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Meaningful Occupation Assessment - Belastungs-Beanspruchungs-Risiko-Index 1.0

 PSYNDEX Tests-Dokument: 9007395
 

MOA-BBRI 1.0 - Meaningful Occupation Assessment - Belastungs-Beanspruchungs-Risiko-Index 1.0 (PSYNDEX Tests Review)

 

Meaningful Occupation Assessment - Mental Stress - Mental Strain-Risk-Index/author

 Graf, H. & Grote, V.
 (2017). Meaningful Occupation Assessment - Belastungs-Beanspruchungs-Risiko-Index - MOA-BBRI 1.0. Testverfahren zur Evaluierung psychischer Belastung lt. ASchG (A) und ArbSchG (D), sowie psychischer Beanspruchung im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements - Version 1.0 [Handbuch und Internetvorgabe]. Rosegg-Bergl: logo consult Unternehmensberatung GmbH.

 Bezugsquelle: logo consult Unternehmensberatung GmbH, Rosenweg 8, A-9232 Rosegg-Bergl, Österreich ; E-Mail: office@logoconsult.at ; URL: http://www.logoconsult.at/ ; Stand: 30.4.2014.
Anmerkung: Der Test wird im Internet durchgeführt.
 Adresse(n): o MMag. Dr. Helmut Graf, logo consult Unternehmensberatung GmbH, Rosenweg 8, A-9232 Rosegg-Bergl, Österreich ; E-Mail: helmut.graf@logoconsult.at ; URL: http://www.logoconsult.at/ ; Stand: 30.4.2014
 WWW-Informationen:
 

Abstract

Diagnostische Zielsetzung:
Mit dem MOA-BBRI 1.0 werden zwei wesentliche Ziele fokussiert: Zum einen (Teil 1) soll der Test Arbeitgeber(inne)n laut den gesetzlichen Vorgaben des Arbeitnehmer(innen)-Schutzes (A: AschG, D: ArbSchG) valide Daten für die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung liefern, zum anderen (Teil 2) sollen latente Faktoren (Strukturen, Rahmenbedingungen) der Motivation (Sinndimension) und salutogene Persönlichkeitsvariablen im Arbeitskontext erfasst werden, die essentielle Entscheidungs- und Orientierungshilfen bei der (freiwilligen) betrieblichen Gesundheitsförderung liefern.


Aufbau:
Das Verfahren gliedert sich in zwei Teile. Teil 1 (Psychische Belastung) umfasst folgende vier Dimensionen: 1.0 Aufgabenanforderungen und Tätigkeiten, 2.0 Sozial- und Organisationsklima, 3.0 Arbeitsumgebung sowie 4.0 Arbeitsabläufe und Arbeitsorganisation. Die Summe aller Einzelitems bildet den Belastungs-Risiko-Index, von dem abgeleitet werden kann, wie stark die arbeitsbezogene, psychosoziale Belastung ist. Teil 2 (Psychische Beanspruchung) besteht aus den sechs Dimensionen (1) Sinn- und Motivationsdimension, (2) Salutogene Potenziale, (3) Sinndissonanz, (4) Stressfördernde Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster, (5) Bio-psycho-soziale Belastung und (6) Somatoforme Störung. Die Summe aller Einzelitems bildet den Beanspruchungs-Risiko-Index, von dem abgeleitet werden kann, wie stark dysfunktionale Stress-Symptome und assoziierte Einflussfaktoren eines Beanspruchungsprozesses mit klinisch relevanten Burnout-Symptomen ausgebildet sind.


Grundlagen und Konstruktion:
Die Konzeption des Testverfahrens basiert auf den Richtlinien der Klassischen Testtheorie und der EN ISO 10075.1-3. Die axiomatischen Grundlagen sind das Belastungs-Beanspruchungskonzept (Rohmert & Rutenfranz, 1975), die Logotherapie und Existenzanalyse, die in ihrer Anthropologie die Entscheidungsfreiheit des Menschen und dessen unbedingte Sinnhaftigkeit in den Mittelpunkt stellt (Frankl, 1987). Weitere theoretische Grundkonzepte bilden die transaktionsanalytische Psychotherapie (Berne, 1967), das Konzept der Salutogenese (Kohärenzgefühl) nach Antonovsky (1997) sowie die klinisch-diagnostischen Leitlinien des ICD-10 Kapitel V bei somatoformen Störungen, F 45.


Empirische Prüfung und Gütekriterien:
Reliabilität: Die mittlere interne Konsistenz (Cronbachs Alpha) über alle Dimensionen beträgt Alpha = .77 (RangeD1-D10: Alpha = .69-.83) und Alpha = .95 über alle Items. Für die beiden Hauptfaktoren beträgt diese Alpha = .91 (Belastungsrisiko-Index) und Alpha = .93 (Beanspruchungs-Risiko-Index). Alle Items des BBRI gemeinsam berechnet zeigen bei zufälliger Itemreihenfolge einen Spearman-Brown-Koeffizient bzw. Guttmans Split-half-Koeffizient von rtt = .93. Damit können mit dem Einsatz des Testverfahrens arbeitsbedingte Zustände und Situationen, wie auch interventionsbedingte Effekte zuverlässig evaluiert werden.
Validität: Die Inhaltsvalidität (Face Validity) des MOA-BBRI ist durch die klar definierten Vorgaben bei der Entwicklung (Belastungen am Arbeitsplatz) und den von Expert(innen) generierten Itempool gewährleistet. Der MOA-BBRI besteht per Konzeption aus zwei Hauptkomponenten, die in wechselseitiger Abhängigkeit zueinanderstehen (r = .71). Der Belastungs- und der Beanspruchungs-Risiko-Index werden aus inhaltlich und statistisch homogenen Merkmalen gebildet (Range Interkorrelationen: r = .40-.73), wobei die einzelnen Belastungsmerkmale zwischen r = .47 und .70 mit dem individuellen Beanspruchungsniveau korrelieren. V.a. belastenden Bedingungen aus dem Bereich (Arbeits-)Organisation führen demnach zu psychischen Fehlbeanspruchungen (r = .70), welche zu Störungen des körperlichen und geistigen Wohlbefindens führen können (Belastungs-Risiko-Index vs. somatoforme Symptome: r = .56). Gemeinsam klären die 10 inhaltlichen Dimensionen über 75% der Varianz auf. Eine Diskriminanzanalyse mit den MOA-BBRI-Dimensionen ergibt eine Spezifität von 91% bzw. eine Sensitivität von 83%.
Normen: Die vorliegende Eichstichprobe umfasst N > 500 gesunde, nicht-selbstständige, berufstätige Personen. Eine Stratifizierung der Stichprobe bzw. der Skalenkennwerte (z. B. Alter, Geschlecht, berufliche Position) kann bei Bedarf bei den Testautoren angefragt werden.

