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Knowledge of Attention Deficit Disorders Scale - deutsche Fassung

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9007370
 

KADDS - Knowledge of Attention Deficit Disorders Scale - deutsche Fassung (PSYNDEX Tests Abstract)

 

Knowledge of Attention Deficit Disorders Scale (KADDS; Sciutto, M. J., Terjesen, M. D. & Bender-Frank, A. S., 2000) - German version/author

 Schmiedeler, S.
 (2017). KADDS. Deutsche Version der Knowledge of Attention Deficit Disorders Scale. In Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) (Hrsg.), Elektronisches Testarchiv. Online im Internet, URL: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=testarchiveintro (Stand: 1.6.2017).

Online im Internet: https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=testarchiveintro

 Adresse(n): o PD Dr. Sandra Schmiedeler, Universität Würzburg, Begabungspsychologische Beratungsstelle, Röntgenring 10, D-97070 Würzburg ; E-Mail: s.schmiedeler@psychologie.uni-wuerzburg.de ; URL: http://www.begabungsberatungsstelle.uni-wuerzburg.de/team/ ; Stand: 22.02.2017
o Mark J. Sciutto, Ph.D., Professor of Psychology, Department Chair, Moyer Hall 219, Muhlenberg College, 2400 Chew Street, Allentown, PA 18104, USA ; E-Mail: sciutto@muhlenberg.edu ; URL: http://www.muhlenberg.edu/depts/psychology/msciutto/index.htm ; Stand: 1.3.2017
 WWW-Informationen:
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Die Knowledge of Attention Deficit Disorders Scale (KADDS; Schmiedeler, 2013) ist ein Fragebogen zur Erfassung des Fachwissens einer Person über die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Die KADDS wurde entwickelt, um vorhandenes und fehlendes Wissen sowie Fehlannahmen bei Eltern von Kindern mit ADHS, deren Lehrkräften und Erziehern sowie weiterem pädagogischem und klinischem Fachpersonal zu erfassen. Der Fragebogen kann aber auch bei Studierenden und anderen Erwachsenen eingesetzt werden.


Aufbau:
Die KADDS umfasst 36 Aussagen über die ADHS, die einer der folgenden drei Skalen zugeteilt werden:
(1) Symptome und Diagnostik der ADHS (9 Items);
(2) Behandlung der ADHS (12 Items);
(3) Allgemeine Aspekte der Störung in Form von Ursachen oder Verlauf (15 Items).
Die Aussagen im KADDS können als "Richtig" oder "Falsch" bewertet werden. Daneben besteht die Möglichkeit "Weiß nicht" anzukreuzen. Diese Unterteilung erlaubt die Überprüfung des tatsächlichen Wissens über ADHS, vorliegender Fehlannahmen und mangelnden Wissens über die Störung.


Grundlagen und Konstruktion:
Die ADHS zählt mit einer weltweiten Prävalenz von ca. 5% zu den häufigsten Störungen im Kindes- und Jugendalter. Da es kein objektives Instrument gibt, mit dem sich eine ADHS eindeutig feststellen lässt, beruht die Diagnosestellung insbesondere auf der Verhaltensbeurteilung des Kindes laut der Einschätzung von Personen aus dem Umfeld, zumeist den Eltern und Lehrkräften oder weiterem pädagogischem oder klinischem Fachpersonal. Da es sich bei Verhaltensbeurteilungen stets um ein subjektives Bild handelt, sollten mögliche Verzerrungen reflektiert werden, die durch Erwartungen und Einstellungen der beurteilenden Person gegenüber der Störung beeinflusst sein können. Daher war das zentrale Ziel bei der Konstruktion der KADDS, ein reliables und valides Messinstrument zur Erfassung von Wissen und Fehlannahmen von Personen über ADHS zu entwickeln.
Die KADDS wurde in den USA von Mark Sciutto und Kollegen (2000) konzipiert. Der ursprüngliche Fragebogen wurde zweimal pilotiert, wobei verschiedene Items überarbeitet wurden, bevor die Skala erstmals in einer großflächigen Untersuchung zum Einsatz kam (Sciutto, Terjesen & Bender-Frank, 2000). Die englische Version der KADDS zeigt eine gute interne Konsistenz auf (Cronbachs Alpha = .80-.90; Sciutto & Terjesen, 2004). Die KADDS kam bereits in zahlreichen Studien und Ländern zum Einsatz und wurde auch in mehrere Sprachen übersetzt (Sciutto et al., 2016).
Für die deutsche Version wurde der englische Fragebogen ins Deutsche übersetzt und wieder ins Englische zurückübersetzt. Diese englische Version wurde von einer bilingualen Peron auf Konsistenz geprüft. Anschließend wurde der Fragebogen an einer kleinen Stichprobe von Lehrkräften aus dem Primar- und Sekundarschulbereich (N = 21) erprobt. Die Pilotierung diente insbesondere der Überprüfung von Unklarheiten oder Verständnisschwierigkeiten bei der Formulierung der Items. Da sich alle Items als verständlich herausstellten, wurde kein Item geändert. Der deutsche Fragebogen wurde anschließend anhand einer Stichprobe von 353 bayerischen Grund- und Mittelschullehrkräften getestet (Schmiedeler, 2013).


