 20 Jahre; 19 Items; Bereiche: 1 Soziographische Daten, 2 Teilnahme an Glücksspielen, 3 Persönliche Erfahrungen und Erlebnisse mit Glücksspielen in den letzten 6 Monaten; Faktoren: 1 Aspekte einer Glücksspielproblematik bei Jugendlichen, 2 Negative Konsequenzen und Funktionalität des Glücksspielverhaltens; Normierungsjahr: 2015; Normstichprobe: 425
 Klassifikation:

Klinische Psychodiagnostik; Sucht
Klinische Tests zur Suchtgefährdung
11.9
 Anwendungstyp: Clinical Diagnosis
 Art der Publikation: Test; Test in Print (90; 911)
 Sprache: German
 Land: Germany
 Publikationsjahr: 2016
 Änderungsdatum: 201707
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