 

Testkonzept

 

Theoretischer Hintergrund

Der Meaningful Occupation Assessment - Belastungs-Beanspruchungs-Risiko-Index 1.0 (MOA-BBRI 1.0; Graf & Grote, 2017) ist ein Testverfahren zur Evaluierung psychischer Belastung laut ArbeitnehmerInnenschutzgesetz und Arbeitsschutzgesetz (ASchG in Österreich, ArbSchG in Deutschland) sowie psychischer Beanspruchung im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements.
Die axiomatischen Grundlagen sind das Belastungs-Beanspruchungskonzept (Kirchner, 1986; Laurig, 1979; Rohmert & Rutenfranz, 1975; Schmidtke & Bubb, 1981), die Logotherapie und Existenzanalyse nach V. Frankl, die in ihrer Anthropologie die Entscheidungsfreiheit des Menschen und dessen unbedingte Sinnhaftigkeit in den Mittelpunkt stellt (Frankl, 1987, S. 259-283). Weitere theoretische Grundkonzepte bilden die transaktionsanalytische Psychotherapie (Berne, 1967), das Konzept der Salutogenese (Kohärenzgefühl) nach A. Antonovsky (1997) sowie die klinisch-diagnostischen Leitlinien des ICD-10 Kapitel V bei somatoformen Störungen, F 45 (Dilling, Mombour & Schmidt, 1999).
Mit dem MOA-BBRI 1.0 werden zwei wesentliche Ziele fokussiert:
Teil 1: Zum einen soll der Test Arbeitgeber(inne)n laut den (verpflichtenden) gesetzlichen Vorgaben zum Arbeitnehmer(innen)-Schutz (Österreich: ASchG, Deutschland: ArbSchG) valide Daten für die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung liefern.
Teil 2: Zum anderen sollen latente Faktoren (Strukturen, Rahmenbedingungen) der Motivation (intrinsische Sinndimension) und salutogene Persönlichkeitsvariablen im Arbeitskontext erfasst werden, die essentielle Entscheidungs- und Orientierungshilfen bei der (freiwilligen) Betrieblichen Gesundheitsförderung geben (Graf, Graf, & Grote, 2016).
Ebenso werden die inter- und intrapsychische Stressvulnerabilität (Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster), die Sinndissonanz und bio-psycho-soziale Belastungen erfasst, um je nach Ausprägungsstärke chronische Stresssymptome und assoziierte Merkmale eines Burnout-Prozesses diagnostizieren zu können. Das Testverfahren hat einen hohen diagnostischen Erkenntnis- und Informationsgewinn und ist testökonomisch (monetär, zeitlich) hoch einzustufen, weil valide Daten für die gesetzlich vorgesehene Arbeitsplatzevaluierung und für die freiwillige betriebliche Gesundheitsförderung gleichzeitig erhoben werden. Die Ergebnisse (Teil 1 und Teil 2) werden getrennt dokumentiert.
Im Teil 1 werden Belastung und Beanspruchung laut EN ISO 10075-1 (2000) wie folgt definiert: Psychische Belastung ist "die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken". Psychische Beanspruchung ist "die unmittelbare (nicht langfristige) Auswirkung der psychischen Belastung im Individuum in Abhängigkeit von seinen jeweiligen überdauernden und augenblicklichen Voraussetzungen, einschließlich der individuellen Bewältigungsstrategien" (Deutschland DIN EN ISO 10075-1, S. 87; Österreich ÖNORM EN ISO 10075-1, S. 87; Schweiz SN EN ISO 10075-1, S. 87).
Belastung kann zu gering, optimal oder zu hoch beanspruchen. Eine zu geringe Belastung wird "Unterforderung", eine zu hohe als "Überforderung" bezeichnet. In beiden Fällen spricht man von "Fehlbeanspruchung". In diesem SOR-Konzept (Stimulus/Reiz-Organismus-Reaktion) wird zwischen äußerlich beobachtbaren Belastungen in der Arbeitswelt und deren Einflüssen auf Arbeitende unterschieden (Ursachen-Wirkungsverhältnis). Die Merkmalsträger der psychischen Belastung liegen nach diesem Konstrukt außerhalb des Menschen und sind unabhängig von diesem. Es geht danach nicht darum, am Individuum und seinen kognitiven Wahrnehmungs- und emotionalen Bewältigungsstrategien (Veränderungspotenzialen) anzusetzen, sondern an den konkreten Arbeitsbedingungen. Die Konzentration wird nicht auf intrapsychische und -soziale und -kommunikative Daten gelegt, sondern auf die Arbeitssituation (Arbeitskontext), unabhängig vom Individuum. Erforderlich sind also unabhängig vom betroffenen Individuum erhobene "objektive" Merkmale der Arbeitsbedingungen und nicht deren subjektiven Repräsentationen. Dabei ist diesem Modell durchaus verträglich, dass dieselben Belastungsbedingungen bei unterschiedlichen Individuen unterschiedliche Beanspruchungsreaktionen und unterschiedlichen Beanspruchungsfolgen hervorrufen können (Nachreiner & Schultetus, 2002).
Die mögliche unterschiedliche Beanspruchungsreaktion wird operativ auf vier Einflussfelder zurückgeführt: (1) Anforderungen seitens der Aufgabe, (2) Physikalische Bedingungen, (3) Soziale und organisatorische Faktoren und (4) Gesellschaftliche Faktoren außerhalb der Organisation. Diese deterministisch-mechanistische Perspektive wird selbst innerhalb der Norm relativiert, wenn auf psychische "Vorgänge des menschlichen Erlebens und Verhaltens" Bezug genommen wird. In diesem Sinne bezieht sich psychisch auf kognitive, informationsverarbeitende und emotionale Vorgänge im Menschen. Der Ausdruck psychisch wird benutzt, weil diese Aspekte miteinander in Beziehung stehen und in der Praxis nicht getrennt werden können und sollten" (EN ISO 10075-1, 2000, S. 87).
Auf dieses Nicht-Trennen-Können, einer systemisch-orientierten Interpretation des Konstruktes "Belastung-Beanspruchung", wird im zweiten Teil des MOA-BBRI Bedacht genommen, indem Beanspruchung rekursiv-interdependent postuliert wird und zusätzlich die noetische Dimension des Menschen im Besonderen fokussiert wird (Frankl, 1987). Belastung und Beanspruchung (Beanspruchungsfolgen) werden als untrennbar mit biographisch bedingten, intrapsychischen Persönlichkeitsvariablen gesehen. Im Besonderen sind dies:
(a) Der Wille zum Sinn
Das dominante Leitsymptom in einem klinisch relevanten Beanspruchungsprozess (siehe Burnout-Dynamik) ist ein anhaltender Erschöpfungszustand, der das Befinden und das Erleben aller drei Ebenen (somatische, psychische, noetische) des menschlichen Daseins erfasst und somit auch die drei axiomatischen Säulen der Logotherapie und Existenzanalyse (Freiheit des Willens, Wille zum Sinn, Sinn im Leben) existenziell aushöhlt. Das Freisein (Freiheit des Willens) ist dabei nicht durch das Psychophysikum (somatische und psychische Dimension) begründet, sondern nährt sich vom Geistigen (noetische Dimension) her. Eben diese noetische Dimension erfährt in einem Beanspruchungsprozess, wenn er klinisch bedeutsame Burnout-Symptome aufweist, eine Eintrübung, was eine zunehmende Orientierungslosigkeit, ein Sinnlosigkeitsgefühl, ein existenzielles Vakuum zur Folge hat. Nach V. Frankl (1987) sucht der Mensch im Leben und in der Arbeit vor allem eines: Sinn. Sinn ist etwas so Tiefliegendes, dass er erst zum Problem wird, wenn er verloren gegangen ist. Sinn kann im Leben nicht nur durch körperliche oder seelische Krankheiten, durch Verluste oder Schicksalsschläge, die nicht verkraftet worden sind, abhandenkommen, sondern auch dann, wenn Fähigkeiten, Talente oder Ideen trotz Mühe und Einsatz nicht verwirklicht werden können. Der Mensch entfremdet dort, wo es nicht gelingt, menschliches Dasein, In-der-Welt-Sein (Existenzialismus), also den Gesamtbereich der intentionalen Gegenstände, in den Horizont des Menschen einzubinden. Das existenzielle Vakuum, die existenzielle Frustration, das Sinnlosigkeitsgefühl sind Folgen eines sinnentleerten, entfremdeten Lebensentwurfes: Sie sind Synonyme für Entfremdung, für Sinn-Entfremdung in einem Beanspruchungsprozess mit klinisch relevanten Burnout-Symptomen.