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Das Cronbach Alpha für die Gesamtskala des KADDS liegt mit Alpha = .69 gerade noch im akzeptablen Bereich; das Cronbach Alpha für die einzelnen Skalen ist allerdings jeweils als eher gering zu bezeichnen (Skala Symptomatik/Diagnostik: Alpha = .29, Skala Behandlung: Alpha = .47, Skala Allgemeine Aspekte: Alpha = .52).
Validität (Inhalts- und Konstruktvalidität): Bei der Entwicklung der KADDS (englische Originalversion) wurden in die Skala nur Items aufgenommen, deren inhaltliche Aussagen empirisch bestätigt und ausreichend dokumentiert wurden (Sciutto & Terjesen, 2004). Die Interkorrelationen zwischen den Subskalen sind signifikant (p < .001) und moderat ausgeprägt (Symptomatik/Diagnostik - Behandlung: r = .36; Symptomatik/Diagnostik - Allgemeine Aspekte: r = .32; Behandlung - Allgemeine Aspekte: r = .47). Die Skalen korrelieren hoch mit der Gesamtskala (mit Symptomatik/Diagnostik r = .65; mit Behandlung r = .81; mit Allgemeine Aspekte r = .84).
In einer weiteren Studie konnte die Änderungssensitivität der KADDS festgestellt werden: Teilnehmer einer Weiterbildung zum Thema ADHS schnitten im Post- und Follow-up-Test auf den KADDS-Items deutlich besser ab als vor dem Workshop (Both, Schmiedeler, Abelein & Schneider, 2016).
Normen: Repräsentative Normen liegen für die Skala nicht vor. Für eine grobe Orientierung können die Referenzwerte aus den Daten der Hauptstudie herangezogen werden (Schmiedeler, 2013). Von den 353 befragten Lehrkräften konnten 54% der Aussagen zur ADHS korrekt beantwortet werden, ca. 17% waren Fehlannahmen und in ca. 29% der Fälle gaben die Lehrkräfte Unsicherheitsurteile ab. Diese Ergebnisse sind mit internationalen Befunden vergleichbar (Schmiedeler, 2013; Sciutto et al., 2016).

 

Altersbereiche

Die KADDS wird bei Erwachsenen (Eltern, Erziehern, Lehrkräften, Studierenden u. a.) als Fremdeinschätzungsverfahren eingesetzt.
 

Durchführungszeit

Die Bearbeitungszeit des Fragebogens liegt bei ca. 10-20 Minuten.
 

Bewertung

Die KADDS von Schmiedeler (2013) ist ein Fremdeinschätzungsverfahren zur Erfassung des Fachwissens über ADHS. Sie wurde entwickelt, um vorhandenes und fehlendes Wissen sowie Fehlannahmen bei Personen zu erheben, die (in)direkten Kontakt mit ADHS-Betroffenen haben wie Eltern, Lehrkräfte, Erzieher sowie weiteres pädagogisches und klinisches Fachpersonal.
Die Objektivität ist gewährleistet. Zur Reliabilität und Validität liegen Nachweise vor. Die Interne Konsistenz ist niedrig bis moderat. Die Inhaltsvalidität wird angenommen. Als Nachweis der Konstruktvalidität wurden Interkorrelationen zwischen den Skalen berechnet, die unterschiedlich variieren (r = .32-.84) und alle signifikant wurden (p < .001). Die Änderungssensitivität wurde an Personen untersucht, die an einer Weiterbildung zum Thema ADHS teilnahmen. Die Ergebnisse in der KADDS waren danach besser als vor dem Workshop.
Die KADDS findet breite Anwendung im internationalen Forschungskontext. Sie wurde bereits in Australien (Kos, Richdale, & Jackson, 2004) und Südafrika (Perold, Low & Kleynhans, 2010) sowie in Spanien (Fernández, Mínguez & Casas, 2007) eingesetzt. Die Durchführung (10-20 Min.) und Auswertung (5-10 Min.) beanspruchen wenig Zeit, sodass das Verfahren neben seiner Nützlichkeit sehr ökonomisch ist.
 