(b) Noetive Dissonanz
Die noetive Dissonanz geht dem existenziellen Vakuum voraus. Während bei der kognitiven Dissonanz eine Wahl getroffen wird, die später rückblickend in Frage gestellt werden muss, wird bei der noetiven Dissonanz eine Wahl getroffen, die sich plötzlich vorausblickend als undurchführbar erweist. Zu einer solchen Dissonanz kommt es, wenn jemand eine Aufgabe als sinnvoll erkennt, ein sinnvolles Ziel vor Augen hat, aber gleichzeitig bei der Zielerfüllung behindert wird oder durch intrapsychische, stress- und burnoutfördernde Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster Möglichkeiten zur Sinnentfaltung nur eingeschränkt wahrnehmen kann. Diese rekursiven, affektiv-kognitiven Eigenlogiken (Ciompi, 1982) können sich in Form von kollektiven Neurosen (Frankl, 1955, 1987) oder in Form von neurotisch gefärbten Verhaltensdynamiken (Schlegel, 1984) äußern und somit den Charakter inneren und äußeren Zwangs und des Getriebenseins aufweisen.
(c) Kollektive Neurosen
Stressfördernde Einstellungen sind innere, häufig nicht bewusste Denkhaltungen, die Frankl auch als kollektive Neurosen oder als "Pathologie des Zeitgeistes" (Frankl, 1955, S. 15-29) bezeichnet hat. Bedingt durch ein existenzielles Vakuum, ein Nichtwissen hinsichtlich der Frage, wozu man in allerletzter Konsequenz lebe und arbeite, kann sich das in vier Einstellungen manifestieren: (1) Provisorische Daseinshaltung, (2) Fatalistische Lebenseinstellung, (3) Kollektivistisches Denken und (4) Fanatismus. Bei diesen kollektiven Neurosen handelt es sich nicht um eine Krankheit im klinischen Sinn. Es geht vielmehr um ein unreflektiertes Übernehmen von potentiell pathogenen Denkweisen und Haltungen, die auch vom Zeitgeist beeinflusst und stark geprägt werden. Die Fähigkeit und persönliche Verantwortung zur Lebens- oder Persönlichkeitsgestaltung wird häufig zugunsten einer Verlagerung der Verantwortung auf strukturelle Kräfte (z. B. Teams, Abteilungen, Unternehmen, Meinungsbildner) eingeschränkt oder gar gänzlich aufgegeben. Eine solche Daseinshaltung ist nach Frankl (1987) auf zwei Merkmale zurückzuführen: (1) Flucht vor der Übernahme von Verantwortung und (2) Scheu vor der Freiheit des Menschen (Willensfreiheit). Stressfördernd bzw. gesundheitsgefährdend sind diese vier Einstellungen, weil sie sich sinnvermindernd auswirken, die Persönlichkeitsentwicklung behindern und egozentriert sind. Dabei herrschen negativ gefärbte Gefühle vor. Die kollektiven Neurosen entfernen den Menschen von seiner Optimalität, wohingegen ein Widerstand gegen die Pathologie des Zeitgeistes den Menschen seiner Optimalität näherbringt (Graf, 2007, S. 134-163; Lukas, 1989, S. 115).
(d) Intrapsychische Stressvulnerabilität
1974 haben Kahler und Capers in die psychodynamische Transaktionsanalyse zwei neue Konzepte [Miniskriptmodell, Drivers (Antreiber)] eingeführt (zitiert nach Schlegel, 1984, S. 190-222), die biografisch bedingte Verhaltensdynamiken (Antreiber) beschreiben. Dabei handelt es sich um internalisierte, intrapsychische Botschaften (Glaubenssätze), die bei dysfunktionalen Kommunikationen unbewusst als Kompensation bzw. Gegensteuerung eingesetzt werden, um eine psychische Schein-Stabilität zu erlangen. Ein Kennzeichen von solchen Dynamiken ist, dass sie zwanghaft ähnlichen Charakter aufweisen und meistens nicht der Realität angepasst sind: Somit wirken sie sich häufig stress- bzw. konfliktverstärkend aus, da keine adäquate Bewältigung oder Bearbeitung stattfinden kann. Diese Antreiber werden bereits in der Kindheit verinnerlicht. Unbewusst versucht später der Erwachsene, diese Forderungen zu erfüllen, als ob er unter einem Zwang (Antreiber) stünde (Schmid, 2004, S. 31-54). Solche verinnerlichten Dynamiken (Antreiber) zeigen sich darin, dass z. B. Starksein, Perfektsein, Gefälligsein, Sich-beeilen-Müssen oder Sich-Anstrengen "immer" ausgelebt werden müssen, auch in Lebenslagen, in denen dies gar nicht gefordert und erwartet wird. Die "automatischen" Dynamiken werden zwar eingesetzt, um die jeweils (intrinsisch) gestellte Lebens- oder Arbeitsanforderung zu meistern, führen letztendlich aber zum Scheitern, da sie in ihrer Absolutheit nicht erfüllbar sind und durch die damit einhergehende Aufmerksamkeitseinschränkung, Verkrampfung und Zwanghaftigkeit zu Misserfolg führen (Graf, 2007, S. 166-198; Graf & Graf, 2016). Eine daraus resultierende dysfunktionale Lebens- und Arbeitsbewältigung bzw. deren Konsequenzen stellen selbst generierte, chronisch-gesundheitsrelevante Stressoren dar.
(e) Salutogene Potenziale - Kohärenzgefühl
Nach Antonovsky (1997) wird der Gesundheits- und Krankheitszustand eines Menschen wesentlich durch eine persönliche, psychologische Einflussgröße bestimmt, die er Kohärenzgefühl (Sense of Coherence = SOC) nennt. Mit der Suche nach diesen "generalisierten Widerstandsressourcen", mit dieser "globalen Orientierung" steht der ganze Mensch mit seiner Biografie im Mittelpunkt und nicht nur seine Erkrankung mit ihren Symptomen. Daher muss die Suche nach spezifischen Krankheitsursachen (pathogener Ansatz) durch die Suche nach gesundheitsfördernden bzw. gesundheitserhaltenden Faktoren (salutogener Ansatz) ergänzt werden. Das Kohärenzgefühl besteht aus drei Komponenten:
(1) Gefühl der Verstehbarkeit (Sense of Comprehensibility). Verstehbarkeit meint, dass berufliche und private Anforderungen als geordnet, strukturiert, planbar, einschätzbar oder erklärbar wahrgenommen werden.
(2) Gefühl von Handhabbarkeit (Sense of Manageability). Handhabbarkeit meint, dass geeignete Mittel im Arbeits- und Privatleben zur Verfügung stehen, um den Anforderungen begegnen und Schwierigkeiten lösen zu können.
(3) Das Gefühl der Sinnhaftigkeit (Sense of Meaningfulness; Antonovsky bezieht sich hier unmittelbar auf V. Frankl) beschreibt das Ausmaß, in dem man das Leben als emotional sinnvoll empfindet und Probleme und Anforderungen für wert befunden werden, dass man Energie in sie investiert. Sinnhaftigkeit ist somit ein starkes Motivationselement. Schwierige Lebensbereiche werden als Herausforderung und nicht als Überforderung sowie als sinnstiftend erlebt (Antonovsky, 1997, S. 33-89).
(f) Somatoforme Störungen
Somatoforme Störungen sind gekennzeichnet durch einen unerklärlichen Unterschied zwischen dem objektiven medizinischen Befund und dem subjektiven Empfinden. Substantielle organische Ursachen fehlen, wobei die Symptomatik oft durch eine Wechselwirkung von biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren ausgelöst, aufrechterhalten und bestärkt wird. Meist liegen den somatischen Symptomen körperliche und seelische Belastungen bzw. Überforderungen zugrunde, also Stress im weitesten Sinn. Selbst wenn Beginn und Fortdauer der Symptome in engem Zusammenhang mit unangenehmen Lebensereignissen, Schwierigkeiten und Konflikten stehen, lehnen die Patienten gewöhnlich die ärztlichen Versuche ab, die Möglichkeiten einer psychischen Ursache zu erörtern. Menschen mit somatoformen Störungen weisen eine längere Symptomdauer, längere Krankenstände, häufigere Arztbesuche und mehr Klinikaufenthalte auf als Patienten mit vorwiegend psychischen Störungen und auffälligem Verhalten (Rentrop, Müller & Bäuml, 2009, S. 387-395).
 

Testaufbau

Das Testverfahren gliedert sich in zwei Teile:
Teil 1: Psychische Belastung
Die Operationalisierung der insgesamt vier Dimensionen und dazugehörigen spezifischen Subskalen erfolgt mit Hilfe von 38 Einzelitems:
1.0 Aufgabenanforderungen und Tätigkeiten
1.1 Körperliche Belastungen
1.2 Geistige Belastungen
1.3 Emotionale Belastungen
1.4 Qualifikationsprobleme Aufgaben (Überforderung/Unterforderung)

2.0 Sozial- und Organisationsklima
2.1 Mangelhafte Zusammenarbeit (quantitativ)
2.2 Mangelnde Zusammenarbeit (qualitativ)
2.3 Informationsmängel
2.4 Fehlende Handlungsspielräume

3.0 Arbeitsumgebung
3.1 Klimatische Belastungen
3.2 Akustische Belastungen
3.3 Visuelle Belastungen
3.4 Platz/Flächen unzureichend
3.5 Ausstattung/Arbeitsmittel unzureichend
3.6 Belastende Gefahren

4.0 Arbeitsabläufe und Arbeitsorganisation
4.1 Ungenügend gestalterische Arbeitsprozesse
4.2 Orientierungsmängel
4.3 Störungen/Unterbrechungen
4.4 Belastende Arbeitszeitgestaltung
4.5 Belastende Arbeitsmengen.

Der Beantwortungsmodus der Items ist generell vierstufig (stimmt voll und ganz - stimmt eher - stimmt eher nicht - stimmt überhaupt nicht).
Mit den soziodemographischen Fragen werden folgende Personendaten erfasst: (1) Vor- und Nachname, (2) akademischer Grad, (3) Straße, Postleitzahl, Ort, (4) Telefonnummer und E-Mail-Adresse, (5) Geschlecht, (6) Alter, (7) Gewicht, (8) Größe, (9) Familienstand, (10) Anzahl der Kinder, (11) Ausbildungsstand, (12) berufliche Position, (13) Führungsverantwortung, (14) Mitarbeiteranzahl, (15) Arbeitsverhältnis, (16) Branche, (17) Bruttoverdienst, (18) Anzahl der Urlaubstage, (19) Anzahl der Arbeitsstunden pro Woche, (20) Krankenstandstage. Als Pflichtfelder zum Ausfüllen sind definiert: Name, Adresse, Geschlecht, Alter, Gewicht, Größe (Begründung: Berechnung BMI). Die restlichen soziodemographischen Fragen können fakultativ ausgefüllt werden.

Teil 2: Psychische Beanspruchung
Die Operationalisierung der insgesamt sechs inhaltlichen Dimensionen im Teil 2 erfolgt mit Hilfe von 34 Einzelitems. Die sechs Dimensionen sind:
(1) Sinn- und Motivationsdimension (6 Items);
(2) Salutogene Potenziale (6 Items);
(3) Sinndissonanz (4 Items);
(4) Stressfördernde Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster (6 Items);
(5) Bio-psycho-soziale Belastung (6 Items);
(6) Somatoforme Störung (6 Items).
 

Auswertungsmodus

Die Itemantworten werden mit 0, 1, 2 oder 3 codiert und gegebenenfalls invertiert, sodass ein höherer Wert immer einer stärkeren Merkmalausprägung bzw. Zustimmung entspricht. Die Summe aller 34 Einzelitems vom zweiten Teil des Verfahrens bildet den Beanspruchungs-Risiko-Index, von dem abgeleitet werden kann, wie stark dysfunktionale Stress-Symptome und assoziierte Einflussfaktoren eines Beanspruchungsprozesses mit klinisch relevanten Burnout-Symptomen ausgebildet sind.
Ein Auslassen/Nichtbeantworten eines Items ist nicht möglich. Die Proband(inn)en erhalten eine 16-seitige Auswertung mit Testinformationen, in der alle Mittelwerte der 10 Dimensionen mittels vierfarbigen Balkendiagrammen dargestellt werden. Die farbige Bewertung der Mittelwerte in den Balkendiagrammen - auf Basis empirischer Ergebnisse und Erfahrungen - ist auch für Laien leicht nachvollziehbar angegeben (nicht kritisch = dunkelgrün, weniger kritisch = hellgrün, kritisch = orange, sehr kritisch = rot). Je Dimension (Grafik) gibt es eine Kurzbeschreibung des dahinterliegenden Konstrukts bzw. der erfassten Merkmale.
 

Auswertungshilfen

Die Einzel- oder Gruppenauswertung erfolgt EDV-unterstützt (auf Basis der .NET-Technologie), d. h. vollständig automatisch. Daher sind keine weiteren Auswertungshilfen erforderlich. Bei Bedarf können die Rohdatenfiles als CSV-Datei exportiert und z. B. mit Hilfe einer SPSS-Syntax bearbeitet bzw. ausgewertet werden.
 

Auswertungszeit

Die Auswertung dauert weniger als eine Minute.
 

Itembeispiele

Anmerkung: Für jede Dimension des ersten Verfahrensteils werden zwei Items und für die Dimensionen des zweiten Teils jeweils ein Item vorgestellt.
Teil 1: Psychische Belastung
1.0 Aufgabenanforderungen und Tätigkeiten:
"In der Arbeit sind konfliktreiche Situationen häufig anzutreffen."
"Der Arbeitsumfang ist häufig nicht zu bewältigen."

2.0 Sozial- und Organisationsklima
"Kolleg(inn)en unterstützen sich bei uns auch unter Zeitdruck noch gegenseitig.
"Ich kann meine Arbeit zu meiner vollsten Zufriedenheit selbst organisieren.

3.0 Arbeitsumgebung
"Ich kann die Raumtemperatur am Arbeitsplatz individuell einstellen."
"An meinem Arbeitsplatz steht ausreichend Platz zur Verfügung."

4.0 Arbeitsabläufe und Arbeitsorganisation
"Die Abfolge vieler Arbeitsschritte kann man nicht selbst beeinflussen."
"Ich bin oft damit konfrontiert, dass eine große Arbeitsmenge auf einmal anfällt, ohne dass ich dies beeinflussen kann."