Literatur

  • Both, F., Schmiedeler, S., Abelein, P. & Schneider, W. (2016). Wirksamkeit eines Workshops für Lehrkräfte über die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 65, 315-327.
  • Fernández, S. J., Mínguez, R. T. & Casas, A. M. (2007). Conocimientos, concepsciónes erróneas y lagunas de los maestros sobre el trastorno por déficit atención con hiperactividad. Psicothema, 17, 585-590.
  • Kos, J. M., Richdale, A. L. & Jackson, M. S. (2004). Knowledge about attention-deficit/hyperactivity disorder: A comparison of in-service and preservice teachers. Psychology in the Schools, 41, 517-526. (DOI: 10.1002/pits.10178)
  • Perold, M., Louw, C. & Kleynhans, S. (2010). Primary school teachers' knowledge and misperceptions of attention deficit hyperactivity disorder (ADHD). South African Journal of Education, 30, 457-473.
  • Schmiedeler, S. (2013). Wissen und Fehlannahmen von deutschen Lehrkräften über die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Psychologie in Erziehung und Unterricht, 60, 143-153. (DOI: 10.2378/peu2013.art12d)
  • Sciutto, M. J. & Terjesen, M. D. (2004). Psychometric properties of the Knowledge of Attention Deficit Disorders Scale (KADDS). Unpublished test development data. Allentown, PA: Muhlenberg College.
  • Sciutto, M. J., Terjesen, M. D. & Bender-Frank, A. S. (2000). Teachers' knowledge and misperceptions of attention-deficit/hyperactivity disorder. Psychology in the Schools, 37, 115-122.
  • Sciutto, M. J., Terjesen, M. D., Kucerová, A., Michalová, Z. Schmiedeler, S., Antonopoulou, K., Shaker, N. Z., Lee, J., Alkahtani, K., Drake, B. & Rossouw, J. (2016). Cross-national comparison of teachers' knowledge and misconceptions of ADHD. International Perspectives in Psychology: Research, Practice, Consultation, 5 (1), 34-50.
 

Originalfassung/Anderssprachige Fassungen

  • Fernández, S. J., Mínguez, R. T. & Casas, A. M. (2007). Conocimientos, concepsciónes erróneas y lagunas de los maestros sobre el trastorno por déficit atención con hiperactividad. Psicothema, 17, 585-590.
  • Kos, J. M., Richdale, A. L. & Jackson, M. S. (2004). Knowledge about attention-deficit/hyperactivity disorder: A comparison of in-service and preservice teachers. Psychology in the Schools, 41, 517-526. (DOI: 10.1002/pits.10178)
  • Perold, M., Louw, C. & Kleynhans, S. (2010). Primary school teachers' knowledge and misperceptions of attention deficit hyperactivity disorder (ADHD). South African Journal of Education, 30, 457-473.
  • Sciutto, M. J., Terjesen, M. D. & Bender-Frank, A. S. (2000). Teachers' knowledge and misperceptions of attention-deficit/hyperactivity disorder. Psychology in the Schools, 37, 115-122.
 
 Autorenbeschreibung: Sandra Schmiedeler (22.02.2017)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Questionnaires; Rating Scales; Attention Deficit Disorder; Attention Deficit Disorder with Hyperactivity; Health Knowledge; Clinical Psychology; Parents; Teachers; Preschool Teachers; Knowledge Level

Klassische Testtheorie; Fragebögen; Rating-Skalen; Aufmerksamkeitsstörungen; Aufmerksamkeitsstörung mit Hyperaktivität; Gesundheitswissen; Klinische Psychologie; Eltern; Lehrer; Kindergartenerzieher; Wissensstand

 weitere Schlagworte:

2000 (englischsprachige Originalversion); 2013 (deutschsprachige Version); Fremdeinschätzung; Gesundheitswissen; 36 Items; Skalen: 1 Symptome und Diagnostik der ADHS, 2 Behandlung der ADHS, 3 Allgemeine Aspekte der Störung; Normierungsjahr: keine Angaben; Normstichprobe: 353
 Klassifikation:

Neuropsychologische Diagnostik; Klinische Psychodiagnostik; Aufmerksamkeit; Neurologische Störungen und Hirnschädigung
Neuropsychologische Verfahren; Sonstige Verfahren im Bereich der Klinischen Psychologie
11.22; 11.99
 Anwendungstyp: Research (Tests)
 Art der Publikation: Test; Electronic Resources (90; 94)
 Sprache: German
 Übersetzungen: Afrikaans, English, Spanish
 Land: USA
 Publikationsjahr: 2017
 Änderungsdatum: 201703
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