Teil 2: Psychische Beanspruchung
(1) Sinn- und Motivationsdimension:
"Es hat schon Zeiten gegeben, wo ich innerlich gekündigt hatte."

(2) Salutogene Potenziale:
"Ich bin mir auch in schwierigen Lebenssituationen sicher, wie ich mich verhalten soll."

(3) Sinndissonanz:
"Anregungen zu einer offenen und persönlicheren Gesprächskultur werden von meinen Kolleg(inn)en kaum angenommen."

(4) Stressfördernde Denk-, Fühl-, und Verhaltensmuster:
"Es kommt häufig vor, dass ich etwas mit großer Anstrengung erzwingen muss."

(5) Bio-psycho-soziale Belastung:
"Da ich mich rasch geistig erholen kann, fühle ich mich leistungsfähig und belastbar."

(6) Somatoforme Störung:
"Ich fühle mich häufig müde oder rasch erschöpft."
 

Durchführung

 

Testformen

Das computergestützte Verfahren kann bei Einzelpersonen und/oder Gruppen (Abteilungen, Gesamt-Unternehmen) angewendet werden. Bei Gruppenanalysen werden die Daten der Testpersonen gegenüber dem Arbeitgeber anonymisiert für einzelne Teams/Abteilungen/Berufsgruppen/Firmen ausgewertet.
 

Altersbereiche

Der Test ist für 16- bis 65-jährige Berufstätige konzipiert.
 

Durchführungszeit

Die Testung dauert in der Regel 15 bis 35 Minuten (max. 60 Minuten).
 

Material

Der Test wird mittels Internet durchgeführt (Voraussetzung: Internet Explorer Version 6.0 oder höher). Das Ausfüllen der Testvorlage kann jederzeit unterbrochen werden. Beim Wiedereinstieg wird automatisch die nächstfolgende Frage gestellt.
 

Instruktion

Die Proband(inn)en erhalten vor Durchführung ein ausführliches Informationsschreiben. Darin werden ein zehnstelliger alphanumerischer PIN (Firmen- oder Teamcodierung) und ein TAN (Personencode) bekannt gegeben, welche auch als Zugangsdaten für den Testeinstieg im Internet fungieren. Es erfolgt eine Aufklärung darüber, welche soziodemographischen Daten angegeben werden müssen und welche freiwillig bekannt gegeben werden können. Bevor die erste Testfrage gestellt wird, wird der Test laiengerecht erklärt und die Proband(inn)en werden über den Datenschutz aufgeklärt und um Zustimmung zur Datennutzung gebeten. Wenn beim Test-Ausfüllen Hilfe benötigt wird, kann über eine Hotline telefonische Unterstützung angefragt werden.
 

Durchführungsvoraussetzungen

Die Probanden sollten einen Internetzugang haben und darüber hinaus über gute Deutsch- bzw. Lesekenntnisse verfügen. Der Zeitpunkt, die Testdurchführungsdauer und die Rahmenbedingungen werden von den Testpersonen individuell bestimmt.
 

Testkonstruktion

Die Konzeption des Testverfahrens basiert auf den Richtlinien der Klassischen Testtheorie und der EN ISO 10075.1-3 (Demerouti et al., 2012). Eine weitere Basis für den MOA-BBRI 1.0 bildet ein Belastungs-Beanspruchungsparadigma, welches eine zuverlässige, valide Beurteilung der psychischen Belastung von Arbeitsplätzen und der Beanspruchung von Arbeitenden ermöglichen soll.
Die 10 inhaltlich und statistisch homogenen Dimensionen bzw. zwei globalen Faktoren "Belastung und Beanspruchung" wurden von Arbeits- und Gesundheits-Psycholog(inn)en sowie Psychotherapeut(inn)en auf Basis empirischer Ergebnisse in Arbeitswissenschaften und betrieblicher Gesundheitsförderung testtheoretisch entwickelt und berücksichtigen die unter "Theoretischer Hintergrund" beschriebenen Grundlagen und normativen Vorgaben (Demerouti et al., 2012). Das einheitliche Antwortformat des MOA-BBRI besteht aus durchgängig geschlossenen Fragen, die auf einer verbalen vierstufigen Ratingskala ("stimmt voll und ganz" bis "stimmt überhaupt nicht") erfasst werden. Bei den Dimensionen bzw. den zwei Hauptskalen handelt es sich um annähernd normalverteilte Testskalen. Itemanalysen zeigen mittlere Itemschwierigkeiten mit ausreichend breiten Streuungen des Antwortverhaltens bei zufriedenstellenden Verteilungskennwerten (1.1 +/- 0.9). Die Antworten bei den 72 Einzelfragen werden auf einen numerischen Wertebereich von 0 bis 3 kodiert. Anschließend erfolgt eine Mittelung inhaltlich und statistisch homogener Fragen in 10 Dimensionen. Die Items haben zufriedenstellende Trennschärfen (mittlere Trennschärfe rit = .64; Range: rit = .38-.82) bzw. Skalenwert-Korrelationen mit den zwei Globalfaktoren Belastung und Beanspruchung mit r = .79 (r = .68-.88).
Die Bildung der einzelnen Dimensionen und der zwei Hauptskalen erfolgt aufgrund inhaltlicher Überlegungen, welche durch Item-Skalenwert-Korrelationen bzw. die faktorenanalytische Struktur empirisch bestätigt werden. Eine konfirmatorisch durchgeführte Hauptkomponentenanalyse des MOA-BBRI klärt über 75% der Gesamtvarianz auf (siehe Tabelle 1). Es erfolgen keine Gewichtungen einzelner Items oder Skalen.

Tabelle 1
Zweifaktorenmodell des MOA-BBRI
---------------------------------------------------------------------- 
Faktorenladungen des MOA-BBRI BBRI Komponenten
(N = 518) Belastung Beanspruchung
----------------------------------------------------------------------
Teil 1: Belastungs-Risiko-Index .94 .31
----------------------------------------------------------------------
1.0 Aufgabenanforderungen u. Taetigkeiten .68 .23
2.0 Organisationsklima .72 .40
3.0 Arbeitsumgebung .81 -
4.0 Arbeitsablaeufe u. Arbeitsorganisation .80 .33
----------------------------------------------------------------------
Teil 2: Beanspruchungs-Risiko-Index .49 .87
----------------------------------------------------------------------
1 Demotivation .59 .60
2 Pathogenese - .85
3 Sinndissonanz .65 .37
4 Stressfoerdernde Muster - .87
5 Belastung .45 .74
6 Somatoforme Stoerung .36 .71
----------------------------------------------------------------------
BBRI-Gesamtwert .78 .62
----------------------------------------------------------------------
Anmerkungen. N = Stichprobengröße. Extraktionsmethode: PCA, Eigenwertekriterium. Rotationsmethode: Varimax mit Kaiser-Normalisierung. 75.06% Varianzaufklärung. Koeffizienten unter einem Absolutwert von .20 werden nicht dargestellt.
 

Gütekriterien

 

Objektivität

Die Durchführung des MOA-BBRI erfolgt über eine gesicherte Internetverbindung. Der individuelle Zugang erfolgt pseudoanonymisiert über einen herkömmlichen Web-Browser mittels eines 10-stelligen TAN- und PIN-Codes. Ein Ausfüllen in Etappen ist möglich, wobei ein Nicht-Beantworten von Fragen ausgeschlossen ist. Die Speicherung der Rohdaten (Einzelantworten) und die vollständig automatisierte Auswertung erfolgen über ein Content-Management-System bzw. auf Basis einer .NET-Technologie. Die Auswertung und Erstellung von Rückmeldungsbögen für Einzelpersonen (TAN) und definierten Personengruppen (PIN) erfolgt vollständig automatisiert und wird als PDF-Dokument dem/der Anwender(in) zur Verfügung gestellt. Die PDF-Reporte enthalten eine inhaltliche Beschreibung der einzelnen zehn Dimensionen sowie der zwei Hauptskalen mit den entsprechenden Ergebnissen: Bewertung/Einstufung der Mittelwerte (siehe unter "Validität"). Bei Bedarf können die Rohdaten für die weiteren Verarbeitungsschritte in einem CSV-File exportiert und weiter bearbeitet werden.
 

Reliabilität

Die mittlere interne Konsistenz (Cronbachs Alpha) über alle Dimensionen beträgt Alpha = .77 (RangeD1-D10: Alpha = .69-.83) und Alpha = .95 über alle Items. Für die beiden Hauptfaktoren beträgt diese Alpha = .91 (Belastungs-Risiko-Index) und Alpha = .93 (Beanspruchungs-Risiko-Index; siehe Tabelle 2).

Tabelle 2
Reliabilitätskoeffizienten des MOA-BBRI 1.0
---------------------------------------------------------------------- 
Reliabilitätskoeffizienten rit Alpha rtt* rtt**
MOA-BBRI (N = 518)
----------------------------------------------------------------------
Teil 1: Belastungs-Risiko-Index
(38 Items) .92 .91 .89 .84
----------------------------------------------------------------------
1.0 Aufgabenanforderungen
u. Taetigkeiten (8 Items) .72 .69 .44 .67
2.0 Organisationsklima (8 Items) .75 .80 .40 .77
3.0 Arbeitsumgebung (12 Items) .83 .82 .83 .74
4.0 Arbeitsabläufe u. Arbeits-
organisation (10 Items) .88 .80 .75 .72
----------------------------------------------------------------------
Teil 2: Beanspruchungs-Risiko-
Index (34 Items) .91 .93 .84 .92
----------------------------------------------------------------------
1 Demotivation (6 Items) .83 .77 .79 .80
2 Pathogenese (6 Items) .79 .75 .76 .72
3 Sinndissonanz (4 Items) .68 .82 .63 .83
4 Stressfoerdernde Muster(6 Items).79 .73 .67 .75
5 Belastung (6 Items) .85 .74 .52 .70
6 Somatoforme Symptome (6 Items) .78 .83 .65 .78
----------------------------------------------------------------------
BBRI-Gesamtwert (72 Items) 1.00 .95 .91 .93
----------------------------------------------------------------------
Anmerkungen. N = Stichprobengröße. rit = Trennschärfe, Alpha = Cronbachs Alpha, rtt* = Retestreliabilität: Testwiederholung nach 2.5 Jahren (n = 15, ohne externer Intervention), rtt** = Guttmans Split-half-Reliabilität: Berechnung mit zufälliger Itemabfolge.

Alle Items des BBRI gemeinsam berechnet zeigen bei zufälliger Itemreihenfolge einen Spearman-Brown-Koeffizient (SBK) bzw. Guttmans Split-half-Koeffizient (GSH) von rtt = .93. Die Reliabilitätskoeffizienten sind, wenn für die zwei Hauptskalen getrennt berechnet (Items in zufälliger Abfolge), ähnlich hoch. So beträgt der SBK und der GSH rtt = .84 für den Belastungsfaktor bzw. rtt = .92 für den Beanspruchungsfaktor. Die zeitliche Stabilität, Retestreliabilität (nach ca. 2.5 Jahren; n = 15) der zwei erfassten Hauptskalen ist gegeben (Belastung: r = .89, Beanspruchung: r = .84). Einerseits kann damit dem MOA-BBRI-Verfahren eine hohe Konsistenz bescheinigt werden, andererseits lassen die Stabilitätswerte auch eine zeit- und bedingungsabhängige Veränderbarkeit der erfassten Belastungsmerkmale erkennen.
 

Validität

Die Inhaltsvalidität (Face Validity) des MOA-BBRI ist durch die klar definierten Vorgaben bei der Entwicklung (Belastungen am Arbeitsplatz) und den von Expert(inn)en generierten Itempool gewährleistet.
Per Konzeption besteht das Testverfahren aus zwei Hauptkomponenten, die in wechselseitiger Abhängigkeit zueinanderstehen (r = .71; siehe Tabelle 1). Der Belastungs- und der Beanspruchungs-Risiko-Index werden aus inhaltlich und statistisch homogenen Merkmalen gebildet (Range Interkorrelationen: r = .40-.73; siehe Tabelle 2), wobei die einzelnen Belastungsmerkmale zwischen .47 und .70 mit dem individuellen Beanspruchungsniveau korrelieren. V. a. belastende Bedingungen aus dem Bereich (Arbeits-)Organisation führen demnach zu psychischen Fehlbeanspruchungen (r = .70), welche zu Störungen des körperlichen und geistigen Wohlbefindens führen können (Belastungs-Risiko-Index vs. somatoforme Symptome: r = .56). Darüber hinaus zeigen sich in der Studie von Graf und Grote (2011) durchwegs theoriekonforme Zusammenhänge mit dem "Meaningful Occupation Assessment" (MOA 7.0; Graf & Grote, 2012).
Gemeinsam klären die 10 inhaltlichen Dimensionen über 75% der Varianz auf. Dabei können die einzelnen inhaltlichen Dimensionen des MOA-BBRI in ihrer Profilgestalt (Diskrepanzen zu normierten Werten) als auch im Profilniveau normorientiert interpretiert werden (siehe Tabelle 4).
Zur weiteren Prüfung der externen Validität können verschiedene Kriterien herangezogen werden, wie z. B. die Differenzierung von unterschiedlichen Arbeitsplätzen (AP) und Arbeitsbedingungen bzw. zwischen klinischen und gesunden Populationen. So unterscheidet der MOA-BBRI hoch signifikant zwischen unterschiedlichen Arbeitsbedingungen bzw. werden überlastete und gefährdete Personen(gruppen) valide erkannt [(M)ANOVA für AP, N = 474 (12/12/237/87/76/50): F = 13.78, p = .000, part. Eta2 = .13; univariate Testung für Belastung(RI): F = 11.52, p = .000***, Eta2 = .11; bzw. Beanspruchung(RI): F = 20.43, p = .000, Eta2= .18; siehe Tabelle 3].
Eine Diskriminanzanalyse mit den MOA-BBRI-Dimensionen ergibt eine Spezifität von 91% bzw. eine Sensitivität von 83%, um zwischen "Normal-"Belasteten und "Überlasteten" (Reha-PatientInnen) zu unterscheiden (siehe Tabelle 3: AP 0 vs. AP 1 bis AP 5; Wilks' Lambda= .831, p = .000, Kanonische Korrelation r = .41). Ca. 90% der kreuzvalidierten Fälle werden korrekt klassifiziert bzw. 88%, wenn ausschließlich die zwei Hauptskalen als Messgrößen in das Modell eingehen.

Tabelle 3
Sensitivität des MOA-BBRI (N = 474)
---------------------------------------------------------------------- 
M SD
A. Belastungs-Risiko-Index (gesamt) 41.15 14.72
----------------------------------------------------------------------
AP 0: REHA-Klinik (Zusatzdiagnose Z 73.0) 59.14 19.47
AP 1: Case-Management (prae-klinische Abklaerung) 48.83 10.44
AP 2: Demenz-Pflege Zentrum - Seniorenbetreuung 43.37 14.85
AP 3: Industriemitarbeiter(innen) 40.91 13.35
AP 4: Handelsmitarbeiter(innen) 35.75 11.80
AP 5: Gesundheits- und Krankenpflege 33.09 12.80
----------------------------------------------------------------------
B. Beanspruchungs-Risiko-Index (gesamt) 30.47 16.44
----------------------------------------------------------------------
AP 0: REHA-Klinik (Zusatzdiagnose Z 73.0) 67.00 20.14
AP 1: Case-Management (prae-klinische Abklaerung) 49.25 12.80
AP 2: Demenz-Pflege Zentrum - Seniorenbetreuung 30.62 15.19
AP 3: Industriemitarbeiter(innen) 28.71 15.47
AP 4: Handelsmitarbeiter(innen) 26.11 13.89
AP 5: Gesundheits- und Krankenpflege 26.16 13.66
----------------------------------------------------------------------
Anmerkungen. M = Mittelwert, SD = Standardabweichung. AP 0: Patient(inn)en zu Klinikeintritt (ICD-10 Diagnosen: F32, F33, F43.1, F45 - alle Zusatzdiagnose Z73.0). AP 1: Personen im aktiven Arbeitsverhältnis bei prä-klinischer Abklärung (erhöhte Belastung). AP 2: Mitarbeiter/innen in Altenheimen zum Zeitpunkt eines organisatorischen Umstrukturierungsprozesses. Ap 3: Industriemitarbeiter(innen): Messzeitpunkt in einer Phase mit hohem Auftragsniveau. Ap 4: Handel-Mitarbeiter(innen) mit direktem Kundenkontakt. Ap 5: Ges.-Krankenpflegepersonal nach Intervention (Schwerpunkt: Organisation, Kommunikation). Diskriminanzanalyse (AP 0 vs. AP 1 bis AP 5): Spezifität 91%, Sensitivität von 83%; (Wilks' Lambda= .831, p = .000; Kanonische Korrelation r = .41).

Angewandte Feldstudien mit dem MOA-BBRI zeigen keine Alters- oder Geschlechtsunterschiede in den zwei Hauptkomponenten (p > .20; n = 474). Darüber hinaus belegen Zusammenhänge mit Krankenstandstagen die praktische Evidenz und externe Validität des MOA-BBRI (siehe Tabelle 4).

Tabelle 4
Validität MOA-BBRI am Beispiel von Krankenständen
---------------------------------------------------------------------- 
A. Belastungs- B. Beanspruchungs-
Risiko-Index Risiko-Index
----------------------------------------------------------------------
Krankenstandstage (KS) N M SD M SD
----------------------------------------------------------------------
< = .0 203 37.69 14.40 26.10 15.06
1.0 - 2.0 43 40.68 12.97 28.98 17.81
3.0 - 7.0 110 41.07 14.31 30.21 15.57
8.0+ 116 47.34 14.39 36.76 16.07
----------------------------------------------------------------------
Anmerkungen. N = Stichprobengröße, M = Mittelwert, SD = Standardabweichung. MANOVA: F = 8.06, p = .000***, Eta2 = .05; univariate Zwischensubjekteffekte von KS für alle MOA-BBRI-Dimensionen (p < .001).

Das Testverfahren verfügt über drei Rückmeldungsitems zu Sinnhaftigkeit der Testvorgabe, Möglichkeit des Meinungsausdrucks und Eigenmotivation zum Ausfüllen, welche eine grobe Abschätzung zur Validität des Antwortverhaltens ermöglichen. Eine (bewusste oder sozial erwünschte) Verzerrung der Testergebnisse kann jedoch aufgrund der Augenscheinvalidität der Einzelfragen nicht ausgeschlossen werden.
 

Normierung

In Tabelle 5 werden die Mittelwerte und die Standardabweichungen der einzelnen Dimensionen des MOA-BBRI explizit vorgestellt, welche zur normorientierten Berechnung von Z-Werten oder Ergebniskategorien (nicht stark, kritisch bis sehr stark, kritisch) als Beurteilungsgrundlage herangezogen werden.

Tabelle 5
Referenzwerte des MOA-BBRI (N > 500)
------------------------------------------------------------ 
M SD
A. Belastungs-Risiko-Index (gesamt) 40.47 14.55
------------------------------------------------------------
1.0 Aufgabenanforderungen u. Taetigkeiten 1.68 0.51
2.0 Organisationsklima 0.97 0.54
3.0 Arbeitsumgebung 1.10 0.55
4.0 Arbeitsablaeufe u. -organisation 1.17 0.54
-----------------------------------------------------------
B. Beanspruchungs-Risiko-Index 30.75 16.37
-----------------------------------------------------------
1 Demotivation 0.80 0.60
2 Pathogenese 0.80 0.52
3 Sinndissonanz 0.88 0.72
4 Stressfoerdernde Muster 0.94 0.57
5 Belastung 1.06 0.57
6 Somatoforme Symptome 0.93 0.66
-----------------------------------------------------------
BBRI-Gesamtwert 35.49 14.20
-----------------------------------------------------------
Anmerkungen. M = Mittelwert, SD = Standardabweichung.

Die vorliegende Eichstichprobe umfasst > 500 gesunde, nicht-selbstständige, berufstätige Personen. Eine Stratifizierung der Stichprobe bzw. der Skalenkennwerte (z. B. Alter, Geschlecht, berufliche Position) kann bei Bedarf bei den Testautoren angefragt werden.
 

Anwendungsmöglichkeiten

Arbeits- und Wirtschaftskontext:
Durch das Testverfahren können praxisrelevante Rückschlüsse gezogen werden, die für die gesetzlich vorgeschriebene Evaluierung der psychischen Belastung und deren Gefährdungsbeurteilung notwendig sind. Der Evaluierungsprozess kann gesetzes- und vorschriftskonform durchgeführt werden, Datenmaterial für die notwendige Dokumentation steht zur Verfügung und Erkenntnisse für belastungsreduziertere Arbeitsgestaltung können abgeleitet werden. Zudem verhilft der Belastungs-Risiko-Index (Teil 1) dazu, dass die Gefahrenbekämpfung an der Quelle und kollektiv angesetzt werden kann.
Das Verfahren kann nicht nur für die Evaluierung psychischer Belastung (Gefährdungsbeurteilung lt. ASchG, Österreich - ArbSchG, Deutschland), sondern auch für das Erfassen von chronischen Beanspruchungsprozessen mit klinisch relevanten Symptomen im Bereich der Betrieblichen Gesundheitsförderung eingesetzt werden.
 

Bewertung

Mit dem MOA-BBRI 1.0 werden zwei wesentliche Ziele fokussiert: Zum einen soll der Test Arbeitgeber(inne)n laut den gesetzlichen Vorgaben des Arbeitnehmer(innen)-Schutzes (A: AschG, D: ArbSchG) valide Daten für die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung liefern (Teil 1), zum anderen sollen latente Faktoren (Strukturen, Rahmenbedingungen) der Motivation (Sinndimension) und salutogene Persönlichkeitsvariablen im Arbeitskontext erfasst werden, die essentielle Entscheidungs- und Orientierungshilfen bei der (freiwilligen) betrieblichen Gesundheitsförderung liefern (Teil 2).
Dem Testverfahrensteil 1 liegt testaxiomatisch das Belastungs-Beanspruchungs-Konzept zu Grunde, das ein Reiz-Organismus-Reaktions-Modell ist. Die Merkmalsträger der psychischen Belastung liegen nach diesem Konstrukt außerhalb des Menschen und sind unabhängig von diesem. Es geht danach nicht darum, am Individuum und seinen kognitiven Wahrnehmungs- und emotionalen Bewältigungsstrategien (Veränderungspotenzialen) anzusetzen, sondern an den konkreten Arbeitsbedingungen. Die Konzentration wird nicht auf intrapsychische und -soziale und -kommunikative Daten gelegt, sondern auf die Arbeitssituation (Arbeitskontext), unabhängig vom Individuum. In den arbeitnehmerschutzrelevanten Gesetzen wird bei der Evaluierung und Gefahrenbeurteilung psychischer Belastung auf die ISO EN 10075-1 (2000) explizit Bezug genommen, die das Reiz-Organismus-Reaktions-Modell postuliert.
Auf ein Nicht-Trennen-Können, einer systemisch-orientierten Interpretation des Konstruktes "Belastung-Beanspruchung", wird im 2. Teil des Verfahrens Bezug genommen, indem Beanspruchung rekursiv-interdependent postuliert wird und zusätzlich die noetische Dimension des Menschen im Besonderen fokussiert werden. Belastung und Beanspruchung (Beanspruchungsfolgen) werden als untrennbar mit biographisch bedingten, intrapsychischen Persönlichkeitsvariablen gesehen.
So besteht per Konzeption der MOA-BBRI aus zwei Hauptkomponenten, die in wechselseitiger Abhängigkeit zueinanderstehen (r = .71). Der Belastungs- und der Beanspruchungs-Risiko-Index werden aus inhaltlich und statistisch homogenen Merkmalen gebildet (Range Interkorrelationen: r = .40-.73), wobei die einzelnen Belastungsmerkmale zwischen r = .47 und r = .70 mit dem individuellen Beanspruchungsniveau korrelieren. V. a. belastende Bedingungen aus dem Bereich (Arbeits-)Organisation führen demnach zu psychischen Fehlbeanspruchungen (r = .70), welche zu Störungen des körperlichen und geistigen Wohlbefindens führen können (Belastungs-Risiko-Index vs. somatoforme Symptome: r = .56).
Die Reliabilitätskoeffizienten bzw. die interne Konsistenz einzelner Dimensionen und des Gesamtwerts (BBRI) kann als sehr hoch bewertet werden (BBRI: Cronbachs Alpha =.95). Die interne Konsistenz der einzelnen Dimensionen liegt um Alpha .80 (Range: Alpha = .69-.83), bei den zwei Hauptskalen ist diese bei Alpha = .91 (Belastung; 38 Items) bzw. Alpha = .93 (Beanspruchung; 34 Items). Die zeitliche Stabilität, Retestreliabilität (nach ca. 2.5 Jahren; n = 15) der zwei erfassten Hauptskalen ist hoch (Belastung: r = .89 bzw. Beanspruchung: r = .84). Die empirischen Ergebnisse zur Reliabilität und Validität belegen die Einsatzberechtigung des MOA-BBRI in der Arbeitswelt. Zugrundeliegende arbeitswissenschaftliche Konzepte werden damit zufriedenstellend bestätigt und die testtheoretischen Anforderungen eines Verfahren zur Messung und Erfassung psychischer Arbeitsbelastungen werden hinreichend erfüllt (EN ISO 10075-3, 2004).
Mit dem Einsatz des Testverfahrens können arbeitsbedingte Zustände und Situationen, wie auch interventionsbedingte Effekte zuverlässig evaluiert werden. Anwendungsbeobachtungen dokumentieren den Nutzen des MOA-BBRI zur Evaluation der Ist-Situation (Individuum/Abteilung/Unternehmen) und als Hilfestellung zur Planung von spezifischen Interventionen in der betrieblichen Gesundheitsförderung und Arbeitsplatzevaluierung hinsichtlich psychischer Belastung. Rückmeldungen der Testdurchführenden bescheinigen eine zufriedenstellende positive Akzeptanz des MOA-BBRI-Fragebogenverfahrens.
 

Literatur

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  • EN ISO 10075-3. (2004). Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung, Teil 3: Grundsätze und Anforderungen an Verfahren zur Messung und Erfassung psychophysischer Arbeitsbelastung. Brüssel: Europäisches Komitee für Normung (CEN).
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  • Kirchner, J.-H. (1986). Belastungen und Beanspruchungen - Eine begriffliche Klärung zum Belastungs-Beanspruchungskonzept. Zeitschrift für Arbeitswissenschaft, 40 (2), 69-74.
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  • Schmid, B. (2004). Systemische Professionalität und Transaktionsanalyse. Bergisch Gladbach: EHP - Edition Humanistische Psychologie.
  • Schmidtke, H. & Bubb, H. (1981). Das Belastungs-Beanspruchungs-Konzept. In H. Schmidtke (Hrsg.), Lehrbuch der Ergonomie (2. Auflage. S. 111-115). München: Hanser.
  • Abkürzungen
  • A - Österreich
  • ArbSchG - Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeitsschutzgesetz) - Deutschland
  • ASchG - Bundesgesetz über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit (ArbeitnehmerInnenschutzgesetz - ASchG) - Österreich
  • BRI - Belastungs-Risiko-Index
  • D - Deutschland
  • ICD - Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10, Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien
 
 Autorenbeschreibung: Helmut Graf (11.04.2017)
 APA-Schlagworte/PSYNDEX Terms:

Classical Test Theory; Computer Assisted Testing; Questionnaires; Rating Scales; Industrial and Organizational Psychology; Occupational Stress; Working Conditions; Work Related Illnesses; Health Care Administration

Klassische Testtheorie; Computerunterstütztes Testen; Fragebögen; Rating-Skalen; Arbeits- und Organisationspsychologie; Beruflicher Stress; Arbeitsbedingungen; Berufskrankheiten; Management im Gesundheitswesen

 weitere Schlagworte:

2017; PsyBel Expert; Gefährdungsbeurteilung; Arbeitsschutzgesetz; Arbeitnehmer-Schutzgesetz; Belastungs-Risiko-Index; Beanspruchungs-Risiko-Index; ab 16 Jahre; bis 65 Jahre; 38 Items (Teil 1 = MOA-BT 1.0); 34 Items (Teil 2); Dimensionen, Teil 1: 1 Aufgabenanforderungen und Tätigkeiten, 2 Sozial- und Organisationsklima, 3 Arbeitsumgebung, 4 Arbeitsabläufe und Arbeitsorganisation; Dimensionen, Teil 2: 1 Sinn- und Motivationsdimension, 2 Salutogene Potenziale, 3 Sinndissonanz, 4 Stressfördernde Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster, 5 Bio-psycho-soziale Belastung, 6 Somatoforme Störung; Normierungsjahr: keine Angaben; Normstichprobe: 500
 Klassifikation:

Berufs- und arbeitspsychologische Tests; Gesundheitspsychologische Tests; Arbeitsbedingungen und Arbeitssicherheit; Arbeitnehmereinstellungen und Arbeitszufriedenheit
Verfahren zur Ermittlung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz
7.3.1.4
 Anwendungstyp: Job, Task, & Behavior Analysis
 Art der Publikation: Test; Online Test (90; 942)
 Sprache: German
 Land: Austria
 Publikationsjahr: 2017
 Änderungsdatum: 201704
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